{"id":19224,"date":"2013-02-01T00:19:39","date_gmt":"2013-01-31T23:19:39","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=19224"},"modified":"2013-02-01T00:19:39","modified_gmt":"2013-01-31T23:19:39","slug":"literaturpreise-und-inide-probleme","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=19224","title":{"rendered":"Literaturpreise und Indie-Probleme"},"content":{"rendered":"<p>In Bremen wurden am Montag die gleichlautenden Literaturpreise an Wolf Haas und Andreas Stichmann vergeben. Andreas Stichmann kenne ich vom <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/07\/05\/vom-36-bachmannlesen-eroffnung\/\">letzten Bachmannpreislesen<\/a>. Wolf Haas nat\u00fcrlich von seinen Brenner Krimis und den Bremer-Literaturpreis verfolge ich, soweit man das aus Wien mit seinem Laptop kann, sein 2009, wo Clemens J. Setz gewonnen hat und Cornelia Travnicek mitgenommen hat.<br \/>\nDas kann man jetzt, glaube ich, nicht mehr. Aber \u00d6sterreicher sind meistens bei den Gewinnern, so war das 2010, die Frau Mayr\u00f6cker, die glaube ich, nicht mehr hinfahren konnte und im letzten Jahr Marlene Streeruwitz mit ihrer <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/10\/01\/die-schmerzmacherin\/\">&#8220;Schmerzmacherin&#8221;<\/a>. Es ist ja, glaube ich, auch Daniela Strigl in der Jury und ich finde das sehr interessiert, obwohl ich diesen Preis ja h\u00f6chstwahrscheinlich nie gewinne und jetzt wahrscheinlich auch von niemanden mehr zum Mitkommen aufgefordert werden k\u00f6nnte.<br \/>\nSo habe ich gespannt geschaut, ob vielleicht <a href=\"http:\/\/buzzaldrins.wordpress.com\/2013\/01\/28\/die-stimme-versagt-marica-bodrozic-in-bremen\/\">Mara Giese von &#8220;Buzzaldrins B\u00fccher&#8221;<\/a> dar\u00fcber berichtet, die wohnt ja in Bremen, aber leider gab es zeitgleich eine andere Veranstaltung. Im Internet kann man sich die Laudatien ausdrucken und ein paar Fotos anschauen, sowie ein kurzes Video \u00fcber die Veranstaltung, wo sich der Berichterstatter im n\u00e4chsten Jahr keinen \u00f6sterreichischen Preistr\u00e4ger mehr w\u00fcnscht.<br \/>\nEine literarische Woche gibt es da immer auch und da hat Peter Rosei am Samstag \u00fcber das Thema <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/09\/20\/geld\/\">&#8220;Geld&#8221;<\/a> gelesen und ich t\u00fcmple derweil in Wien so vor mich hin.<br \/>\nDas hei\u00dft, ich lese die B\u00fccher von meiner <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/leseliste\/\">B\u00fccherliste<\/a>, korrigiere mein <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/11\/05\/nanowrimoschreiben-2012\/\">Nanowrimo<\/a> und drifte auch oft in die sch\u00f6ne Blogwelt ab, denn da gibt es ja immer wieder Neuigkeiten und Aufregungen. Im Augenblick sind es ja die sogenannten <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/01\/07\/neues-von-der-indie-front\/\">Indie-Autoren<\/a>, die die Gem\u00fcter, bzw. mich erregen, von denen ich vor einem Jahr nicht einmal noch sehr gut wu\u00dfte, da\u00df es sie gibt. Aber dann kam ja Amazon daher und hat, aus welchen Gr\u00fcnden auch immer allen erlaubt, ihre B\u00fccher einfach bei ihm hochzuladen und f\u00fcr 70% zu verkaufen und jetzt machen sehr viele das, was fr\u00fcher &#8220;Pfui!