{"id":19516,"date":"2013-02-13T00:58:55","date_gmt":"2013-02-12T23:58:55","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=19516"},"modified":"2013-02-13T00:58:55","modified_gmt":"2013-02-12T23:58:55","slug":"uber-die-unendliche-analyse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=19516","title":{"rendered":"\u00dcber die unendliche Analyse"},"content":{"rendered":"<p>&#8220;Es ist ein w\u00fcstes Buch geworden. Gerade so eins, wie ich `s mir immer ertr\u00e4umte&#8221;, schreibt die 1962 in W\u00fcrzburg geborene Iris Hanika \u00fcber ihren &#8220;Roman von der unendlichen Analyse, der zugleich Essay, Bericht, Feuelleton und Chronik ist &#8220;Tanzen auf Beton&#8221;, der am Dienstag in der Hauptb\u00fccherei vorgestellt wurde.<br \/>\nEinen Bericht \u00fcber das neue Buch der Schriftstellerin, die 2008 im &#8220;Treffen sich zwei&#8221; auf die Short List des dBp gekommen ist, das ich vor zwei Jahren im Schrank gefunden und vor einem knappen Jahr <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/05\/17\/treffen-sich-zwei\/\">gelesen<\/a> habe, hats in Ex Libris vor einiger Zeit schon, glaube ich, gegeben, im Wochenend-Standard war eine ausf\u00fchrliche Besprechung und in der Hauptb\u00fccherei hat Cornelius Hell f\u00fcr den erkrankten Stefan Gm\u00fcnder moderiert.<br \/>\n&#8220;Es sind ganz sch\u00f6n viel Leute da!&#8221;, sagte O. P. Zier, den ich mit seiner Frau getroffen habe, anerkennend, obwohl es am Dienstag noch einige anderen Veranstaltungen gab und Cornelius Hell vermutete gleich, da\u00df die Leute wenigstens &#8220;Treffen sich zwei&#8221; gelesen h\u00e4tten und zitierte den Lebenslauf der Autorin, ein Literaturstudium, eine Analyse, dann einige Romane, mit &#8220;Treffen sich zwei&#8221; die Shortlist, mit &#8220;Das Eigentliche&#8221;, ein Buch, das glaube ich, von Andrea Stift sehr gelobt wurde, zwei Literaturpreise, jetzt auch eine Nominierung zum Wilhelm Raabe Preis f\u00fcr den Roman, der &#8220;Ein weiterer Bericht von der unendlichen Analyse ist&#8221;, wie der Untertitel lautet.<br \/>\nLed Zeppelin und Muddy Waters kommen vor, steht weiter auf der Homepage, &#8220;Es spielt in Berlin, aber auch in Shaghai, Paris, Main, Frankfurt&#8221; und so hat die Lesung dann auch begonnen,  die im Programm als ein &#8220;Scheitern eines bizarren Liebesverh\u00e4ltnisses&#8221; angek\u00fcndigt wurde.<br \/>\nAber davon w\u00fcrde sie nicht lesen, sagte die Autorin und Cornelius Hell verriet noch, da\u00df im Standard stand, da\u00df in diesem Fall, das &#8220;Ich&#8221; wirklich die Stimme der Autorin sei und es sich nicht, wie sonst, um ein fiktionales Ich handeln w\u00fcrde. Dann las Iris Hanika schon von dem Tag an dem sie in einem Kaufhaus vor einer Kiste mit Pullovern steht, gl\u00fccklich jeden anfasst und bei jedem St\u00fcck, &#8220;Das kauf ich nicht!&#8221;, ausrief, das klang f\u00fcr die Psychologin schon einmal interessant, dann ging es weiter mit einer Anh\u00e4ufung von Namen und \u00fcber die Transkription eines Liedtextes von Led Zeppelin, wo alle lachten &#8220;A whole lotta love&#8221;, vielleicht, ich bin keine Led Zeppelin Expertin, es gab aber Musikbeispiele  bevor es zu dem L\u00e4rm von Shanghai ging und die Verwirrung wuchs, denn das war kein lineares Erz\u00e4hlen und keine Geschichte, aber das ihn das nicht interessiert, hatte Cornelius Hell  schon in seiner Einleitung angek\u00fcndigt.