{"id":18894,"date":"2013-01-07T14:33:02","date_gmt":"2013-01-07T13:33:02","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=18894"},"modified":"2013-01-07T14:33:02","modified_gmt":"2013-01-07T13:33:02","slug":"neues-von-der-indie-front","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=18894","title":{"rendered":"Neues von der Indie-Front"},"content":{"rendered":"<p>Das <a href=\"http:\/\/www.literaturcafe.de\/\">Literaturcafe.de<\/a> das ich ja gern und regelm\u00e4\u00dfig verfolge, versorgt mich und andere Literaturinteressierte mit Berichten aus verschiedenen Bereichen des Literaturbetriebs. So f\u00e4hrt Wolfgang Tischer im Sommer bewaffnet mit einer Badehose nach Klagenfurt und berichtet dort vom Bachmannlesen. Cornelia Travnicek hatte bei ihm eine Artikelserie &#8220;Bis Klagenfurt anruft&#8221;, es gibt eine Reihe zur &#8220;Textkritik&#8221; und vor einigen Jahren Artikel \u00fcber ein hoffnungslos <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/08\/29\/geheimbericht\/\">schlecht erzeugtes Manuskript<\/a>, das an die verschiedenen Zuschz\u00dfverlage geschickt wurde, die es prompt lobten und f\u00fcr ein paar tausend Euro drucken wollten.<br \/>\nVor zwei Jahren gab es eine <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/09\/10\/warum-wird-mein-manuskript-nicht\/\">Reihe von einem Aufbau-Autor<\/a> \u00fcber die Autoren die mit  Deutsch-Schulbildung ihr Manuskript ver\u00f6ffentlichen wollen und es nicht schaffen und dann immer wieder und immer \u00f6fter Artikel \u00fcber die sogenannten Kindle-Direkt-Autoren, die ja derzeit das gro\u00dfe Thema und auch die <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/07\/30\/kehrtwende\/\">Wende<\/a> im Literaturbetrieb zu sein scheinen.<br \/>\nWenn ich in meiner Biografiekiste krame, da war ich einmal vor wahrscheinlich drei\u00dfig Jahren in der Alten Schmiede und da las ein Autor aus einem selbstgedruckten Heftchen, das ich mir, glaube ich, auch gekauft habe und ich h\u00f6rte von Kurt Neumann zum ersten Mal, das man solches auf gar keinen Fall machen darf und, da\u00df das die Tods\u00fcnde unter den Autoren sei, weil einem dann nie mehr ein Verlag nehmen w\u00fcrde.<br \/>\n&#8220;Aha!&#8221;, habe ich gedacht, damals wahrscheinlich schon geschrieben, aber vom Gedanken an Ver\u00f6ffentlichung weit entfernt. Dann las ich  ein paar Jahre sp\u00e4ter, wahrscheinlich in der N\u00d6-Zeitschrift &#8220;Literatur und Kritik&#8221; von den sogenannten Eigenverlagen, die Geld von den Autoren wollen und, da\u00df die die solches machen vollkommen l\u00e4cherlich sind.<br \/>\n&#8220;Vanity Press&#8221;, ist glaube ich dort gestanden, hei\u00dft das.<br \/>\n&#8220;Aha!&#8221;, habe ich wahrscheinlich noch einmal gedacht. Als ich Anfang Neunzig einen Verlag f\u00fcr die &#8220;Hierarchien&#8221; suchte, habe ich das Manu, damals hatte ich schon ein Elternratgeber im Fischer Taschenbuchverlag, an etwa vierzig gro\u00dfe und auch kleine Verlage geschickt und dann im Bundesministerium um einen Druckkostenzuschu\u00df angesucht, das Jack Unterweger geschrieben, der das Buch auch machte, das ein paar f\u00fcrchterliche Kritiken bekam und immer noch meine einzige Verlagsbuchpublikation ist. Texte in Anthologien hatte ich und habe ich immer wieder in sch\u00f6ner Regelm\u00e4\u00dfigkeit.