{"id":17644,"date":"2012-11-07T00:00:07","date_gmt":"2012-11-06T23:00:07","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=17644"},"modified":"2012-11-07T00:00:07","modified_gmt":"2012-11-06T23:00:07","slug":"neue-sicht-auf-die-zwischenkriegsliteratur-und-sechster-nanowrimotag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=17644","title":{"rendered":"Neue Sicht auf die Zwischenkriegsliteratur und sechster Nanowrimotag"},"content":{"rendered":"<p>&#8220;\u00d6sterreichische Literatur zwischen den Kriegen- Pl\u00e4doyer f\u00fcr eine Kanonrevision&#8221;, so hei\u00dft das neue Buch von Evelyne Polt-Heinzl, bei Sonderzahl erschienen, zu dessen Pr\u00e4sentation die Wien  Bibliothek eingeladen und das ist ja ein Thema, das mich interessiert,da ich als 1953 Geborene mit den B\u00fcchergilde Gutenberg Ausgaben ihrer Eltern aufgewachsen bin, also hin ins Rathaus, zwar gabs im Literaturhaus wieder eine Gedenklesung, aber da bin ich auch in den letzten Jahren irgenwie nicht hingekommen und es war auch noch ziemlich leer als ich die Bibliothek erreichte. Ein paar Bekannte Gesichter, vor allem \u00e4ltere Herren, die sehr wichtig taten und sich herzlich begr\u00fc\u00dften, was ja irgendwie zum Thema passt. Alfred Pfoser begr\u00fc\u00dfte und wies auf ein Zitat von Wendelin Schmid Dengler, da\u00df die Zwischenkriegsliteratur irgenwie aus einem Hochkamm best\u00fcnde und es soviele andere Autoren und Autorinnen g\u00e4be, die verge\u00dfen wr\u00e4den und ein Eu oder anderes Projekt an der Universit\u00e4t Klagenfurt, das dagegen ank\u00e4mpfte und die  Zwischenkriegszeitungen durchforstete, um herauszufinden, was an der \u00f6sterreichischen Literatur anders war, als an der Deutschen.<br \/>\nEvelyn Polt-Heinzl nannte es die neue Sachlickeit, die in \u00d6sterreich gefehlt h\u00e4tte und dann wurde auch der Unterschied zwischen der Hochkammliteratur und Zeitgeistromanen diskutiert, die einen, die guten Hoffmannsthal, Musil, Roth, die anderen, die schlechten und Evelyn Polt-Heinzl ist da offenbar angetreten, um dagegen zu revolutionieren n und wenn es nicht gerade ums Hinausschmei\u00dfe,n sondern um \u00fcber den Tellerrand zu schauen geht, bin ich auch sehr daf\u00fcr, weil ich ja eine bin, die im einundzwanzigsten Jahrhundert, die Zeitgeistromane schreibt und Dieter Bandhauser, der Sonderzahlverleger er\u00f6ffnete auch mit der Frage, ob wir einen Literaturkanon br\u00e4uchten? Was bei mir die Frage ausl\u00f6ste, was das \u00fcberhaupt ist? Die hundert B\u00fccher, die irgenwo im Internet herumgeistern, die man gelesen haben sollte, wo die Bibel, Harry Potter, Goethes &#8220;Faust&#8221; etc darauf stehen oder bezieht sich das nur auf die Jahre zwischen 1919 und 1939 und da habe ich ja einmal in der Gesellschaft f\u00fcr Literatur ein einpr\u00e4gsames Erlebnis gehabt. Eine junge Rum\u00e4nin hat ihren sehr realistischen Roman gelesen, den ein \u00e4lterer Herr im Publikum mit Musil verglichen hat und mir ist der Mund offen gestanden, denn Musil h\u00e4tte ich nicht daraus geh\u00f6rt. Inzwischen denke ich, das was das, was er kannte, sein Hochkanon, das was er in der Schule lernte und heute lernt man da viel weniger und in den Zwanzigerjahren hat es offenbar auch schon sehr viel Autoren und Autorinnen gegeben und ich finde es ebenso schade, da\u00df sie vergessen sind, bzw. kenne ich  sehr viele durch den B\u00fccherschrank meiner Eltern und auch durch Evelyne Polt Heinzl Buch &#8220;Zeitlos&#8221; und nat\u00fcrlich auch durch die offenen B\u00fccherschr\u00e4nke, wo man Joe Lederer, Vicki Baum und vieles anderers finden kann.