{"id":16877,"date":"2012-10-06T13:40:11","date_gmt":"2012-10-06T11:40:11","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=16877"},"modified":"2012-10-06T13:40:11","modified_gmt":"2012-10-06T11:40:11","slug":"rund-um-die-burg-neu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=16877","title":{"rendered":"Rund um die Burg neu"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_16864\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/literaturgefluester.files.wordpress.com\/2012\/10\/20121005-202232.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-16864\" src=\"http:\/\/literaturgefluester.files.wordpress.com\/2012\/10\/20121005-202232.jpg?w=300\" alt=\"Jochen Jung\" title=\"Jochen Jung\" width=\"300\" height=\"198\" class=\"size-medium wp-image-16864\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-16864\" class=\"wp-caption-text\">Jochen Jung<\/p><\/div>\n<p>Da\u00df das <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/09\/09\/anderungen-und-neuer-ideenschwung\/\">Literaturfestival<\/a> im einundzwanzigsten Jahr seines Bestehens umstrukturiert wurde, nicht mehr im zweiten Septemberwochenende, auch nicht mehr rund um die Uhr stattfindet und von Wien live statt von Asset organisiert wird, habe ich schon geschrieben. Allm\u00e4hlich drangen auch die Nachrichten ein, wie die Neuauflage stattfinden wird. Er\u00f6ffnungsveranstaltung direkt im Burgtheater und ansonsten an verschiedenen Orten im Cafe Landtmann, das ist, glaube ich, nicht ganz so neu, da, wenn ich mich recht erinnere, das Landtmann in den ersten Jahren einbezogen war und statt dem Lesezelt wird es ein B\u00fccherzelt mit sieben ausstellenden Buchhandlungen geben. So weit so gut und irgendwie bin ich nicht mehr jung genug, um mich auf Ver\u00e4nderungen wirklich gerne einzulassen, um so mehr, da zu der Er\u00f6ffnungsveranstaltung mit Otto Schenk, Z\u00e4hlkarten gefordert waren, die man nur an der Tageskasse bekam. Nun interessiere ich mich ja nicht unbedingt f\u00fcr Otto Schenk, bin aber eine, die Veranstaltungen gerne komplett erleben will und so wu\u00dfte ich nicht recht, wie ich es mit der Er\u00f6ffnung mache? Da die Tageskasse aber bis sechs ge\u00f6ffnet hat und ich relativ fr\u00fch mit den Durchsehen der &#8220;Ohrenschmaus&#8221;-Texte und einer Befundbesprechung fertig wurde, war ich schon um halb vier beim Burgtheater, stand ein bi\u00dfchen vor der Kassa an, um zu erfahren, es gibt keine Z\u00e4hlkarten mehr.<br \/>\nDa\u00df das Cafe Landtmann vielleicht nicht die Platzkapazit\u00e4ten, wie das Zelt hat, habe ich mir schon vorher  gedacht, wu\u00dfte ich ja von fr\u00fcher, da\u00df das bis Mitternacht oft sehr voll war, ein Herr sagte mir beim Weggehen &#8220;Wer interessiert sich schon f\u00fcr Otto Schenk? Ich zwar nicht unbedingt so sehr, aber eine Stunde mir die F\u00fc\u00dfe in den Bauch treten, wollte ich auch nicht, umso mehr, da ich auf dem Platz zwischen dem Landtmann und dem Burgtheater, ein kleines Zelt stehen sah, aber das beherbergte keine B\u00fccher, sondern ein Auto und ein paar junge Frauen standen mit riesigen Papptafeln davor und fragten mich zweimal, ob ich eine Autofahrt machen wolle?<\/p>\n<div id=\"attachment_16865\" style=\"width: 208px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/literaturgefluester.files.wordpress.com\/2012\/10\/20121005-205742.