&#8221;, war und Wolfgang Tischer vom Literaturcafe mischt auch sehr eifrig mit. Hat er ja einen Ratgeber geschrieben, wie man das macht und bringt immer wieder und immer \u00f6fter News davon. Im Sommer hat er Martina Gercke vorgestellt, die mit dem Frauenroman &#8220;Holunderk\u00fc\u00dfchen&#8221; auf Platz eins des Rankings kam, von Amazon zu einer Weihnachtsparty und nach Frankfurt eingeladen und eifrig dar\u00fcber bloggend und facebookend weiterschrieb. &#8220;Champagnerk\u00fc\u00dfchen&#8221; ist erschienen, das dritte Buch geplant, bevor, die, die schon im Sommer bei den Rezensionen schrieben, &#8220;Da ist aber sehr viel Kerstin Gier, Sophie Kinsella und Ildiko von K\u00fcrthy dabei!&#8221;, ernst genommen wurden und sich die Rechtsanw\u00e4lte meldeten.<br \/>\nWolfgang Tischer hat auch dar\u00fcber berichtet, seither beobachte ich, weil mich so etwas ja sehr <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/02\/13\/abschreiben-kopieren-textmontagen\/\">interessiert<\/a>, die facebook Seite und Martina Gerckes Blog, der glaube ich, sehr entr\u00fcmpelt wurde, jetzt gibts auf ihm eigentlich nur mehr zwei Videos, ein Gedicht und ein Bild mit den B\u00fccherbergen und der strahlenden Autorin zu sehen. Als die ersten Rezensenten Stellenvergleiche ver\u00f6ffentlichten, hat sie sich entschuldigt und gesagt, &#8220;Ich garantiere, es kommt nichts mehr!&#8221;, dann fuhr der Rechtsanwalt dar\u00fcber und gab eine Zusammenstellung aus dem Kinsella Buch &#8220;Sags nicht weiter, Liebling&#8221;.<br \/>\nMartina Gercke sagte eine Weile dazu nichts, ver\u00f6ffentlichte kurz auf Facebook ihre Frankfurt-Fots und gab vor Weihnachten ein Video auf ihre Seite, wo sie sich entschuldigte und etwas von &#8220;Platzhaltern&#8221; schrieb. Das habe ich nicht ganz verstanden, wie man so ein Buch machen kann. Das Video ist dann auch verschwunden, die Bloggerszene reagierte eher unwirsch darauf undab J\u00e4nner gibt es nur mehr Meldungen von Spazierg\u00e4ngen, Torten, Kaffeeh\u00e4ferln und Flugerlebnisse, bzw. ein paar kurze Hinweise, das weitergeschrieben wird.<br \/>\nWolfgang Tischer interviete Emily Bold, eine andere E-Book Autorin, die mit ihren B\u00fcchern sehr erfolgreich ist, bzw. stellte er ein Video aus Frankfurt auf seine Seite. Xander Morus erz\u00e4hlte von seinen Erfahrungen mit dem Selfpublishing und brachte jetzt in einem Artikel, die <a href=\"http:\/\/www.literaturcafe.de\/zehn-frechheiten-die-selfpublisher-unterlassen-sollten\/\">&#8220;Zehn Frechheiten&#8221;<\/a> zur Sprache, die Blogger  nicht machen sollten, wobei er vom &#8220;Rezi-Nazi&#8221; und vom &#8220;Trittbrett Marketing&#8221; sprach, was mich zu einem Kommentar veranla\u00dfte, weil mich diese zehn Gebote Manier etwas st\u00f6rt.<br \/>\nDas Selfpublishing, was bisher sehr verboten war, &#8220;Mach das ja nicht, denn sonst&#8230;!&#8221;, ist etwas relativ Neues. Viele scheinen es zu probieren und vielleicht auch noch ein paar Fehler dabei zu machen.<br \/>\nWolfgang Tischer r\u00e4t, in ein Lektorat zu investieren und das Cover machen zu lassen. Gute Ratschl\u00e4ge, die die Profis, Selbstpublisher, wie <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/01\/02\/bela-boltens-indie-krimis\/\">Bela Bolten<\/a>, Martina Gercke, etc auch befolgen.