{"id":19215,"date":"2013-01-31T00:18:44","date_gmt":"2013-01-30T23:18:44","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=19215"},"modified":"2013-01-31T00:18:44","modified_gmt":"2013-01-30T23:18:44","slug":"der-geschichtenerzahler","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=19215","title":{"rendered":"Der Geschichtenerz\u00e4hler"},"content":{"rendered":"<p>Jetzt kommt noch ein Nachtrag auf meiner B\u00fccherliste, n\u00e4mlich die &#8220;Eine STADT- ein Buch&#8221; &#8211; Aktion von 2011, &#8220;Der Geschichtenerz\u00e4hler&#8221; vom Nobelpreistr\u00e4ger des Jahres 2010,  des 1936 in Peru geborenen Mario Vargas Llosa, das im Oktober <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/10\/19\/drei-bucher\/\">2011 in der Hauptb\u00fccherei<\/a> vergeben wurde. Ich bin hingegangen, habe mir das Buch abgeholt und es ist auf die <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/leseliste\/\">Leseliste von 2013<\/a> gekommen. Inzwischen steht noch &#8220;Der Hauptmann und sein Frauenbataillon&#8221; darauf, aus dem B\u00fccherschrank, das ich demn\u00e4chst lesen werde.<br \/>\nWeil Vargas Llosa im Oktober nach Wien gekommen ist, vielleicht in Verbindung mit Frankfurt, wurde das Buch nicht auf der Buch-Wien, wie die letzten anderen, vergeben und es gibt auch kein Interview im Buch, nur der Abdruck der Nobelpreisrede und die ist auch sehr interessant. Spricht da der Autor ja \u00fcber die Literatur, sein Leben in Paris und Spanien. Er lebt jetzt in Madrid und Lima, gibt allgemeine politische Einsch\u00e4tzungen und meint, da\u00df er immer gern geschrieben hat, wie ihm seine Mutter erz\u00e4hlte, da\u00df er schon fr\u00fch, die Geschichten seiner B\u00fccher fertiggeschrieben hat und seine Frau, die ihm managt, beklagt sich oft liebevoll &#8220;Mario, du taugst einfach nur zum Schreiben!&#8221; und die Rede ist ein &#8220;Lob auf das Lesen und die Fiktion&#8221;.<br \/>\n&#8220;Der Geschichtenerz\u00e4hler&#8221;, Vargas Llosas pers\u00f6nlichstes Buch, wie es irgendwo hei\u00dft, ist das vielleicht auch, denn da gibt es einen Ich-Erz\u00e4hler, den man leicht mit dem Autor in Verbindung bringen k\u00f6nnte und der beschreibt, wie er 1987 nach Florenz f\u00e4hrt, um dort &#8220;Dante und Machiavelli zu lesen und die Malerei der Renaissance anzuschauen&#8221; und in eine Galerie zu einer Ausstellung \u00fcber Fotgrafien der Amazonas Region kommt. Der Fotograf ist schon gestorben, die Fotos sind auch nicht zu verkaufen. Es sind aber Bilder \u00fcber den Machiguengas-Stamm, die keinen Kontakt zur Zivilisation halten und eines zeigt einen Geschichtenerz\u00e4hler und das Bild l\u00f6st so wilde Erinnerungen im Erz\u00e4hler aus, da\u00df er so oft in die Ausstellung kommt, da\u00df ihm das M\u00e4dchen an der Kassa erkl\u00e4rt, da\u00df sie schon vergeben ist.<br \/>\nEs ist aber nicht das magere Brillenm\u00e4dchen, das ihm so aus der Fassung bringt, sondern die Erinnerung an einen Studienfreund, Saul Zuratas, j\u00fcdischer Abstammung mit einem riesigen Leberfleck im Gesicht, so da\u00df ihn alle &#8220;Mascarita&#8221; rufen, ihn anstarren und sich vor ihm f\u00fcrchten.<br \/>\nEr tr\u00e4gt das in Fassung, der Ich-Erz\u00e4hler pflegt deshalb zuzuschlagen und wird vom Freund zu mehr Gelassenheit gemahnt und da erz\u00e4hlt er ihm auch von dem Machiguengas-Stamm im Urwald. Eigentlich sollte er ja Jus studieren, er w\u00e4hlt die Ethnologie und verbringt seine Ferien im Urwald, um dort zu forschen, so da\u00df seine Professoren entz\u00fcckt \u00fcber ihn sind und ihm ein begehrtes ausl\u00e4ndisches Stipendium verschaffen.<br \/>\nEr lehnt aber ab, angeblich, um den Vater nicht allein zu lassen, vielleicht auch, weil er mit der Ausbeutung der Indiander durch die Ethnologen nicht einverstanden ist und der Ich-Erz\u00e4hler macht einmal eine Exkusion in das Gebiet, lernt dort ein amerikanisches Ehepaar kennen, das dort missioniert und erf\u00e4hrt das erste Mal von den &#8220;Geschichtenerz\u00e4hlern&#8221;.