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-16865\" src=\"http:\/\/literaturgefluester.files.wordpress.com\/2012\/10\/20121005-205742.jpg?w=198\" alt=\"Eva Jancak\" title=\"Eva Jancak\" width=\"198\" height=\"300\" class=\"size-medium wp-image-16865\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-16865\" class=\"wp-caption-text\">Eva Jancak<\/p><\/div>\n<p>Wollte ich nicht, sondern zum Lesefestival, das ja angeblich eine sehr wichtige Veranstaltung ist, also suchte ich das B\u00fccherzeit, das war dann dort, wo man fr\u00fcher vom Zelt zu den Klos bzw. zum Kinderzelt gegangen ist und ging dann zum Foyer, weil ich dachte, vielleicht steht dort jemand, der eine Karte zuviel hat, ich sah aber nur Helmut Schneider mit seinem Team, wu\u00dfte nicht, ob ich mich trauen soll, ihn anzusprechen, sprach dann eine seiner Assistentinnen an und erkundigte mich mi\u00dftrauisch, ob wenigstens das Cafe Landtmann Platz f\u00fcr alle h\u00e4tte, inzwischen kam Robert Huez aus dem Burgtheater, der auch keine Karte bekommen hatte und ein freundlicher Mann, bot mir schlie\u00dflich an, da\u00df ich mit ihm hinaufgehen k\u00f6nne und habe mich dann <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/09\/19\/kriminacht\/\">wieder<\/a>, das ist vielleicht die \u00f6sterreichische L\u00f6sung, auf einen der reservierten und nicht von den VIPs in Anspruch genommenen Pl\u00e4tze, in die zweite Reihe gesetzt. Dann lief in verk\u00fcrzter Form, das \u00dcbliche ab, Stadtrat Mailath Pokorny er\u00f6ffnete und dann der Edy Winter, der mir damals in der <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/05\/17\/margaretner-literaturgeschichte\/\">Szene Margareten<\/a>, die Lesung absagte, als ich mich nach dem Honorar erkundigte und der im Hauptberuf bei den Wiener Linien f\u00fcr die Kinder Bim verantwortlich ist, die am Samstag, um den Ring statt des Kinderzelts herumfuhr. Dann kam noch die Besitzerin des Cafe Landtmanns und teilte ihre Begeisterung f\u00fcr das Lesen und die Kaffeehausliteratur mit und dann schon Otto Schenk mit seinem Buch &#8220;Weil mir so fad ist&#8221;, eine Art Lebenserinnerung, der beim Hinaufgehen recht gebrechlich wirkte, beim Lesen aber total vital und sprachgewaltig war.<br \/>\nDanach gings los, die Veranstalter w\u00fcnschten den Lesern viele B\u00fccherk\u00e4ufe und versprachen, da\u00df die Autoren im B\u00fccherzelt f\u00fcrs Signieren und f\u00fcr Gespr\u00e4che zur Verf\u00fcgung st\u00fcnden und ich ging in den Keller, n\u00e4mlich ins Theater &#8220;Neue Trib\u00fcne&#8221;, Wiens \u00e4ltestes Kellertheater, das seit 1953 bespielt wird, wie der Moderator betonte, der Klaus N\u00fcchtern ank\u00fcndigte.<br \/>\nNeu war, da\u00df die Lesungen ab da abwechselnd im Keller bzw. in der Bel Etage im ersten Stock des Hauses stattfanden, wozu man das Kaffeehaus umrunden mu\u00dfte und sich meine Bef\u00fcrchtungen keinen Platz zu bekommen, vorerst best\u00e4tigten. Bei Klaus N\u00fcchtern ging es noch, denn Otto Schenk hat keine Stunde gelesen und der Literaturkritiker, der <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/11\/08\/staatspreis-fur-literaturkritik-und-jury-andruchowytsch\/\">2011 den Staatspreis f\u00fcr Literaturkritik<\/a> bekommen hat, hat sein neues Buch \u00fcber Buster Keaton vorgestellt. Als er damit fertig war, hatte Dietmar Grieser in der Bel Etage schon begonnen und ich lief hinter Barbara Frischmuth, die sp\u00e4ter lesen sollte, in den ersten Stock hinauf und stand mit ihr, im Nebenzimmer, weil der Lesesaal schon besetzt war und sich die Leute darum stritten, einen Platz zu bekommen. Dietmar Grieser las aus seinem neuen Buch &#8220;Das gibts nur in Wien&#8221; und kam  gleich zu Barbara Frischmuth, mit der er einmal Schwammerln gegessen hat. &#8220;Sie liest in zwei Stunden!