{"id":16645,"date":"2012-09-25T00:04:32","date_gmt":"2012-09-24T22:04:32","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=16645"},"modified":"2012-09-25T00:04:32","modified_gmt":"2012-09-24T22:04:32","slug":"urs-widmers-literarisches-portrait","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=16645","title":{"rendered":"Urs Widmers literarisches Portrait"},"content":{"rendered":"<p>Der 1938 in Basel geborene Schweizer Dichter, der gelegentlich in die Alte Schmiede kommt und auch eine Connection nach Graz und zu den &#8220;Manuskripten&#8221; hat, wie Kurt Neumann in seiner Einleitung erw\u00e4hnte, h\u00e4tte schon im Februar w\u00e4hrend des<a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/02\/14\/neues-aus-der-schweizer-literatur\/\"> Schweizer Schwerpunkts<\/a> <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/02\/21\/nochmals-schweizer-literatur\/\">in der Alten Schmiede<\/a> vorgestellt werden sollte. Ich hatte mir den Termin auch vorgemerkt, die Veranstaltung ist aber ausgefallen und wurde jetzt nachgeholt und ich bin auch sehr begierig hingegangen, obwohl ich, um die Frage Friedrich Hahns, neben dem ich gesessen bin und mit dem ich mich vor der Veranstaltung \u00fcber den <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/08\/21\/bucherschrank-geschichten\/\">offenen B\u00fccherschrank<\/a> und das Gratislesen unterhalten habe, zu beantworten, keine besondere Widmer Spezialistin bin, habe aber einmal, vor Jahren &#8220;Im Kongo&#8221; von einer Kollegin zum Geburtstagsfest bekommen und &#8220;Liebesnacht&#8221; vor kurzem im Schrank gefunden. Ich war auch, kann ich mich erinnern, bei der <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/11\/26\/50-jahre-manuskripte\/\">&#8220;F\u00fcnfzig Jahre Manuskripte&#8221;<\/a> Veranstaltung, wo Urs Widmer, ich glaube, auch aus &#8220;Stille Post&#8221; seinem letzten Werk gelesen hat und in Frankfurt wurde vor einigen Jahren auf dem blauen <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/10\/18\/frankfurter-wochenende\/\">Sofa auch &#8220;Herr Adamson&#8221;<\/a> vorgestellt und im vorigen Jahr hat er die <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/07\/06\/klagenfurt-eroffnung-2011\/\">Tage der deutschsprachigen Literatur<\/a> in Klagenfurt er\u00f6ffnet.<br \/>\nEin Urs Widmer Portrait also, des wei\u00dfhaarigen \u00e4lteren Herrn, der viel lacht und eine sehr imposante Art hat, sich und seine B\u00fccher vorzustellen. Das tat aber eigentlich der Widmer Kenner Samuel Moser und Kurt Neumann versprach in seiner Einleitung, da\u00df dem Publikum damit etwas geboten w\u00fcrde, was man sonst in Wien nicht so leicht zu h\u00f6ren bekommt.<br \/>\nZweieinhalb Stunden hat es gedauert und es war nat\u00fcrlich keine Gesamtvorstellung des Lebenswerks, sondern nur ausgew\u00e4hlte Schriften und da hat es mit &#8220;Herrn Adamson&#8221; begonnen, dem Buch in dem Urs Widmer sozusagen seinen eigenen Tod inszeniert und er tut das, in dem er die Vortoten erfindet, das sind die, die in der Sekunde gestorben sind, in der wir geboren wurden, die begleiten uns dann durch unser Leben, als eine Art Schutzengel und am Schlu\u00df holen sie uns ab. So ist der kleine Mick acht, als er durch eine Art Hades geht, den Tod besiegt, um diese Geschichte dann mit vierundneuzig seinem Enkel zu erz\u00e4hlen und am Ende kommt Herr Adamson und das Buch ist aus.<br \/>\nEin sehr interessantes Thema und ein Buch, das ich gerne lesen w\u00fcrde, wenn es einmal zu mir findet, das habe ich mir schon 2009 gedacht, als es in Frankfurt vorgestellt wurde. Da\u00df Urs Widmer ein ziemlich surrealer Autor ist, der sich \u00fcber die realistischen Handlungen eher lustig macht, obwohl er, wie er betonte, darauf schaut, da\u00df die Details stimmen, um darauf seine Phantasie zu setzten, ist dann in der &#8220;Reise nach Istambul&#8221; aus der &#8220;Stille Post&#8221; klargeworden. Da f\u00e4hrt ein Mann mit seiner Frau und seinem Kind im Zug irgendwohin, es kann Istambul oder auch Bombay sein, bei Zabgreb steigt er aus, weil der Zug eine Stunde stehenbleibt, um sich am Kiosk Zigaretten oder eine Zeitung zu