{"id":18403,"date":"2012-12-12T21:56:45","date_gmt":"2012-12-12T20:56:45","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=18403"},"modified":"2012-12-12T21:56:45","modified_gmt":"2012-12-12T20:56:45","slug":"kolik-magic-paper-geld","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=18403","title":{"rendered":"Kolik: Magic Paper Geld"},"content":{"rendered":"<p>Die von Gustav Ernst und Karin Fleischanderl herausgegebene Literaturzeitschrift Kolik ist f\u00fcnfzehn Jahre alt, zu diesem Anla\u00df gab und gibt es heute und morgen ein Symposium zum Thema &#8220;Junge Autoren sprechen \u00fcber Geld&#8221; in der Alten Schmiede, zum f\u00fcnften und zehnten Geburtstag hat es auch ein Symposium gegeben und f\u00fcr den Mittwochabend wurden Judith Nika Pfeifer, Anna Weidenholzer und Philipp Weiss auserw\u00e4hlt, dazu einen Text zu verfassen und ihn vorzulesen.<br \/>\nKurt Neumann sprach in seiner Einleitung von den inflation\u00e4ren Phrasen mit denen wir t\u00e4glich zu diesem Thema \u00fcbersch\u00fcttet wurden und Geld ist ja ein Thema, das mich interessiert, beziehungsweise versuche mit m\u00f6glichst <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/04\/26\/leben-ohne-geld\/\">wenig auszukommen<\/a> und kann das, glaube ich, auch ganz gut.<br \/>\nDann war es \u00fcberraschend, wie erz\u00e4hlend und auch verschieden die Texte der drei Autoren waren, die ich ja alle drei mehr oder weniger gut kenne. Anna Weidenholzer vielleicht am besten, verfolge ich ihren Werdegang ja schon seit ihren ersten Ver\u00f6ffentlichungen und ihren ersten <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/12\/04\/die-welt-ist-uberall-anders\/\">Textvorstellungen<\/a> im Jahre 2009 und habe ihre <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/01\/04\/der-platz-des-hundes\/\">zwei<\/a> <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/10\/13\/der-winter-tut-den-fischen-gut\/\">B\u00fccher<\/a>, die am B\u00fcchertisch auflagen, gelesen und der Roman, was ja vielleicht auch ganz gut zum Thema passt, ist gleich dreimal zu mir gekommen. 2011 war Anna Weidenholzer Stipendiatin von Schlo\u00df Wiepersdorf gemeinsam mit Cornelia Travnicek, jetzt war sie das zwei Monate in Kitzb\u00fchel und da ist der Aufruf von Gustav Ernst gekommen und so wurde ihr Text &#8220;Erwartungsland&#8221; davon inspiriert.<br \/>\nIch war ja auch einmal in Kitzb\u00fchl, in dem Winter 1992, wo wir mit den Francs in einem Hotel in Oberndorf zum Schifahren waren und weil ich das ja nicht mache, bin ich spazierengegangen, einmal nach St. Johann auf der einen Seite, einmal nach Kitzb\u00fchel, das auf der anderen liegt und auf den Wegen dorthin habe ich meine &#8220;Geschichten vom lieben Godt&#8221; geschrieben, mit denen ich, glaube ich, &#8220;ganz gut verdient&#8221; habe, weil die Zeitschrift &#8220;Rampe&#8221; sie genommen haben und ich dann auch bei diesem Symposium in Salzburg war. Anna Weidenholzers Geschichte erz\u00e4hlte in der ihr typischen Sprache von Bauerwartungsland, das in ein Bauland umgewidmet werden kann, vom H\u00e4user bauen und vermieten an Zweitwohnungsbesitzer, die dann Schuhe um sechstausend Euro und operierte Br\u00fcste haben und ich war erstaunt, wie abstrakt man \u00fcber das Geld schreiben kann, bei Philipp Weiss, der ja 2009 in  f\u00fcr einen der<a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/06\/25\/bachmannpreislesungen-mit-zitronenkuchen\/\"> Klagenfurter &#8220;Skandale&#8221; sorgte, in dem er seinen Text verspeiste<\/a> , war das noch vielschichtiger, erz\u00e4hlte der Text ja von einem Geldverschredderer, der als Kind mit einer Lola in einem Stollen spielte, in denen die Nazis eine unterirdische Fabrik anlegen wollten, in dem sie den Berg von Zwangsarbeiter aush\u00f6hlen lie\u00dfen. Nach der Wende wurde dann das DDR Geld dort vergraben und die Kinder die dort spielten, entdeckten, da\u00df es sich nicht so einfach vernichten lie\u00df. Dann besucht der Erz\u00e4hler Lola in der Psychiatrie und die \u00fcberf\u00e4llt ihn mit einer Rede \u00fcbers Geld oder damit, wie sie in ihrer Manie versuchte dieses zu verschleudern.<br \/>\nSehr interessant, in der Diskussion sollte Philipp Weiss erz\u00e4hlen, wie schwer es ihm gefallen ist, \u00fcber ein solches Thema zu schreiben, aber noch kam Judith Nika Pfeifer, die <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/10\/31\/priessnitz-preis-2012\/\">Priesnitz-Preistr\u00e4gerin von 2012<\/a> und erz\u00e4hlte in ihrem Text von den prek\u00e4ren Arbeitsverh\u00e4ltnissen der Autoren, die Karin Fleischanderl in ihrer Einleitung schon andeutete.