{"id":18336,"date":"2012-12-08T18:49:45","date_gmt":"2012-12-08T17:49:45","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=18336"},"modified":"2012-12-08T18:49:45","modified_gmt":"2012-12-08T17:49:45","slug":"achter-dezember","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=18336","title":{"rendered":"Achter Dezember"},"content":{"rendered":"<p>Am achten Dezember 1912 wurde <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/04\/29\/um-den-ersten-mai\/\">Jura Soyfer<\/a> in Charkow geboren, deshalb war Cornelius Hell diese Woche in den &#8220;Gedanken f\u00fcr den Tag&#8221; vier Minuten vor sieben zu h\u00f6ren und hat das Kunstst\u00fcck zusammengebracht, eine Verbindung zwischen Advent, Krampus, Nikolo, dem Maria Empf\u00e4ngnistag und dem hundertsten Geburtstag des so jung verstorbenen Dichters herzustellen und auch das Lied vom Menschen zitierte, das ja das Thema des letzten <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/09\/02\/zum-volksstimmefest\/\">Volksstimmefests <\/a>war<br \/>\n&#8220;Augen offen halten und Warten&#8221;, hat er seine Textfolgen genannt und das ich nicht nur nicht gut, sondern f\u00e4llt mir auch als Pessimistin auch das Warten auf den Tod ein, das man ja f\u00fcr den Sinn des Lebens halten k\u00f6nnte, obwohl die Kinder und wahrscheinlich auch andere in der Adventszeit auf das Christkind, die Geschenke etc und die Kaufleute auf den guten Umsatz warten und deshalb lange schon am achten Dezember die Gesch\u00e4fte offenhalten, damit man  gen\u00fcgend einkaufen kann.<br \/>\nDas gab einen Konflikt mit der katholischen Kirche, die ihren Feiertag gewahrt haben will und vielleicht auch mit der Gewerkschaft, die die ohnehin unterbezahlten Supermarktkassiererinnen, die Zeit mit ihren Kindern verbringen lassen will. Deshalb h\u00e4lt die Supermarktkette Billa ihre Filialen auch geschlossen, w\u00e4hrend die anderen von zehn bis sechs offenhalten und die die Supermarktkette &#8220;Zielpunkt&#8221; hat in den letzten Jahren auch mit einem Gratisfr\u00fchst\u00fcck geworben, das man bekam, wenn man sich, um zehn im Gesch\u00e4ft einfand.<br \/>\n&#8220;Nur mehr die Katholiken k\u00f6nnen wirklich unterscheiden, ob der achte Dezember ein Feiertag ist und was gefeiert wird!&#8221;, meinte Cornelius Hell auch heute morgen.<br \/>\nIch kann es, habe ich gestern ja, nach der Auge- Nichtweihnachtsfeier <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/12\/15\/es-begab-sich-aber\/?preview=true\">&#8220;Es begab sich aber&#8230;&#8221; bezaubernde Geschichten von himmlischen und irdischen Wundern, von Agatha Christie<\/a> gelesen und da kommt ja in der ersten Luzifer zu Maria im Stall und will sie in Versuchung f\u00fchren, in dem er sie in die Zukunft schauen l\u00e4\u00dft.<br \/>\nHalt, werden, meine Kritiker jetzt sagen, das spielt schon bei der Krippe und das Kind ist bereits geboren, bei Maria Empf\u00e4ngnis kommt aber erst der Engel zu Maria und verk\u00fcndet ihr die frohe Botschaft, weshalb wir feiern und nicht einkaufen sollen. Ich bin auch nicht katholisch und Cornelius Hell hat vor ein paar Tagen auch von den Brauch der Barbarazweigerln gesprochen, die man sich vom Kirschenbaum abschneidet, in die warme Stube stell und hofft, da\u00df sie zu Weihnachten bl\u00fchen werden, w\u00e4hrend das in der K\u00e4lte drau\u00dfen nat\u00fcrlich nicht passiert.<br \/>\nWas macht man also am achten Dezember? Ich meist nichts anderes als an den \u00fcbrigen Feiertagen und Wochenenden, schreiben, lesen, bloggen und nicht einkaufen, denn das tue ich, manchmal zum \u00c4rger anderer, als <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/04\/26\/leben-ohne-geld\/\">Konsumverweigerin<\/a> nicht sehr viel, vor zwei Jahren hat Ruth Asp\u00f6ck zu einem <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/12\/08\/5088\/\">Adventbrunch<\/a> eingeladen und heuer hatte ich auch etwas vor, bin ich ja zur Wotrubakirche hinausgewandert, um an der Auferstehungsfeier meiner Schulfreundin Edith, die am 25. November ihrem Tumor erlegen ist, beizuwohnen.