kaufen, er geht durch eine T\u00fcr aus dem Bahnhof, kann nicht mehr zur\u00fcck, ist dann in Belgrad, findet eine Kiosk, hat aber kein Geld, dann ist er Stuttgart, geht Stufen hinauf oder hinab, um mit einem anderen Zug zur\u00fcck in sein Haus zu reisen, wo gerade ein wilde Party stattfindet, seine B\u00fccher werden zerrissen, Spaghetti ausgesch\u00fcttet und im Nebenzimmer liegt sein Vater als Kadaver und er denkt, er kann doch dieses Wort nicht f\u00fcr seinen Vater verwenden und die Mutter hat ein Kissen vors Gesicht gedr\u00fcckt, er reist weiter, kommt schlie\u00dflich doch nach Istambul, um dort seine Frau und sein Kind zu finden, die Frau ist aber inzwischen gealtert und die Tochter erwachsen.<br \/>\nEine Reise durch das Leben und eine Besch\u00e4ftigung mit dem Tod in beiden B\u00fcchern, wie Urs Widmer dann in einem Gespr\u00e4ch erkl\u00e4rte. Ich h\u00e4tte es eher f\u00fcr einen Traum gehalten. Dann ging es zur\u00fcck zu den Anf\u00e4ngen, n\u00e4mlich dem Roman, &#8220;Die Forschungsreise&#8221;, 1974 erschienen und da ist es mir nicht gelungen, den Inhalt zu erfassen. Ich habe nur ungef\u00e4hr soviel verstanden, da\u00df es sowohl um das Berliner Massiv als auch um Frankfurt geht, aber der Held eigentlich an seinem Schreibtisch sitzt. Dann ging es wieder in die &#8220;Stille Post&#8221; und zwar zu Texten, die sich &#8220;Damals und jetzt&#8221; benennen. Da hat Urs Widmer in den Siebzigerjahren Texte geschrieben, die er dann verloren hat, bzw. in dem Roman &#8220;Das enge Land&#8221; verwendete. Dann hat er sie wiedergefunden und um einiges erg\u00e4nzt. Diese Texte las er vor, bevor es an zum &#8220;Engen Land&#8221;, 1981 erschienen ging und da sagten Samuel Moser und Urs Widmer, da\u00df man die Handlung nicht nacherz\u00e4hlen kann.<br \/>\n&#8220;Uje!&#8221;, dachte sofort die Realistin, aber dann war es nicht so schlimm. Zumindest habe ich mir aus dem Vorgetragenen einiges zusammengereimt. Es geht wieder um Frankfurt und um das Berliner Massiv, aber auch um einen Berg, auf dem eine Frau lebt, die genau jede Textfragmente hinunterschreit und die Geschichte eines Landes aufschreiben will, das einige hundert Meter lang, aber nur ein paar Meter breit ist und an einer Eisenbahnlinie entlang liegt. Sie hat in diesem Land gelebt, ist dann nach Deutschland gegangen und jetzt findet sie nicht mehr zur\u00fcck.<br \/>\nAm Schlu\u00df kam noch eine Erz\u00e4hlung aus der &#8220;Stillen Post&#8221; n\u00e4mlich &#8220;Grappa und Risotto&#8221;, eine Art Familiengeschichte, wo es um viele Tanten und Onkeln geht und einen Grappafabrikanten der seine Fabrik verloren hat, einen Teil hat eine falsche Anastasia dahingenommen, um sich ihr Bernsteinzimmer zur\u00fcckzuholen, den anderen eine Sekret\u00e4rin zur Konkurrenz gebracht und eine Tante, die soviel redet, da\u00df sie der Schrecken der Familie ist, gibt es auch.<br \/>\nDanach bedankten sich die Vortragenden f\u00fcr die Geduld der Leser, es hat sich aber gelohnt, eine Einf\u00fchrung in einen kleinen Teil des Werkes zu bekommen, so bin ich neugierig geworden, habe mir ja das Lesen beider B\u00fccher vorgenommen und bin gespannt, was ich noch alles von Urs Widmer h\u00f6ren und lesen werde. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der 1938 in Basel geborene Schweizer Dichter, der gelegentlich in die Alte Schmiede kommt und auch eine Connection nach Graz und zu den &#8220;Manuskripten&#8221; hat, wie Kurt Neumann in seiner Einleitung erw\u00e4hnte, h\u00e4tte schon im Februar w\u00e4hrend des Schweizer Schwerpunkts &hellip; <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=16645\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[41],"tags":[],"class_list":["post-16645","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/16645","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=16645"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/16645\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=16645"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=16645"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=16645"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}