{"id":19972,"date":"2013-03-06T00:03:23","date_gmt":"2013-03-05T23:03:23","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=19972"},"modified":"2013-03-06T00:03:23","modified_gmt":"2013-03-05T23:03:23","slug":"hommage-an-felix-braun-und-kathe-braun-prager","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=19972","title":{"rendered":"Hommage an Felix Braun und K\u00e4the Braun-Prager"},"content":{"rendered":"<p>Der 12. M\u00e4rz naht, wo vor f\u00fcnfundsiebzig Jahren die Nazis in \u00d6sterreich einmarschierten, vielleicht gab es deshalb in der Wien-Bibliothek eine Veranstaltung zu dem \u00f6sterreichischen Geschwisterpaar Felix Braun und K\u00e4the Braun-Wagner, vielleicht hat aber Tatjana Popovic die Enkelin und Gro\u00dfnichte besondere Beziehungen zur Wien-Bibliothek, ist sie ja auch Rosa Mayreders Nachla\u00dfverwalterin, die ja \u00f6fter ihre <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/04\/21\/rosa-mayreder-buchprasentation\/\">Veranstaltungen<\/a> in der Wien-Bibliothek hat, ich wei\u00df es nicht, kenne aber die Namen des fast vergessenen \u00f6sterreichischen Geschwisterpaars, denn ich interessiere mich schon sehr lange f\u00fcr Literatur und habe von meiner Gro\u00dfmutter  einen Sto\u00df  gelber Kulturzeitschriften aus den F\u00fcnfziger-und Sechzigerjahren geerbt, in denen ich, wenn ich mich nicht irre, das erste Mal auf das Geschwisterpaar, Felix Braun lebte von  1885-1973, seine Schwester K\u00e4the von 1888-1967, stie\u00df und dann haben mich die Abverkaufskisten ja auch schon in den Siebzigerjahren fasziniert, wo ich, glaube ich, auf einen Gedichtband K\u00e4the Braun-Pragers &#8220;Das himmlische Kartenhaus&#8221; und auf Felix Brauns &#8220;Dramen&#8221; und &#8220;Imagin\u00e4re Gespr\u00e4che&#8221; gesto\u00dfen bin.<br \/>\nDann habe ich die beiden wohl vergessen, bzw. hat das auch die Literaturgeschichte so getan, 2010 habe ich, als ich zur Endgeldauszahlung des Lesetheaters ins Gasthaus Sittl ging  &#8220;Agnes Altkirchner&#8221;, Felix Brauns umfangreichen Roman gemeinsam mit einer Hannelore Valencak gefunden, beides ins Badezimmer gelegt und als ich dann das <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/01\/10\/das-neue-bucherregal\/\">neue B\u00fccherregal<\/a>, sowie meine  <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/02\/16\/hundert-bucher\/\">&#8220;Hundertb\u00fccherleseliste&#8221; hatte<\/a>, das Buch der <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/06\/22\/vorhof-der-wirklichkeit\/\">Hannelore Valencak<\/a> darauf gesetzt und Felix Braun vergessen.<br \/>\nInzwischen habe ich dann noch das &#8220;Musische Land&#8221; im Schrank gefunden und auf die Leseliste gesetzt und als ich vor zwei Wochen bei der <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/02\/21\/erica-fischer-in-der-wien-bibliothek\/\">Erica Fischer Veranstaltung in der Wien Bibliothek<\/a> war, habe ich dann von der Veranstaltung erfahren und mich darauf gefreut, von den beiden &#8220;zu Unrecht vergessenen&#8221; wie es im Programm hei\u00dft, mehr zu erfahren und auch Tatjana Popovic kennenzulernen, die 2010 auf meinen Blog gekommen ist, als ich von der Mayreder-Veranstaltung berichtete.<br \/>\nIch war fr\u00fch dran, weil ich einen Gutschein vom Leiner hatte und sozusagen noch rasch meine Ostereink\u00e4ufe, Kerzen und Servietten, erledigte, habe dann den alten Herrn wieder getroffen, mit dem ich mich auch das letzte und das <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/11\/07\/neue-sicht-auf-die-zwischenkriegsliteratur-und-sechster-nanowrimotag\/\">vorletzte Mal<\/a> in der Wien-Bibliothek  unterhalten habe, sonst waren eher wenige Leute da. Auch Silvia Mattl-Wurm, die Direktorin, die er\u00f6ffnen sollte, ist krank geworden, so hat statt ihr Hermann B\u00f6hm, der ehemalige Leiter der Handschriftensammlung eingef\u00fchrt und ein bi\u00dfchen was von dem Leben der vergessenen Dichter erz\u00e4hlt.