{"id":19694,"date":"2013-02-21T00:09:50","date_gmt":"2013-02-20T23:09:50","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=19694"},"modified":"2013-02-21T00:09:50","modified_gmt":"2013-02-20T23:09:50","slug":"erica-fischer-in-der-wien-bibliothek","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=19694","title":{"rendered":"Erica Fischer in der Wien-Bibliothek"},"content":{"rendered":"<p>&#8220;K\u00f6nigskinder&#8221;, das neue Buch von Erica Fischer wurde am Mittwoch in der Wien-Bibliothek vorgestellt, wieder einmal eines auf dem die Gattungsbezeichnung Roman steht und das, dann, wie die Autorin freim\u00fctig erkl\u00e4rte, eigentlich nur ein halber,  bzw. Doku-Faction ist.<br \/>\nSylvia Mattl-Wurm, die Direktorin der Wien-Bibliothek erkl\u00e4rte in ihrer Einleitung, da\u00df man Erica Fischer in Wien eigentlich nicht vorstellen m\u00fc\u00dfte und da die meisten Besucher des die hundert Pl\u00e4tze f\u00fcllenden Lesesaals, wegen ihr gekommen w\u00e4ren und das stimmt, denn eigentlich ist die 1943 in England geborene Journalistin, Schriftstellerin und \u00dcbersetzerin, die sich in der Frauenbewegung engagierte und Gr\u00fcndungsmitglied der AUF und des Frauenzimmers war, auch eine <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/02\/20\/elfriede-haslehners-und-maria-gornikiewicz-neue-bucher\/\">alte Bekannte<\/a>, denn ich bin ein bi\u00dfchen widerspr\u00fcchlich und so bringe ich es zusammen die KP\u00d6 zu w\u00e4hlen und trotzdem gegen Abtreibung zu sein, weil ich der Meinung bin, da\u00df das eigentlich nicht mehr n\u00f6tig ist, weil man in Zeiten von AIDS sowieso Pr\u00e4servative ben\u00fctzen sollte und als ich schwanger war, hat mich dieses Thema offensichtlich auch emotional so sehr bewegt, da\u00df ich eine Gruppe &#8220;Linke gegen Abtreibung&#8221; gr\u00fcndete, um mich gegen die &#8220;Aktion Leben&#8221; abzugrenzen und habe dabei auch \u00d6ffentlichkeitsarbeit gemacht und so kam einmal Erica Fischer in meine damalige Wohnung in die Otto Bauergasse, um ein Interview mit mir zu machen, war sehr freundlich und verst\u00e4ndnisvoll, nur nachher konnte ich im &#8220;Falter&#8221; etwas von einer schmuddeligen Wohnung in einem Abbruchhaus gelesen, obwohl sie, so weit ich mich erinnern kann, frisch renoviert war und habe das als nicht politisch korrekt empfunden.<br \/>\nDann kann ich mich noch an ein paar Lesungen erinnern, die ich von ihr besucht habe, einmal das war ungef\u00e4hr 1987 im Juridicum, bei &#8220;Aime und Jaguar&#8221; oder war es die &#8220;Liebe der Lena Goldnagel&#8221; bin ich auch einmal gewesen und jetzt wurden die &#8220;K\u00f6nigskinder&#8221; vorgestellt, die die Geschichte der Eltern von Erica Fischer ist.<br \/>\nSylvia Mattl-Wurm erz\u00e4hlte f\u00fcr die, die Erica Fischer doch nicht kannten, da\u00df sie die Tochter von polnisch \u00f6sterreichischen Eltern ist, die 1938 nach England emigrierten und 1948 mit ihr und ihren Bruder nach Wien zur\u00fcckkehrten. 1988 ist sie wegen der Waldheim Affaire und der Liebe nach Deutschland \u00fcbersiedelt und lebt derzeit in Berlin.<br \/>\nViele B\u00fccher hat sie geschrieben und \u00fcber ihre Eltern, bzw. ihre Gro\u00dfeltern, die im Holocaust umgekommen sind und \u00fcber ihre Generation in &#8220;Himmelstra\u00dfe&#8221;.