&#8221;, k\u00fcndete er an und hatte keine Ahnung, da\u00df sie im Nebensaal zuh\u00f6rte und ich kann meine Geschichte wiederholen, da\u00df ich, wahrscheinlich 2001 im Zelt gesessen bin, das sich allm\u00e4hlich f\u00fcllte, weil Dietmar Grieser angek\u00fcndet war. Am Podium sa\u00df vom Literaturhaus eingeladen, eine kleine Alte Dame namens <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/10\/25\/vor-dem-90-geburtstag\/\">Ilse Aichinger<\/a> und las mit zittriger Stimme und \u00fcberzog ihre Zeit um ein paar Minuten, was die \u00e4lteren Damen im Publikum sichtlich irritierte und ich dachte, in ein paar Jahren wird der Grieser dasitzen und \u00fcber seine Begegnung mit Ilse Aichinger  berichten, was ich ihm auch einmal erz\u00e4hlte. Jetzt wird er das nicht mehr im Zelt tun k\u00f6nnen, denn es ging in den Keller zu Gerhard T\u00f6tschinger, einem sehr wortgewaltigen und selbstbewu\u00dften Herrn, der wie er sagte, in diesem Theater schon viel gespielt hat. Er stellte sein Buch \u00fcber &#8220;Bella Italia&#8221; vor und tat das solange, da\u00df ich wieder zu sp\u00e4t in den ersten Stock kam. Da dachte ich, da\u00df Thomas Sautner lesen wird und war erstaunt, einen \u00e4lteren Herrn vorzufinden, der von Portraits von Postgeneraldirektoren, Sitzungen beim &#8220;Alten&#8221; Bruno Kreisky und vom Stempelmarken picken las und wunderte mich auch im Publikum einige Herren in blauen Anz\u00fcgen und Krawatten zu finden, die man sonst nicht bei Lesungen sieht, bis mich der Moderator davon unterrichtete, da\u00df Anton Wais, der ehemalige Postgeneraldirektor ist.<\/p>\n<div id=\"attachment_16866\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/literaturgefluester.files.wordpress.com\/2012\/10\/20121005-212929.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-16866\" src=\"http:\/\/literaturgefluester.files.wordpress.com\/2012\/10\/20121005-212929.jpg?w=300\" alt=\"Andrea Maria Dusl\" title=\"Andrea Maria Dusl\" width=\"300\" height=\"198\" class=\"size-medium wp-image-16866\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-16866\" class=\"wp-caption-text\">Andrea Maria Dusl<\/p><\/div>\n<p>Man sieht, die Mischung zwischen Literatur und B\u00fcchern von prominenten Saalf\u00fcllern wurde beibehalten und in den zwei S\u00e4len gab es zwei Moderatoren, die das Publikum nach jeder halben Stunde zum Lesen und zum B\u00fccherkaufen aufforderten. Auch sonst waren die Stimmung \u00e4u\u00dferst freundlich, denn am Einang zur BelEtage standen zwei junge Frauen, die einen jedes Mal extra begr\u00fc\u00dften. Allm\u00e4hlich wurde es Literarischer und im Kellertheater habe ich immer Platz gefunden, in der Bel Etage bin ich zweimal am Boden gesessen, bis es auch da leerer wurde.<br \/>\nWeiter gings, wie schon erw\u00e4hnt, mit Barbara Frischmuths &#8220;Woher wir kommen&#8221;, aus dem ich schon in der <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/09\/18\/saisoneroffnung-mit-barbara-frischmuth\/\">Alten Schmiede<\/a> h\u00f6rte, sie hat auch die zwei selben Stellen gelesen. Oben las dann Thomas Sautner aus den &#8220;Gl\u00fccksmachern&#8221;, wo ein Versicherungsangestellter sich einen Haufen esoterischer B\u00fccher kauft und eine Gl\u00fccksversicherung organisieren soll. Bei den n\u00e4chsten zwei Lesungen <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/08\/03\/wolkenherz\/\">Jochen Jungs &#8220;Wolkenherz&#8221;<\/a> und <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/02\/06\/die-besucher\/\">Kurt Palms &#8220;Die Besucher&#8221;<\/a> wars auch egal, ob ich zu sp\u00e4t komme, habe ich die B\u00fccher ja schon gelesen. Bei Andrea Maria Dusl &#8220;Ins Hotel konnte ich ihn nicht mitnehmen&#8221; tat ichs dann und das war sehr schade, denn das Buch \u00fcber den Russen ihres Vaters und der Russlandreise, die die Familie machte, um offenbar den Kriegskameraden zu treffen, war sehr interessant und die Dusl ist ja eine mit einer deftigen Sprache, obwohl ich nicht mit allen, was sie  schreibt, einverstanden bin.<br \/>\nInzwischen ist der Alfred gekommen und hat ein bi\u00dfchen fotografiert und statt bei Rudolf Taschner, habe ich  die n\u00e4chste halbe Stunde im B\u00fccherzelt verbracht und auch einen Kaffee getrunken. Dann las Ruth Cerha aus &#8220;Zehntelbr\u00fcder&#8221; und Lilian Faschinger aus einem Art Kriminalroman, wo eine Gerichtsmedizinerin, die bei allen Leuten, die sie trifft, gleich ihre Diagnosen stellt, beim Begr\u00e4bnis ihres Vaters einen Jugendfreund trifft.