{"id":19861,"date":"2013-03-02T00:01:06","date_gmt":"2013-03-01T23:01:06","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=19861"},"modified":"2013-03-02T00:01:06","modified_gmt":"2013-03-01T23:01:06","slug":"die-zwanzigste-horspielfeier","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=19861","title":{"rendered":"Zwanzigste H\u00f6rspielfeier"},"content":{"rendered":"<p>Zwanzig Jahre lange Nacht des H\u00f6rspiels, respektive \u00d61 H\u00f6rspiel-Gala, wie es seit <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/02\/24\/o1-horspiel-gala\/\">vorigem Jahr<\/a> hei\u00dft, denn um neunzehn Uhr f\u00fcnf begann es p\u00fcnktlich nach den Nachrichten und um zweiundzwanzig Uhr mu\u00df es aus sein und wird daf\u00fcr im Radio \u00fcbertragen, so da\u00df ich gar nicht hingehen h\u00e4tte m\u00fc\u00dfen, tat es aber aus guter alter Tradition und nat\u00fcrlich auch f\u00fcr das Literaturgefl\u00fcster, das ja manche <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/02\/14\/schreibinteressen\/#comments\">schrecklich<\/a> finden und beim ersten Mal vor zwanzig Jahren, als der Michael K\u00f6hlmeier gewonnen hatte, war ich mit dem Alfred ebenfalls live dabei und trauere noch heute dem guten Gulasch nach.<br \/>\nAber alles flie\u00dft und \u00e4ndert sich und ich mu\u00df sagen, es war schon einmal schlechter, als es diesmal war und am Ende sind mir sogar die Tr\u00e4nen heruntergeronnen und ich habe gedacht, schade, da\u00df die Brigitte Schwaiger nicht mehr dabei sein kann, sie h\u00e4tte sie gefreut und dazu gedacht, da\u00df ich nicht will, da\u00df vielleicht in f\u00fcnfzig, sechzig Jahre ein m\u00f6glicher rotzfrecher Enkelsohn ein H\u00f6rspiel aus einem meiner <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/\">Romane<\/a> macht, die Troph\u00e4e schwingt und sagt, &#8220;Die Oma hat ohnehin ganz gut geschrieben!&#8221;<br \/>\nAber sch\u00f6n der Reihe nach, einen guten Platz ziemlich weit vorn gefunden, das war ebenfalls schon was, die Johanna Rachinger beim Begr\u00fc\u00dftwerden beobachtet, K\u00fc\u00dfchen rechts, K\u00fc\u00dfchen links, wie das heutzutage in der Szene \u00fcblich ist, dann kam der Peter Klein, der jetzige H\u00f6rspielchef, schwenkte seine Arme und sagte &#8220;Sie m\u00fc\u00dfen noch f\u00fcnf Minuten warten, bis die Nachrichten zu Ende sind!&#8221;, darauf folgte Doris Glaser in einem schwarzen Abendkleid, erkl\u00e4rte das mit dem zwanzigsten Mal des inzwischen recht kurzen Abends, k\u00fcndigte die H\u00f6rspielgala-Combo mit Wolfram Berger, Wolfgang Puschnig und Paul Urbanek an, die es glaube ich, auch schon im letzten Jahr gegeben hat und wenn ich mich nicht irre, wurden die besten zehn H\u00f6rspiele vorgestellt, vielleicht kam aber auch zuerst die Generaldirektorin der Nationalbibliothek mit ihrer Er\u00f6ffnungsrede, die erkl\u00e4rte, was H\u00f6rspiele und B\u00fccher gemeinsam haben.<br \/>\nDann wurde die zehn besten in je einer Minute pr\u00e4sentiert, Christine N\u00f6stlinger \u00fcber die &#8220;Ganz armen Frauen&#8221; war dabei, Peter Handke, wieder <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/01\/12\/ellis\/\">Magda Woitzuck<\/a>, Konrad Bayer, Alfred Noll, Brigitte Schwaigers Bearbeitung &#8220;Wie kommt das Salz ins Meer&#8221;, die Peschina-Bearbeitung von der &#8220;Kapuzinergruft&#8221;, wo ich dachte, &#8220;Aha, da haben wir das H\u00f6rspiel des Jahres!&#8221;, denn der Publikumsgeschmack deckt sich oft nicht mit dem der Kritik und meist gewinnt der bekannte Namen, haben wir ja nicht mehr die Zeit unserer Roth, Musil, oder James Joyce zu lesen.<br \/>\nJoachim Bi\u00dfmeier wurde Schauspieler des Jahres und der hat \u00fcber sechzig H\u00f6rspiele in \u00fcber vierzig Jahren gemacht, wurde in den Drei\u00dfigerjahren in Bonn am Rhein geboren, kam in den Sechzigerjahren nach Wien und ans Burgtheater. Da habe ich ihn wahrscheinlich in den Siebzigerjahren als Torquato Tasso gesehen, wahrscheinlich mehrmals, weil ich ja einen Roman bzw. Erz\u00e4hlung \u00fcber die Schauspieler die in Linz in einer solchen Auff\u00fchrung spielen, geschrieben habe, ein Text der f\u00fcr mich wichtig war, aber nie ver\u00f6ffentlicht wurde, so hat sich das mir eingepr\u00e4gt.