{"id":18645,"date":"2012-12-24T00:31:07","date_gmt":"2012-12-23T23:31:07","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=18645"},"modified":"2012-12-24T00:31:07","modified_gmt":"2012-12-23T23:31:07","slug":"das-weihnachtsbuch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=18645","title":{"rendered":"Das Weihnachtsbuch"},"content":{"rendered":"<p>Auf die Idee Weihnachtsb\u00fccher zu lesen, bin ich, glaube ich durch diesen Blog und Elisabeth von leselustfrust, den es nicht mehr gibt oder nur nach Anmeldung zug\u00e4nglich ist, gekommen. Denn ich bin ja kein religi\u00f6ser Mensch, obwohl sich wahrscheinlich auch schon fr\u00fcher B\u00fccher angesammelt haben, ich ein paar &#8220;Adventkalender&#8221; f\u00fcr mich geschrieben habe und es im &#8220;Best of &#8211; Eva Jancak Lesebuch&#8221;, auch einen &#8220;Adventkalender&#8221; und ein <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/12\/25\/weihnachten\/\">Weihnachtsgedicht<\/a> gibt.<br \/>\nWolfram Huber hat mir einmal Ringelnatz &#8220;Weihnachtsgeschichten&#8221; gebracht und meine Mutter hatte auch einige  Weihnachtsb\u00fccher, die ich mir meistens in der Adventzeit herausholte.<br \/>\nDann kamen die <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/08\/21\/bucherschrank-geschichten\/\">offenen B\u00fccherschr\u00e4nke<\/a>, leselustfrust plante 2010 eine Adventaktion, die sie dann doch nicht durchf\u00fchrte, daf\u00fcr gab es vielleicht im <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/12\/\">Literaturgefl\u00fcster einen solchen<\/a> oder das, was ich daf\u00fcr halte und ein <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/12\/17\/weihnachten-mit-maigret-und-kaffeehausratsel\/\">paar<\/a> <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/12\/07\/holidays-on-ice\/\">Weihnachtsb\u00fccher<\/a> <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/12\/10\/drei-manner-im-schnee\/\">habe<\/a> ich auch gefunden.<br \/>\nDas traf auch f\u00fcr 2011 zu, da fand ich irgendwann im Sommer sch\u00f6n eingepackt <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/12\/20\/auch-engel-lachen-gerne\/\">Peter Meissners &#8220;Auch Engel <\/a>lachen gerne&#8221;, Geschichten f\u00fcr die Weihnachtsfeier, was ein Renner sein d\u00fcrfte, wie man an den Suchanfragen merkt und beim <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/12\/13\/alles-gute-zum-advent\/\">Adventrundgang<\/a> entdeckte ich das Buch von Hilde Langthalers Urgro\u00dfmutter &#8220;Familie <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/12\/23\/die-familie-pfaffling\/\">Pf\u00e4ffling<\/a>&#8220;, was sich dann gerade noch zum Lesen ausging und heuer habe ich die Weihnachtsb\u00fccher schon im J\u00e4nner im Wortschatz gefunden, das Insel-Taschenbuch und <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/12\/15\/es-begab-sich-aber\/\">&#8220;Es  begab sich aber&#8230;&#8221;, Geschichten von Agatha Christie<\/a>.<br \/>\nEin klein bi\u00dfchen andere Weihnachtsfreude fand sich bei <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/11\/19\/von-furzenden-pferden-ausland-und-inlandern\/\">Ernst Hinterberger<\/a> und im Sommer lie\u00df ich mir vom Alfred vom Thalia 3.99 B\u00fccher sto\u00df einen <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/12\/21\/o-du-morderische\/?preview=true\">Weihnachtskrimi<\/a> kaufen.<br \/>\nMal sehen, wie das f\u00fcr 2012 werden wird, wann sich die die B\u00fccherschr\u00e4nke mit den Weihnachtsb\u00fcchern f\u00fcllen, die am 24. Dezember unterm Christbaum lagen, denn Weihnachtsb\u00fccher sind offenbar ein ein gro\u00dfes Gesch\u00e4ft.<br \/>\nDie B\u00fccherblogger veranstalten <a href=\"http:\/\/neyasha.blogspot.co.at\/2012\/12\/adventlesen-der-4-adventsonntag.html\">Adventleseaktionen<\/a> und bei dem Randomhouse-Gewinnspiel, das ich im Dezember eifrig betrieb, waren in den letzen Tagen auch ein paar Weihnachtsb\u00fccher zu gewinnen, die einen ja in eine besinnliche Stimmung bringen k\u00f6nnen und f\u00fcr die kritischen Geister gibt es auch jede Menge anderer Geschichten, was auch in dem Insel-Weihnachtsbuch &#8220;mit alten und neuen Geschichten Gedichten und Liedern. Ausgew\u00e4hlt von Elisabeth Borchers&#8221;, erste Auflage 1973, wer das wohl voriges Jahr zu Weihnachten bekommen hat, so war.