{"id":18809,"date":"2013-01-03T00:54:53","date_gmt":"2013-01-02T23:54:53","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=18809"},"modified":"2013-01-03T00:54:53","modified_gmt":"2013-01-02T23:54:53","slug":"die-zahl-dreizehn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=18809","title":{"rendered":"Die Zahl dreizehn"},"content":{"rendered":"<p>Jetzt sind wir in das neue Jahr hineingerutscht, das ein sehr interessantes ist, gilt die Zahl dreizehn doch als Ungl\u00fcckszahl und in den amerikanischen Hotels soll es, wie man h\u00f6rt, kein solches Stockwerk geben. Auf die Zahl zw\u00f6lf soll vierzehn folgen oder 12 b, 14 a, etc, denn dreizehn bringt Ungl\u00fcck und ein Teil der Menschheit ist ja abergl\u00e4ubisch. Wie macht man es aber bei einem ganzen Jahr? Von einer 2013-Phobie habe ich noch nichts mitbekommen, zwar die Nachrichten in meiner Harlander Winterfrische nicht so besonders verfolgt, da\u00df sich die Menschen aber vor 2013 besonders f\u00fcrchten, h\u00e4tte ich noch nicht bemerkt.<br \/>\nVor dem 21. 12. 2012, an dem die Welt laut Mayakalender untergehen h\u00e4tte sollen, schon, aber 2013 scheint problemlos 2012 zu folgen. Die B\u00f6ller knallen noch, w\u00e4hrend ich das schreibe und der Sekt ist eingek\u00fchlt. H\u00e4tte ich da ein Katastrophenszenario \u00fcbersehen oder ist es eine voraussichtliche Krisenphropylaxe der Regierung, die Abergl\u00e4ubischen gar nicht erst auf die Idee zu bringen, sich vor dem neuen Jahr zu f\u00fcrchten? Man kann ihm ohnehin nicht aus und es bleibt einem gar nichts anders \u00fcber, als nun ein Jahr lang 2013 zu schreiben.<br \/>\nZu 1913 gibt es ein Buch und das hat Florian Illies geschrieben, wie ich heute morgen ergoolget habe, bzw. <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/leseliste\/#comments\">Jan Drees<\/a> mich aufmerksam machte, da\u00df er das noch nicht gelesen hat, aber das ist lange her und die meisten, die dieses Jahr erlebten, sind inzwischen gestorben oder werde heuer ihren Hunderter feiern und sich an ihr Geburtsjahr nicht mehr gut erinnern k\u00f6nnen.<br \/>\nEs herrschte aber Krieg zu dieser Zeit, der World war I und seither hat sich viel ver\u00e4ndert und ist das meiste anders geworden.<br \/>\nEinen Freitag, den dreizehnten gibt es aber \u00f6fter und der gilt, glaube ich, als Ungl\u00fcckszahl oder auch nicht, f\u00fcr mich jedenfalls nicht besonders, denn irgendwie habe ich irgendwann so vor etwa zehn Jahren, eine diesbez\u00fcgliche Geschichte geschrieben, wahrscheinlich war es ein Aufruf f\u00fcr eine Zeitung oder einen Wettbewerb, den ich nat\u00fcrlich nicht gewonnen habe, der Text wurde f\u00fcr die Ver\u00f6ffentlichung nicht ausgew\u00e4hlt, wie meistens, wie fast immer, an die Geschichte kann ich mich jedenfalls noch gut erinnern, in der ich versuchte zu erkl\u00e4ren, da\u00df der Aberglauben Unsinn ist.<br \/>\nDa ist eine Karrierefrau, die sich vor dem Datum f\u00fcrchtet, die Katze l\u00e4uft ihr \u00fcbern Weg und sie ist \u00fcberzeugt, heute kann nur alles schiefgehen. So begleite ich sie durch den Tag, bei der Besprechung im B\u00fcro, beim Mittagessen mit der Freundin, die Tochter ruft an und erz\u00e4hlt von einer Schularbeit. Sie mu\u00df den Kunden irgendwas verkaufen, das Make up verrutscht und denkt die ganze Zeit, ich habe heute Pech und gewinnt dann bei einem Brieflos einen Tausender. Aber nat\u00fcrlich waren es nicht zehntausend Euro und schon wieder Pech!<br \/>\nDann kam der Amadeus oder war es schon der Thalia und rief mit dem H\u00f6rbuchverlag zu einem H\u00f6rbuchwettbewerb auf. Man sollte eine Geschichte auf eine Kassette aufsprechen und einreichen, ich w\u00e4hlte den &#8220;Freitag den 13&#8221; aus und suchte lange nach einem entsprechenden Aufnahmeger\u00e4t. Alle die ich fragte, hatten keines. Die Anna vermittelte mich dann in ein Tonstudio eines ihrer Freunde. Der junge Mann nahm es sehr genau und lie\u00df mich das Ganze wegen irgendeinen kleinen Fehler nochmals aufsprechen, danach verlie\u00df ihn aber die Geduld oder er hatte keine Zeit mehr, so mu\u00dften wir es schlie\u00dflich hinunterhudeln. Die Disc, f\u00fcr die ich alle Rechte verkauft habe, ist trotzdem fertig geworden und weil es offensichtlich nicht soviele Bewerber gab, wurde ich auch zum Vorlesen