{"id":19112,"date":"2013-01-25T00:27:57","date_gmt":"2013-01-24T23:27:57","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=19112"},"modified":"2013-01-25T00:27:57","modified_gmt":"2013-01-24T23:27:57","slug":"kakao","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=19112","title":{"rendered":"Kakao"},"content":{"rendered":"<p>&#8220;Kakao&#8221; Roman aus dem brasilianischen Urlaub von Jorge Amado, stammt aus dem ber\u00fchmten B\u00fcchergilde-<a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/01\/18\/vergessener-superstar\/\">Gutenberg-B\u00fccherschrank meiner Eltern<\/a>, eines der B\u00fccher, das ich jetzt unbedingt <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/07\/13\/bucher-lesen\/\">auflesen will<\/a> und der Name des von 1912-2001 lebenden brasilianischen Autors auch brasasilanischer Hugo oder Balzac genannt, der mehrmals f\u00fcr den Nobelpreis vorgeschlagen wurde, war mir auch nicht unbekannt, als ich 2005 war das wahrscheinlich, meinen B\u00fccherkatalog gegr\u00fcndet habe, nachdem ich Thomas Bernhards &#8220;Holzf\u00e4llen&#8221; in den Regalen nicht mehr fand, habe ich mir ja einmal, als ich von der HNO- Klinik, wo ich vier Jahre Assistentin war, nach Hause bzw. mit dem Alfred Wandern ging, in der lateinamerikanischen Buchhandlung in der Schwarzspanierstra\u00dfe &#8220;Die Auswanderer von Sao Fransisco&#8221; in einer Neuausgabe gekauft und war von dem scharfen Ton, in dem da die Unterdr\u00fcckung der brasilianischen Landlosen am Beispiel einer Familie, die auswandern will, aber von einem desillisiuonierten Arzt nicht durch die Gesundheitskontrolle gelassen wird, weil der sich an der h\u00fcbschen Tochter erfreuen will, h\u00f6chst beeindruckt.<br \/>\nJetzt also &#8220;Kakao&#8221;, den Roman aus dem brasilianischen Urwald, gelesen, der genauso beeindruckt, genauso scharf geschrieben ist und die Handlung und die Figuren aus einer erstaunlichen Perspektive schildert, die neu und erstaunlich klingt.<br \/>\nJorge Amado ist der Sohn eines Kakaoplantagenbesitzers, besuchte die Jesuitenschule, war mehrere Jahre Hilfsarbeiter auf Plantagen und hat fr\u00fch zu schreiben begonnen, wei\u00df also, wovon er erz\u00e4hlt und &#8220;Kakao&#8221; ist in mehrere Teile gegliedert.<br \/>\nIm ersten Teil, &#8220;Das Schiff&#8221; werden die handelnden Personen auf ihrer Fahrt zu dem Urwald, der zu einer der gr\u00f6\u00dften Kakoplantagen&#8221; umgerodet werden soll, vorgestellt.<br \/>\nIm zweiten Teil wird &#8220;Der Urwald&#8221; selbst vorgestellt. In den ersten Kapiteln werden die Menschen geschildert, die sich m\u00fchsam den Weg schlagen und die Geister, die sie verfluchen, weil sie sie nicht eindringen lassen wollen.<br \/>\nDann geht es zu Oberst Horacio, einem der Grundbesitzer, der von den gr\u00f6\u00dften Plantagen tr\u00e4umt, er hat eine junge Frau Ester, von frommen Schwestern erzogen, die ihr den Traum von Paris und sch\u00f6nen Kleidern lehrten, jetzt sitzt sie im Urwald vor einem verstimmten Klavier und hat Angst vor dem Wald hinter ihr, bzw, den Schrei der Fr\u00f6sche, die von Schlangen verschluckt werden. Sie hat bei ihrem Mann auch nichts zu lachen, pflegt er sie doch nicht nur wild zu nehmen, sondern auch die kleinen Tagel\u00f6hner, um ihr Geld und ihr Leben zu bringen und so eilt ihm der f\u00fcrchterliche Ruf voraus, mit dem Teufel im Bund zu sein, in einem Land, wo auch die Pfarrer nichts zu lachen haben und nur die Grundbesitzer segnen k\u00f6nnen, auch wenn sie aus falschen, n\u00e4mlich protestantischen Bibeln beten.<br \/>\nDas tun n\u00e4mlich Oberst Horacios Konkurrenten, die Br\u00fcder Juca und Sinho Badaro, die mit Sinos Tochter Don`Ana in einer \u00e4hnlichen Umgebung leben, ein Bild mit blonden Hirten und einer europ\u00e4ischen Landschaft h\u00e4ngt an der Wand, weil sich das die resche Don`Ana, die Mutter ist gestorben und die Tante weigert sich, es l\u00e4nger als einen Monat im Urwald aufzuhalten, umsomehr als ihr Mann sie nach Strich und Faden betr\u00fcgt, so w\u00fcnschte und drau\u00dfen stehen die Bravos, das sind die Vorarbeiter oder Securities, die mit der Waffe umgehen k\u00f6nnen und daher dazu auserw\u00e4hlt werden, jeden der sich ihren Herren entgegensetzt niederzuschie\u00dfen.