{"id":19817,"date":"2013-03-01T00:04:11","date_gmt":"2013-02-28T23:04:11","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=19817"},"modified":"2013-03-01T00:04:11","modified_gmt":"2013-02-28T23:04:11","slug":"der-hauptmann-und-sein-frauenbataillon","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=19817","title":{"rendered":"Der Hauptmann und sein Frauenbataillon"},"content":{"rendered":"<p>Jetzt kommt noch einmal der Nobelpreistr\u00e4ger von 2010, n\u00e4mlich Vargas Llosas satirischer Roman auf die Armee und die Zust\u00e4nde dort, 1973 geschrieben, in den F\u00fcnzigerjahren am Amazonas spielend und das Buch ist, nach der eher konventionellen <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/01\/31\/der-geschichtenerzahler\/\">Selbstbiografie<\/a>, die ich vor kurzem gelesen habe, erstaunlich modern und hat mich auch von der Art in der es geschrieben wurde, \u00fcberrascht, so da\u00df ich den Nobelpreis besser nachvollziehen kann.<br \/>\nIn dem kleinen St\u00e4dtchen Inquitos herrscht Aufruhr, die Armee hat Schwierigkeiten, kam es in letzter Zeit doch offenbar bedingt durch das Klima oder die Ern\u00e4hrung, zu Vergewaltigungen und anderer \u00dcbergriffen der Soldaten an die sittliche M\u00e4dchenschaft, so da\u00df die Armee Abhilfe sucht und den wackeren Hauptmann Pantoja mit Frau und Mutter dorthin schickt, um einen Betreuungsdienst, sprich ein Bordell oder ein Frauenbataillon aufzubauen.<br \/>\nDas alles mu\u00df nat\u00fcrlich streng geheim passieren, das hei\u00dft Pantoja mu\u00df Zivil tragen und darf auch nicht in den Armeequartieren wohnen, also keine Verg\u00fcnstigungen und kein Umgang mit den Offiziersfamilien, was vor allem seine Frau Pochita sehr bedauert und das auch ihrer Schwester schreibt, ihr ihr Leid klagt, denn Panta hat sich sehr ver\u00e4ndert, will mehr Sex mit ihr, mi\u00dft die L\u00e4nge des Vergn\u00fcgens mit der Stoppuhr, will ihr auch einen kleinen Rekruten machen und noch etwas ist Pochita furchtbar peinlich, laufen doch auf den Stra\u00dfen st\u00e4ndig W\u00e4scherinnen herum, die ihre Dienste anbieten und als Pochita eine heraufruft, um ihr die W\u00e4sche zu geben, rennt die ins Schlafzimmer und sagt &#8220;F\u00fcr einen Dreier kostet es mehr!&#8221;<br \/>\nAuch sonst hat sich der Gatte sehr ver\u00e4ndert, kommt betrunken nach Hause, wird in schlechten Gegegenden gesehen, etc.<br \/>\nDer Truppenbetreuungsdienst gedeiht indessen wunderbar, denn Pantoja, der alle seine Aufgaben gut erledigt und auch \u00e4u\u00dferst tugendhaft ist, hat sich daf\u00fcr einige Aufnahmerituale ausgedacht und verlangt von seinen Vorgesetzten auch Verst\u00e4rkung. Nur die Milit\u00e4rpfarrer bekommen Gewissensbisse und in dem St\u00e4dtchen ist auch sonst noch etwas los, tauchte da doch ein Pater Francesco auf, eine Sekte mit merkw\u00fcrdigen Ritualen, die in Kreuzungen zuerst von Tieren, sp\u00e4ter auch von Menschen m\u00fcndet.<br \/>\nAll das das wird auf verschiedene Art und Weise erz\u00e4hlt, in manchen Kapiteln wechseln sich mehrere Erz\u00e4hlstr\u00e4nge untereinander ab, dann gibt es milit\u00e4rische Berichte des Hauptmanns an seine Vorgesetzten, Pochitas Brief an ihre Schwester, in der sie die unschuldigen Gel\u00fcste einer braven Ehefrau ausdr\u00fcckt und auch verschiedene Radio und Zeitungsberichte, die das Geschehene melden.<br \/>\nGibt es dabei ja auch verschiedene Ger\u00fcchte und Schwierigkeiten, so beginnt sich der einst so Tugendhafte, in die sch\u00f6ne &#8220;Brasilanerin&#8221; zu verlieben und r\u00e4umt ihr Sonderrechte ein, w\u00e4hrend die W\u00e4scherin, die Pochita einst unschuldig in ihr Schlafzimmer holte, auch in den Betreuungsdienst, der den Frauen sichere Anstellung und auch sonst noch andere Vorteile bietet, wechselte, sich dann aber verheiratete, was sie nicht durfte und entlassen wurde, Pochita einen Brief schreibt und sie \u00fcber all das aufkl\u00e4rt, worauf, die ihren Panta samt T\u00f6chterlein Gladys verl\u00e4\u00dft und nach Lima zur\u00fcckkehrt.<br \/>\nDie Anschl\u00e4ge durch die Sekte nehmen zu, am Schlu\u00df kommt die sch\u00f6ne Brasilanerin ums Leben und wird von Panta, dessen Dienst, man l\u00e4ngst Pantalandia nennt, in allen milit\u00e4rischen Ehren begraben.<br \/>\nEr selbst erscheint, was er auch nicht darf, in Uniform am Grab und h\u00e4lt die Abschiedsrede, wie er es auch bei einem Soldaten tun w\u00fcrde.<br \/>\nDas kommt nat\u00fcrlich in die Zeitung und erregt Aufruhr, Panta mu\u00df sein Bataillon aufl\u00f6sen und soll die Armee verlassen. Er weigert sich aber seinen R\u00fccktritt einzureichen, bis zum Tod bleibt er Soldat und will auch nicht privater Buffvater werden, obwohl ihm das seine Mitarbeiter anbieten. So reist er mit der Mutter nach Lima zur\u00fcck, kann endlich seine kleine Tochter sehen und von der Armee wird er irgendwohin in die K\u00e4lte, bis Gras \u00fcber die Sache gewachsen ist, versetzt, Frau und Tochter und wahrscheinlich auch die Mutter kommen nat\u00fcrlich mit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jetzt kommt noch einmal der Nobelpreistr\u00e4ger von 2010, n\u00e4mlich Vargas Llosas satirischer Roman auf die Armee und die Zust\u00e4nde dort, 1973 geschrieben, in den F\u00fcnzigerjahren am Amazonas spielend und das Buch ist, nach der eher konventionellen Selbstbiografie, die ich vor &hellip; <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=19817\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[41],"tags":[],"class_list":["post-19817","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/19817","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=19817"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/19817\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=19817"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=19817"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=19817"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}