<br \/>\nIch bin ja eine leidenschaftliche <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/04\/25\/vom-gehen-und-vom-reden\/\">Geherin<\/a> und renne, wenn es die Zeit erlaubt, liebend gerne durch Wien, kommt man da ja in eine mediative Stimmung und kann viel sehen, was sich sp\u00e4ter, vielleicht in einen Text verwenden l\u00e4\u00dft.<br \/>\nSo bin ich nach neun von zu Hause weggegangen und habe mich ein bi\u00dfchen in den Weihnachtseinkaufstrubel bzw. an ihm vorbei begeben, beobachtet, welche Gesch\u00e4fte offen haben und welche nicht, der &#8220;Zielpunkt&#8221; war diesmal nicht dabei, da gab es, glaube ich, schon gestern zehn oder f\u00fcnfzehn Prozent Minus, wenn man dort einkaufte, habe die dunkelh\u00e4utigen jungen M\u00e4nner, die vielleicht Asylwerber waren, beobachtet, wie sie die Zeitungsst\u00e4nder mit frischen Zeitungen f\u00fcllten und habe an Edith Brocza gedacht, denn ich bin ja schon einmal vor drei Jahren, als der Alfred mit dem Karli unterwegs war, nach Liesing hinausgewandert, um mit ihr die <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/06\/14\/begegnung-mit-ernesto-cardenal\/\">Wotruba Kirche zu besuchen und einer Lesung mit Ernesto Cardenal<\/a> beizuwohnen. Das war das erste Mal, da\u00df ich in dieser Kirche gewesen bin, sonst habe ich nur drumherum Brobeeren gesammelt und das weckte nat\u00fcrlich Gedanken an den Tod und die Auferstehung, an die ich pers\u00f6nlich nicht glaube.<br \/>\nDie Edith war aber eine sehr liebe Schulfreundin aus der Stra\u00dfergasse. Ich habe w\u00e4hrend meines Studium auf ihre zwei Kinder, die damals sehr klein waren, aufgepasst und sie seither nicht mehr aus den Augen verloren, sondern sie zu meinen Geburtstagsfesten eingeladen, ihr meine B\u00fccher gebracht, die sie sehr treu und begeistert gelesen hat und als der Buchh\u00e4ndler in ihrem Haus zusperrte und ihr seine B\u00fccherschachteln in den Hausflur stellte, hat sie mich eingeladen, mir zu nehmen, was ich will, was ich auch reichlich tat und bei der ersten <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/05\/13\/art-magareten\/\">ART-Margareten<\/a> ist sie neben mir am B\u00fcchertisch gesessen. Sonst war sie eine Frau, die so gesund, wie es nur geht, lebte, nicht rauchte, nicht trank, biologisch kochte, sozial sehr engagiert war und \u00e4hnlich sprarsam und konsumkritisch, wie ich gewesen ist. Wieso sie trotzdem einen Tumor bekommen hat, ist eine Frage, die sich nicht so leicht beantworten l\u00e4\u00dft und die Kirche war, als ich sie erreichte, auch sehr voll und es wurde gerade der Lebensbericht verlesen, so da\u00df ich einiges erfahren konnte, was ich noch nicht von ihr wu\u00dfte.<br \/>\nUnd dann zur\u00fcck durch den Weihnachtsmarkt von Sch\u00f6nbrunn, wo schon um zehn Uhr morgens, die ersten Touristen oder waren es Einheimische mit ihren Punschbechern standen. Um drei Uhr Nachmittag war es noch viel voller und als ich heimkam habe ich  <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/12\/16\/abzahlen\/?preview=true\">Tamta Melaschwilis aufsehenerregenden Debutroman<\/a> \u00fcber die Not und das Elend der Halbw\u00fcchsigen in Kriegsgebieten, den ich mir diesmal zum Geburtstag w\u00fcnschte, gelesen, mir selber einen Punsch bereitet, im Radio gab es  zwei Stunden Diogonal zum Thema &#8220;Jura Soyfer&#8221; zu h\u00f6ren und im Schrank gab es das dicke &#8220;\u00d61 geh\u00f6rt geh\u00f6rt&#8221;- Buch von Alfred Treiber zu finden. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am achten Dezember 1912 wurde Jura Soyfer in Charkow geboren, deshalb war Cornelius Hell diese Woche in den &#8220;Gedanken f\u00fcr den Tag&#8221; vier Minuten vor sieben zu h\u00f6ren und hat das Kunstst\u00fcck zusammengebracht, eine Verbindung zwischen Advent, Krampus, Nikolo, dem &hellip; <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=18336\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[41],"tags":[],"class_list":["post-18336","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/18336","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=18336"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/18336\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=18336"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=18336"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=18336"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}