{"id":15945,"date":"2012-08-23T00:13:04","date_gmt":"2012-08-22T22:13:04","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=15945"},"modified":"2012-08-23T00:13:04","modified_gmt":"2012-08-22T22:13:04","slug":"zum-krimischreiben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=15945","title":{"rendered":"\u00dcbers Krimischreiben"},"content":{"rendered":"<p>Jetzt h\u00e4tte ich fast den neuen Literaturskandal vers\u00e4umt. Die Sommerl\u00f6cher neigen sich zum Ende, die Herbsproduktion beginnt und neben den <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/08\/20\/deutscher-buchpreis-und-andere-listen\/\">Listenfavoriten<\/a>, gibt es noch viele andere &#8220;Schreibe-M\u00f6chtegerns&#8221; und da ist der Krimi sehr beliebt, denn den wollen ja sehr viele Leute lesen und so gibt einen regelrechten Boom an Regional- Stadt- Land- Hard- oder Softscorekrimis und die aus Schweden sind besonders beliebt.<br \/>\nDa gibt es, die von Per Wahl\u00f6\u00f6 und Maj Sj\u00f6wall aus den fr\u00fchen Siebzigerjahren mit sozialkritischen Inhalt und die von Henning Mankell und weil die so erfolreich waren, folgten dann noch Hakan Nesser und Ake Edwardson, die ich auf der Leseliste von 2015 habe, etc und \u00fcber die des 2004 verstorbenen Stieg Larsson gibt es in dem Spiegel, den der Alfred in <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/08\/19\/sechs-landerreise\/\">Nida<\/a> kaufte, einen Bericht. Sie wurden nach seinem Tod sehr erfolgreich, die Millionen erbten dann der Vater und der Bruder und die Lebensgef\u00e4hrtin ging leer aus und hat jetzt ein Buch dar\u00fcber geschrieben und im August soll oder sollte ein neuer Schwedenkrimi herauskommen.<br \/>\n Per Johansson &#8220;Der Sturm&#8221;, der in Schonen spielt, wie die Krimis von Wallander und einen ermodeten Zeitungsstarjournalisten zum Inhalt hat.<br \/>\nHat es da nicht etwas \u00c4hnliches 2002 mit Martin Walsers &#8220;Tod eines Kritikers&#8221; gegeben?<br \/>\nRichtig, der Journalismus hat es inzwischen entlarvt. Per Johansson gibt es nicht und der Krimi wurde von einem Arzt und einem Reporter der S\u00fcddeutschen Zeitung geschrieben,  der ermordete Journalist k\u00f6nnte, sollte Frank Schirrmacher sein und der Skandal ist da, was ja in Zeiten nach der Buchpreislistenbekanntgabe einige sehr interessante Fragen aufwirft, die ich in der Hitze der Harlander Terrasse, die es zu Mittag gab, gerne beantworten will, denn, da\u00df die die schreiben wollen, sich bevorzugt in Krimis versuchen, ist ja zu bemerken.<br \/>\nAnni B\u00fcrkl hat das getan und bei Gmeiner inzwischen schon einige herausgebracht. Edith Kneifl hat einen neuen bei Haymon, den mir der Alfred gestern nicht \u00f6ffnen konnte, er erscheint aber ohnehin erst im September und die E-Book Autoren versuchen sich, wie z. B  der Schreibtischt\u00e4ter Matthias Br\u00f6mmelhaus alias Bela Bolten auch damit.<br \/>\nDie verwenden dann auch oft Pseudonyme, um ihre Idetit\u00e4t oder ihre anderen Karrieren zu sch\u00fctzen oder, wie es die bissigen Reporter schreiben, weil von einem Feuilletonchef der S\u00fcddeutschen ja keiner einen Krimi nehmen w\u00fcrde, was eigentlich sehr schade ist,<br \/>\nMit dem schwedischen Namen kann er aber bei Fischer erscheinen und die Leute st\u00fcrzen sich darauf, so oder so.<br \/>\nIch stehe den Pseudonymen ja sehr skeptisch gegenn\u00fcber und w\u00fcrde nie eines verwenden, obwohl ich ja eigentlich einen Doppelnamen habe, aber unter Jancak habe ich schon geschrieben, als ich noch nicht verheiratet war und die sogenannten Gebrauchsautoren, habe ich inzwischen begriffen, m\u00fc\u00dfen das tun, denen schlagen die Verlage das vor, warum und wieso habe ich auch nicht sehr verstanden.<br \/>\nFrank Schirrmacher und die anderen Journalisten haben sich und ihn aber erkannt und nun scheint es wieder eine Diskussion \u00fcber &#8220;Schl\u00fc\u00dfelromane&#8221;, die man ja angeblich nicht schreiben darf, zu geben, obwohl die Autoren, wie ich lesen konnte, fassungslos waren,  von Zufall sprachen und Herrn Sch. gar nicht damit meinten.<br \/>\nAls 2002, der &#8220;Tod eines Kritikers&#8221; erschienen ist, war ich erfreut, denn ich habe ja im &#8220;Tod eines Jurymitglieds&#8221; einige Jahre fr\u00fcher versucht, einen Krimis zu schreiben, obwohl ich das gar nicht kann oder will.