<br \/>\nDa serviert eine Drehbuchschreiberin in einem Lokal, geht Hunde sitten, wird trotzdem aus ihrer Wohnung geworfen und auch noch von einem sogenannten &#8220;Geldtherapeuten&#8221; angesprochen, sie findet dabei ihre Liebe, bekommt einen Drehbuchauftragsjob und eine neue Wohnung und er landet ebenfalls in der Psychiatrie.<br \/>\nDrei sehr unterschiedliche Texte. In der Diskussion stellte Judith Nika Pfeifer die Frage, wer vom Publikum reich w\u00e4re?<br \/>\nEine Frage die nicht beantwortet wurde und auch nicht so einfach zu beantworten ist. Denn was ist reich? Das M\u00f6belhaus Ikea hat einmal damit geworben, da\u00df man reich durch nicht ausgeben w\u00fcrde und, ich glaube, das stimmt. Denn man kann von einem Schilling oder einem Euro am Tag leben, wenn man damit sein Essen kaufen und seine Miete zahlen kann, man kann, aber auch in einem Haubenlokal hundert Euro f\u00fcr eine Portion Spaghetti zahlen oder, wie die Dame neben mir sagte, sich k\u00f6stliche Karotten und Kartoffeln um gar kein Geld kochen.<br \/>\nDann wurde noch eine Weile dar\u00fcber diskutiert, ob man es sich aussuchen kann, Wirtschaftsanwalt oder K\u00fcnstler zu werden und der Fragensteller hat, glaube ich, dabei an den brotlosen K\u00fcnstler gedacht. Nun ich habe es mir bekanntlich zwei Jahre vor meiner Matura ausgesucht <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/poesie_und_brotberuf.html\">Psychologie zu studieren und zu<\/a> schreiben, lebe von dem ersten und tue das zweite praktisch umsonst und dann ist mir noch eingefallen, da\u00df die alte Bawag, die von dem Herrn Elsner gef\u00fchrten, der ja, glaube ich, als er noch in Frankreich gelebt hat, von der Zeitschrift News in Lokalen aufgesp\u00fcrt wurde, wo die Spaghetti  achtundneunzig Euro kosteten, j\u00e4hrlich eine Anthologie zu verschiedenen Themen herausgegeben hat, wo die erste &#8220;Geld Macht Sinn&#8221; gehei\u00dfen hat und daf\u00fcr hat es, glaube ich, ein gutes Honorar gegeben, was ja sonst bei Anthologien nicht so \u00fcblich ist. Ich habe dabei auch mitmachen wollen, was mir aber nicht gelungen ist, da sich der Herausgeber, wie er mir auf meinen Brief schrieb, die Leute die er daf\u00fcr haben will, selbst aussuchte und die hatten dann eher ber\u00fchmte Namen.<br \/>\nPeter Rosei hat vor kurzem auch einen Roman mit dem Titel <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/09\/20\/geld\/\">&#8220;Geld&#8221;<\/a> geschrieben. Das dazu, da\u00df es wahrscheinlich doch nicht so schwierig ist, \u00fcber dieses Thema zu schreiben, da es ja, wie Anna Weidenholzer bemerkte, \u00fcberall gegenw\u00e4rtig ist, obwohl man  dar\u00fcber angeblich nicht spricht, sondern es nur haben soll.<br \/>\nGustav Ernst beteiligte sich sehr eifrig an der Diskussion und zog am Ende, die 1997 erschienene &#8220;Kolik&#8221; Nummer 1 heraus und meinte, da\u00df er davon und von der zweiten Ausgabe einige Ausgaben zu verschenken h\u00e4tte und, da\u00df man auch morgen zum zweiten Teil der Veranstaltung, wo Thomas Arzt, Ewald Palmetshofer und statt der angek\u00fcndigten Nadja Spiegel, ein anderer Autor lesen wird, kommen kann. Aber da ist Supervisions Reflexion Treffen, zu dem ich gehen werde, weil ich ja von etwas leben mu\u00df, obwohl da morgen Weihnachten gefeiert wird und sonst w\u00e4re ich wahrscheinlich ins Literaturhaus gegangen, weil da, glaube ich, Ju Sophie liest, der ich das ja <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/01\/29\/lesarten-der-sprachkust-studentenlesung\/#comments\">versprochen<\/a> habe, der Brotberuf geht aber nat\u00fcrlich vor. Die Arbeitskreisfrauen Hilde Langthaler und Elfriede Haslehner, sowie Axel Karner und andere lesen dort aber auch.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die von Gustav Ernst und Karin Fleischanderl herausgegebene Literaturzeitschrift Kolik ist f\u00fcnfzehn Jahre alt, zu diesem Anla\u00df gab und gibt es heute und morgen ein Symposium zum Thema &#8220;Junge Autoren sprechen \u00fcber Geld&#8221; in der Alten Schmiede, zum f\u00fcnften und &hellip; <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=18403\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[41],"tags":[],"class_list":["post-18403","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/18403","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=18403"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/18403\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=18403"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=18403"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=18403"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}