{"id":19841,"date":"2013-03-03T00:37:48","date_gmt":"2013-03-02T23:37:48","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=19841"},"modified":"2013-03-03T00:37:48","modified_gmt":"2013-03-02T23:37:48","slug":"schneewittchens-susse-rache","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=19841","title":{"rendered":"Schneewittchens s\u00fcsse Rache"},"content":{"rendered":"<p>Jetzt kommt ein \u00f6sterreichischer Frauenroman, ein Chick Lit, das ein bi\u00dfchen an Thomas Bernhard und an <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2008\/10\/24\/ins-ohr\/\">Evellyn Grill<\/a> erinnert, hat ihn ja die 1956 in Salzburg geborene Lisa Witasek, die 1983 beim Bachmannpreis gelesen hat und mit Ephraim Kishon verheiratet war, geschrieben, gefunden habe ich ihn, glaube ich, im Schrank, als ich bei den <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/11\/26\/short-cuts-i\/\">Short Cuts<\/a> im vorvorigen Jahr ein bi\u00dfchen Schauen war.<br \/>\nDer Titel l\u00e4\u00dft Klischees vermuten und l\u00f6st Assoziationen an das M\u00e4rchen aus, dabei ist alles ein bi\u00dfchen anderen, denn Lilith, die Urmutter, von ihrer Ma der Schnelle wegen nur Lil oder Breitmaulfrosch genannt, vergiftet ihre Mutter nicht und legt sie auch in keinen Sarg, bekommt am Ende aber doch die Pantoffeln von ihrem Seligen geschenkt und \u00fcberlegt, ob sie der Ma nicht ein lebenslanges Wohnrecht geben soll, aber die ist in Amerika geblieben, w\u00e4hrend Lil, die sch\u00f6ne Dreiunddrei\u00dfigj\u00e4hrige, die ewig \u00fcberblieb und sich ewig nach ihren V\u00e4tern sehnte, von denen sie zu wenige hatte, mit ihrer Oma und der Mutter Maria Rosa Ackermann in der sch\u00f6nsten Villa der Stadt aufwuchs.<br \/>\nDie Mutter war offenbar ein bi\u00dfchen mit Thomas Bernhard verwandt, so hat sie ihrer Lil oder Lililein immer vorgeredet, da\u00df sie nichts kann, zu nichts taugt und zu nichts n\u00fctzlich ist. Lil ist aber Sekret\u00e4rin beim Immobilienmakler M\u00f6chter, das ist auch kein Guter, hat er doch eine h\u00e4\u00dfliche Frau und viele s\u00fc\u00dfe Stimmchen, die ihn anhimmeln und anrufen, dabei will Lil nur mit ihm oder eigentlich auch nicht, denn sie tr\u00e4umt von ihren V\u00e4tern und den grauen Schl\u00e4fen und hat schon mit dreiundzwanzig, jetzt ist sie zehn Jahre \u00e4lter, die Ma, resche Pensionistin und die Oma hat das Haus der Tochter \u00fcbergeben und ist in die Seniorenresidenz abgedampft, ihren old Man, ich glaube so an die Siebzig, in einem Konzert kennengelernt und ihn zehn Jahre vor ihrer Ma verborgen gehalten.<br \/>\nAber jetzt naht Mas Geburtstag und da will die von ihrem T\u00f6chterlein immer ein Geschenk, n\u00e4mlich eine Reise mit ihr machen und diesmal soll es ins Death Valley gehen. T\u00f6chterlein aber streikt und nimmt die Ma mit ins Konzert, was damit endet, da\u00df Chef M\u00f6chter sie mit seiner S\u00fc\u00dfen dabei erwischt. Lil hat sich einen Tag krankgemeldet, um alles besser organisieren zu k\u00f6nnen, die Ma mit dem Old Man im Auto bleibt und Lil ihrem Chef am n\u00e4chsten Tag einen Vortrag h\u00e4lt, wie man die Frauen erobert, worauf der ihrer Ma Blumen im T\u00f6pfchen schickt.<br \/>\n&#8220;Komplette Schei\u00dfe!&#8221;, w\u00fcrde jetzt Herr M\u00f6chter sagen und Lil leidet auch eine Weile vor sich hin, besucht die Oma im Altersheim, besorgt sich eine Abh\u00f6rablage und erf\u00e4hrt, da\u00df die Mutter, das Haus an M\u00f6chter verkaufte, Lil bekommt ein lebenslanges Wohnrecht in der Hausmeisterwohnung und mit dem Old Man nach Amerika abdampfen will.<br \/>\nM\u00f6chter h\u00e4lt ihr auch noch einen Vortrag, was man nicht machen soll, wenn man einen Mann haben will und verk\u00fcndigt ihr seine Scheidung und am Flughafen beginnt der Old Man mit der Oma zu flirten und man denkt, &#8220;Originell und bei Lisa Witasek ist wirklich alles anders, wie es auch im Klappentext steht, wenn auch ein bi\u00dfchen dick aufgetragen!&#8221;<br \/>\nDann zerrt die Ma, den Man durch die Passkontrolle und Breitbandfr\u00f6schen k\u00fcndigt ihrem Chef am n\u00e4chsten Tag und am Ende bekommt sie noch die Nachricht vom Tod des altes Mannes, er hat ihr sein Haus vererbt, das er nicht verkaufen wollte und schickt ihr seine Pantoffeln.<br \/>\n&#8220;Eine bitters\u00fc\u00dfe Dreiecksgeschichte, die nur mit einem Rachefeldzug enden kann!&#8221;, steht weiter im Klappentext, der ist mir offenbar entgangen, die Klischee sind mir aufgefallen und auch die Widerspr\u00fcche, mit denen Lisa Witasek zu spielen wei\u00df, so sagt Old Man st\u00e4ndig &#8220;Sch\u00f6n wie Einstein und klug wie eine Blumen!&#8221;, zu allen seinen Frauen und auch die Lil widerspricht sich \u00f6fter.<br \/>\nAm Ende ist es anders wie erwartet, es ist eigentlich nichts geschehen, obwohl viel angedeutet wurde und nichts in Ordnung war, dick aufgetragen mit dem \u00d6sterreicherbonus, wie wir es von Papa Bernhard und Evelin Grill lernten, w\u00fcrde ich so sagen und Ephraim Kishon spricht noch am Buchr\u00fcckschlag &#8220;von dem feinen Humor, auf dem er fast eifers\u00fcchtig geworden w\u00e4re!&#8221;<br \/>\nEs ist das erste Buch von Lisa Witasek, es ist 2000, erschienen, das ich gelesen habe, geh\u00f6rt habe ich schon in den Achtziger-oder Neunzigerjahren von ihr, als ich Konrad Zobel einmal wegen einem Text im ORF angeschrieben hatte und er mich fragte, ob ich sie nicht zu einer meiner GAV Veranstaltungen einladen wolle, sie ist aber, glaube ich, PEN-Mitglied und lebt inzwischen in der Schweiz. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jetzt kommt ein \u00f6sterreichischer Frauenroman, ein Chick Lit, das ein bi\u00dfchen an Thomas Bernhard und an Evellyn Grill erinnert, hat ihn ja die 1956 in Salzburg geborene Lisa Witasek, die 1983 beim Bachmannpreis gelesen hat und mit Ephraim Kishon verheiratet &hellip; <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=19841\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[41],"tags":[],"class_list":["post-19841","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/19841","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=19841"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/19841\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=19841"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=19841"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=19841"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}