{"id":18424,"date":"2012-12-20T00:00:37","date_gmt":"2012-12-19T23:00:37","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=18424"},"modified":"2012-12-20T00:00:37","modified_gmt":"2012-12-19T23:00:37","slug":"der-hundertjahrige-der-aus-dem-fenster-stieg-und-verschwand","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=18424","title":{"rendered":"Der Hundertj\u00e4hrige, der aus dem Fenster stieg und verschwand"},"content":{"rendered":"<p>Wie erz\u00e4hlt man die Weltgeschichte der letzten hundert Jahre auf m\u00f6glichst einfache und auch sarkastische Art und Weise?<br \/>\nDer 1961 geborene schwedische Journalist Jonas Jonasson tut es, in dem er den hunderj\u00e4hrigen Allan Karlsson an seinem Geburtstagsstag aus dem Fenster eines Altersheimes in Pisspantoffeln und ohne Hut steigen und verschwinden l\u00e4\u00dft, um der auf ihn wartenden Feier mit den anderen Altersheiminsa\u00dfen, der alten Giftspritze Schwester Alice und dem Stadtrat zu entgehen.<br \/>\nDas hei\u00dft, er tut es nicht wirklich, denn wir verfolgen ihn ja, in das Reiseb\u00fcro, wo er nach einem m\u00f6glichst schnellen Reiseziel, egal wohin erkundigt, die Auskunft bekommt, der n\u00e4chste Bus geht in drei Minuten und dann den Koffer eines sehr nerv\u00f6sen jungen Mannes, der aufs Klo mu\u00df, einfach mitnimmt. Einfach so, ohne daran zu denken, da\u00df sich darin f\u00fcnfzig Millionen Kronen aus Drogengesch\u00e4ften befinden k\u00f6nnten und schon hat er die Polizei, die Presse und den Chef des Mitglieds der &#8220;Never again&#8221; Band am Hals. Er verlangt aber eine Fahrkarte um f\u00fcnfzig Kronen, steigt mitten im Wald aus, gelangt an einen stillgelegten Bahnhof, das dem Meisterdieb Julius geh\u00f6rt. Die beiden Trinken Wodka, entdecken den Fund, teilen sich das Geld, aber da kommt schon Bolzen und will sein Geld wiederhaben, Allen haut ihm etwas auf den Kopf, Julius sperrt ihn in den Gefrierraum ein und vergi\u00dft den K\u00e4lteregler wieder abzuschalten, so da\u00df die beiden Freunde mit dem Koffer und der Leiche am n\u00e4chsten Tag zu einer Imbi\u00dfbude radeln, die Leiche lassen sie in einen Container verschwinden, so da\u00df sie sp\u00e4ter in Dschibuti wieder auftauchen wird, der Imbi\u00dfbudenbesitzer ist ein Allroundgenie und hat beinahe alles beinahe studiert, er hat auch einen Mercedes und so cahffiert er die beiden zu einer sch\u00f6nen Frau, die mit einem Hund und einem Elefanten in einem H\u00e4uschen lebt, dort bekommen sie von einem weiteren Bandenmitglied Besuch, das in der Elefantenschei\u00dfe ausrutscht und sp\u00e4ter in einem Auto in Riga gefunden wird, die vier fahren samt Hund und Elefant zu Bennys Bruder weiter, inzwischen werden sie wegen dreifachen Mords gesucht, denn der Chef hat sich vor ihren Bus gestellt, wurde aber nur angefahren und vom fast Arzt Benny fachgerecht verbunden, so findet sie der Kommissar und die Freunde erz\u00e4hlen eine Geschichte von Bibeln, die in dem Koffer waren, weil der Bandenchef inzwischen von Gott bekehrt wurde, wie die beiden Assistenten nach Riga und Dschibutti kamen, wissen sie nicht wirklich, aber der Hundertj\u00e4hrige kan dem Staatsanwalt, der auch zum Verh\u00f6r gekommen ist, sehr viel aus seinem Leben erz\u00e4hlen, war dieses ja sehr abwechslungsreich. Von einer f\u00fcr das Frauenwahlrecht demonstrierenden Mutter, die ihm 1905 gebar, einen saufenden Vater, der nach Russland ausri\u00df um dort Revolution zu machen, sich dann aber irgendwie Zar Nikolaj anschlo\u00df, einer Lehre bei einem Dynamith\u00e4ndler, einer Zwangsinhaftierung und Zwangskastration, nur drei Jahre Schule, aber dann ging er nach Spanien, wo er Br\u00fccken sprengte, dann aber General Franco rettete, in einem amerikanischen Clum