{"id":18439,"date":"2012-12-21T00:00:57","date_gmt":"2012-12-20T23:00:57","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=18439"},"modified":"2012-12-21T00:00:57","modified_gmt":"2012-12-20T23:00:57","slug":"o-du-morderische","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=18439","title":{"rendered":"O du M\u00f6rderische"},"content":{"rendered":"<p>&#8220;Vorweihnachtszeit in Alabama: Zwei Schwestern gehen auf M\u00f6rderjagd. Rasant und urkomisch&#8221;, steht am Buchr\u00fccken von Anne Georges &#8220;O du M\u00f6rderische&#8221;, einem der acht &#8220;Southers Sisters&#8221;-Krimis, den die 2001 verstorbene amerikanische Autorin, die auch f\u00fcr den Pulitzerpreis nominiert war, geschrieben hat und der  im Sommer in dem Stapel der 3.99 B\u00fccher bei Thalia in der Kremsergasse lag, von den ich mir zehn vom Alfred kaufen lie\u00df und auf die <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/leseliste\/\">Leseliste der kommenden Jahre<\/a> setzte.<br \/>\nDer Weihnachtskrimi kommt aber noch heuer dran und es war auch sehr vergn\u00fcglich zu lesen, wie Weihnachten in Amerika gefeiert wird, ein paar Morde passieren auch dabei und obwohl ich \u00fcber das Buch ein paar schlechte Kritiken im Netz gefunden habe, hat mich die sozialkritische Art und Weise, wie da das amerikanische Kleinstadtleben geschildert wird, sehr beeindruckt und auch, da\u00df die beiden Schwestern Patricia Anne und Mary Alice sechzig und f\u00fcnfundsechzig Jahre sind und das Buch mit den Worten &#8220;Ich sag dir eins, Patricia Anne, ich habe es satt, st\u00e4ndig die Sexsklavin f\u00fcr irgendeinen Mann zu spielen. &#8211; Ich blickte von meiner Morgenzeitung auf und nickte grinsend. Meine Schwester war f\u00fcnfundsechzig Jahre alt, einen Meter dreiundachtzig gro\u00df und wog nach eigenem Eingest\u00e4ndnis hundertunddreizehn Kilo&#8221;, beginnt.<br \/>\nSo weit die Introduction, Hinweise auf vorangegangene Mordaufkl\u00e4rungen gibt es auch, ich habe den Namen Anne George aber vorher noch nicht geh\u00f6rt und kenne auch keinen der anderen Krimis.<br \/>\nHier ist es drei Wochen vor Weihnachten und zu dieser Zeit habe ich das Buch auch zu lesen angefangen, Mary Alice, die durch drei verstorbene Ehem\u00e4nner eigentlich sehr wohlhabend ist, verdingt sich trotzdem mit einem Bill im Einkaufszentrum als Santa Claus und Weihnachtsfrau und tritt daher schon im blinkenden Santa Kost\u00fcm auf.<br \/>\nPatricia  Anne, die Erz\u00e4hlerin ist Lehrerin im Ruhestand, gl\u00fccklich mit Fred verheiratet, hat drei Kinder, von denen die Tochter Haley \u00c4rztin ist und geht offenbar liebend gerne einkaufen und Weihnachten wird auch schon, wie in Amerika offenbar \u00fcblich, vorbereitet.<br \/>\nAm Abend treffen sich die Schwester in einer Galerie, wo Folk Art, die naive Malerei, gezeigt wird. Patricia Anne trifft dort ihre ehemalige Sch\u00fclerin Claire wieder, die sie nicht mehr erkennt, denn damals war sie ein blasser Sozialfall, jetzt ist sie eine schwarzgef\u00e4rbte Sch\u00f6ne und Assistentin der Galeristin und die wird in der Nacht ermordet.<br \/>\nAm n\u00e4chsten Tag taucht Claire bei Patricia Anna auf, erz\u00e4hlt ihr, da\u00df sie verfolgt wird und kippt um, als die Polizei erscheint. Sie wird auf die Psychiatrie gebracht und entkommt dieser. Die Wohnung ist verw\u00fcstet. Im Oberstock ist mehrmals das Wort Hure aufgemalt und ein paar naive Zeichnungen mit aufgepaarten wei\u00dfgekleideten Frauen gibt es auch.