{"id":21185,"date":"2013-04-29T22:05:33","date_gmt":"2013-04-29T20:05:33","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=21185"},"modified":"2013-04-29T22:05:33","modified_gmt":"2013-04-29T20:05:33","slug":"wiener-vorlesungen-zur-literatur","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=21185","title":{"rendered":"Wiener Vorlesungen zur Literatur"},"content":{"rendered":"<p>Die Wiener Vorlesungen zur Literatur gibt es schon sehr lange in der Alten Schmiede, wurden sie doch 1986 von Josef Haslinger und Kurt Neumann eingef\u00fchrt, wahrscheinlich haben sie schon s\u00e4mtliche experimentelle Dichter und Dichterinnen abgehalten und ich bin ich auch bei einigen gewesen. In der letzten Zeit aber schon lang nicht mehr. Wahrscheinlich seit 2008 nicht, so da\u00df es noch keinen diesbez\u00fcglichen Blogeintrag gibt und ich war auch heute ein wenig unsicher, ob ich nicht stattdessen in die Gesellschaft f\u00fcr Literatur gehen sollte, wo Anna Rottensteiner und Bernd Schuchter aus ihren Romanen gelesen haben, habe mich dann aber f\u00fcr Franz Josef Czernin entschieden, denn den habe ich ja vor kurzem bei seiner <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/04\/11\/h-c-artmann-preis-an-franz-josef-czernin\/\">Preisverleihung<\/a> geh\u00f6rt. Die Vorlesungen finden in Quartalschritten statt, die ersten beiden habe ich vers\u00e4umt, die letzte zum Thema &#8220;Poesie und Fiktionalit\u00e4t&#8221; findet am 4. 7. statt und als ich in die Sch\u00f6nlaterngasse eingebogen bin, ist Friedrich Achleitner aus dem Haus in dem er wohnt herausgekommen.<br \/>\nDie Veranstaltung war auch sonst sehr prominent besucht, Alexander Nizberg hat sich neben mich gesetzt, Lukas Cejpek, Hans J\u00f6rg Zauner, dann noch ein paar Studenten und die Frau und Freunde des Autors.<br \/>\nDas Thema der dritten Vorlesung lautete &#8220;Wissenschaft Erkenntnis Poesie&#8221; und Franz Josef Czernin erz\u00e4hlte kurz, um was es in den beiden anderen gegangen ist.<br \/>\nUm die parodistische Auslegung der Bundeshymne in der ersten, in der zweiten um die Form und jetzt meinte, der Autor, h\u00e4tte er den Begriff vielleicht ein bi\u00dfchen zu allgemein umspannt. Er bezog sich jedenfalls auf ein Proust-Zitat, eine Stelle auf Seite neunundzwanzig der &#8220;Suche nach der verlorenen Zeit&#8221;, las sie vor, sie war auch auf die Wand projiziert,  dann unterschied er zwischen wissenschaftlichen und literarischen Texte.<br \/>\nAn die ersteren geht man mit einer These heran, die wahr oder falsch sein kann und allgemein bezogen ist, die Literatur soll den Lesern aber Erkenntnis und Erfahrung bringen und Erlebnisse hat man beim Lesen von Romanen auch. Unterhaltung und Zerstreuung, das was die meisten Leser suchen, wenn ich das Literaturcafe richtig interpretiere, schlo\u00df er aus und er meinte auch, da\u00df sich in der Literatur die Thesen auch noch erfahrbar machen sollten.<br \/>\nAn dieser Stelle hat dann sp\u00e4ter Thomas Eder, der den Text kommentierte, eingehakt und gesagt, da\u00df ihm nicht ganz klar sein, wie das m\u00f6glich sein soll?<br \/>\nDaran schlo\u00df sich eine wilde Diskussion im Publikum, das offenbar auch ganz anderer Ansicht als Franz Josef Czernin war, vorallem eine junge blonde Frau engagierte sich sehr intensiv mit Beispielen, die bis zu Kant und zur Wahrheit f\u00fchrten und am Schlu\u00df einigte man sich darauf, ob die Sch\u00f6nheit des Textes zur Wahrheit f\u00fchren kann, damit war Franz Josef Czernin sehr einverstanden.<br \/>\nRobert Musils &#8220;Mann ohne Eigenschaften wurde noch zitiert und Elfriede Jelineks &#8220;Kinder der Toten&#8221; und ich, die ich unter Literatur ja vor allem das pychologisch soziologisch realistische, das wahrscheinlich auch noch spannend sein soll und gut geschrieben, verstehe, habe bei diesen philosophischen Exkursen nicht sehr viel mitbekommen, mich auf dem Heimweg aber sehr intensiv mit einem der Stammbesucher, einem pensionierten Lehrer, der jetzt glaube ich den Schmidt-Dengler Nachla\u00df im Literaturarchiv aufarbeitet, unterhalten und wir sind auch noch auf Arno Schmiedt und Adalbert Stifters &#8220;Witiko&#8221; gekommen, den ich ja auch auf meiner Leseliste habe.<br \/>\nAlso spannend und interessant und wieder was gelernt, die Rolle der Psychologie in Franz Josef Czernins Vorlesung zum Beispiel, der sich darin sehr intensiv auf Freud bezog, den er offenbar literarischer als ich zu empfinden schien, aber Freud selber hat sich, glaube ich, auch als Schriftsteller verstanden und das Zitat aus der &#8220;Verlorenen Zeit&#8221;, war ebenfalls ganz spannend, bleibt also die Frage, ob ich jemals zu dem Erlebnis daraus meine literarischen Erkenntnisse zu ziehen, kommen werde.<br \/>\nBefindet sich Proust ja noch nicht auf meiner Leseliste, die ich heute aus den Best\u00e4nden meiner Regale ziemlich aufgef\u00fcllt habe. Was nicht ist, kann aber noch werden und ob ich zur vierten Quartalsvorlesung komme, ist auch fraglich, da ich am 4. 7. wahrscheinlich schon in Harland sein werde.<br \/>\nDaf\u00fcr werde ich morgen statt ins Literaturhaus, da ich <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/04\/20\/grundlsee\/?preview=true\">&#8220;Grundlsee&#8221;<\/a> jetzt ja schon gelesen habe, doch wieder in die &#8220;Alte Schmiede&#8221; gehen, denn da gibt es zum f\u00fcnfzigsten Todestag von Veza Canetti ein ihr gewidmetes Projekt und das interessiert mich auch sehr.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Wiener Vorlesungen zur Literatur gibt es schon sehr lange in der Alten Schmiede, wurden sie doch 1986 von Josef Haslinger und Kurt Neumann eingef\u00fchrt, wahrscheinlich haben sie schon s\u00e4mtliche experimentelle Dichter und Dichterinnen abgehalten und ich bin ich auch &hellip; <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=21185\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[41],"tags":[],"class_list":["post-21185","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/21185","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=21185"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/21185\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=21185"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=21185"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=21185"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}