<br \/>\nJetzt hat sie wieder dieses Thema davon aufgegriffen und beschreibt in &#8220;K\u00f6nigskinder&#8221;, die Deportation ihres Vaters nach Australien, da die Engl\u00e4nder 1940 alle feindlichen Ausl\u00e4nder internierte, bzw. einen Teil davon in \u00fcberf\u00fcllten Schiffen nach Canada und Australien schickte.<br \/>\nEin paar der Schiffe sind dabei untergegangen und der paar der \u00dcberlebenden hat sie 1995 interviewt. 1999 hat sich ihr Bruder umgebracht, der viele Briefe des Vaters hinterlie\u00df, so da\u00df sie das Thema aufgriff und noch einmal dar\u00fcber schrieb, sich dabei an historische Fakten hielt, bzw. die Details, die ihr unbekannt waren, fictional erfand. In der Mitte des Buches gibt es aber eine Liste der Namen der M\u00e4nner, die sich auf dem Schiff befanden, da hat Erica Fischer mit dem Rowohl Verlag gek\u00e4mpft, der das nicht haben wollte, hat sich aber durchgesetzt.<br \/>\nSie hat dann eine gute dreiviertel Stunde gelesen, bzw sich durch das Buch erz\u00e4hlt.<br \/>\nBegonnen hat es in einem Park in England, wo die Eltern in der Wiese sitzen und \u00fcber die m\u00f6gliche Gefahr der Internierung reden, dann ist es so weit, Erich oder Emmerich wird eingezogen und kommt auf das Schiff, der Mutter, die auch nach Australien kommen kann, wird versprochen, da\u00df sie nachkommen kann, ein Teil der Deportierten, Nazi, Juden, Italiener, glaubt aber, sie k\u00e4men nach Canada, im Schiff werden ihnen ihre Wertsachen abgenommen, sie werden mies behandelt und schikaniert, in Australien ist es dann besser, die j\u00fcngeren Leute, die j\u00fcngsten waren sechzehn, wollten auch bleiben und haben sich zur Armee gemeldet. Erich wollte zur\u00fcck, die Mutter Irina aber auswandern und hat auch ihre Sachen daf\u00fcr schon verkauft. Die Australier wollten aber keine Frauen und Kinder haben, so fuhr Erich auf einem Luxusdampfer zur\u00fcck, wurde wieder interniert und konnte erst ein halbes Jahr sp\u00e4ter zu seiner Frau kommen, obwohl die schon eine Stelle in einer Fabrik f\u00fcr ihn gefunden hat, danach wurde Erica geboren.<br \/>\nErica Fischer erz\u00e4hlte weiter, da\u00df ihre Mutter nicht gerne nach Wien zur\u00fcckgekommen w\u00e4re, dort ein Jahr lang mit niemanden gesprochen hat und diese Einstellung auch an ihre Kinder weitergegeben hat. Eine Dame im Publikum wollte  wissen, wieso sie, wenn sie Deutschland umgezogen w\u00e4re, eine Frage, die sie nicht beantwortet hat, sonst aber  viel erz\u00e4hlte und die Diskussion auch bei Brot und Wein im Foyer weiterging.<br \/>\nIch habe wieder den Herrn getroffen, mit dem ich mich auch, als ich das letzte Mal in der <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/11\/07\/neue-sicht-auf-die-zwischenkriegsliteratur-und-sechster-nanowrimotag\/\">Wien-Bibliothek<\/a> war, unterhalten habe.<br \/>\nHilde Schm\u00f6lzer war da und Karin Jahn und der Sascha hat fotografiert, ich habe Erica Fischer, von dem Herrn animiert, der ihr auch erz\u00e4hlen wollte, da\u00df er einmal in England gelebt hat, auf mein Erlebnis mit ihr angesprochen, sie hat sich aber nicht mehr daran erinnern k\u00f6nnen. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8220;K\u00f6nigskinder&#8221;, das neue Buch von Erica Fischer wurde am Mittwoch in der Wien-Bibliothek vorgestellt, wieder einmal eines auf dem die Gattungsbezeichnung Roman steht und das, dann, wie die Autorin freim\u00fctig erkl\u00e4rte, eigentlich nur ein halber, bzw. 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