{"id":16852,"date":"2012-10-08T00:59:17","date_gmt":"2012-10-07T22:59:17","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=16852"},"modified":"2012-10-08T00:59:17","modified_gmt":"2012-10-07T22:59:17","slug":"wie-durch-dunkles-glas","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=16852","title":{"rendered":"Wie durch dunkles Glas"},"content":{"rendered":"<p>&#8220;Wie durch dunkles Glas&#8221; von Donna Leon, Comissario Brunettis f\u00fcnfzehnter  Fall beginnt sowohl rasant, als auch behutsam mit dem Fr\u00fchling. Brunetti steht am Fenster in seiner Commentatura, schaut auf die Blumen hinaus und erinnert sich, wie er als Kind in diesen Zeiten die Schule schw\u00e4nzte. Die Mama hats immer gewu\u00dft und jetzt kommt ein Kollege und bittet ihn zu einem Farbenwerk hinauszufahren, da dort ein Freund, ein Umweltsch\u00fctzer, w\u00e4hrend einer Demonstration festgenommen wurde. Seine Frau hat den Freund angerufen und darum gebeten. Der Comissario machts, nimmt den Umweltsch\u00fctzer mit und wird von dessen Schwiegervater angep\u00f6belt, der ihn w\u00fcst beschimpft. Der ist ein Glasmaler in Murano und dort gehts gleich hin, auf eine Vernissage, zu der Brunetti mit seiner eingeladen wurde. Dann kommt die Gattin des Umweltsch\u00fctzers zu Brunetti und sagt, sie macht sich Sorgen, um ihren cholerischen Vater, der ihren Mann nicht leiden kann und auch mit Anschl\u00e4gen gedroht hat.<br \/>\nEiner, der das best\u00e4tigen kann, ist Giorgio Tassini, der in der Manufactura als Nachtw\u00e4chter arbeitet und ein behindertes Kind hat, das auf Grund eines Sauerstoffmangels w\u00e4hrend einer Hausgeburt dazu wurde, der Vater glaubt aber, es ist durch die Umweltverschmutzung geschehen und, da\u00df die Giftabf\u00e4lle der Manufactura seine Gene ver\u00e4nderten, macht deshalb Aufzeichnungen und Eingaben und wird eines Tages tot neben dem Schmelzofen aufgefunden.<br \/>\nWer wars? Offiziell ermittelt Brunetti gar nicht an den Fall, weil das sein Chef zu verhindern versucht, aber der wird ohnehin als schwierig beschrieben, so schwierig, da\u00df seine Sekret\u00e4rin schon Lotterien veranstaltet, die der gewinnt, der den richtigen Tag err\u00e4t, an dem der Chef, der sich f\u00fcr einen Posten in London beworben hat, abgelehnt wird. Auf der anderen Seite lernt sie aber Englsich mit ihm und Brunetti hilft sie auch bei der mehr oder weniger inoffizellen Fallaufkl\u00e4rung, die offizieller wird, als noch die Nachbarfactura hinzukommt, dessen Besitzer Fasano, Obmann des Glasbl\u00e4serverbandes, in die Politik einsteigen will. Er ist auch ein offizeller Umweltsch\u00fctzer, als aber Brunetti das Wasser in seinem Werk untersucht, kommt er auf einen hohen Verschmutzungswert. Der Chef will weiter die Aufkl\u00e4rung des Mordes vertuschen, offiziell ist Tassini an einem Schlaganfall gestorben, da bekommt Brunetti aber, als er sich vom Polizeigondolerle den Canal Grande hininterfahren l\u00e4\u00dft, heraus da\u00df Fasanao, ausgerechnet an dem Tag, als der Unfall geschah, beim Schwarzfahren erwischt wurde.<br \/>\n&#8220;Wie durch dunkles Glas&#8221;, ein Fund aus dem offenen B\u00fccherschrank, ist wie schon erw\u00e4hnt, Brunettis, f\u00fcnfzehnter Fall. Den ersten <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/01\/25\/venezianisches-finale\/\">&#8220;Venerzianisches Finale&#8221;<\/a> habe ich schon hier gesprochen, &#8220;Nobilta&#8221;, den siebten, einmal als H\u00f6rbuch bei einem H\u00f6rbuchwettbewerb gewonnen.<br \/>\n&#8220;Endstation Venedig&#8221;, &#8220;Vendetta&#8221;, &#8220;Sanft entschlafen&#8221;, &#8220;In Sachen Signora Brunetti&#8221; und das &#8220;Gesetz der Lagune&#8221;, alles fr\u00fchere F\u00e4lle, warten noch auf meiner <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/leseliste\/\">Leseliste<\/a>, man sieht, da\u00df Donna Leon gern gelesen und auch gerne wieder weggeben wird. Inzwischen gibts den zwanzigsten Fall &#8220;Reiches Erbe&#8221;, der glaube ich, gerade auf den Beststellerlisten steht.<br \/>\nDen Fall der &#8220;Signora Brunetti&#8221;, habe ich einmal bei einer Buchpr\u00e4sentation im Theater an der Josefstadt geh\u00f6rt, da gabs auch Musikeinlagen, die Autorin war da und Ex Libris hat vermittelt, so da\u00df mich sogar Robert Weichinger angerufen hat und sagte, die Karten sind an der Kasse deponiert. Das Buch habe ich damals nicht gewonnen, aber wenn man lang genug wartet, dann finden die B\u00fccher schon zu mir. Bei &#8220;Rund um die Burg&#8221; habe ich &#8220;Donna Leon&#8221; auch einmal geh\u00f6rt, die 1943 in New Jersey geboren wurde und seit 1981 in Venedig lebt und in allen ihren F\u00e4llen den Commissario durch die Legunenstadt f\u00fchrt, so da\u00df es wahrscheinlich sehr zu empfehlen ist, auf eine Venedigreise, den einen oder anderen Brunetti mitzunehmen. Es gibt bei Diogenes aber auch einige &#8220;Venedig&#8221;- B\u00fccher von Donna Leon, die, wie ich einmal h\u00f6rte, ihre B\u00fccher nicht ins Italienische \u00fcbersetzen l\u00e4\u00dft, damit sich die Venezianer nicht \u00fcber ihre B\u00fccher mokieren, was ich eigentlich gemein finde. Sie k\u00f6nnen sie aber auf Englisch, Deutsch und wahrscheinlich auch auf Chinesisch lesen und bei ihrem letzten, im Oktober erschienenen Buch &#8220;Himmlische Juwelen&#8221; scheint sie den Commissario \u00fcberhaupt verlassen zu haben.<br \/>\nWir waren auch einmal, ohne Kommissar Brunetti, in Venedig, sind einen Tag lang in der Stadt herumgerannt, mit den Booten gefahren und in Murano waren wir nat\u00fcrlich auch. Ein kleines gr\u00fcnes Sch\u00fc\u00dfelchen, in dem im Wartezimmer meine Visitenkarten liegen, erinnert noch daran.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8220;Wie durch dunkles Glas&#8221; von Donna Leon, Comissario Brunettis f\u00fcnfzehnter Fall beginnt sowohl rasant, als auch behutsam mit dem Fr\u00fchling. 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