{"id":18823,"date":"2013-01-04T00:13:39","date_gmt":"2013-01-03T23:13:39","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=18823"},"modified":"2013-01-04T00:13:39","modified_gmt":"2013-01-03T23:13:39","slug":"pulp-head","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=18823","title":{"rendered":"Pulp Head"},"content":{"rendered":"<p>&#8220;Kann man ganz Amerika in ein Buch packen?&#8221;, steht im Klappentext von  John Jeremiah Sullivans &#8220;Pulp Head&#8221;, mit dem Untertiel &#8220;Vom Ende Amerikas&#8221; und die Buchbeschreibung meint weiter, da\u00df  der 1974 in Louisville Kenntucky geborenen Sullivan, der als Reporter f\u00fcr das &#8220;The New York Times Magazin&#8221; und andere amerikanische Zeitschriften gearbeitet  und zweimal den National Magazine Award bekommen hat,&#8221; in der Tradition von Meistern, wie Tom Wolfe und Hunter S. Thompson die Grenzen zwischen Literatur und Journalismus, Erz\u00e4hlung und Reportage, Hochliteratur und Unterhaltung, Hemmingway und Hollywood, vermischt.&#8221;<br \/>\n&#8220;Pulphad fasst einfach ein gutes Dutzend seiner besten Sachen zwischen zwei Buchdeckeln&#8221;, schw\u00e4rmt Iljoma Mangold in der &#8220;Zeit&#8221;.<br \/>\nIn Wahrheit sind es f\u00fcnfzehn Geschichten, die bei Suhrkamp erschienen sind und ich habe das Buch von Alfred, der einen etwas <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/12\/28\/ins-hotel-konnte-ich-ihn-nicht-mitnehmen\/\">anderen Literaturgeschmack<\/a> als ich hat, zu Weihnachten bekommen.<br \/>\nDaher von dem betreffenden Autor noch nie etwas geh\u00f6rt gehabt, aber das &#8220;Ende Amerika&#8221;, interessiert nat\u00fcrlich und Sullivan verf\u00fcgt auch \u00fcber eine sehr frische freche Sprache, an die ich mich allerdings erst gew\u00f6hnen mu\u00dfte, ist Amerika ja weit weg und das Buch wurde von Thomas Pletzinger und Kirsten Riesselmann aus dem Amerikanischen \u00fcbersetzt.<br \/>\nAm Buchsumschlag ist ein etwas grimmig dreinsehender Mann mit kurzen Bart und kurzen Haaren zu sehen und er springt tats\u00e4chlich ziemlich forsch zwischen &#8220;Christlichen Rockfestivals, Reality-TV und der Tea-Party-Bewegung&#8221; hin und her und so habe ich die Zeit zwischen <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/12\/27\/weihnachtsferien\/\">Weihnachten<\/a> und <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/12\/31\/2012\/\">Silvester<\/a> und dann auch noch die ersten <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/01\/01\/ins-neue-jahr-2\/\">Tage des neuen Jahrs<\/a> mit dem amerikanischen Journalismus verbracht und auch ein wenig vom amerikanischen Zeitgeist erfahren.<br \/>\n&#8220;Auf diesen Rock will ich meine Kirche bauen&#8221;, hei\u00dft die erste Geschichte, da will der Autor zu einem christlichen Rockfestival fahren, sucht Anschlu\u00df, inseriert &#8220;Ich suche echte Fans von christlicher Rockmusik, die mit mir zum Festival fahren, ob Frau oder Mann ist egal, aber du solltest nicht \u00e4lter, als, sagen wir, achtundzwanzig sein, denn ich besch\u00e4ftige mich mit dem Thema vor allem als Jugendph\u00e4nomen&#8221; und bekommt Zuschriften wie &#8220;Ich glaube nicht, dass meine Eltern hre kleine Tochter mit einem Typen fahren lassen, den sie nicht kennen&#8221; und \u00c4rgeres zur\u00fcck.<br \/>\nSehr frisch schon einmal, die Geschichte geht dann weiter \u00fcber die Festivalerfahrungen des Autors.<br \/>\nIn der zweiten wird dann etwas \u00fcber &#8220;Das Finale Comeback des Axl Rose&#8221; erz\u00e4hlt, wo mir schon einmal der Zugang fehlte, kenne ich mich ja bez\u00fcglich der US amerikanischen S\u00e4nger und Frontmans der Rockband &#8220;Guns N roses&#8221;, nicht sehr aus und wu\u00dfte auch nicht, wer Andrew Lytle ist, der 1995 zweiundneunzigj\u00e4hrig starb, dazwischen offenbar von Demenz geplagt und au\u00dferdem  vom Autor eine Zeitlang betreut wurde.<br \/>\nJa, Amerika ist weit weg und man kann nicht alles kennen, auch wenn man sich f\u00fcr Literatur interessiert und das Literaturgefl\u00fcster mit seiner \u00f6sterreichischen Untergrundliteraturberichterstattung, wird in Amerika vielleicht auch nicht sofort verst\u00e4ndlich sein.<br \/>\nDagegen hatte ich mit dem &#8220;Disney Land&#8221; meine Erfahrung. War ich ja zweimal dort, einmal 1989, mit Alfred und der kleinen Anna in dem in Kalifornien, 1992 dann, glaube ich, mit der Anna allein in Paris und Alfreds Eltern oder er selber haben mir auch ein altes DDR-B\u00e4ndchen in die Bibliothek gelegt, das sich \u00fcber den Disney-Traum der Amerikaner lustig macht, in DDR-Zeiten geschrieben, daher l\u00e4ngst \u00fcberholt, so passt die frische Satire des J. J. Sullivan &#8220;Hey, Mickey&#8221; nat\u00fcrlich besser, der einen Freund hat, der mit seiner Frau und seinen zwei Kindern, j\u00e4hrlich in die &#8220;Disney World&#8221; fahren mu\u00df, weil die Frau, das so in ihrer Sozilisation lernte, weil er sich aber nicht alleine in dem best \u00fcberwachtestenn Ort der Welt auf die Suche nach dem ungest\u00f6rten Jointen machen will, schenkt er dem Autor den Trip zum Vatertag und so fahren beiden Familien los.