{"id":17925,"date":"2012-11-21T00:50:50","date_gmt":"2012-11-20T23:50:50","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=17925"},"modified":"2012-11-21T00:50:50","modified_gmt":"2012-11-20T23:50:50","slug":"das-gedicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=17925","title":{"rendered":"Zwanzig Jahre &#8211; Das Gedicht"},"content":{"rendered":"<p>Die Lesefestwoche der Buch-Wien hat begonnen und wartet an allen literarischen Orten mit Lesungen und Veranstaltungen auf, so gab es im Literaturhaus Kulturkontakt Austria mit Grenzverkehr III zu h\u00f6ren, Steve Sem Sandbergs &#8220;Theres&#8221; in der Wien-Bibliothek und in der Hauptb\u00fccherei eine Kooperationsveranstaltung mit der Alten Schmiede zu der Zeitschrift das &#8220;Das Gedicht&#8221; &#8211; das beste aus zwanzig Jahren&#8221;.<br \/>\nNun hatte ich keine Ahnung, da\u00df es in M\u00fcnchen eine j\u00e4hrlich in Buchform erscheinende Zeitschrift namens &#8220;Das Gedicht&#8221; gibt, wohl bin ich aber meinen Literatursurfereinen auf den Namen Anton G. Leitner, dem Herausgeber und Verleger gesto\u00dfen und habe mich f\u00fcr die Lyrik entschieden, die noch dazu hochkar\u00e4ting angek\u00fcndigt war.<br \/>\nRobert Schindel, Matthias Politycki, Melanie Arzenheimer und dann noch eine Diskussion mit dem Literaturkritiker Erich Klein und dem Ex-Libris Redakteur Peter Zimmermann.<br \/>\nSo bin ich los und habe dann noch in einem der B\u00fccherschr\u00e4nke Julia Camerons &#8220;Der Weg des K\u00fcnstlers&#8221; gefunden, dieses Kultschreiblehrbuch, von dem, glaube ich, die Morgenseiten stammen, von denen Judith <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/09\/22\/zwei-jahre-in-zwei-tagen\/\">Wolfsgruber vom Writersstudio<\/a> so schw\u00e4rmt, aber keine Gedichte, aber die stehen ohnehin noch auf meiner <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/leseliste\/\">Leseliste<\/a> und f\u00fcnf Minuten vor sieben war es in der Hau\u00fcptb\u00fccherei auch noch ziemlich leer.<br \/>\nKurt Neumann habe ich zwar schon gesehen, es gab aber noch keinen B\u00fcchertisch, dann kam ein \u00e4lterer Herr mit seiner Tochter, der von Matthias Politycki sehr begr\u00fc\u00dft wurde, sp\u00e4ter ist noch Manfred Chobot erschienen, voll wurde es aber nicht so richtig, obwohl es auf dem Podium um eine Erfolgsgeschichte ging.<br \/>\nWurde die Zeitschrift &#8220;Das Gedicht&#8221; in M\u00fcnchen vor ein paar Wochen im Gasteig ja mit einer Lesung von sechzig Autoren gefeiert und Anton G. Leitner erz\u00e4hlte gleich, da\u00df er Jus studierte, vorher schon mit Friedrich Ani, Helmut Krauser und Michael Lenz befreundet war, dann mit seiner Zeitschrift begann, weil er f\u00fcr Gedichte brannte, Friederike Mayr\u00f6cker, Jandl und R\u00fchm und Manfred Chobot hat er von den \u00d6sterreichern bald ins Boot geholt. Das ging dann ein paar Jahre so, bis ihm der Steuerberater mahnte, er m\u00fcsse jetzt endlich was verdienen, dann machte er die Jahrtausendnummer, wo er die Lyriker nach ihren Lieblingsgedichten fragte und der Kanon dann in s\u00e4mtliche Medien kam, so da\u00df er seine Auflage auf einige Tausende steigerte, dann machte er eine Erotiknummer mit Gedichten von Friederike Mayr\u00f6cker, Ulla Hahn, und Gerhard R\u00fchm wurde der Pornographie verd\u00e4chtigt und es war schon wieder ein Erfolg.<br \/>\nDie n\u00e4chste Nummer widmete er dann der Religion und brachte ein Gedicht vom Papst Johannes Paul II und der Erfolg wiederholte sich, dazwischen gab er noch eigene Gedichteb\u00e4nde heraus zum Beispiel &#8220;Die Wahrheit \u00fcber Onkel Spam&#8221; und hatte schon wieder einige auflagensteigernden Verd\u00e4chtigungen Pornografisch und Amerikafeindlich zu sein.<br \/>\nIm Internet sind die Gedichte auch vertreten, sie werden auch verbloggt und verfilmt, eine reine Erfolgsstory und eigentlich kaum zu glauben, h\u00f6rt man doch immer, da\u00df niemand Lyrik liest, sie nur geschrieben wird und die Verlage sie nicht drucken will.