<br \/>\nEvelyne Polt Heinzls Buch ist sehr ungew\u00f6hjnlich aufgebaut, erkl\u00e4rte Alfred Pfoser n\u00e4mlich in drei Hauptkapitel, die wiederum in drei\u00dfig Unterkapitel aufgeteilt sind. Eines hei\u00dft &#8220;Der erste Weltkrieg und sein T\u00f6chter&#8221;, ein anderes &#8220;Gro\u00dfstadtmetropolen und neue Medien&#8221; da ist das Radio damit gemeint und Vera Borek las ein paar Textbeispiele. Zuerst zwei M\u00e4nner mit Zeitromanen bzw. einen, der seine Kriegstraumatisierung, wie Evelyn Polt Heinzl meinte durch eine sehr zerrissene Sprache zum Ausdruck brachte. Georg Fr\u00f6schl und Rudolf Geist, beide mir v\u00f6llig unbekannt aber jetzt werde ich in den B\u00fccherschr\u00e4nken auf sie achten. Dann kam ein St\u00fcck aus Elias Canettis &#8220;Blendnung&#8221;, was wieder als Hochkammliteratur bezeichnet wurde, ein Buch, das ich zweimal gelesen habe und, da\u00df mich sehr beidruckte. Bei den Frauen hatte Evelyne Polt-Heinzl Joe Lederer, die ich durch ihr &#8220;Zeitlos&#8221;- Buch kennenlernte und auch im B\u00fccherschrank gefunden habe und eine mir unbekannte Linzerin und Evelyn Polt-Heinzl meinte, da\u00df sowohl Musil, als auch Roth ein konservatives Frauenbild h\u00e4tte. Bei Musil kann ich das nicht beurteilen, habe ich ja den &#8220;Mann ohne Eigenschaften&#8221; 1973 oder 74 gelesen und nicht verstanden, die Agathe w\u00e4re mir aber sehr emanzipiert erschienen. bei Roths <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/07\/25\/radetzkymarsch\/\">&#8220;Radetzkymarsch&#8221;<\/a> stimmt es aber, da habe ich ja schon geschrieben, da\u00df die Frauen dort entweder, als Haush\u00e4lterinnen oder als Huren beschrieben werden. \u00dcbrigens hatte ich gestern eine Suchanfrage &#8220;Wor\u00fcber handelt es sich beim Radetzkymarsch?&#8221;<br \/>\nDarum, sowie um die zerfall der Monarchie und um den Tafelspitz und Kirschenkn\u00f6del. Danach kam in der Diskussion Rudolf Brunngraber und sein <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/05\/10\/karl-und-das-zwanzigste-jahrhundert\/\">&#8220;Karl und das zwanzigste Jahrhundert&#8221;<\/a> an die Reihe. Ein Buch, das ich ja inzwischen f\u00fcr unlesbar halte, aber von Milena wiederaufgelegt wurde und die Frage, an der ja schon Ruth Asp\u00f6ck scheiterte, war er jetzt ein Nazi oder nicht wurde wieder diskutiert. Dieter Bandhauers Eltern haben jedenfalls seine B\u00fccher aus ihren B\u00fccherschrank geschmissen, meine haben ihn drinnen gelassen und Ruth Asp\u00f6ck hat ihn dankenswerterweise auch wieder aufgelegt.<br \/>\nEine interessante Diskussion und ein interessantes Buch an Hand dessen man tats\u00e4chlich die Literatur der Zwanzigerjahre entdecken kann.