<br \/>\nDann kam die Idee des &#8220;Vierfrauenbuchs&#8221;, ich schickte herum, Elfriede Haslehner wandte sich an einen ihr bekannten Kremser-Kleinverleger, der sowohl Subventionen, als auch von einer jeden von uns ein paar Tausender wollte. Ich wollte nicht, das war etwa Mitte der Neunzigerjahren. Zweitausend h\u00f6rte man schon etwas vom Digitaldruck, das BoD gab es auch und ab damals lasse ich mir immer f\u00fcnfzig St\u00fcclk meiner B\u00fccher in einer Druckerei drucken.<br \/>\nMit dem Herumschicken habe ich ein paar Jahre sp\u00e4ter aufgeh\u00f6rt und als mir die, denen ich meine sch\u00f6nen B\u00fccher zeigten, auch etwas vom Eigenverlag murmelten und, da\u00df sie den nicht wollten und ich deshalb keine Rezension oder keine Lesung bei ihnen haben k\u00f6nne, denn dann w\u00fcrden ja alle kommen, hat mich das sehr verunsichert, denn ich habe es, ganz ehrlich, nicht verstanden, sondern gedacht, es kommt bei einem Buch nicht darauf an, was f\u00fcr ein Verlagsname darauf, sondern was drin steht.<br \/>\nSchien aber nicht so zu sein, denn ich konnte im Internet vor einigen Jahren noch lesen, da\u00df man niemals unter keinen Umst\u00e4nden zu BoD oder etwas Verlgleichbaren gehen d\u00fcrfe, weil dann ist man gebrandtmarkt f\u00fcrs Leben, kein Verlag nimmt jemals mehr etwas. Auf einer Seite war zu lesen, das man dann auch nicht Mitglied bei den IG-Autoren sein k\u00f6nne, stimmt sicher nicht, denn das bin ich seit wahrscheinlich zwanzig Jahren und Mitglied der GAV ebenfalls, da\u00df ich aber pl\u00f6tzlich mit den <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2008\/10\/28\/literaturverhinderungshaus-priessnitzpreis\/\">&#8220;Mittleren II&#8221; bzw. den &#8220;Prek\u00e4ren<\/a> Arbeitsverh\u00e4ltnissen&#8221; keinen Termin im Literaturhaus bei Silvia Bartl bekam, h\u00e4ngt m\u00f6glicherweise damit zusammen.<br \/>\n2002 habe ich dort noch eine Veranstaltung mit Ruth Asp\u00f6ck, Margot Koller und Uwe Bolius mit dem Titel &#8220;Selbstgemacht&#8221; gemacht und konnte in der Dikussion auch h\u00f6ren, da\u00df man unbedingt einen Verlag braucht, weil nur die Lektoren \u00fcber die Qualit\u00e4t entscheiden.<br \/>\nIch machte weiter, begann ab 2008 zu bloggen, las die entsprechenden Berichte im Literaturcafe und pl\u00f6tzlich kamen dort immer \u00f6fter solche, die sich mit den Erfolgen der sogenannten Selbstpublisher besch\u00e4ftigten. Seit zwei Jahren gibt es, glaube ich, das Kindle self Publishing, zumindestens wei\u00df ich seit dieser Zeit davon und jetzt \u00fcberschlagen sich die Meldungen. Im Sommer berichtete Wolfgang Tischer von Martin Gercke und ihrem ohne Verlag Bestseller &#8220;Holunderk\u00fc\u00dfchen&#8221;. Ende November kam der Plagiatsverdacht und ein inzwischen von der Autorin entferntes Video, wo sie etwas von Platzhalterstellen erz\u00e4hlte, was mir kein Begriff war, aber vielleicht so zu verstehen ist, da\u00df man, wenn man noch unsicher ist oder das Schreiben in einer Schreibwerkstatt lernt, sich vielleicht an Vorbilder anlehnt, um mit der Handlung weiter oder zu einem Spannungsbogen zu kommen, etc.<br \/>\nIch w\u00fcrde das nicht empfehlen, fremde Stelle in den Text zu lassen, denn wenn man dann nicht aufpasst und vergi\u00dft und vielleicht noch Erfolg mit dem Verlegten hat, st\u00fcrzen sich die Anw\u00e4lte und Neider mit Wonne auf einen.