{"id":17766,"date":"2012-11-18T00:34:17","date_gmt":"2012-11-17T23:34:17","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=17766"},"modified":"2012-11-18T00:34:17","modified_gmt":"2012-11-17T23:34:17","slug":"schon-wieder-einer-tot","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=17766","title":{"rendered":"Schon wieder einer tot"},"content":{"rendered":"<p>Eine Kostprobe von &#8220;Schon wieder einer tot&#8221;, Kurzkrimis mit Rezepten von Irene Wondratsch, im Oktober Verlag in der Reihe &#8220;Mord und Nachschlag&#8221;, habe ich ja schon bei der <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/10\/25\/mord-mit-nachschlag\/\">Pr\u00e4sentation in der Galerie<\/a> Kandinsky geh\u00f6rt und der Titel des siebzehn Krimis-Buches, ist, w\u00fcrde ich mal vermuten, Wolf Haas nachempfunden und da\u00df sich Krimis und Essen gut verstehen, habe wir bei <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/09\/23\/unterm-messer\/\">Eva Ro\u00dfmann<\/a> gelernt, um in \u00d6sterreich zu bleiben.<br \/>\nJetzt mag ich ja eigentlich keine Krimis, denn ich bin ja gegen Gewalt und soviel Morde, ein Wort ein Mord, ist ja absolut unrealistisch, lese sie aber trotzdem gern, weil spannend, sozialkritisch, etc. Warum aber soviel gemordet werden mu\u00df und warum wir das so gerne lesen, wei\u00df ich noch immer nicht und habe es auch bei der Lekt\u00fcre von Irene Wondratschs Buch nicht herausbekommen, denn sie mordet ja sehr gern und sehr oft.<br \/>\nOft mischen die Frauen den von ihnen betrogenen Ehem\u00e4nnern, die Schwammerln in das Gulasch oder die Mutters\u00f6hnchen befreien sich von der Mutter, indem sie die Alligatoren auf sie hetzen und oft passiert das eigentlich nicht wirklich, sondern nur in der Phantasie, in der Andeutung oder so, wie es eigentlich gar nicht passieren sollte.<br \/>\nSo gesehen sind Irene Wondratsch m\u00f6rderische Kurzbeschichten sowohl boshaft, wie auch r\u00e4tselhaft und irgendwie originell, denn da blitzen auf einmal die Pointen hervor, da\u00df man nur so staunt. Die Feministin gibt ihre kleinen b\u00f6sen Nadelstiche und die Arbeitswelt kommt bei einer, die in der Arbeiterkammer gearbeitet hat, nat\u00fcrlich auch \u00f6fter vor.<br \/>\nDazu gleich eine kleine Anekdote. Am vorigen Freitag hatte ich ja mein <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/11\/10\/geburtstagslesung\/\">Geburtstagsfest<\/a> und da war eine Frau aus der Arbeiterkammer da, die Stephan Eibl Erzberg h\u00f6ren wollte und die erz\u00e4hlte mir, da\u00df das Vorbild einer der Geschichten, in der Arbeiterkammer zu suchen w\u00e4re.<br \/>\nW\u00e4r wohl da ermordet wurde und ob &#8220;Needles and Pins&#8221; damit gemeint war?<br \/>\nEs gibt aber noch sechzehn andere Geschichten, die in vier Abteilungen unterteilt sind. &#8220;Amouren&#8221; hei\u00dft eine &#8220;Bindung(s)los, eine andere, dann gibt es noch &#8220;Rank\u00fcne&#8221; und &#8220;wunderbar sonderbar&#8221;.<br \/>\nIm Klappentext kann man lesen, da\u00df sich oft die Frauen ihrer langweiligen, schikan\u00f6sen, despotischen oder unsensiblen Ehem\u00e4nner entledigen.<br \/>\nEs gibt aber auch eine Geschichte, die der Autorin nat\u00fcrlich besonders an Herz gewachsen ist, denn da r\u00e4cht sich die Figur an ihrem Autor, weil er sie so konventionell darstellt, schreibt ihm Kommentare, bringt ihm dazu die Datei zu l\u00f6schen und am Ende sitzt sie auf seiner Brust und stopft ihm das Papier in den Mund. Ich wei\u00df schon, dazu gibt es ein irisches Vorbild, aber originell und feministisch fand ich es allemal.