{"id":15976,"date":"2012-08-25T23:31:36","date_gmt":"2012-08-25T21:31:36","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=15976"},"modified":"2012-08-25T23:31:36","modified_gmt":"2012-08-25T21:31:36","slug":"leichenspiele","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=15976","title":{"rendered":"Leichenspiele"},"content":{"rendered":"<p>Nach der Theorie kommt gleich die <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/08\/23\/zum-krimischreiben\/?preview=true\">Praxis<\/a>, n\u00e4mlich Bernhard Aichners dritter Krimi &#8220;Leichenspiele&#8221;, bei <a href=\"http:\/\/www.haymonverlag.at\/page.cfm?vpath=buecher\/buch&amp;titnr=915\">Haymon<\/a> erschienen und mit <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=Om_gkeEeSYI&amp;feature=youtube_gdata_player\">zwei<\/a> <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=CqjKHooos0Y&amp;feature=relmfu\">Videos<\/a> angek\u00fcndigt, in denen der 1972 in Innsbruck geborene und dort lebende Autor sich selbst vorstellt, mit Faxen und Grimassen tut er das und beantwortet dabei f\u00fcnfzehn Fragen \u00fcber das Schreiben, die er an sich selber stellt, dabei einige ausl\u00e4\u00dft und sich auch selber filmt, denn eigentlich ist er Fotograf, das ist sein Brotberuf, daneben ist er verheiratet und hat drei Kinder und das Schreiben ist das Zweitwichtigste f\u00fcr ihn nach der Liebe. <a href=\"http:\/\/www.haymonverlag.at\/page.cfm?vpath=autoren\/autor&amp;upi=301&amp;snippetmode=buchliste\">Drei Max Broll Krimis nach einigen anderen B\u00fcchern<\/a> hat er schon geschrieben und er will das Unm\u00f6gliche zusammenbringen, n\u00e4mlich E mit U vereinen, da\u00df hei\u00dft im selben Jahr den Glauser, als auch den Bachmannpreis gewinnen und wenn man seine Max Broll Krimis verfilmt, will er auch der Hauptdarsteller sein, denn eigentlich sieht der Totengr\u00e4ber, Studienabbrecher, Trinker und Lebensk\u00fcnstler, genau wie er selber aus, obwohl es in seinen Romanen keine Personenbeschreibungen gibt, damit sich jeder Leser selber seine Vorstellungen machen kann.<br \/>\nKlingt eigentlich sehr originell und ungew\u00f6hnlich und das ist sein Schreibstil, mit dem er schon ein Staatsstipendium gewonnen hat, auch, sehr ungew\u00f6hnlich, weil einmal sehr viele Dialoge, das erkl\u00e4rt der Autor so, da\u00df er die Handlung in einem durch wie einen Film ablaufen lassen will, um so f\u00fcr die n\u00f6tige Spannung zu sorgen und dann hat er einen vielleicht nur scheinbar naiven Stil, der in seiner Ungew\u00f6hnlichkeit fast an Wolf Haas erinnert, obwohl der Plot der Handlung gar nicht so ungew\u00f6hnlich und manchmal ziemlich haarstr\u00e4ubend und absurd ist.<br \/>\nNoch etwas ist ungew\u00f6hnlich, die Handlung von Krimi drei, schlie\u00dft an die beiden vorangehenden an, so tut man sich ein wenig schwer, wenn man die nicht kennt und so, wie ich noch nie etwas von Bernhard Aichner geh\u00f6rt hat.<br \/>\nSie spielt jedenfalls in einem Tiroler Dorf, vielleicht dem \u00e4hnlich, wo der Autor aufgewachsen ist, erf\u00e4hrt man im Video, aber eigentlich beginnt der Roman in Thailand, denn da hat sich Max zur\u00fcckgezogen, nachdem seine Freundin Hanni, die in dem Dorf einen W\u00fcrstelstand betrieben haben d\u00fcrfte, gestorben ist und das d\u00fcrfte in Buch eins oder zwei geschehen sein.<br \/>\nMax hat auch noch eine Stiefmutter namens Tilda und die ist Hauptkommissarin, gibt es eine solche in einem Tiroler Dorf? Au\u00dferdem ist sie m\u00fcde und ausgebrannt und will eigentlich in Fr\u00fchpension gehen, weil sie in Krimi eins oder zwei offenbar lebendig begraben, von Max aber noch rechtzeitig gerettet worden ist. Der Innenminister l\u00e4\u00dft sie aber nicht und so mu\u00df sie weiter F\u00e4lle aufkl\u00e4ren. Zuerst kommt aber Max Freund Baroni nach Thailand, wo der vier Monate gesessen ist, nichts trank und nur aufs Meer hinausschaute, um ihm mitzuteilen, da\u00df er sein ganzes Geld verspielt hat und Max ihm also helfen mu\u00df.<br \/>\nSo kommt er zur\u00fcck, bietet ihm Hannis W\u00fcrstelstand an, beginnt wieder zu trinken und die Geschichte beginnt.