{"id":16996,"date":"2012-10-10T00:01:29","date_gmt":"2012-10-09T22:01:29","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=16996"},"modified":"2012-10-10T00:01:29","modified_gmt":"2012-10-09T22:01:29","slug":"schule-der-intellektuellen-selbstverteidigung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=16996","title":{"rendered":"Schule der intellektuellen Selbstverteidigung"},"content":{"rendered":"<p>Der in Bulgarien geborene,in Kenya aufgewachsene, in Bombay, Kapstadt und jetzt in <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/09\/22\/filmpremiere\/\">Wien lebende<\/a> <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/12\/27\/der-weltensammler\/\">Autor<\/a> Ilija Trojanow engagiert sich ja sehr f\u00fcr Aufkl\u00e4rung und Freiheit, so hat er mit Julie Zeh &#8220;Angriff auf die Freiheit&#8221; herausgegeben, in <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/09\/05\/eistau-zum-saisonstart\/\">&#8220;Eistau&#8221;<\/a> geht es um das Sterben der Gletscher und jetzt hat er im Aktionsradius am Gaussplatz, den vierteiligen Oktoberkurs &#8220;Schule der intellektuellen Selbstverteidigung&#8221; initiert, dessen Ziel es ist &#8220;Kompetenzen zu vertiefen und altes und neues Wissen mit ungehorsamer Praxis zu verbinden&#8221;.<br \/>\nSo war letzten Dienstag &#8220;Das Recht auf die Stadt&#8221; Thema, diese Woche ging es um &#8220;Mythen entmachten&#8221; und davon habe ich, obwohl ich das Aktionsradiusprogramm ja zugeschickt bekommen, erst vor ein paar Tagen im &#8220;Leporello&#8221; erfahren, ist der Gau\u00dfplatz ja weit und vielleicht auch nicht so unbedingt literarisch, so war ich das letzte Mal, glaube ich, vor drei Jahren <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/03\/11\/bibliotheca-total\/\">dort<\/a> und habe Christine Werner getroffen und Katharina Tiwald kennengelernt, bei einem Stadtspaziergang zu den <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/06\/04\/stadtflanerie\/\">unterirdischen Bibliotheken<\/a> war ich dann auch einmal. So bin ich also statt zur Wiener Vorlesung zur Literatur von Franz Joseph Czernin in der Alten Schmiede zum Gaussplatz hinausgewandert und habe ihn, weil ich schon so lange nicht dort war, fast nicht gefunden, als ich mich in der Unteren Augartenstra\u00dfe bei zwei jungen Frauen nach dem Weg erkundigte, schauten mich die erstaunt an und meinten, das w\u00e4re noch sehr weit, dann habe ich, glaube ich, noch zehn Minuten gebraucht. Ja die Stadtflaneure haben anderen Vorstellungen von den Weiten, ich war aber sp\u00e4t dran und bin zu sp\u00e4t gekommen. So war es in dem Veranstaltungsraum schon sehr voll, die Leute haben gerade geklatscht und Ilija Trojanow hat gerade den Vortrag eingeleitet, dabei hat er vom Perspektivenwechsel gesprochen und davon erz\u00e4hlt, da\u00df die Menschen in den bulgarischen Gef\u00e4ngnissen am besten \u00fcber die politische Lage Bescheid wu\u00dften, weil sie zwischen den Zeilen lesen konnten und, da\u00df die Leute, die gar keine Zeitungen lesen, besser informiert sind, als die, die ihr Wissen von den Boulvardmedien beziehen.