in die Mariahilferstra\u00dfe eingeladen. Es war einer dieser Wettbewerbe, wo der gewinnt, der die meisten Fans mitgenommen hat. Da hapert es bei mir meistens. Ich kann mich erinnern, da\u00df meine Freundin Elfi ablehnte. Aber der Alfred kam und auch die Edith Brocza, die Bem\u00fchte, bei deren <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/12\/08\/achter-dezember\/\">Auferstehungsfeier<\/a> ich ja vor kurzem war. Ein Sportstar moderierte und fragte mich,  ob ich abergl\u00e4ubisch bin? Ein Jungstar ist, glaube ich, aus Deutschland angereist gekommen. Dem Publikum wurde je ein zehn Euro Gutschein in die Hand gedr\u00fcckt. Der Alfred schenkte mir seinen und so bin ich in den Besitz von Julie Zehs &#8220;Adler und Engel&#8221; gekommen. Bei der Auslosung der Sieger gab es Schwiergikeiten, weil, ich glaube, zwei dritte Pl\u00e4tze, so da\u00df mir die Urkunde, die ich schon hatte, wieder weggenommen wurde, mir, weil ich die Verlosung gewonnen habe, das Buch des Moderators und dann noch der Gutschein f\u00fcr den dritten Preis, Cassetten aus dem H\u00f6rbuchverlag in die Hand gedr\u00fcckt wurde und ich glaube, es war ziemlich viel, ich habe jedenfalls eine Donna Leon, eine Bachmannoriginalaufnahme, einen Nick Hornby und dann noch den mehrteiligen Jeffrey Eugenides &#8220;Middlesex&#8221; daf\u00fcr eingetauscht.<br \/>\nAlso Gl\u00fcck gehabt f\u00fcr den &#8220;Freitag den Dreizehnten&#8221;, aber an diesem Tag ist die Veranstaltung ohnehin nicht gewesen und wir wissen ja, da\u00df ich nicht abergl\u00e4ubisch bin und die Zahl dreizehn, ganz ehrlich, ohnehin auch sehr mag.<br \/>\nSie ist meine Gl\u00fcckszahl, denke ich, bin ich ja irgendwie eine Au\u00dfenseiterin, eine Grenzg\u00e4ngerin, eine Borderlinerin zwischen U und E, zwischen Anpassung und Ausgrenzung und wenn ich jeweils zu weit einen Schritt in die eine oder auch andere Richtung gekommen bin, husche ich erschrocken zur\u00fcck und so habe ich mich, als ich 2000 oder war es 2003 bzw. 2005? Nein, da war es nicht, denn da habe ich beim Luitpold Sternpreis den dritten Preis und ich glaube 450 Euro, wo mich der Martin auch gleich fragte, was ich damit machen will?, gewonnen. 2000 und 2003 war ich aber in der Trostpreis- bzw. Buchgutscheinkategorie und 2000 war es, glaube ich, der 13. Platz f\u00fcr mein &#8220;Dichterfr\u00fchst\u00fcck am Himmelsgrund&#8221; mit dem jungen Dichter und dem Herrn Professor und ich habe &#8220;Toll!&#8221;, gedacht.<br \/>\nDer Platz 13 ist f\u00fcr mich schon richtig und so geht es auch ins Jahr 2013 hinein, in dem ich sechzig werde, also als 1953 geborene, in mein Jubil\u00e4umsjahr, wo ich nicht nur vierzig Jahre schreibe, sondern auch das drei\u00dfigste <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/02\/12\/cover-fragen\/\">selbstgemachte <\/a><a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/01\/20\/indie-bucher\/\">Indie-Buch <\/a>herausbringen  und vierzig Jahre Matura feiern werde.<br \/>\nDie Zahl dreizehn ist also sch\u00f6n, passt, ist willkommen und mir angenehm. Am Freitag den Dreizehnte  kann man auch im Lotto gewinnen, wenn ich da nur spielen w\u00fcrde oder, wie das die Obdachlosenzeitschrift Augustin fordert, mit der Stra\u00dfenbahn gratis fahren.<br \/>\nAber schwarzfahren tut die Wiener Stadtflaneurin ohnehin nur selten und die Zahl dreizehn ist, wie festgestellt, ja sch\u00f6n!<br \/>\nAlso aufs ins neue Jahr mit und ohne Kathatstrophenphantasien, wo, w\u00e4hrend ich das schreibe, schon die B\u00f6ller knallen, der Sekt eingefroren ist, das Buffet wartet und sich die Damen vom Staatsopernballet und auch andere zum Donauwalzer drehen werden und an dem Tag, an dem dieser Text ver\u00f6ffentlich wird,  das Begr\u00e4bnis meines Schwiegervaters ist.<br \/>\nAber sonst bin ich zuversichtlich, was das neue Jahr betrifft, nicht abergl\u00e4ubisch und habe auch vor der Zahl dreizehn keine Angst, die ja, als 1953 geborene irgendwie meine Gl\u00fcckzahl ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jetzt sind wir in das neue Jahr hineingerutscht, das ein sehr interessantes ist, gilt die Zahl dreizehn doch als Ungl\u00fcckszahl und in den amerikanischen Hotels soll es, wie man h\u00f6rt, kein solches Stockwerk geben. 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