<br \/>\nAlso ein Therapiebericht, ein Bericht \u00fcber das Scheitern oder auch Gelingen einer Liebe, in der freien Assoziation, wobei ich gleich anmerken kann, da\u00df ich keine Ahnung habe, was die &#8220;lacianische Analyse&#8221; ist, die die Autorin einmal machte,  aber Cornelius Hell hat auch von den verschiedenen Textformen gesprochen, die die Autorin verwendete und so ging es weiter.<br \/>\nIris Hanika hat den Anfang gelesen und den Zwischenteil, die Liebe und das Scheitern irgendwie ausgelassen, aber viel von Literatur erz\u00e4hlt und vom &#8220;bestirnten Himmel \u00fcber und dem moralischen Gesetz&#8221; in ihr und so weiter und so fort.<br \/>\nNachher gab es ein Gespr\u00e4ch und und eine Zusammenfassung von Cornelius Hell, wo er die Autorin fragte, wieso auf dem Buch &#8220;Roman&#8221; draufsteht, damit es sich besser verkauft oder damit es nicht in der Sachbuchecke landet, wie man bei einem Therapiebericht vermuten d\u00fcrfte?<br \/>\nUnd einer im Publikum wollte wissen, wie der Text in die Form gebracht worden w\u00e4re, damit es nicht blo\u00df Tagebuchaufzeichnungen \u00fcbergeblieben sind. Iris Hanika hat etwas vom Freischreiben erw\u00e4hnt und erz\u00e4hlt, da\u00df sie gedacht h\u00e4tte, da\u00df ihre Verlegerin, also Anette Knoch, das Buch ist bei Droschl erschienen, das Buch f\u00fcr unverk\u00e4uflich halten w\u00fcrde, hat sie aber nicht und Cornelius Hell empfahl auch allen  sehr das Kaufen und das Lesen und ich denke, es ist eine  ungew\u00f6hnliche Form, \u00fcber die man sich erst trauen mu\u00df.<br \/>\nIris Hanika meinte noch, da\u00df sie einmal einen Nonsense-Roman schreiben w\u00fcrde, aber nicht recht glaubt, da\u00df man das \u00fcberhaupt kann, weil man sich den Sinn wohl sowohl beim Schreiben als auch beim Lesen geben w\u00fcrde.<br \/>\nSehr ungew\u00f6hnlich und interessant, der weitere Bericht der unendlichen Analyse, das Erkennen des Selbst, das in der Diskussion auch noch erw\u00e4hnt wurde.<br \/>\nCornelius Hell fragte, glaube ich die Autorin, ob sie dazu die Theorie gebraucht h\u00e4tte, was sie verneinte, ich, die ich ja sehr die Struktur, die Handlung und das lineare Schreiben verwende, finde es spannend, obwohl ich gar nicht wei\u00df, ob ich die unendliche Analyse lesen m\u00f6chte.<br \/>\nIris Hanika sagte aber, was ich ebenfalls sehr spannend fand, da\u00df es auch in ihren fiktionaleren B\u00fcchern, um sie und ihre Erlebnisse gegangen ist, wenn sie auch  mehr verpackt waren, was mich wieder an meine <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/10\/26\/vorschau-auf-zwillingswelten\/#comments\">Diskussion mit Jusophie<\/a> erinnerte, ob man \u00fcber sich selbst schreiben darf oder ob das ein Zeichen der Unprofessionalit\u00e4t ist?<br \/>\nNat\u00fcrlich kann man, wenn ich wahrscheinlich auch nicht so frei assoziieren w\u00fcrde, die Idee des Nonsens-Romans interessiert mich aber auch.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8220;Es ist ein w\u00fcstes Buch geworden. 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