{"id":19143,"date":"2013-01-22T21:28:35","date_gmt":"2013-01-22T20:28:35","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=19143"},"modified":"2013-01-22T21:28:35","modified_gmt":"2013-01-22T20:28:35","slug":"wien-rhapsodie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=19143","title":{"rendered":"Wien-Rhapsodie"},"content":{"rendered":"<p>&#8220;Aufgegriffenes, Vorgegebenes und Neues verbindet die freie Form der Rhapsodie, einst von den griechischen Wanders\u00e4ngern, den Rhapsoden, vorgetragen: Aus gedichtetem Text, Kompositionen und dem unabsehbaren, offenen Bereich der Improvisation aus Stimme, Trompete, Akkordeon und Klavier werden scheinbar fl\u00fcchtige zun\u00e4chst nicht zusammenh\u00e4ngende Motive aus Wort, Ton und Klang aufeinander aufgebaut und ineinander verschr\u00e4nkt.&#8221;, schreibt Ferdinand Schmatz im Programm der Alten Schmiede und tritt dann selbst mit Oskar Aichinger am Klavier, Franz Hautzinger Trompete und Walther Soyka Akkordeon auf.<br \/>\nAngek\u00fcndigt ist die Veranstaltung im Literaturteil, obwohl die Alte Schmiede auch ein eigenes kostenloses Musikprogramm hat und obwohl ich nicht so ein unbedingter Schmatz-Fan bin, habe ich mir die Veranstaltung eingetragen.<br \/>\nEigentlich wollte ich ja auch gestern Montag in die Alte Schmiede gehen, wo Alexander Nizberg seine Neu\u00fcbersetzung vom Meister und Margarita pr\u00e4sentierte, dann hatte ich ich aber eine Tschetschenen und eine russische \u00dcbersetzerin bei mir und es ist sich nicht ausgegangen, ich habe die alte \u00dcbersetzung aber ohnehin auf meiner <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/leseliste\/\">Leseliste<\/a> und Alexander Nizberg auch schon kurz bei der <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/11\/26\/buch-wien-geschichten\/\">Buch-Wien<\/a> und im Ex Libris daraus vortragen geh\u00f6rt.<br \/>\nFerdinand Schmatz, der 1953 geborene experimentelle Dichter, der bald Geburtstag hat, ist Jandl-Preistr\u00e4ger und Nachfolger von <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/06\/30\/sprachkunstabschluss-und-fest-fur-robert-schindel\/\">Robert Schindel als Leiter des Hochschulstudium f\u00fcr Sprachkunst<\/a>, Priessnitz Nachla\u00dfverwalter ist er, wie ich Wikipedia entnehme auch und der Kellersaal, als ich ziemlich sp\u00e4t eingetroffen bin, auch ziemlich voll.<br \/>\nVorher habe ich mir bei Morawa, wo es jetzt doch ein paar Abverkaufskisten gibt, vielleicht zum Thema passend, &#8220;Die Dirigentin&#8221; vom blauen Sofa Kritiker Wolfgang Herles um fast drei Euro gekauft und mich dann in die zweite Reihe neben Helmut Jarosik gesetzt, der ja sehr oft zu Musikveranstaltungen geht.<br \/>\nKurt Neumann k\u00fcndete an, dann ging es los mit den Improvisationen und der Stimme Ferdinand Schmatz der mit &#8220;K\u00fc\u00df die Hand, Wien&#8221;, begann und mit allen Klischees und Dialektvariationen von den &#8220;P\u00fclchern mit der Puffen im Buff, bis in die Simmerringer Heide, wo der sch\u00f6nste Salat w\u00e4chst und zum Bad, wo die Arbeiter stranden und dem H\u00e4ufl, wo die G\u00e4nse baden&#8221;, durchzog und auch mal etwas von der &#8220;Barnabitengasse, wo sie sich hat bitten lassen&#8221;, rezitierte.<br \/>\nDazwischen riefen die drei Musikanten manchmal Namen in die Runde, einmal hatten sie auch darauf vergessen, so da\u00df Ferdinand Schmatz wiederholte und verzweifelt in die Runde schaute.<br \/>\nEs gab ein paar Durchg\u00e4nge und auch ein paar musikalische Soleimprovisationen. Der Untergrund wurde zitiert, von der Kacke bis zur Pisse im Kanal und am Naschmarkt und wieder zur\u00fcck und wieder Wien, war es Rundgang durch Wien, den Kurt Neumann ank\u00fcndete und auch in B\u00e4lde eine CD versprach.<br \/>\nNachher gab es viel Applaus, Pfiffe und Zugabenrufe, wie das im musikalischen Sektor so \u00fcblich ist, bei einer Rahpsodie aber offenbar nicht, so gab es nur ein paar Verbeugungen, bevor sich die Musiker in den hinteren Raum zur\u00fcckzogen und Ferdinand Schmatz, was bei den literarischen Veranstaltungen eigentlich un\u00fcblich ist, die T\u00fcre hinter sich verschlo\u00df.<br \/>\nEin paar bekannte Gesichter habe ich gesehen, aber sonst war es es eigentlich nicht das literarische Publikum, das gekommen war, obwohl sich, glaube ich, schon ein paar Schmatz-Fans dabei befanden, ja und richtig, fast vergessen ein Wienerlied, nicht betrunken, nur ein sch\u00f6ner Rausch, gab es auch.<br \/>\nIch bin dann noch ein St\u00fcck mit dem Helmut bis zur U-Bahn gegangen, dem ich erz\u00e4hlte, da\u00df ich fr\u00fcher schon einige sehr gute Musikprogrammauff\u00fchrungen gesehen habe, inzwischen aber, da ich ja fast t\u00e4glich eine Stunde blogge, hundertf\u00fcnfzig B\u00fccher im Jahr lese, etwa drei schreibe und auch noch eine psychologische Praxis f\u00fchre, mich bei den Veranstaltungen fast ausschlie\u00dflich auf die Literatur beschr\u00e4nke, so da\u00df es sehr gut ist, wenn sie einmal von Ferdinand Schmatz oder Kurt Neumann durch musikalische Rhapsodien durchsmischt werden. Aber <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/01\/18\/hertha-kraftners-wirklichkeit\/\">Reinald Deppe<\/a> gibt es bei literarischen Veranstaltungen ja auch \u00f6fter zu h\u00f6ren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8220;Aufgegriffenes, Vorgegebenes und Neues verbindet die freie Form der Rhapsodie, einst von den griechischen Wanders\u00e4ngern, den Rhapsoden, vorgetragen: Aus gedichtetem Text, Kompositionen und dem unabsehbaren, offenen Bereich der Improvisation aus Stimme, Trompete, Akkordeon und Klavier werden scheinbar fl\u00fcchtige zun\u00e4chst nicht &hellip; <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=19143\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[41],"tags":[],"class_list":["post-19143","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/19143","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=19143"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/19143\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=19143"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=19143"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=19143"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}