{"id":20124,"date":"2013-03-13T00:44:57","date_gmt":"2013-03-12T23:44:57","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=20124"},"modified":"2013-03-13T00:44:57","modified_gmt":"2013-03-12T23:44:57","slug":"lili-korber-erlebt-den-anschlus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=20124","title":{"rendered":"Lili K\u00f6rber erlebt den Anschlu\u00df"},"content":{"rendered":"<p>Zum f\u00fcnfundsiebzigsten Jahrestag des Einmarschs der Nazis in \u00d6sterreich, gab es eine Veranstaltung des ersten Wiener Lesetheater im republikanischen Clubs, die Frauen lesen Frauen Gruppe las Lili K\u00f6rbers &#8220;Eine \u00d6sterreicherin erlebt den Anschlu\u00df&#8221;, das schon ab 23. April 1938 in einer Schweizer Zeitung als Fortsetzungsroman unter dem Pseudonym Agnes Muth erschienen ist.<br \/>\nIch habe das Buch, der 1897 in Moskau geborenen und 1982 in New York verstorbenen Lili K\u00f6rbers, die in Wien in den drei\u00dfiger Jahren in der Arbeiterzeitung publizierte und als Schriftstellerin &#8220;Eine Frau erlebt den roten Alltag&#8221;, etc, bekannt war, vor ca zwanzig Jahren beim Libro, um wahrscheinlich zehn Schilling gekauft und ein paar Mal gelesen und in den alten B\u00fcchergilde Gutenberg Katalogseiten, die ich von meinen Eltern erbte, habe ich ihr Bild, glaube ich, neben dem von Elisabeth G\u00fcrt und Erika Mitterer gefunden und der Anschlu\u00df an \u00d6sterreich, wie \u00fcberhaupt die ganze Nazizeit ist ja ein Thema, das mich sehr interessiert.<br \/>\nSo habe ich mir vor ein paar Tagen, als mir die Mediathek das virtuelle Museum zum Thema <a href=\"http:\/\/www.mediathek.at\/virtuelles-museum\/propaganda-ns-zeit\/propaganda-des-anschlusses\/?utm_source=yacomi&amp;utm_medium=Email&amp;utm_campaign=M%C3%A4rz%201938\">&#8220;Progpaganda des Anschlu\u00dfes&#8221;<\/a> schickte, die Originaltonaufnahmen angeh\u00f6rt und h\u00f6re jetzt auch die Journal Panorama Sendung zum <a href=\"http:\/\/oe1.orf.at\/programm\/331021\">Anschlu\u00df <\/a>und bin am Abend  in den Republikanischen Club zur Lily K\u00f6rber-Lesung gegangen.<br \/>\nTraude Korosa, die, wie mir Judith Gruber-Rizy sagte, immer so alte Sachen ausgr\u00e4bt, war die Verantwortliche. Judith Gruber-Rizy, Heidi Hagl, Traude Korosa, Hilde Langthaler, Angelika Raubek, Gabriela Schmoll und Hilde Schm\u00f6lzer haben gelesen.<br \/>\nElfriede Haslehner, Eva Geber, Richard Langthaler, Antia C. Schaub und noch viele andere waren im Publikum.<br \/>\nTraude Korosa gab eine kurze Einleitung, zitierte Lili K\u00f6rbers Lebenslauf und erw\u00e4hne, da\u00df das Buch inzwischen nur mehr antiquarisch zu bekommen ist, dann wurden Ausschnitte daraus gelesen, beginnend mit dem 12. M\u00e4rz.<br \/>\n&#8220;Eine \u00d6sterreichin erlebt den Anschlu\u00df&#8221;, ist ein Tagebuchroman, die Ich-Erz\u00e4hlerin Agnes Muth, die in Wien bei einem Verlag arbeitet, einen sozialistischen Bruder und einen j\u00fcdischen Freund hat, erf\u00e4hrt im B\u00fcro von der Schuschnigg-Rede, verbrennt mit ihrem Chef Briefe und Manuskripte und geht \u00fcber den Heldenplatz nach Hause bzw. zu der Familie ihres Freundes, ein altes Mutterl weint dort, w\u00e4hrend die anderen begeistert &#8220;Heil Hitler!&#8221;, schreien, die Schwester ihres j\u00fcdisches Freundes ist Schriftstellerin und daher besonders gef\u00e4hrdet und soll fl\u00fcchten, aber wo soll sie sie hin und wo sind noch die Grenzen offen?<br \/>\nDer Bruder Franz ist mit dem Mann der Arbeiterin Mitzi, die im Karl Marx Hof wohnt schon mit den Schiern in die Schweiz gefl\u00fcchtet und Agnes wird in den n\u00e4chsten Tagen schief angeschaut, weil sie kein Hakenkreuzzeichen tr\u00e4gt, denn das ist den Juden verwehrt, so wird sie f\u00fcr eine J\u00fcdin gehalten gehalten, der Vater ihres Freundes meint aber, da\u00df es nicht feig ist, ein solches zu tragen. Dr. Levy ihr Chef schenkt ihr dreihundert Schilling, damit sie sich etwas Sch\u00f6nes kauft und es nicht die Nazis gekommen, der entlassene Buchhalter Winkler \u00fcbernimmt den Verlag und will Agnes Pass, so mu\u00df sie sich schlie\u00dflich auch in den Zug in die Schweiz setzen, wo ein paar Wochen sp\u00e4ter der erste Roman \u00fcber den Anschlu\u00df erscheint und niemand wu\u00dfte, da\u00df Lili K\u00f6rber die Verfasserin war.<br \/>\nSo weit die Lesung, ich kann mich noch an die Stelle erinnern, wo, ich glaube, die Mitzi, bei irgendeiner Dame putzt, die sich als Volksgenossin protzt, ihr einen Vortrag dar\u00fcber h\u00e4lt und dann entsetzt ist, da\u00df die couragierte Mitzi, sie einfach als &#8220;Volksgenossin!&#8221;, anspricht, denn so war das nat\u00fcrlich nicht gemeint.<br \/>\nEin sehr interessantes Buch, schade, da\u00df es nicht mehr zu bekommen ist, nachher gab es wieder Gespr\u00e4che bei Wein und Soletti und schon am Mittwoch und im April weitere Lesetheaterveranstaltungen.<br \/>\nAm Mittwoch eine in Memoriam Ceijka Stojka-Veranstaltung, die ja eine KZ-\u00dcberlebende war und am 28. J\u00e4nner gestroben ist und am 18. April &#8220;Vilma Neuwirth: &#8220;Glockengasse 29&#8221;, wo sich eine J\u00fcdin in der NS-Zeit versteckte und ein Buch das ich, glaube ich, auch schon gelesen habe, weil ich es einmal im B\u00fccherturm der Literatur im M\u00e4rz Veranstaltungen fand, wobei man wieder sieht, wie wichtig solche B\u00fccherfunde und das B\u00fcchersammeln ist.  <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zum f\u00fcnfundsiebzigsten Jahrestag des Einmarschs der Nazis in \u00d6sterreich, gab es eine Veranstaltung des ersten Wiener Lesetheater im republikanischen Clubs, die Frauen lesen Frauen Gruppe las Lili K\u00f6rbers &#8220;Eine \u00d6sterreicherin erlebt den Anschlu\u00df&#8221;, das schon ab 23. 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