<br \/>\nDenn ich m\u00f6chte keine Gewalt verbreiten und halte das viele Morden, das in den Krimis passiert f\u00fcr unrealistisch. So sind die Morde bei mir keine und so werden meine Opfer meistens von \u00c4sten erschlagen und dann sind es keine wirklichen Krimis, sondern nur Satiren darauf und mir ist wieder mal ein Fenster zum Literaturbetrieb verschlossen geblieben.<br \/>\nMit dem Schreiben habe ich also meine Schwierigkeiten, obwohl ich es mit <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_tauben.html\">&#8220;Tauben f\u00fcttern&#8221;<\/a> dann noch einmal versuchte, mit dem Lesen eher nicht. Denn eigentlich lese ich Krimis ja sehr gern. Sie sind spannend, oft auch sozialkritisch und man kann sie auch in den B\u00fccherk\u00e4sten finden, weil sie ja in gro\u00dfen Auflagen erscheinen. So hat sich bei mir nach und nach die ganze Donna Leon Reihe angesammelt und von Andrea Camillieri findet man auch sehr viel.<br \/>\nAuf die B\u00fcrkl Krimis mu\u00df ich noch warten, aber erst am Montag  einen bei Molden 2012 erschienen Krimi, der ganz neu zu sein schien und dessen Autor, Mitglied in der Glauser Jury ist, gefunden und auch einmal ein kleines <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/12\/10\/ein-morderisches-wochenende\/\">B\u00fcchlein<\/a>, das bei einem Krimi Workshop entstanden ist und Einblicke gibt, wie man Krimis schreiben und was man in solchen Kursen lernen kann.<br \/>\nIch kann auch noch hinzuf\u00fcgen, da\u00df <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/02\/16\/andrea-winkler-lesung\/\">Jens Linder ja bei Piper<\/a> auch einemal einen Krimi geschrieben hat, der denen von Janet Evanovich so \u00e4hnlich war, da\u00df der Verlag ihn vom Markt genommen hat.<br \/>\nJa, ja, die Leute wollen schreiben und die Leser, den ber\u00fchmten Namen und die, die selber Krimis schreiben beklagen, da\u00df jetzt immer mehr sogenannter &#8220;E-Book-Krimischund&#8221; erscheint oder st\u00fcrzen sich mit Wonne auf die Entlarvung, des vermeintlichen schwedischen Starautors.<br \/>\nDie verdienen mit ihren Krimis sehr viel Geld, die E-book Schreiber hoffen darauf mit ihren Gratisaktionen und die, die die Volkshochschulkurse besuchen, fallen vielleicht immer noch den Zuschu\u00dfaverlagen herein. Solche B\u00fccher habe ich auch schon gefunden und ich lese sie auch  gern, denn ich bin und das halte ich auch f\u00fcr die L\u00f6sung des Problems sehr offen, schaue gerne \u00fcber den Tellerrand hinaus und interessiere mich f\u00fcr alles.<br \/>\nF\u00fcr mich mu\u00df ein Buch keinen Starautor zum Verfasser haben und auch nicht bei Rohwolt oder Fischer erschienen sein, aber eine derartig \u00fcberf\u00fcllte B\u00fccherwelt, wie wir sie haben, braucht wohl ihre Skandale, um \u00fcberhaupt auzufallen und macht sie sich vielleicht auch selbst. F\u00fcr die Sommerl\u00f6cher ist das sicher  gut und f\u00fcr den Herbst, wenn das Weihnachtsbucheinkaufen beginnt, wahrscheinlich auch.<br \/>\nUnd was die Aufregungen betrifft, so w\u00fcrde ich Thomas Steinfeld rechtgeben, wenn er sagt, da\u00df in jedem anst\u00e4ndigen Krimi ein Mord passieren mu\u00df, so wollens die Leser und in denen der weniger prominenten Autoren passiert wahrscheinlich auch, da\u00df sie dabei beispielsweise an ihre Tante denken, ohne da\u00df sie ihr nat\u00fcrlich B\u00f6ses wollen, aber sie hat ja so charakteristische Eigenschaften und bei einem Debut wird man sich \u00fcberhaupt an Bekanntes halten und so nimmt ein Reporter eben seinen Chef als Vorbild, sein Pech ist nur, da\u00df den auch die Feuilltonkollegen kennen, sich mit Wonne darauf st\u00fcrzen und das Buch dann gleich als schlecht bezeichnen, was es vielleicht gar nicht w\u00e4re, wenn ein Unbekannter das Debut geschrieben h\u00e4tte, aber dann w\u00e4rs wahrscheinlich auch BoD und nicht bei S. Fischer erschienen. Was mir pers\u00f6nlich mi\u00dff\u00e4llt ist, da\u00df in der noch unentdeckten Erstform, die jetzt offenbar eingestampft wird, eine \u00dcbersetzerin aus dem Schwedischen angegeben wurde und das ist ja, was mich an den Pseudonymen st\u00f6rt, da\u00df da die Leser get\u00e4uscht werden, die sich das offenbar auch gerne lassen.<br \/>\nDa\u00df das Ganze &#8220;Der Sturm&#8221; hei\u00dft, ist nat\u00fcrlich auch sehr interessant, waren die Aufregungen also vielleicht doch gewollt, um die Leute zum Kaufen zu bewegen?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jetzt h\u00e4tte ich fast den neuen Literaturskandal vers\u00e4umt. 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