<br \/>\nEin solcher ist Firmo, der sich weigert, sein St\u00fcck Land an die Br\u00fcder zu verkaufen, so mu\u00df er sterben und der &#8220;Neger&#8221;  Damiao, der beste Sch\u00fctze weit und breit, soll ihn niederschie\u00dfen. Nur leider hat er vorhin seinen Herrn Juca fragen h\u00f6ren &#8220;Glaubst du, da\u00df es recht ist, Leute umzuubringen?&#8221;, er wu\u00dfte es dann schon vor sich zu rechtfertigen, bringt den armen Damiao, der nur bis f\u00fcnf z\u00e4hlen kann, aber damit in Gewissensn\u00f6te, so da\u00df er daneben schie\u00dft und das l\u00f6st die Katastrophe aus, denn jetzt beschlie\u00dfen die beiden Konkurrenten zu handeln und den Urwald an sich zu bringen.<br \/>\nDer dritte Teil &#8220;Die Geburt der St\u00e4dte&#8221; beginnt mit der Patrabel der sch\u00f6nen Schwestern Maria Lucia Violetta, die dasselbe Leben f\u00fchrten und dasselbe Lachen hatten, die eine wird vom Gutsherrn genommen und bekommt ein Bett aus Zedernholz, die zweite vom Verwalter im Eisenbett, die dritte begleitet ihren Mann auf Feld der Kakaopflazungen, am Ende landen alle drei im Freudenhaus, der St\u00e4dte, die auf Horacios Boden entstehen,  Ferradas und Tabocas entstehen und haben zwei \u00c4rzte und Zahn\u00e4rzte, die den geteilten Lagern der Kontrahenten angeh\u00f6ren und sieben oder acht Rechtsanw\u00e4lte, die die Enteignungen ausschreiben. Ein paar Schneidersalons &#8220;Zur Pariser Schere&#8221; gibt es auch und die \u00fcblichen Intrigen und Betr\u00fcgereien. die Badaro Br\u00fcder schicken schon die Landvermesser, w\u00e4hrend Oberst Horacio durch seinen Rechtsanwalt, der ihn auch mit seiner Frau betr\u00fcgt, ein besonderer Coup gelingt.<br \/>\nIm vierten Teil &#8220;Das Meer&#8221; wurde nach einem Vorspiel in einer Hafenkneipe, das Gerichtsgeb\u00e4ude mit den Dokumenten abgebrannt, so da\u00df die Badaro-Br\u00fcder einen fadenscheinigen Vermesser, der eigentlich ein Kartenspieler ist, ins Land holen und im f\u00fcnften Teil kommt es zum &#8220;Kampf&#8221;, dabei wird geheiratet und gestorben. Ester stirbt an der Malaria und Juca wird von einem von Horacios Bravos erschossen, der schlie\u00dflich bei einem Proze\u00df freigesprochen wird.<br \/>\nIm sechsten Teil &#8220;Der Fortschritt&#8221; genannt, endeckt Horacio Dr. Virgilios Briefe an Ester und l\u00e4\u00dft ihn liqudieren, ansonsten beginnen die Kakaob\u00e4ume Fr\u00fcchte zu tragen.<br \/>\n&#8220;Mit riesenhaften Fr\u00fcchten waren die B\u00e4ume vom Stamm bis zu den h\u00f6chsten Zweigen beladen, mit Fr\u00fcchten von einer Gr\u00f6\u00dfe, wie man sie bisher noch nie gesehen hatte, Fr\u00fcchte der esten Kakaobohnen der Welt, Fr\u00fcchte einer blutgetr\u00e4nkten Landschaft&#8221;<br \/>\nDamit schlie\u00dft der Roman und wir k\u00f6nnen uns zu einem Glas der guten Zotter-Schokolade zur\u00fcckziehen und vergleichen wir das Buch beispielsweise mit den <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/05\/10\/karl-und-das-zwanzigste-jahrhundert\/\">Brunngraber-Romanen<\/a>, f\u00e4llt auf, da\u00df Jorge Amado das Erz\u00e4hlen versteht, das manchen der \u00e4lteren Romane, die inzwischen etwas langatmig wirken, abgeht. So da\u00df zu hoffen ist, da\u00df das Buch vielleicht, wenn im Oktober Brasilien Gastland in Frankfurt ist, neu wird und in Ex Libris wurde am Sonntag &#8220;Die Werkstatt der Wunder&#8221; vorgestellt und erkl\u00e4rt, da\u00df Jorge Amado in Deutschland lange als exotisch-erotisch Unterhaltungsschriftsteller ber\u00fchmt war.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8220;Kakao&#8221; Roman aus dem brasilianischen Urlaub von Jorge Amado, stammt aus dem ber\u00fchmten B\u00fcchergilde-Gutenberg-B\u00fccherschrank meiner Eltern, eines der B\u00fccher, das ich jetzt unbedingt auflesen will und der Name des von 1912-2001 lebenden brasilianischen Autors auch brasasilanischer Hugo oder Balzac genannt, &hellip; <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=19112\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[41],"tags":[],"class_list":["post-19112","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/19112","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=19112"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/19112\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=19112"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=19112"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=19112"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}