<br \/>\nDenn Baroni bekommt vor seine leere Wohnung zuerst zwanzigtausend Euro hingelegt und dann eine Schachtel mit dem Auftrag, da\u00df die Max vergraben mu\u00df, weil ihm sonst die Hoden abgerissen w\u00fcrden.<br \/>\nIn der Schachtel ist nat\u00fcrlich eine Leiche, allerdings mit ausgeweideten Organen und als sich die Geschichte ein paar Wochen sp\u00e4ter mit zwei Leichen und vierzigtausend Euro wiederholt, betrinken sich die Freunde und deponieren die Leichen in einem Supermarkt, den es in dem Dorf ebenfalls gibt.<br \/>\nDann lernt Max im Leichenschauhaus die sch\u00f6ne  Obduktionsassistentin Leftera, eine Griechin, kennen, die sp\u00e4ter auch als &#8220;Bumsmaus&#8221;, sehr frauenfreundlich, bezeichnet wird.<br \/>\nAu\u00dferdem fahren sie nach Deutschland und bekommen heraus, wo die Pakete aufgegeben wurden. Das f\u00fchrt sie in ein Sch\u00f6nheitssanatorium und weil sie noch in einem Lastwagen einen eingeschmuggelten Moldavier entdecken, bekommen sie den Verdacht, da\u00df in der Nobelklinik, die Fl\u00fcchtlinge ausgenommen und deren Organe den reichen Russen wieder eingesetzt werden.<br \/>\nDa beginnt das Ganze ein bi\u00dfchen an <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/09\/23\/unterm-messer\/\">Eva Ro\u00dfmanns letzten Krimi<\/a> zu erinnern, die \u00fcbrigens ein euphorisches Lob f\u00fcr Krimi zwei geschrieben hat.<br \/>\nManchmal hat das Ganze ziemlich unglaubliche Szenen, so die z.B., wo die beiden Freunde von einer Kuh die auf der Stra\u00dfe steht, angeschissen werden. Sie saufen und v\u00f6geln auch ziemlich viel und manchmal erinnert die Geschichte an eine Parodie. Ist aber wahrscheinlich so gewollt, um bei Verlag und Leser zu punkten und mit der vordergr\u00fcndig naiven Art ziemlich flott und selbstbewu\u00dft geschrieben.<br \/>\nEinerseits irgendwie neu und ungew\u00f6hnlich also, obwohl man den Plot sicher schon von einigen anderen Krimis kennt.<br \/>\nAm Schlu\u00df taucht noch der Innenminister auf, hat Dreck am Stecken und wird erpre\u00dft, die m\u00fcde Hauptkommissarin kann endlich in Pension gehen und lebt in dieser auch gleich auf und die Freunde entdecken in der Wohnung der sch\u00f6nen M\u00f6rderin einen Haufen Geld, das sie ungeniert mitnehmen und im Casino, wo das ja nicht auf\u00e4llt, wei\u00dfwaschen werden.<br \/>\nBernhard Aichner hat, wie er sagt, seinen Spa\u00df am Schreiben gehabt, es liest sich leicht und fl\u00fc\u00dfig. Manchmal \u00e4rgerte ich mich, die ich den Klamauk ja nicht so mag und dachte, das darf doch nicht sein! Dann fand ichs  wieder originell geschrieben und ich bin gespannt, ob und wann er den Glauser- und den Bachmannpreis bekommen wird und nat\u00fcrlich sollten wir uns die Frage stellen, warum wir so gerne Krimis lesen und die dann so absurd und blutr\u00fcnstig sein m\u00fcssen, damit sie uns gefallen.<br \/>\nDa bin ich aber auch selbst betroffen, denn die Szene, wo sich die beiden Helden selbst ihr Grab schaufeln sollen, fand ich \u00e4hnlich beeindruckend, wie die bei <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/10\/29\/drehschluss\/\">Claudia Rossbacher<\/a>, wo die nackte Heldein am Fleischerhaken h\u00e4ngt, der Held seinen Arm verloren hat und noch schnell die Polizei anruft. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach der Theorie kommt gleich die Praxis, n\u00e4mlich Bernhard Aichners dritter Krimi &#8220;Leichenspiele&#8221;, bei Haymon erschienen und mit zwei Videos angek\u00fcndigt, in denen der 1972 in Innsbruck geborene und dort lebende Autor sich selbst vorstellt, mit Faxen und Grimassen tut &hellip; <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=15976\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[41],"tags":[],"class_list":["post-15976","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/15976","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=15976"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/15976\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=15976"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=15976"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=15976"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}