<br \/>\nAuch die Geschichte von den &#8220;Stummen Zeugen&#8221; und der sonderbaren Vorliebe des Inspektors f\u00fcr Pflanzen. Weil er soviel von ihnen wei\u00df, erkennt er den M\u00f6rder des Kochs vom Chinarestaurant und noch eine schrullig originelle Geschichte gibt es, in dem eine S\u00e4ngerin von ihrem Regisseur gequ\u00e4lt wird. Da gibt es Anspielungen zum Regietheater, der Regisseur mu\u00df seine Blamage von der letzten Auff\u00fchrung wieder gutmachen, wo der K\u00f6nig Marke ein Freier und Tristan ein Zuh\u00e4lter war. Jetzt gibt es &#8220;Macbeth&#8221;, die S\u00e4ngerin soll die Lady singen und bringt aus Rache ihrem Papagei Schimpfw\u00f6rter bei. Ihr Pech, da\u00df der Regisseur sie, um sich zu entschuldigen besucht und den Vogel &#8220;Es w\u00e4r der Aff gern Regisseur, doch ist das f\u00fcr das Tier zu schw\u00f6r!&#8221;, plappern h\u00f6rt. Sein Pech eigentlich, denn in der Nacht ist der Papagei verschwunden und auch der Schl\u00fc\u00dfel zur Wohnung, sie verd\u00e4chtigt ihn, sinnt auf Rache, er st\u00fcrzt in den Orchestergraben, der Schl\u00fc\u00dfel wird gefunden und der Vogel kommt unter dem Bett hervor.<br \/>\nOriginell und b\u00f6se w\u00fcrde ich sagen, es aber nur ein Teil des Ganzen, die zweite H\u00e4lfte sind die Rezepte, die es zu jeder Geschichte gibt und die sind auch zwischen einfach und ungew\u00f6hnlich angesiedelt. Geht es da ja von Schinkenkipferln, Eismarillenkn\u00f6del, Schwammerlgulasch und H\u00fcttesuppe  bis zu Papagei in Mangelsauce und Krokodil Gulasch.<br \/>\n&#8220;Uje!&#8221;, denkt man sich da, die originelle Irene wei\u00df aber Rat und empfiehlt auf wei\u00dfes H\u00fchnerfleisch auszuweichen und dieses in W\u00fcrfel zu schneiden, was man vielleicht auch als Methaper auf unsere Lese- bzw. Konsumgewohnheiten sehen k\u00f6nnte.<br \/>\nAm Schlu\u00df gibt es eine Danksagung, da wird Petra Ganglbauer als Leiterin der Autorinnengruppe gedankt, in deren Rahmen vielleicht mancher der Kurzkrimis entstanden ist. Gertraud Klemm, Gerda Sengstbratl, Helga Pregesbauer, Sonja Kohlbacher, die meisten oder alle GAV-Kolleginnnen geh\u00f6ren auch dazu und ich kann das Buch, obwohl ich Krimis gar nicht mag, wirklich sehr empfehlen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Kostprobe von &#8220;Schon wieder einer tot&#8221;, Kurzkrimis mit Rezepten von Irene Wondratsch, im Oktober Verlag in der Reihe &#8220;Mord und Nachschlag&#8221;, habe ich ja schon bei der Pr\u00e4sentation in der Galerie Kandinsky geh\u00f6rt und der Titel des siebzehn Krimis-Buches, &hellip; <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=17766\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[41],"tags":[],"class_list":["post-17766","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/17766","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=17766"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/17766\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=17766"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=17766"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=17766"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}