{"id":18307,"date":"2012-12-14T00:45:38","date_gmt":"2012-12-13T23:45:38","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=18307"},"modified":"2012-12-14T00:45:38","modified_gmt":"2012-12-13T23:45:38","slug":"die-zweite-reise","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=18307","title":{"rendered":"Die zweite Reise"},"content":{"rendered":"<p>&#8220;Die zweite Reise&#8221;, der 1997 erschienene, Roman genannte Text in siebzehn Kaptiteln, des 1954 in Wien geborenen Peter Campa, ist die Fortsetzung des 1995 erschienen &#8220;Auf der Reise&#8221; und ein Wien-Buch der ganz besonderen Art und daher als F\u00fchrer zu empfehlen, obwohl Campa seine Reisen auch \u00fcber die Stadtgrenze hinausmacht, nach Devinska Nova  Ves in die Slowakei, ins Marchfeld, nach Nikolsburg und 1995 sogar zum \u00d6sterreich-Schwerpunkt der Frankfurter Buchmesse kommt.<br \/>\nIch habe den GAV-Kollegen auf einem von Ernst Kostal organisierten &#8220;Wahnsinnssymposien&#8221;, die einmal im <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2008\/10\/28\/literaturverhinderungshaus-priessnitzpreis\/\">Literaturhaus<\/a> stattfinden konnten, kennengelernt. Da hat er, glaube ich &#8220;Aus dem ganz normalen Franz&#8221; gelesen und ist f\u00fcr die Zuh\u00f6rer, wie es mir <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/05\/17\/margaretner-literaturgeschichte\/\">zweimal in<\/a> <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/06\/01\/zweite-margartner-kunst-und-kulturmesse\/\">Margareten<\/a> passierte, zu lang geworden und ich dachte mir, da\u00df ich da einen \u00e4hnlich literarisch Besessenen vor mir habe, wie auch ich mich bezeichnen w\u00fcrde.<br \/>\nIch scheine um damit auffallen, zu realistisch und vielleicht auch zu psychologisch zu sein, w\u00e4hrend Peter Campa es sogar in die Textvorstellungen von Angelika Reitzer schaffte, die ich leider wegen Stephan <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/09\/26\/licht-aus-im-3raum-anatomietheater\/\">Eibls Buchpr\u00e4sentation<\/a> nicht besuchen konnte.<br \/>\nIm Reading Room liegen oder lagen seine B\u00fccher aber auf, da d\u00fcrfte es auch etwas <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/09\/21\/buchprasentation-2\/\">von mir geben<\/a> und in der &#8220;Netten Leit Show&#8221; ist er auch einmal gewesen, wie man auch im Buch bzw. bei Wikipedia von seinen anderen Auftritten lesen kann.<br \/>\nDie Buchpulikationen die man dort finden kann, sind aber mit dem  &#8220;Ganz normalen Franz&#8221;, 2003 erschienen, abgeschlossen. 2000 gab &#8220;Paul Wolf und die Katze Ursula&#8221;, alles im Triton Verlag erschienen, den es nicht mehr gibt und Christa Nebenf\u00fchr hat ihn einmal auf einer Generalversammlung, als den &#8220;Dichter der seine Literatur leben w\u00fcrde&#8221; bezeichnet, den man nur allen Erfolg und endlich entdeckt zu werden, w\u00fcnschen kann. Das hat ihn, glaube ich, Waltraud Haas gesagt, als ich mit ihr im 3 Raum Anatomie-Theater dar\u00fcber gesprochen habe und ich habe &#8220;Die zweite Reise&#8221; im April oder Mai am Spenden-B\u00fcchertisch in der Gesellschaft f\u00fcr Literatur gefunden.<br \/>\nDas Buch  weggestellt und dann, als ich gr\u00f6\u00dfenwahnsinnig dachte, das Lesen noch 2012 zu schaffen, auf meine <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/leseliste\/\">Leseliste<\/a> gesetzt. Weil ich nicht in der Alten Schmiede sein konnte, habe ich schon lange nichts mehr von Peter Campa gesehen und geh\u00f6rt und das Lesen des Buches hat mich \u00fcberrascht, weil es viel theoretischer beginnt, als ich mir vorstellte.<br \/>\nEs beginnt mit der Aufz\u00e4hlung des Sternenhimmels auf der Jesuitenwiese, dann schwenkt der Autor zu seinen Kifferfahrungen \u00fcber und ich habe angefangen, die Themenwechsel, die der Autor selbst bemerkt, aufzuschreiben, damit ich dar\u00fcber berichten kann.<br \/>\n&#8220;Die Leser m\u00f6gen entschuldigen, da\u00df der Faden dieser Erz\u00e4hlung nicht immer leicht zu finden ist&#8221;, steht so auf Seite siebenundsechzig und im Schlu\u00dfkapitel hei\u00dft es &#8220;F\u00fcr den fliegenden Themenwechsel brauche ich mich nun nicht mehr entschuldigen, scheint er doch von den Lesern meines ersten Buches mehr oder minder angenommen worden zu sein.&#8221;<br \/>\nDas habe ich nun nicht gelesen, entnehme aber Wikipedia, da\u00df Peter Campa ein Vertreter der modernen Genreliteratur ist. Die Nichtgermanistik hat hier zwar keine Ahnung was das ist und liest daher weiter, da\u00df sich Peter Campa seit seiner Pubert\u00e4t der Literatur widmet. &#8220;Im Jahr 1995 erschien die Wien-Biographie &#8220;Auf der Reise&#8221;, von der es inzwischen auch ein H\u00f6rbuch gibt.<br \/>\n&#8220;Verwoben mit seiner heimatstadt zeichnet Campa Genre- und Landschaftsbilder, wobei er sich des klassischen Erz\u00e4hlens bedient.