<br \/>\nViele sch\u00f6ne, nicht n\u00e4her bezeichnete alte Illustrationen gibt es auch und es beginnt bald mit dem Weihnachtsevangelium &#8220;Es begab sich aber zu dieser Zeit&#8221;<br \/>\nDann kommt ein &#8220;Altes deutsches Weihnachtsspiel&#8221; und ich habe das Lesen, das ich schon am vorvorigen Freitag begonnen habe, abgebrochen, war es mir doch schon zu weihnachtlich.<br \/>\nDann habe ich es eine Woche sp\u00e4ter nach Harland mitgenommen und zuerst den <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/12\/21\/o-du-morderische\/?preview=true\">Weihnachtskrimi<\/a> gelesen und jetzt passen die Geschichten, Lieder, Texte auch viel besser.<br \/>\nAbraham a Santa Clara kommt nat\u00fcrlich mehrmals vor mit seinen mahnenden Betrachtungen &#8220;Wer bist du Mensch?&#8221; und Martin Luther.<br \/>\nDa\u00df das Elsa\u00df die Ursprungsgegend des heutigen Weihnachtsbaumes ist, wird  erkl\u00e4rt, auf dem &#8220;\u00c4pfel, Oblaten, Zischgold, Zucker gehenckt&#8221; werden sollen. Und im &#8220;Simplizianischen Wundergschichts-Calender von 1795&#8221; steht geschrieben &#8220;es ist nur Jammerschade, da\u00df nicht auch Schinken und Bratw\u00fcrste (wovon ich ein gro\u00dfer Liebhaber bin) und Schwartenm\u00e4gen, Ochsenf\u00fcsse, nebst gebratenen Tauben dran hingen.&#8221;<br \/>\nEs kommen Gedichte von Rainer Maria Rilke und Bertold Brecht. Von Brecht ist in dem Buch \u00fcberhaupt recht viel zu finden.<br \/>\nGoethe schrieb an Kestner am 25. Dezember 1772 \u00fcber Weihnachten. H\u00f6lderlin und Heine schrieben ebenfalls Weihnachtsbriefe und Andre Gide bekannte in seinem Tagebuch, da\u00df er &#8220;eben geizig&#8221; sei.<br \/>\nWladimir Majakoskis Weihnachtsgedicht &#8220;Tannennadeln&#8221; ist sowohl kritisch, als auch beeindruckend.<br \/>\n&#8220;Nein, bitte nicht, la\u00dft! Keine Weihnachtstanne. Nein, schickt den Vater nicht in den Wald!&#8221;<br \/>\nKurt Tucholsky reimt &#8220;Ach ja, son Christfest is doch ooch janz scheen!&#8221; und Rosa Luxemburg schieb im Dezember 1917 Sophie Liebknecht aus dem Gef\u00e4ngnis, in dem sie schon ihr &#8220;drittes Weihnachten&#8221; verbrachte.<br \/>\nBert Brecht hat eine Geschichte &#8220;Das Paket des lieben Gottes, wo er von Weihnachten 1908 in Chicago erz\u00e4hlt, wo sich die armen Leute in einer Schenke treffen, um ein Glas Whisky zu trinken und dann launige Geschenke machen, dem Wirt einen &#8220;K\u00fcbel schmutzigen Schneewasser&#8221; und dem Mann, der sich vor der Polizei zu f\u00fcrchten scheint, packen sie die Adressen der Polizeiwachstuben ein. Sie nehmen daf\u00fcr aber das St\u00fcck alte Zeitungspapier, auf dem steht, da\u00df seine Verurteilung ein Justizirrtum war und machen ihm, oder pardon, der liebe Gott ist es gewesen, das sch\u00f6nste Weihnachtsgeschenk.<br \/>\nUnd Heinrich B\u00f6ll erz\u00e4hlt uns von einem Kellner, der entlassen wird, weil er mit einem Kind, dessen Mutter sich zu Weihnachten so betrank, da\u00df sie nicht auf ihn achten konnte, Murmeln spielte und dabei offenbar ein Loch in den Fu\u00dfboden schnitzte und Maxim Gorki macht sich m\u00f6glicherweise \u00fcber Hans Christian Andersen lustig, weil er von Kindern erz\u00e4hlt, die nicht in der Christnacht erfrieren, damit die reichen etwas haben, wor\u00fcber sie sich moralisieren k\u00f6nnen, obwohl seine Katjka und sein Mischa, die zur heiligen Nacht betteln und dann in ein Wirtshaus gehen, es auch nicht sehr lustig haben.