<br \/>\nDas sind Leute, die von Familie zu Familie ziehen und durch ihre Geschichten den Stamm zusammenhalten, denn der will sich eigentlich nicht zivilieren lassen, hat seine eigene Riten und eine ist davon, da\u00df alle mi\u00dfgestalteten neugeborenen Kinder umgebracht werden und auch die Alten, wenn sie schwach werden, dem Tod \u00fcberlassen werden. Der Ich-Erz\u00e4hler spricht mit seinen Freund bei Schmalzbroten, seinem Lieblingsessen, er wollte nicht auf die Excursion mitkommen, dar\u00fcber und sieht ihn dann nie wieder, denn er geht jetzt ins Ausland und sp\u00e4ter h\u00f6rt er, er w\u00e4re mit seinem Vater nach Israel imigiriert.<br \/>\nDazwischen kommen Kapitel von dem Geschichtenerz\u00e4hler, die \u00fcber die Mythen, Sitten und Gebr\u00e4uche des Stammes erz\u00e4hlen, die nicht leicht zu verstehen sind.<br \/>\nIm zweiten solchen Kapitel wird aber ein Papagei erw\u00e4hnt, den der Geschichtenerz\u00e4hler auf der Schulter hat und Saul Zuratas hatte einen solchen.<br \/>\nDer Ich-Erz\u00e4hler will \u00fcber den Geschichtenerz\u00e4hler schreiben, tut sich aber mit der Form schwer, so kommt er nach Peru zur\u00fcck, erf\u00e4hrt, da\u00df Saul vielleicht gar nicht nach Israel gegangen ist und macht sich noch einmal in den Urwald auf. Da gibt es jetzt zwei D\u00f6rfer, wo sich auch Lehrer um die Eingeborenen k\u00fcmmern, als er die nach dem Geschichtenerz\u00e4hler fragt, geben sie keine Auskunft, das amerikanische Paar erz\u00e4hlt aber, sie h\u00e4tten zweimal einen gesehen und der zweite hatte einen Leberfleck auf der Wange.<br \/>\nDann kommt noch ein Geschichtenerz\u00e4hlerkaptitel, da wird von dem erz\u00e4hlt, der die Hirschkuh essen wollte, was verboten ist, weil die Inkarnation des Stammes, er tut es trotzdem und wird von Hirschen umzingelt, so da\u00df er sich nur noch auf einen Baum fl\u00fcchten kann.<br \/>\nVon einem Vogel wird auch erz\u00e4hlt und dann erz\u00e4hlt der Geschichtenerz\u00e4hler, da\u00df er selbst mit dem Leberfleck geboren wurde und erz\u00e4hlt auch die Geschichte von dem mi\u00dfstalteten Papagei auf seiner Schulter.<br \/>\nDann geht es wieder nach Florenz zur\u00fcck, der Ich-Erz\u00e4hler besucht die Galerie und beschlie\u00dft den Geschichtenerz\u00e4hler f\u00fcr Saul zu halten und seine Geschichte wird nun auch erz\u00e4hlt bzw. geschrieben.<br \/>\nEin interessantes Buch, umsomehr, da ich ja erst vor kurzem eines <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/01\/25\/kakao\/\">von einem Urwald<\/a> gelesen habe.<br \/>\nJudith Oliva vom &#8220;Vom <a href=\"http:\/\/neyasha.blogspot.co.at\/2012\/09\/britannien-peru-und-tibet-rezension-im.html\">Schreiben und vom Lesen&#8221;<\/a>, schreibt, da\u00df es ihr nicht so gut gefallen haben und, da\u00df das Buch kein typischer Roman ist, spannend habe ich es schon gefunden und jetzt bin ich nat\u00fcrlich auch auf das andere Vargas Llosa Buch sehr neugierig.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jetzt kommt noch ein Nachtrag auf meiner B\u00fccherliste, n\u00e4mlich die &#8220;Eine STADT- ein Buch&#8221; &#8211; Aktion von 2011, &#8220;Der Geschichtenerz\u00e4hler&#8221; vom Nobelpreistr\u00e4ger des Jahres 2010, des 1936 in Peru geborenen Mario Vargas Llosa, das im Oktober 2011 in der Hauptb\u00fccherei &hellip; <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=19215\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[41],"tags":[],"class_list":["post-19215","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/19215","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=19215"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/19215\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=19215"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=19215"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=19215"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}