<br \/>\nIch habe aber schon von einer Lektorin gelesen, die sich weigert, das Selbstverlegte zu lektorieren, weil so viele Fehler und dann meckern die noch wenn man was \u00fcbersieht!<br \/>\nWas ich auch nicht ganz verstehe, soll sie sich doch freuen, wenn sie Auftr\u00e4ge bekommt, wenn es mehr Fehler als \u00fcblich sind, mu\u00df sie halt eventuell ihr Honorar erh\u00f6hen und einen Grob- oder Feinschliff anbieten und nat\u00fcrlich denke ich, kann auch mein Mann das Lektorat machen oder ich selber, wenn ich es kann!<br \/>\nDas Resultat mu\u00df stimmen und das mu\u00df man auch vielleicht erst lernen, da hilft aber das E-Book vielleicht ohnehin, denn wenn ich R\u00fcckmeldungen bekomme, kann ich schnell etwas ver\u00e4ndern und nat\u00fcrlich mu\u00df ich serios arbeiten. Also den Text selber schreiben und nicht copy and paste ben\u00fctzen, weil man, wie man sieht sehr schnell entdeckt wird, denn offenbar gibt es immer noch Leser, die die Kinsella und anderen Stellen entdecken und da geht auch die Martina Gercke Geschichte weiter, die offenbar mehr Fremdstellen hatte, als sie zugab.<br \/>\nJetzt hat ein Twitterer sechs Kinsella Romane ausgemacht aus denen Textstellen im &#8220;Holunderk\u00fcsschen&#8221; verwendet wurden. Die &#8220;Schn\u00e4ppchenj\u00e4gerin&#8221;, das ich ja sehr gern gelesen habe und f\u00fcr ein gro\u00dfartiges Buch halte, war dabei, dann &#8220;Hochzeit zu verschenken&#8221;, hab ich auch gelesen , bzw. mir von dem Gutschein gekauft, den ich in der Szene-Margareten einmal gewonnen habe. Dann noch &#8220;G\u00f6ttin in Gummistiefeln&#8221;, das Buch mu\u00df ich noch lesen und ich denke, w\u00e4hrend die Blogger toben, da\u00df da halt einiges mehr oder weniger naiv \u00fcbernommen und zusammenmontiert wurde. Im Nachhinein ist es sicher peinlich, das zuzugeben. Aber das wei\u00df man jetzt doch schon und Martina Gercke hat sich mit den Rechtsanw\u00e4lten  geeinigt. Jetzt werden die halt noch ein paar Paragraphen dazuf\u00fcgen und die Einigung wird teurer und man braucht das Buch ja nicht lesen, es ist ohnehin nicht mehr oder eigentlich nicht mehr zu bekommen. Ich w\u00fcrde das zwar jetzt gern und vielleicht selber ein paar spannende Stellen finden.<br \/>\nMartina Gerckes drittes Buch, an dem sie schon schreibt, wird jetzt sicher sehr genau \u00fcberpr\u00fcft werden, ob wirklich alles von ihr ist, ansonsten denke ich mir, braucht es kein Erstaunen mehr. Es ist passiert und sollte es nat\u00fcrlich nicht. Obwohl ich mir manchmal denke, da\u00df es auch viele Thomas-Bernhard Nachahmer gibt, die leicht erkennbar in seinem Ton schreiben und das entlockt h\u00f6chstens nur ein L\u00e4cheln und da sind oft ganz anerkannte Autoren dabei und im Grunde geht es ja ums Schreiben. Das wollen offenbar viele. Amazon machts m\u00f6glich, das man es ver\u00f6ffentlicht. Da kann man nat\u00fcrlich Fehler machen und ein paar Tips und Tricks sind vielleicht auch hilfreich.<br \/>\nMan sollte sich die Rezesionen nicht selber schreiben, kommt auch noch dazu und andere nicht hinunterschreiben, um selbst hinaufzukommen.