<br \/>\nAber Anton G. Leitner brennt daf\u00fcr und die Gedichtproben, die kamen waren auch erstaunlich frisch. Melanie Arzenberger, die ich nicht kannte, hatte zum Beispiel Krimis in Lyrikform und las von lauter Toten, etwas das ich eigentlich noch nicht geh\u00f6rt habe.<br \/>\nAus Robert Schindels &#8220;Mein mausklickendes Saekulum&#8221;, habe ich, glaube ich schon an einem Tag der Lyrik in der <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/03\/16\/zum-tag-der-lyrik-2010\/\">Gesellschaft f\u00fcr Literatur<\/a> geh\u00f6rt, Matthias Polyticki war mir eigentlich nicht als Lyriker bekannt.<br \/>\nIn der Diskussion erz\u00e4hlte Anton G.Leitner weiter seine Erfolgsgeschichte und von der Qual der Wahl von den vielen Einsendungen Gedichte ablehnen zu m\u00fcssen, denn er nimmt nat\u00fcrlich auch nur das Gute und das erkennt man eigentlich sehr schnell. Nur k\u00fcndigen die abgelehnten Dichter dann das Abonnenment und das ist auch nicht gut und in der Zeitschrift Brigitte hatte er einmal eine Weihnachtsbeilage, die zur Folge hatten, da\u00df hunderte von Leser ihre Gedichte einschickten und die Zeitschrift dann zur\u00fcckzog, weil sie Angst vor ihren Lesern hatte und ein besonderer Erfolg war das bei Hanser erschienene B\u00fcchlein &#8220;SMS-Lyrik &#8211; 160 Zeilen Poesie&#8221;, das ich mir einmal, um einen halben Euro in einer Buchhandlung in der Operngasse, die es, glaube ich, nicht mehr gibt, lange bevor ich den Namen Anton G. Leitner kennenlernte, kaufte und in dem tats\u00e4chlich das Who is who der Lyrik zu finden ist. Felix Philipp Ingold, Erich Fried, Anja Utler, Wilhelm Busch etc und darin liegt wahrscheinlich auch das Geheimnis des Erfolgs. Die Verkn\u00fcpfung mit den neuen Medien und nat\u00fcrlich ein f\u00fcr Lyrik brennender extrovertierter Verleger, der seine Medienkontakte zu kn\u00fcpfen versteht und daher Erfolge hat, von denen anderen nur tr\u00e4umen.<br \/>\nErich Klein hat in seiner Rolle als Kritiker versucht diese Erfolgsgeschichte ein wenig aufzukn\u00fcpfen und Peter Zimmermann, der ja am Sonntag im Ex Libris die Frage stellte, ob der der schreibt, ein Recht auf Publikum hat, meinte, da\u00df sich nur wenige Kritiker f\u00fcr Lyrik interessieren, weil man sie nicht, wie einen Roman besprechen k\u00f6nne und fragte, ob Gedichte lektoriert werden und wer das macht?<br \/>\nEine interessante Frage, die Robert Schindel damit beantwortete, da\u00df man seine Gedichte der Lyrikerin Elisabeth Borchers gegeben h\u00e4tte und die hat dann geschaut, ob man damit was anfangen kann.<br \/>\nInteressant, einmal etwas ganz anderes, jenseits der \u00fcblichen Klischees zu h\u00f6ren, obwohl das Erfolgsrezept wahrscheinlich auch in den gro\u00dfen Namen und in der Ablehnung der nicht so &#8220;guten&#8221; Dichter liegen wird und au\u00dferdem sehr viele Zuh\u00f6ren sind ja nicht in die Hauptb\u00fccherei gekommen, um das Erfolgsrezept der Lyrik zu h\u00f6ren, was wohl auch an anderen erfolgstr\u00e4chtigen Programmen liegt und ich werde mich jetzt ins Internet begeben, um mir <a href=\"http:\/\/www.antonleitner.de\/\">Anton G. Leitners Seiten<\/a> anzusehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Lesefestwoche der Buch-Wien hat begonnen und wartet an allen literarischen Orten mit Lesungen und Veranstaltungen auf, so gab es im Literaturhaus Kulturkontakt Austria mit Grenzverkehr III zu h\u00f6ren, Steve Sem Sandbergs &#8220;Theres&#8221; in der Wien-Bibliothek und in der Hauptb\u00fccherei &hellip; <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=17925\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[41],"tags":[],"class_list":["post-17925","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/17925","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=17925"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/17925\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=17925"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=17925"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=17925"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}