<br \/>\nG\u00fcnter Grass erz\u00e4hlt und in seinem Adventgedicht von &#8220;Onkel Dagobert und ABC Waffen. Man sieht schon worauf die Weihnachtsgeschichten hinausgehen und man k\u00f6nnte  sagen, es ist doch ein Buch, das zu mir passt, obwohl ich anfangs daran zweifelte und die &#8220;Drei stillen Messen&#8221; &#8211; eine Weihnachtsgeschichte aus der Provence, hat mich wirklich sehr beeindruckt. Macht doch da der Teufel dem Dompfarrer den Mund w\u00e4ssrig, was es alles an G\u00e4nsen und Fasanen nach den drei Messen, die er in der Christnacht halten mu\u00df, geben wird, so da\u00df er in Gedenken darauf, die herunterhuddelt, sich nachher beim Festmahl \u00fcberfri\u00dft,  stirbt und der liebe Gott ist \u00fcber den S\u00fcndigen so erz\u00fcrnt, da\u00df er ihn zu den stillen Messen verdammt, so da\u00df es in dem verfallenen Schlo\u00df fortan spukt.<br \/>\nDann kommt &#8220;Die Weihnachtsfeier des Seemanns Kuttel Daddeldu, die ich wahrscheinlich schon gelesen habe und &#8220;Weihnachten mit zwei Kindergeschichten von Hermann Hesse, wo er die eigene, die er als Kind geschrieben hat, mit der vergleicht, die der Enkel, dem Sechzigj\u00e4hrigen zu Weihnachten verehrt und ein Hugh Walpole, den ich nicht kenne, l\u00e4\u00dft in &#8220;Ein reizender Gast&#8221;, Charles Dickes zu Weihnachten in London fast in ein Auto rennen, er wird von dem frustrierten Tubby, der gerade von seiner Diane ein Korb bekommen hat, weil er so langweilig ist, nach Hause gebracht, heitert dort die genauso frustrierten Eltern auf, l\u00e4\u00dft sich von der frustrierten Bohemien erz\u00e4hlen, da\u00df sie Charles Dickens umdichten wollen, l\u00e4dt viele Kinder ein, denen er sch\u00f6nes Fest bereitet und verschwindet dann still und leise wieder, wahrscheinlich in sein Grab.<br \/>\nPeter Handke hat einen Text und Walter Benjamin schreibt am 26. Dezember 1926 Julia Radt aus Moskau, vom Kampf, wo vielleicht &#8220;eine wirkliche sozialistische Gemeinschaft&#8221; herauskommen kann. Wir wissen es inzwischen besser. Marie Luise Kaschnitz erz\u00e4hlt von &#8220;Weihnachten in K\u00f6nigsberg&#8221; und eine &#8220;Flucht nach \u00c4gypten von Thordton Wilder, wo der Esel Hephzibah, Josef und Maria fragt, ob es wirklich sinnvoll ist, das Leben ihres Kindes zu retten, wo doch soviele andere Kinder, diese Chance nicht haben, gibt es auch<br \/>\n&#8220;Im Sternenkind&#8221; von Oscar Wilde wird uns von den Irren und Wirren des Menschen und seines Charakters erz\u00e4hlt. Da findet ein armer Holzf\u00e4ller ein Kind, eingeh\u00fcllt in ein Sternentuch im Wald und nimmt es mit, seine Frau will es zuerst nicht aufziehen, tut es aber doch, das Kind ist aber b\u00f6se und arrogant, sticht den Maulw\u00fcrfen die Augen aus und zerschneidet den V\u00f6geln die Fl\u00fcgeln, es verh\u00f6hnt auch die alte Bettlerin, die ist aber seine Mutter, so wird es in eine Natter verwandelt und wird selbst verh\u00f6hnt und als Sklave verkauft und kann erst, als es Gutes tut, sich und seine Seele retten. Sch\u00f6n w\u00e4rs wenn das so einfach w\u00e4r. Zu Weihnachten wollen wir das aber gerne h\u00f6ren und so gibt es noch eine anderer Wilde Geschichte dieser Art.<br \/>\nFranz Kafka erz\u00e4hlt von &#8220;Gleichnissen&#8221; und Max Frisch vom &#8220;Gl\u00fcck&#8221;, \u00fcber das ihm ein Reisender in einer Zugsfahrt nach Z\u00fcrich erz\u00e4hlt.<br \/>\nDann kommen  die Neujahrsgeschichten, denn &#8220;Eh man es merkte, War doch am Neujahrstage Schnee gewachsen!&#8221;<br \/>\nH. C. Artmann hat was dazu zu sagen und Bertold Brecht wei\u00df vom &#8220;Neujahrstag 1949&#8221; zu erz\u00e4hlen.<br \/>\nDas ist lange her, denn wir werden ja bald den von 2013 feiern, aber erst einmal ist Weihnachten und so w\u00fcnsche ich allen, die das jetzt noch lesen, ein sch\u00f6nes Fest, mit vielen sch\u00f6nen Weihnachtsb\u00fcchern, die so kritisch und erblauich sind, wie sie es sich w\u00fcnschen!<br \/>\n\u00dcber die B\u00fccher, die ich vielleicht bekommen sollte, werde ich noch berichten!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf die Idee Weihnachtsb\u00fccher zu lesen, bin ich, glaube ich durch diesen Blog und Elisabeth von leselustfrust, den es nicht mehr gibt oder nur nach Anmeldung zug\u00e4nglich ist, gekommen. 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