<br \/>\nDa\u00df aber viele Leute schreiben wollen wei\u00df ich und ich finde das auch gut und glaube nicht, da\u00df ich einen Verlag brauche, um zu ver\u00f6ffentlichen. Ich brauche Leser oder auch nicht. Ich pers\u00f6nlich gar nicht soviele, denn ich mu\u00df durch meinen Brotberuf  ncht unbedingt daran verdienen. Mir, schreibe und sage ich immer, gen\u00fcgt die Anerkennung. So bin ich bei dem, was sich da jetzt bei Amazon zu tun scheint, auch ein bi\u00dfchen skeptisch. Denn da geht es ja auch nicht um Qualit\u00e4t, sondern um das Verkaufsranking und da scheinen sich die Indies selbst hinaufzupushen und man h\u00f6rt immer wieder von neuen Namen, die es geschafft haben, Emily Bolden, Nika Lubitsch, Xander Morus, <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/01\/02\/bela-boltens-indie-krimis\/\">Bela Bolten,<\/a> Nica Hotel, etc.<br \/>\nWas ich aber schon toll an der ganzen Sache finde, ist die Kehrtwendung. Amazon hat es geschafft indem er pl\u00f6tzlich jeden bei sich verlegen l\u00e4\u00dft, 70% an Honorar verspricht und sich auch keine Rechte verkaufen l\u00e4\u00dft, da\u00df es das schlechte Image pl\u00f6tzlich nicht mehr gibt. Zwar h\u00f6rt man auch, da\u00df die Indies zuviele Rechtschreibfehler und eine schnell hingeschusterte Handlung haben w\u00fcrden, sie schreiben auch bevorzugt Chick Lits, Krimis, Romances, Horror, Fantasy, etc.<br \/>\nWolfgang Tischer und die Autoren selbst raten zu einem Lektorat, wogegen nichts einzuwenden ist und, da\u00df man pl\u00f6tzlich nicht mehr in Teufels K\u00fcche kommt, wenn man seine B\u00fccher selber macht, finde ich nat\u00fcrlich auch sehr sch\u00f6n. Skeptisch bin und war ich bei der Frage, wieso die Indies sich pl\u00f6tzlich so gut bei Amazon verkaufen und angeblich in einigen Wochen ein paar tausend Euro damit verdienen, h\u00f6re ich doch immer, da\u00df die Leute nicht mehr lesen w\u00fcrden und die Verlage deshalb eingehen.<br \/>\nEine m\u00f6gliche Antwort k\u00f6nnte sein, da\u00df die selbstgemachten E-books zwischen einen und f\u00fcnf Euro kosten, also viel weniger als die gedruckten Hardcoverausgaben und die Indies h\u00f6rt man, sind bevorzugt offene Menschen, die das Social Media ben\u00fctzen, twittern, bloggen, facebooken, auf ihre Fans eingehen, Gewinnspiele machen, etc.<br \/>\nMan h\u00f6rt auch, da\u00df sie die Blogger unter Druck setzen w\u00fcrden, wenn die ihnen schlechte Rezensionen schreiben und, da\u00df sie sich bei Amazon gegenseitig f\u00fcnf Sterne geben und die anderen Rezensionen mit &#8220;Nicht hilfreich&#8221; bewerten.<br \/>\nMag alles sein, aber trotzdem interessant, da\u00df da auf einmal so alles anders ist. Wenn das so halbwegs stimmt, habe ich mir in den letzten Tagen gedacht, dann wird das KDP zumindestens f\u00fcr die Zuschu\u00dfverlage eine positive Konkurrenz darstellen, weil es dann keiner mehr n\u00f6tig hat, dort ein paar tausend Euro f\u00fcr im schlimmsten Fall eine Schachtel schlecht gebundener B\u00fccher zu bezahlen.<br \/>\nM\u00f6glicherweise haben dann auch die Verlage Schwierigkeiten, weil wer kauft dann noch, um zwanzig bis f\u00fcnfundzwanzig Euro, wenn man es bei Amazon, um viel weniger haben kann?