<br \/>\nSullivan schreibt \u00fcber die leuchtenden Kinderaugen seiner kleinen Tochter und von der Internetseite die beschreibt, wo man im Disney Paradies unbemerkt Drogen konsumieren kann. Die Beiden machen sich dann auch auf ihre geheimen Ausfl\u00fcge und erleben das Disney-Paradies dann auch ein bi\u00dfchen anders, das untertunnelt ist, damit die Kinder nicht Goofey sehen, wie er von oder zu seiner Arbeit latscht.<br \/>\nVon dem gro\u00dfen Walt und seinen Kindertr\u00e4umen wird auch viel erz\u00e4hlt und da habe ich ja vor einem Jahr eine <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/02\/11\/der-konig-von-amerika\/\">Biografie<\/a> gelesen, von der ich vor kurzem h\u00f6rte, da\u00df demn\u00e4chst eine Oper daraus wird.<br \/>\nDann gibt es nat\u00fcrlich noch die Tea-Party-Geschichte &#8220;In unserem Amerika&#8221;  und Sullivan leitet sie ein &#8220;Im Prinzip bekriegten sich schon in der ersten amerikanischen Revolution im Jahr 1609 Bef\u00fcrworter und Gegner des Sozialismus&#8221; und dann erz\u00e4hlt er vom &#8220;12. September 2009.&#8221; &#8211; &#8220;Wir marschieren&#8221; und beschreibt die Demonstration der Konservativen, der er sich offenbar zu Reporterzwecken anschlie\u00dfen mu\u00dfte und stellt die Frage &#8220;Warum sonst sollten die B\u00fcrger da drau\u00dfen eine derma\u00dfen gro\u00dfe Angst vor einem &#8220;verstaatlichten&#8221; Gesundheitssystem&#8221; haben?&#8221;, eine Frage, die ich mir auch schon \u00f6fter stellte, warum, etwas f\u00fcr uns so Selbstverst\u00e4ndliches, in dem sch\u00f6nen freien Amerika nicht m\u00f6glich sein kann? Es scheint aber so zu sein und der Artikel, den Sullivan auch immer mit Erlebnissen, die er mit seinen Cousin hat, verkn\u00fcpft, ist wirklich interessant.<br \/>\nDann kommt noch eine von den indigenen H\u00f6hlen, die nach und nach entdeckt und besammelt werden, um vielleicht von den Fundst\u00fccken, die nicht vorhandene Sozialversicherung zu bezahlen, einen Artikel \u00fcber Michael Jackson, viele \u00fcber das Musikbusiness, wie die \u00fcber den Jamaika Bunny Wailer, wo Sullivan gleichzeitig ein Portrait der Armut und der Slums dieser Gegend gibt und beschreibt, wie ihm die die Musiklegende ein Interview im Haile Selassie Kost\u00fcm und mit Rasterlocken gibt und ihn sp\u00e4ter fallen l\u00e4\u00dft.<br \/>\nIm &#8220;Das Haus der Peyton Sawjer gebt es wieder zu den TV-Serien zur\u00fcck, da hat der Ich-Erz\u00e4hler ein solches das f\u00fcr Dreharbeiten einer Serien ben\u00fctzt wird gekauft und vermietet es um die Hypothek abzubeahlen weiter an die Filgessellschaft, so erz\u00e4hlt er wie die Leute zu dem Haus pilgern kommen und es fotografieren und er beschreibt auch, wie er mit Frau und Kind in dem Haus lebt, bzw. w\u00e4hrend der Dreharbeitein in ein Hotel zieht und zusieht, wie die die Gesellschaft gruelige Tapeten oder d\u00fcstere Bilder an die W\u00e4nde kleben oder h\u00e4ngen oder wie in der K\u00fcche mit Pl\u00e4tzchen geworfen wird. Typisch amerikanisch halt, k\u00f6nnte man sagen.<br \/>\nIn &#8220;Das Treiben der L\u00e4mmer&#8221;, bekommt der Autor von einem Magazin die Anfrage, &#8220;ob er nicht einen Text \u00fcber die Zukunft der Menschheit schreiben wolle&#8221; und am Schlu\u00df wird noch &#8220;Aus dem Leben eines exzentrischen Naturforschers&#8221; erz\u00e4hlt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8220;Kann man ganz Amerika in ein Buch packen?&#8221;, steht im Klappentext von John Jeremiah Sullivans &#8220;Pulp Head&#8221;, mit dem Untertiel &#8220;Vom Ende Amerikas&#8221; und die Buchbeschreibung meint weiter, da\u00df der 1974 in Louisville Kenntucky geborenen Sullivan, der als Reporter f\u00fcr &hellip; <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=18823\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[41],"tags":[],"class_list":["post-18823","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/18823","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=18823"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/18823\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=18823"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=18823"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=18823"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}