<br \/>\nDann wars halb zw\u00f6lf und die Kriminacht begann, was auch beibehalten wurde, so da\u00df ich zwar meistens den Anfang vers\u00e4umte, aber Petra Hartliebs zweiten Krimi \u00fcber die Wiener Inspektorin Anna Habl und den Berliner Thomas Bernhard, h\u00f6ren konnte. Robert Seethaler, den ich nicht kannte, hatte etwas \u00fcber einen &#8220;Trafikanten&#8221;, der in das dritte Reich und in die Zeit des Anschlu\u00df f\u00fchrte. <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/11\/10\/erster-messetag-2\/\">Susanne Wiegele<\/a> habe ich schon einmal auf der Buch Wien geh\u00f6rt und mich \u00fcber ihren Borderline-Ermittler gewundert und jetzt glatt auf Dolores Schmiedinger und ihre unartigen Lebenserinnerungen vergessen, die genau, wie &#8220;Fetzers zweiter Fall&#8221; ins Sado Maso Milieu f\u00fchren und der neue Wiegele Krimi, die auch Psychologie studiert hat, besch\u00e4ftigt sich mit den Kindesmi\u00dfhandlungen in Heimen, ein Thema mit dem sich auch Andreas Pittler besch\u00e4ftigt hat.<br \/>\nAber noch sollte im Keller die letzte <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/04\/11\/otto-stoessel-preis-an-andrea-grill\/\">Otto-Stoessel-Preistr\u00e4gerin Andrea Grill<\/a> aus ihrer &#8220;Liebesmaschine LYC&#8221;, vielleicht ein Ersatz f\u00fcr die Erotiknacht lesen, was aber eher ein Reisebericht war und als ich die Stufen hinunterstieg, sah ich sie hinaufkommen und der Theatersaal war geschlossen. Als ich hinaufging, kamen mir einige Frauen entgegen, die auch von der Bel Etage kamen und als ich den Er\u00f6ffnungsmoderator, der vor dem Cafe stand, fragte, ob Andrea Grill schon gelesen h\u00e4tte, sagte mir der, da\u00df die Veranstaltung wegen mangelnden Publikumsinteresse ausfallen w\u00fcrde, aber, wenn man vom ersten Stock in den Keller mu\u00df, braucht man einige Zeit. Da mir die beiden Frauen folgten und  &#8220;Wir sind ja da!&#8221;, riefen und Andrea Grill auch noch da stand, wurde der Saal wieder aufgesperrt und die Veranstaltung fand vor sieben oder acht Leuten statt. Sogar der Fotograf ist zur\u00fcckgekommen, es war aber nicht der, mit dem ich die letzten Jahre, die <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/09\/17\/zwanzig-jahre-rund-um-die-burg\/\">Nacht im Zelt<\/a> verbrachte und um eins war das Zelt meistens  noch sehr voll.<br \/>\nBei Andreas Pittler im ersten Stock waren aber einige Leute, als ich hinaufkam. Er las aus &#8220;Zores&#8221;, wo <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/12\/23\/chuzpe\/\">Mayor Bronstein<\/a> nun auch in der Zeit des Anschlu\u00dfes einen Mord an einen Nazi aufkl\u00e4ren mu\u00df, w\u00e4hrend er sich selbst bedroht f\u00fchlt.<br \/>\nDann gings nach Hause, weil es erst wieder um neun  mit Julya Rabinowichs &#8220;Erdfresserin&#8221; weiterging, das Buch aus dem sie, glaube ich, beim <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/07\/08\/freitaglesung\/\">Bachmannpreis<\/a> gelesen hat und das mich sehr beeindruckte durch die Direktheit des Erz\u00e4hlten. Eine Illegale auf einer Odyssee in den Untergang, sprich in den goldenen Westen, weils im russischen Dorf nicht genug Devisen gibt und sie einen Sohn zu ern\u00e4hren hat. Daher immer wieder schwarz \u00fcber die Grenze, der Schwester und der Mutter Geld und Medikamente f\u00fcr den kranken Sohn schicken. Der Vater ist verschwunden, die Schwester eifers\u00fcchtig und, um die teuren deutschen Schuhe f\u00fcr sie kaufen zu k\u00f6nnen, mu\u00df sie sich auch prostituieren. Dann ging es diesmal direkt im Landtmann selbst, bzw. in einem Hinterzimmer, wo es zwei B\u00fccherw\u00e4nde zu sehen gab, mit Polly Adler &#8220;Wer jung bleiben will, mu\u00df fr\u00fch damit begonnen&#8221;, ein Roman der sprachgewaltigen Kolumnistin und ein sehr guter Kontrast, zur &#8220;Erdfresserin&#8221;, n\u00e4mlich in die Schicky-Micky Welt einer Seifenoperndrehbuchautorin, die einen Liebsten hat, der ihr marokanisches H\u00fchnchen bruzzelt, eine gute alte Tante, die ihr das Selbstbewu\u00dftsein beibrachte &#8220;Trau keinem Mann, Sch\u00e4tzchen!