<br \/>\nGut, nicht alle Leser haben einen Kindle und, da\u00df die vielen gekauften 0.99 B\u00fccher nicht alle gelesen werden, kann ich mir auch vorstellen. Habe ich das von den Abverkaufskisten nach Haus Geschleppte auch noch nicht alles durch.<br \/>\nMich hat die Diskussion gefreut und sie hat mich auch ein wenig selbstbewu\u00dfter gemacht, obwohl auch vielleicht ein wenig ratlos bez\u00fcglich der Frage &#8220;Warum wird mein Manuskript nicht..?&#8221;, da ich mir ganz ehrlich nicht vorstellen kann, da\u00df ich mit meinen B\u00fcchern da in die erst Rankingreihe komme. Wer w\u00fcrde mich nach oben pushen, wenn auf meinen Blog oft monatelang keine Antwort kommt?<br \/>\nDa\u00df ich aber f\u00fcr die deutschen oder schweizer Leser meine B\u00fccher als E-Books anbieten kann, habe ich schon gedacht und seit einiger Zeit weise ich auch immer auf meine <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/11\/28\/vorschau-auf-kerstins-achterln\/\">neuen B\u00fccher<\/a> hin und zum <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/01\/01\/ins-neue-jahr-2\/\">&#8220;Drei\u00dfig-Buch&#8221;-Jubil\u00e4um<\/a> wird es ein Gewinnspiel geben.<br \/>\nAlso weiter meine B\u00fccher, wie gewohnt selber machen, habe ich gedacht, nur ein bi\u00dfchen selbstbewu\u00dfter werden und ansonsten den Markt beobachten und schauen, wie sich der ver\u00e4ndert und da scheint sich schon wieder was zu tun. Hat Wolfgang Tischer ja gestern geschrieben, da\u00df die <a href=\"http:\/\/www.literaturcafe.de\/amazon-jahresbestseller-2012-selfpublisher-spielen-kaum-noch-eine-rolle\/\">Selbstpublisher<\/a> nicht mehr in der ersten Reihe stehen, weil Amazon da offenbar etwas ge\u00e4ndert haben d\u00fcrfte, nun ja spannend, die Buchwelt lebt und bewegt sich heftig.<br \/>\nAuf der einen Seite gibts immer noch das Argument, keinen Kindle zu wollen, weil man seine B\u00fccher, riechen, tasten, etc, will, auf der anderen Seite, sind sie bei Amazon viel billiger und die Leser scheinen sich, wie wild auf sie zu st\u00fcrzen und die Schreiber, die es wie die Schwammerl zu geben scheint, auch und das ist ja sehr interessant, h\u00f6rt man doch immer von den vielen Analphabeten, die die Schulen erzeugen w\u00fcrden, stimmt also auch nicht, die wollen nur vielleicht etwas anderes lesen, als ein Suhrkamp- Taschenbuch und da gibt es ja auch neue Meldungen, da, wie ich h\u00f6re, das Suhrkamp-Verlagshaus gerade vor Gericht und dabei ist sich aufzul\u00f6sen.<br \/>\nAlso spannend, spannend, spannend und ich werde weiterlesen, bloggen, schreiben und meine B\u00fccher wahrscheinlich weiter  auf meinen Blog <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/02\/12\/cover-fragen\/\">bewerben<\/a>. Mal sehen, wen ich da auf mich aufmerksam machen kann und wenn ich nicht mehr so viel jammern mu\u00df, weil sie vielleicht Interesse und Beachtung finden, w\u00e4re das ja auch sehr sch\u00f6n! <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Literaturcafe.de das ich ja gern und regelm\u00e4\u00dfig verfolge, versorgt mich und andere Literaturinteressierte mit Berichten aus verschiedenen Bereichen des Literaturbetriebs. So f\u00e4hrt Wolfgang Tischer im Sommer bewaffnet mit einer Badehose nach Klagenfurt und berichtet dort vom Bachmannlesen. 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