&#8221;<br \/>\nSo geht der Leser mit Campa durch die Bezirke Wien und springt mit ihm immer wieder von Gedanken zu Gedanken, kommt vom Hundersten ins Tausendste. Lernt Campas Kindheit kennen, wo er nach der Schule im AEZ-Einkaufszentrum spazierenging und dabei von einem Polizisten angehalten wurde, lernt die Armut seines Heimatbezirkes Gumpendorfes kennen, in denen es laut Campa in den Basenawohnungen, noch immer M\u00e4use und Ameisen geben soll.<br \/>\nDie Ameisen hatte ich einmal in den Neunzigerjahren auf einem Buchweizenkuchen, die M\u00e4use gibt es auf Peter Campas Fotos zu sehen und weil ich ihn auf einem &#8220;Wahnsinssymposium&#8221; kennenlernte, davon ist in dem Buch auch viel die Rede.<br \/>\nFreud, Frankl, Reich werden zitiert, aber auch das psychiatrische Krankenhaus auf der Baumgartner H\u00f6he, das angeblich, was Campa in seinem lakonischen Ton in Frage stellt, die Nerven heilen soll und weil er schlecht schl\u00e4ft, geht er in die Kurzgasse zu der Nerven\u00e4rztin Eva Hoffmann, die ihm das Schlafmittel Truxal und das Neuroleptikum Nozinan verschreibt, auf Grund deren Wirkung er sich dann zweieinhalb Monate in die Psychiatrie begab.<br \/>\nDer Formenkreis der Schizophrenie wird beschrieben, hier scheint Peter Campa nicht ganz State of the Art zu sein, das Buch wurde auch schon 1997 geschrieben. Es geht aber auch, um den ewigen Juden, von dem Campa lapidar fragt, ob das nicht vielleicht auch ein Schlafloser war, bis zu den Wienerliedern von Hermann Leopodi &#8220;Sch\u00f6n ist so ein Ringelspiel&#8221; &#8220;Schau ich weg von dem Fleck, ist der \u00dcberzieher weg&#8221;, ein Lied, das ich eigentlich Armin Berg zuschreiben w\u00fcrde.<br \/>\nPeter Campa hat f\u00fcr seine Wien-Biographie zweifellos viel recherchiert und ist wahrscheinlich auch viel spazierenggegangen und das ist ja etwas, was ich auch sehr viel betreibe, mir also wieder eine \u00c4hnlichkeit zu dem ziemlich gleichalten literarischen Original feststelle.<br \/>\nMache ich f\u00fcr meine realistischen Romane ja auch sehr oft <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/01\/14\/studien-im-schnee\/\">Recherchetage<\/a> und gehe sowohl in den <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/05\/28\/erlesenes-pfingsten\/\">Prater<\/a>, als auch auf den <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/04\/21\/gerstl-begrabnis\/\">Zentralfriedhof<\/a> zu Fu\u00df. Peter Campa macht es aber zweifellos lapidarer. Seinem Wien-Roman fehlt die Handlung. Au\u00dfer der Katze Ursala, der er sp\u00e4ter ein eigenes Buch gewidmet hat, kommen keine Personen vor. Das Ich scheint zweifellos er selbst zu sein, damit geht er durch Wien spazieren und kommt vom Hundertsten ins Tausendste. Von Hermann Leopoldi zur F-Partei und hat auch den Mut aus Hitlers &#8220;Mein Kampf&#8221; zu zitieren und sich dar\u00fcber zu wundern, da\u00df der &#8220;Braune&#8221;, im ober\u00f6sterreichischen Braunau geboren wurde und eine Freundin namens Eva Braun hatte. Das macht wahrscheinlich den Campaischen Wortwitz aus, so da\u00df ich mich Christa Nebenf\u00fchr und Waltraud Haas nur anschlie\u00dfen kann und Peter Campas literarischer Karriere alles Gute w\u00fcnsche, der auf Seite 133 schreibt, da\u00df ihn &#8220;F-Chef J\u00f6rg Haider sicher nicht f\u00f6rdern wird.&#8221;<br \/>\nDa ich nicht alle der hundertausend Campa Themen, Beobachtungen und philosphische Betrachtungen \u00fcber Macht und Moral etc anf\u00fchren und das Buch auch nicht abschreiben kann, ist die Lekt\u00fcre desselben, sofern es noch zu bekommen ist, sehr zu empfehlen.<br \/>\nAuf den Spendentisch in der Herrengasse liegt es, glaube ich, nicht mehr, aber vielleicht noch in der Anzengrubergasse, wo der Autor \u00f6fter zu lesen scheint und auch einmal eine Veranstaltung machen wollte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8220;Die zweite Reise&#8221;, der 1997 erschienene, Roman genannte Text in siebzehn Kaptiteln, des 1954 in Wien geborenen Peter Campa, ist die Fortsetzung des 1995 erschienen &#8220;Auf der Reise&#8221; und ein Wien-Buch der ganz besonderen Art und daher als F\u00fchrer zu &hellip; <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=18307\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[41],"tags":[],"class_list":["post-18307","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/18307","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=18307"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/18307\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=18307"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=18307"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=18307"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}