<br \/>\nDer Klatsch der Kleinstadt ist betr\u00e4chtlich und Patricia Anne bekommt die Informationen von ihren Freundinnen, der Ehemann der Galeristin wird einvernommen, der Mord ist durch Digitalis, der mit einem Haarspray verabreicht wurde, passiert und dann gibt es auch einen Kunstkritiker, den die Galeristin sehr hasste, der ausgerechnet am Begr\u00e4bnistag erschossen wird.<br \/>\nInzwischen fahnden die Schwestern nach Weihnachtsb\u00e4umen, gehen vegetarisch essen, bringen Mary Alice kranke Katze in eine Pferdeklinik, weil Patricia Annes Tochter ihnen erkl\u00e4rte, da\u00df der Mord mit einem Mittel passierte, das den Tier\u00e4rzten sehr gebr\u00e4uchlich ist.<br \/>\nEine bekannte Quiltk\u00fcnstlerin suchen sieauch auf und erfahren, da\u00df die Galeristen die naiven Maler ordentlich ums Ohr hauen und, da\u00df die das auch so wollen.<br \/>\nDie sch\u00f6ne Claire hat auch zwei genauso sch\u00f6ne Zwillingsschwestern, die von Paricia Anne betrunken aufgelesen werden, als sie in der Bibliothek sich Einzelheiten \u00fcber die beiden Toten zusammensucht. Sie hat dann auch eine Theorie, wie es gewesen sein k\u00f6nnte, die sie der Polizistin Bo Peep Mitchell erz\u00e4hlt, die sich aber als falsch erweisen, denn Claire Moon hatte, wegen Mi\u00dfbrauch in der Kindheit eine gespaltete Pers\u00f6nlichkeit, good an bad Claire, das es so etwas gibt, bin ich skeptisch und war die T\u00e4terin und am Ende kommt die gesamte Familie, die Sexsklavin wurde inzwischen von Claires Pistole am Kopf verwundet, hat aber einen sturen Sch\u00e4del, bei Patricia Anne zusammen, i\u00dft Truthahn und Pl\u00e4tzchen, Verlobungen werden bekanntgegeben und die guten St\u00fccke des Pekanuss-Kuchen werden verzehrt.<br \/>\nWie beschrieben hat mich an dem Buch die Schilderung des amerikanischen Way of life fasziniert. Claire soll ins Krankenhaus und die Sanit\u00e4ter fragen zuerst nach der Versicherung, als die unklar ist, soll sie in eine kariative Einrichtung, die aber laut Sanit\u00e4ter auch eine &#8220;ausreichende medizinische Versorgung&#8221; hat und Mary Alice mu\u00df f\u00fcr sie b\u00fcrgen, damit sie in ein besseres Krankenhaus kommt. Fernsehen, Fastfood und Di\u00e4t Cola wird st\u00e4ndig konsumiert und Aspirin, das Anne Patricia bevorzugt schluckt.<br \/>\nEher ungew\u00f6hnlich f\u00fcr \u00f6sterreichische Verh\u00e4ltnisse, auch, da\u00df der Weihnachtsbaum mit den Geschenken schon Wochen vor dem Fest aufgebaut wird, aber ich hole <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/12\/09\/adventmonat\/\">meine Dekorationen ja auch schon am ersten Dezember<\/a> aus dem Keller. Die Krimihandlung ist ein wenig klischeehaft, amusant, da\u00df die Heldinnen, die sich oft irren und die Krimihandlung auch in Frage stellen, zwei &#8220;alte Schachteln&#8221; genannt werden, obwohl ich Frauen zwischen sechzig und f\u00fcnfundsechzig nicht so bezeichnen w\u00fcrde und, da\u00df sie zwischen amerikanischer Provinz und Kunstbohemien hin- und herschwanken.<br \/>\nK\u00f6stlich ist das erz\u00e4hlt, ebenso die Schilderung der naivien Kunst, die ich eigenlich nur aus den Mickey Mouse Heften kenne, die ich vor Jahrzehnten gelesen habe, weil es da ja eine Oma gibt, die so malte und ganz besonders tragisch ist, sich vorzustellen, da\u00df w\u00e4hrend ich das las und es in amerkanischen Provinst\u00e4dtchen \u00e4hnlich weihnachtlich mit Santa Claus etc Beleuchtung zuging, ein Zwanzigj\u00e4hriger mit dem Sturmgewehr seiner Mutter in eine Schule drang und eine Reihe Kinder sowie sechs Lehrerinnen erscho\u00df. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8220;Vorweihnachtszeit in Alabama: Zwei Schwestern gehen auf M\u00f6rderjagd. 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