<br \/>\nUnd das H\u00f6rspiel der Kritik, das \u00fcber einen R\u00e4uber handelte, den es wirklich gab, einen Einbrecherk\u00f6nig, der sich an einen Autor wandte, der dann einen Text daraus machte, der von Wolfram Berger live auf der B\u00fchne dargeboten wurde, wurde auch gek\u00fcrt, es war prompt nicht bei den zehn besten vom Publikum ausgew\u00e4hlten.<br \/>\nEine Pause gab es auch, in der ich mit niemanden ins Gespr\u00e4ch gekommen bin und danach die Pr\u00e4sentation des besten Kurzh\u00f6rspiels, das diesmal nicht im Klangtheater sondern \u00fcbers Internet gew\u00e4hlt wurde und die Preistr\u00e4gerin, die sich Kopf an Kopf gegen das Zweitgereihte durchgesetzt hat, ist vor mir gesessen.<br \/>\nDann wurden schon die drei Preish\u00f6rspiele pr\u00e4sentiert. Die N\u00f6stlinger mit ihrem Spinat, den alle hundert Hausparteien in der Gemeindewohnung am Donnerstag \u00fcber oder untereinander kochen, landete auf Platz drei und der <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/07\/25\/radetzkymarsch\/\">Roth<\/a>, der ja eigentlich ein genauso schlimmes Ende hatte und in Paris elendiglich zugrunde gegangen ist, wie die Brigitte Schwaiger siebzig Jahre sp\u00e4ter <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/07\/27\/szenen-schreiben\/\">in<\/a> <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/07\/30\/besuch-im-residenz-verlag-und-sophie-hungers-fur-den-offenen-bucherschrank\/\">der<\/a> <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/08\/25\/vorletzte-sommerfrischenrunde\/\">Donau<\/a>, landete auf Platz zwei und dann kam die junge rotzfreche Autorin, die schon einmal den Track 5, gewonnen hat und voriges Jahr den Publikumspreis, sich ihre Schauspieler aus Berlin einfliegen lie\u00df und die Handlung in die Gegenwart verlegte und die Herren vom ORF haben den 1977 erschienenen Roman allen Ernstes als den besten Nachkriegsroman bezeichnet.<br \/>\nNun ja, ich kann mich noch gut an das Jahr 1977 in der Otto Bauergasse erinnern, der Krieg war lang vorbei, der Roman ist pl\u00f6tzlich dagewesen und irgendwer hat behauptet, da\u00df die Schwaiger damit den ersten Bachmannpreis gewinnen wird, der <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2008\/09\/17\/die-gefahren-der-vielseitigkeit\/\">Torberg<\/a> h\u00e4tte es ihr gerichtet. Sie ist aber gar nicht angetreten, dann ist sie wieder abgestiegen und ich habe sie  einmal am ersten Mai mit der roten Nelke auf dem Rathausplatz getroffen, wo sie die Ruth oder die Ruth sie angesprochen hat.<br \/>\nSchade, da\u00df sie das nicht mehr erleben konnte, aber vielleicht h\u00e4tte sie sich genausowenig gefreut, wie ich in sechzig Jahren \u00fcber ein H\u00f6rspiel eines m\u00f6glichen rotzfrechen Enkels, weil dann w\u00e4rs ja nicht mehr mein Buch?<br \/>\nNachdem die Preistr\u00e4gerin ihre Troph\u00e4e erhalten hatte, wurde Brigitte Schwaigers Bild projeziert und ein Satz von ihr gesendet, den man am Donnerstag im ganzen Interview von Michael Kerbler, das glaube ich, auch im Sommer 2010, als man ihre Leiche in der Donau fand, gesendet wurde, h\u00f6ren kann.<br \/>\n&#8220;So kommt das Salz ins Meer, Brigitte!&#8221;, hat damals jemand gebloggt und ich finde es trotzdem sch\u00f6n, da\u00df dieses H\u00f6rspiel gewonnen hat, habe dann im Foyer noch die andere Brigitte, die Nachbarin der Lindners und Helma Giannone getroffen, die mich fragte, wieviel Trinkgeld ich an der Garderobe geben werde?<br \/>\nDas H\u00f6rspiel des Jahres wird am Samstagnachmittag \u00fcbertragen, der Kritikerpreis folgt am Dienstag und die Kurzh\u00f6rspiele kommen auch.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zwanzig Jahre lange Nacht des H\u00f6rspiels, respektive \u00d61 H\u00f6rspiel-Gala, wie es seit vorigem Jahr hei\u00dft, denn um neunzehn Uhr f\u00fcnf begann es p\u00fcnktlich nach den Nachrichten und um zweiundzwanzig Uhr mu\u00df es aus sein und wird daf\u00fcr im Radio \u00fcbertragen, &hellip; <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=19861\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[41],"tags":[],"class_list":["post-19861","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/19861","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=19861"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/19861\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=19861"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=19861"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=19861"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}