<br \/>\nDann kam er zu den Werbebotschaften von denen wir \u00fcberflutet werden, es sind dreitausend t\u00e4glich und er dachte es w\u00e4ren dreihundert und dann schon zu den Mythen, die es zu entmachten galt und da hatte er einen Experten eingeladen und zwar Peter Fleissner vom Verein zur F\u00f6rderung linker Diskurse und der projezierte eine Reihe solcher Mythen wie &#8220;\u00d6sterreich ist eine Insel der Seligen&#8221;, &#8220;Wir sitzen alle im selben Boot&#8221;, &#8220;Jeder der arbeiten will erh\u00e4lt auch Arbeit&#8221;, &#8220;Wir leben \u00fcber unsere Verh\u00e4ltnisse&#8221;, &#8220;Alle m\u00fcssen ohne Schulden auskommen&#8221;, &#8220;Die Unternehmen investieren nicht, weil sie niedrige Gewinne machen&#8221;, &#8220;Die Staatsschulden sind die Ursache der Krise&#8221;, &#8220;Die Griechen sind faul&#8221;, an die Wand und begann sie mit Zahlen und Tabellen zu widerlegen. Nicht alle, eher die, wo es um den Reichtum und die Arbeit ging, den letzten lie\u00df er aus, denn da waren  andere Experten eingeladen, n\u00e4mlich die Schauspielerin Katharina Stemberger und ihr Mann Fabian Eder, dem es reichte immer \u00fcber die Griechenland Krise zu h\u00f6ren, so da\u00df er hin fuhr, mit drei\u00dfig Griechen sprach und einen Film mit dem Titel &#8220;Griechenland bl\u00fcht&#8221;, drehte, der schon im Fernsehen lief und Katharina Stemberger erz\u00e4hlte mit Begeisterung, wie viel man  als Einzelner bewirken kann, wenn man sich wirklich engagiert und einsetzt.<br \/>\nDie Diskussion drehte sich dann lange \u00fcber Griechenland, bis Ilija Trojanov wieder energisch zu den Mythen zur\u00fcckholte und nachdenken lie\u00df, wie man sonst noch Widerstand leisten und etwas bewirken kann. N\u00e4chste und \u00fcbern\u00e4chste Woche geht es  mit &#8220;Die Welt als Allmende&#8221; und dem &#8220;Umgang mit Reichtum&#8221; weiter. Ich bin pers\u00f6nlich ja etwas skeptisch, was die Kraft des Einzelnen im Ver\u00e4ndern betrifft, es ist aber sicher spannend dar\u00fcber nachzudenken und das Thema Griechenland ist auch eines, das mich  sehr interessiert, da habe  ich auch einen <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/12\/27\/faule-kredite\/?preview=true\">Krimi <\/a>dar\u00fcber gelesen und mich selbst auch ein bi\u00dfchen mit dem Schreiben dar\u00fcber besch\u00e4ftigt, beziehungsweise dar\u00fcber nachgedacht, wie ich das tun k\u00f6nnte.<br \/>\nAnsonsten ist es sicher wichtig, nicht nur bez\u00fcglich der Literatur, wie ich ja immer schreibe, sondern auch in Sachen Wirtschaftskrise \u00fcber den Tellerrand hinauszudenken und da das Thema Griechenland  bez\u00fcglich des Merkl-Besuchs in Athen derzeit in den Medien ist, hatte ich auch die Gelegenheit dar\u00fcber nachzudenken, da\u00df die siebentausend Polizisten, die die Stadt in eine Hochsicherheitszone verwandelten, um die deutsche Kanzlerin vor den griechischen Emotionen zu sch\u00fctzen, ja sicher auch sehr teuer war.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der in Bulgarien geborene,in Kenya aufgewachsene, in Bombay, Kapstadt und jetzt in Wien lebende Autor Ilija Trojanow engagiert sich ja sehr f\u00fcr Aufkl\u00e4rung und Freiheit, so hat er mit Julie Zeh &#8220;Angriff auf die Freiheit&#8221; herausgegeben, in &#8220;Eistau&#8221; geht es &hellip; <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=16996\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[41],"tags":[],"class_list":["post-16996","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/16996","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=16996"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/16996\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=16996"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=16996"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=16996"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}