<br \/>\nWas ich auch nicht so ganz verstehe ist, warum es so wichtig ist, viel Geld mit seinen B\u00fcchern zu verdienen. Ich denke da immer, wichtig ist, das die B\u00fccher gelesen werden und ich freue mich \u00fcber Gratisb\u00fccher und ben\u00fctze sie auch regelm\u00e4\u00dfig aus den <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/08\/21\/bucherschrank-geschichten\/\">B\u00fccherschr\u00e4nken<\/a>. Im E-Buchbereich gibt es das auch. Da bietet Amazon zu Weihnachten immer einige gratis an und die Autoren k\u00f6nnen das ebenfalls ein paar Tage lang und machen das auch, weil sich dann ihre B\u00fccher besser verkaufen lassen. Leider geht das nur, wenn man einen Kindle oder Windows hat, so da\u00df ich da nicht mitmachen kann und mir vorige Woche Bela Boltens &#8220;Leahs Verm\u00e4chtnis&#8221; nicht herunterladen konnte.<br \/>\nBei den E-Book Autoren regt sich aber auch schon der Unmut, da\u00df man das nicht machen soll, weil man damit den Markt ruinieren w\u00fcrde. Jetzt glaube ich ja eigentlich auch, das sich niemand ein Buch kauft, wenn man es gratis bekommt und ich tue es ja auch so, aber ich freue mich dar\u00fcber und lese die B\u00fccher auch und kompensiere damit wahrscheinlich meinen eigenen Mi\u00dferfolg.<br \/>\nDer Jungstar Vea Kaiser hat sich da ja vor ein paar Wochen auch \u00fcber das illegale Downloaden ihrer B\u00fccher emp\u00f6rt. Das darf man nat\u00fcrlich ebenfalls nicht, mit der <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/10\/18\/festplattenabgabedemo\/\">Festnetzabgabe<\/a>, die die IG Autoren anstrebt, ist das Problem aber ohnehin gel\u00f6st und Bibliotheken, wo man sich B\u00fccher ausborgen kann, hat es immer gegeben.<br \/>\nIch denke mir immer noch, das Wichtigste ist lesen. Ich tue das viel und ich schaue, da\u00df ich meine B\u00fccher m\u00f6glichst <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/04\/26\/leben-ohne-geld\/\">billig<\/a> bekomme, verkaufe die meinen auch zum Selbstkostenpreis und wenn sie einer von mir gratis haben will und sie dann bespricht, kann er sie auch haben, will ich ja die literarische Anerkennung, aber nicht unbedingt um jeden Preis daran verdienen.<br \/>\nSo werde ich die Indie-Debatte interessiert weiterverfolgen, meine B\u00fccher wahrscheinlich weiter drucken lassen und auf meinen Blog bewerben und sollte ich &#8220;Holunderk\u00fc\u00dfchen&#8221; einmal im Schrank finden, werde ich es interessiert lesen und die Stellen mit Sophie Konsella vergleichen vergleichen, vielleicht findet sich auch etwas aus <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/01\/18\/prada-pumps-und-babypuder\/\">&#8220;Prada, Pumps und Babypuder&#8221;<\/a>, etc.<br \/>\nUnd in den Tonspuren gab es ein Feature \u00fcber <a href=\"http:\/\/oe1.orf.at\/programm\/327024\">Joachim Lottmann &#8220;Von der Wiege bis zur Bahre Stre\u00df und Alkohol&#8221;<\/a>, das ich zuerst f\u00fcr eine Satire gehalten habe und dachte, da\u00df es den Klamaukdichter, der s\u00e4uft, die Wiener Bohemiene genie\u00dft, sie zu Tode lobt, immer \u00fcber Dasselbe schreibt und meint in zwei drei Jahren auch die Preise &#8220;purzeln&#8221; w\u00fcrden, nicht geben k\u00f6nnte. Es gibt ihn aber und das Feature war offenbar ernst gemeint, was nicht sehr lustig f\u00fcr das literarische Selbstverst\u00e4ndnis ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Bremen wurden am Montag die gleichlautenden Literaturpreise an Wolf Haas und Andreas Stichmann vergeben. Andreas Stichmann kenne ich vom letzten Bachmannpreislesen. 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