<br \/>\nEs gab wieder Wein und Brot, Marlene Streeruwitz stand ziemlich einsam in einer Ecke, ich habe mit einem alten Herrn diskutiert, der auch am <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/11\/06\/schweizer-buchpreislesung-und-funfter-nanowrimotag\/\">Montag<\/a> im Literaturhaus war und von Dostojewski schw\u00e4rmte,sowie Dieter Bandhauser danach gefragt, was der Kanon ist? Er konnte mir aber auch keine Antwort geben, welche B\u00fccher man gelesen haben soll. Ich halte mich aber ohnehin nicht daran, lese was ich finde und gestern gabs sogar Stephenie Meyers &#8220;Bi\u00df zum Morgengrauen&#8221; im B\u00fccherschrank, das ich eigentlich lesen m\u00f6chte, nur ist meine B\u00fccherliste inzwischen schon sehr voll, so da\u00df ich nun zum <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/11\/05\/nanowrimoschreiben-2012\/\">Schreiben<\/a> komme und da war ich sehr flei\u00dfig. Vier, f\u00fcnf Szenen habe ich geschrieben und bin bis zu 46733 W\u00f6rter gekommen, danach habe ich gedacht &#8220;Aus die Maus&#8221; und habe meine <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/10\/26\/jurysitzung-und-nanowrimoplane\/\">Laudatio f\u00fcr den Prosapreistr\u00e4ger<\/a> geschrieben, den ich f\u00fcr den Lebensbericht vorgeschlagen habe und der eigentlich ein Lyriker ist. Macht ja nichts habe ich gedacht und bin aber ziemlich unbefriedigt in die Wien Bibliothek gegangen. Denn wenn ich das jetzt korrigiere fallen ja noch einmal tausend Worte weg. Da\u00df ich den Schreibproze\u00df wieder in einem Nachwort beschreiben m\u00f6chte, habe ich mir aber schon am Vormittag gedacht, wie mache ich es jetzt mit den dreitausend Worten die mir noch fehlen? Ich k\u00f6nnte einen Epilog oder einen Prolog anf\u00fcgen, einen Brief der Lea an den kleinen Leo, den dieser an seinem achtzehnten Geburtstag bekommt und die Lea k\u00f6nnte vielleicht nach der euphorischen Schlu\u00dfszene doch gestorben sein. Am Weg ins Rathaus sind mir dann noch drei Szenen eingefallen und wahrscheinlich wird es der Kasi sein, der einen Schlaganfall erleidet, vorher bekommt die Lea aber noch ein Lebkuchenherz vom der Tina und am Schlu\u00df oder am Beginn gibts den Brief an den kleinen Leo, ich werde  wahrscheinlich doch die f\u00fcnfzigtausend Worte schaffen und damit morgen oder \u00fcbermorgen fertig sein. Toll eigentlich am siebenten Tag, plus der Woche, die ich schon vorgeschreiben habe, fertig zu sein und den Rest des Monats korrigieren. Dann werde ich auch wieder mehr Zeit haben meine B\u00fccher zu lesen und eigentlich bin ich mit dem Schreibproze\u00df zufrieden, obwohl der alte Herr, dem ich meine B\u00fccher zeigte, mir erkl\u00e4rte, da\u00df er sich nicht mit dem Tod besch\u00e4ftigen will.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8220;\u00d6sterreichische Literatur zwischen den Kriegen- Pl\u00e4doyer f\u00fcr eine Kanonrevision&#8221;, so hei\u00dft das neue Buch von Evelyne Polt-Heinzl, bei Sonderzahl erschienen, zu dessen Pr\u00e4sentation die Wien Bibliothek eingeladen und das ist ja ein Thema, das mich interessiert,da ich als 1953 Geborene &hellip; <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=17644\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[41],"tags":[],"class_list":["post-17644","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/17644","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=17644"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/17644\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=17644"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=17644"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=17644"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}