&#8221; und die trotzdem stirbt, weiter und Cornelia Vospernig im Keller berichtete in ihrem Roman, alle bekannten Journalisten und sonstwie Prominenten, scheinen einen solchen zu schreiben und damit Erfolg zu haben &#8220;Genosse Wang fragt!&#8221;, von der Gef\u00fchlswelt eines offensichtlichen chinesischen Mannes, der  seine Gef\u00fchle nicht so \u00e4u\u00dfern kann und darf und dadurch seine Frau verliert und auch an Tuberkulose erkrankt. Was dann folgte war Angelika Reitzers <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/02\/21\/unter-uns\/\">&#8220;unter uns&#8221;<\/a> und das ist ja eigentlich kein neues Buch, sondern schon vor zwei Jahren erschienen, das aber vielleicht trotzdem ganz gut zum Thema passte und dann ging es in die Breitenwirkung, obwohl anzumerken ist, so voll, wie im Zelt ist es bei &#8220;Rund um die Burg&#8221;-neu eigentlich nie geworden. Aber Joesi Prokopetz gab in seinem &#8220;So weit so komisch&#8221; Einblick in das goldene Wienerherz, die Leute lachten und Georg Markus hatte auch was zum Humor mit seinem &#8220;Wenn man trotzdem lacht&#8221;.<br \/>\nMit den Science Busters &#8220;Gedankenlesen durch Schnecken&#8221; war dann dieser Literaturmarathon beendet und einiges fehlte, wie zum Beispiel, die Schule f\u00fcr Dichtung, die Burgtheatereinlage um Mitternacht, die Darbietungen des Literaturhauses und des Volksstheaters und nat\u00fcrlich auch die Erotiknacht, obwohl ich von der ja nie so begeistert war und um ein endg\u00fcltiges Resumee zu ziehen. So schlecht wars nicht, nur halt eine Sparvariante und einige der aktuellen Neuerscheinungen, wie z.B. die der Vea Kaiser, von Cornelia Travnieck,  Milena Michiko Flasar, Martin Horvath mit seinem &#8220;Mohr im Hemd&#8221;, Anna Kim, die am Freitag \u00fcbrigens im Literaturhaus las, Clemens J. Setz, Teresa Pr\u00e4auer, die neue Aspekte-Preistr\u00e4gerin, etc, fehlen. Da\u00df es nicht mehr rund um die Uhr ist, finde ich pers\u00f6nlich schade, habe aber nat\u00fcrlich ein Bett zu Haus und kann auch so zu gen\u00fcgend Veranstaltungen gehen.<br \/>\nDas Cafe Landtmann w\u00fcrde ich sogar sagen, ist ein eleganterer Rahmen, es gibt ein Klo, es war sogar fast zu warm, nur vielleicht ein bi\u00dfchen zu klein, zumindestens, was die Sto\u00dfzeiten betraf und vor allem habe ich das Hin- und Herwandeln l\u00e4stig gefunden. Man bleibt dadurch zwar wach, vers\u00e4umt aber nicht nur die Anf\u00e4nge, sondern, wenn man nicht sehr viel Gl\u00fcck hat, sogar die Lesung selbst und ist meiner Meinung nach nicht n\u00f6tig!!!<br \/>\nDas Kellertheater h\u00e4tte auch gen\u00fcgt und jetzt ist es nach eins, das Mittagessen k\u00f6chelt auf der Herdplatte, der Blog ist geschrieben und wenn ich gegessen habe, breche ich ins Museusquartier auf, um mir den vierten Jeunesse Tag zu geben, das hei\u00dft halbst\u00fcndige Musikveranstaltungen von f\u00fcnfzehn bis zweiundzwanzig Uhr und das B\u00fccherlesen, ich bin ja gerade bei der Anna Weidenholzer, werde ich auf den Sonntag verschieben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Da\u00df das Literaturfestival im einundzwanzigsten Jahr seines Bestehens umstrukturiert wurde, nicht mehr im zweiten Septemberwochenende, auch nicht mehr rund um die Uhr stattfindet und von Wien live statt von Asset organisiert wird, habe ich schon geschrieben. 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