der Atomphysiker kellnerte und ihnen zuf\u00e4llig verriet, wie man die Atombombe baute, pr\u00e4sident Truman war begeistert, schickte ihn nach Ru\u00dfland, dort rettete er Maos Verlobte aus dem Gef\u00e4ngnis, floh \u00fcber den Himalya, ver\u00e4rgerte Stalin, sa\u00df f\u00fcnf Jahre im Gulag und und und, bis er schlie\u00dflich wieder nach Schweden zur\u00fcckkehrte, dort mit einer Rente und einer Katze bescheiden in einem H\u00e4uschen lebte und dieses nur  versehentlich in die Luft, wie schon so vieles andere sprengte, so da\u00df er schlie\u00dflich in das Altersheim kam, in dem es ihm, wegen der vielen Regeln, die Schwester Alice aufstellte, nicht gefiel.<br \/>\nDem Staatsanwalt wird schlecht davon, verbietet Allen das Wort, biegt sich die Geschichten der drei dann so zusammen, das am Ende der Hund schuld war, der die Leichengeruch am Fahrrad wahrgenommen hat, die Freunde lassen sich mit dem Geld und gef\u00e4lschten Papieren, samt Kommissar und Elefanten nach Bali fliegen, wo schon eine alte Freundin in einem Luxishotel wartet, denn Allan ist im Gulag mit einem fiktiven Bruder Albert Einsteins gesessen und die dumme Amanda, die alle Cocktails verwechselt und Allan nicht den Schnaps serviert, den er gerne trinkt, war dessen Frau und auch Botschafterin von Paris, jetzt ist sie aber auch schon \u00fcber achtzig.<br \/>\nAllan verliebt sich in sie und schenkt ihr einen Laptop, so da\u00df sie \u00fcber ihre Erlebnisse bloggt und zu letzt zu dem \u00fcber Hundertj\u00e4hrigen auch noch der indoensiche Geheimdienst kommt, und sich f\u00fcr den Bau der Atombombe interessiert.<br \/>\nEin wirklich spannendes Buch oder &#8220;Schelmenroman erster G\u00fcte!&#8221;, wie der Spiegel schreibt, das ich, da ich mich ja sowohl f\u00fcr das Alter, als auch f\u00fcr die Geschichte des vorigen Jahrhunderts sehr interessiere, nat\u00fcrlich lesen mu\u00dfte.<br \/>\nDas hei\u00dft, das es darum geht, habe ich gar nicht so gewu\u00dft, als ich irgendwann einmal in  der Sendung &#8220;Terra incognita&#8221; aus dem Roman h\u00f6rte, denn da wurde nur das erste Kapitel gelesen. Dann stand es auf den Bestsellerliste, Wolfgang Tischer vom Literaturcafe wunderte sich in seinen Interview dar\u00fcber und ich schreibe ja auch sehr oft und <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/10\/26\/jurysitzung-und-nanowrimoplane\/#comments\">viel<\/a> von <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_paulanebel.html\">neunzigj\u00e4hrigen<\/a>, <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/11\/05\/nanowrimoschreiben-2012\/\">f\u00fcnfundneunzigj\u00e4hrigen<\/a> oder <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_haus.html\">hundertj\u00e4hrigen<\/a> Menschen, so da\u00df ich das Buch auf meine Geburtstagsliste setzte, als mich der Alfred nach einer fragte.<br \/>\nUnd es ist auch spannend \u00fcber das Leben eines Hundertj\u00e4hrigen derart locker vor sich hin zu flunkern, da\u00df einer manchmal die Sprache wegbleibt.<br \/>\nIch schreibe dagegen realistischer, bleibe mehr an dem, wie es wirklich sein k\u00f6nnte und werde damit wahrscheinlich nicht so erfolgreich werden, kann das Buch aber wirklich sehr empfehlen und nat\u00fcrlich auch auf meine viel leiseren Geschichten hinweisen, die vielleicht gar nicht so viel anderes zu erz\u00e4hlen haben, obwohl sich meine alten Damen nat\u00fcrlich nicht mit dem Bau einer Atombombe besch\u00e4ftigt haben und von Mao, Stalin, Truman, etc auch nicht zum Essen eingeladen wurden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie erz\u00e4hlt man die Weltgeschichte der letzten hundert Jahre auf m\u00f6glichst einfache und auch sarkastische Art und Weise? 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