<br \/>\nTatjana Popovic hat dann die Lebensl\u00e4ufe ihres Gro\u00dfonkels und ihrer Gro\u00dfmutter erg\u00e4nzt. Die Mutter der Geschwister ist bei der Geburt von K\u00e4the gestorben, K\u00e4the Braun-Prager hat in der CA gearbeitet, Felix Braun, dessen Dramen im Burgtheater aufgef\u00fchrt wurden, war der Sekret\u00e4r Hoffmannsthal, hat eine Freundschaft bzw. Briefwechsel mit Stefan Zweig, Hesse, etc gef\u00fchrt, nach dem Anschlu\u00df emigirierten die Geschwister mit ihren Familien nach England, 1951 kehrten sie nach Wien zur\u00fcck, wo sie eine Wohnung im Karl Marx Hof bekamen.<br \/>\nInteressant ist, da\u00df sowohl Hermann B\u00f6hm, als auch Tatjana Popovic betonten, da\u00df die Stadt Wien damals sehr viel getan hat, um ihre Emigranten wieder zur\u00fcckzubekommen, so haben die Geschwister bzw. wahrscheinlich eher Felix, Literaturpreise bekommen, w\u00e4hrend ich ja am Montag in den Tonspuren h\u00f6rte, da\u00df das bei Theordor Kramer nicht ganz so war.<br \/>\nFelix Braun hat auch Tagebuch gef\u00fchrt, das bis 1932 ist durch die Flucht bzw. die Besetzung verloren gegangen, danach sind 2000 Seiten erhalten, Tatjana Popovic hat Ausz\u00fcge daraus gelesen und dann je einen Text, wo der Bruder die Schwester, bzw. die Schwester den Bruder beschrieben hat.<br \/>\nDann folgte eine Novelle K\u00e4the Pragers &#8220;Die Heimkehr&#8221;, die mich sehr ber\u00fchrte, da kommt einer aus dem Krieg nach Haus und findet einen Soldaten im Bett seiner Frau. Sieben Tage Urlaub hat er, er holt eine Prostituierte von der Stra\u00dfe, sperrt Frau und Liebhaber ein und zwingt sie zusammenzuleben. Am siebenten Tag schmei\u00dft er das M\u00e4dchen und den Liebhaber hinaus und verzeiht seiner Frau.<br \/>\nDann gabs noch einen Ausschnitt aus einem Essay von Felix Braun \u00fcber Stefan Zweig.<br \/>\nEs folgten dann noch eine Originaltonaufnahme der Geschwister und Tatjana Popovic hatte Fotos mitgenommen, die man sich ansehen konnte.<br \/>\nIch bin aber mit dem Herrn hinausgegangen, um mich bei Wein und Brot, der Spezialit\u00e4t der Hauptb\u00fccherei, noch ein bi\u00dfchen zu unterhalten, es kam dann noch eine andere Stammbesucherin dazu, die ich schon l\u00e4nger nicht mehr gesehen hatte, bevor ich mich verabschiedete, um einen verl\u00e4ngerten Heimweg anzutreten, habe ich doch ein Mail von Frank Gassner bekommen, es gibt einen neuen B\u00fccherschrank im achten Bezirk, Ecke Josefst\u00e4dterstra\u00dfe Albert Gasse beim Cafe Hummel, flankiert von einer Bank und einem W\u00fcrstelstand, den ich mir nat\u00fcrlich ansehen mu\u00dfte und wo ich auch ein kleine B\u00e4ndchen &#8220;Schatten der Objekte&#8221; mit Essays von Bodo Hell, Henriette Horny, Yoko Tawada und Margit Ulama gefunden habe, was ganz passend ist, konnte ich ja am Morgen im Leporello h\u00f6ren, da\u00df Bodo Hell demn\u00e4chst seinen siebzigsten Geburtstag feiert und &#8220;Agnes Altkirchner&#8221;, der Roman, der, wie ich h\u00f6ren konnte, von einer Frau zwischen 1914 und 1918 handelt, habe ich jetzt auf meine <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/leseliste\/\">Leseliste<\/a> gesetzt und das sowohl Tatjana Popovic, als auch dem Herrn erz\u00e4hlt, wobei eine Dame meinte, da\u00df ich das unbedingt tun soll, weil das eine gute Empfehlung ist. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der 12. 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