{"id":15809,"date":"2012-08-12T18:28:50","date_gmt":"2012-08-12T16:28:50","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=15809"},"modified":"2012-08-12T18:28:50","modified_gmt":"2012-08-12T16:28:50","slug":"erlesene-reisen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=15809","title":{"rendered":"Erlesene Reisen"},"content":{"rendered":"<p>&#8220;Erlesene Reisen&#8221;, das Geschenkbuch zum <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/04\/23\/welttag-des-buches\/\">Welttag des Buches 2010 <\/a>herausgegeben von Gerald Schantin und dem Journalisten Helmut A. Gansterer regt in seinem Vorwort zu interessanten Gedanken an. Was ist der Unterschied zwischen Reisen und Lesen, bzw der von Reisef\u00fchrern zur Literatur \u00fcbers Reisen. Damit besch\u00e4ftigt sich jedenfalls der Herausgeber und meint, man solle nicht an der letzteren sparen, wenn man  eine Reise macht.<br \/>\nDas das bei einem Vorwort eines Buchs, die der Hauptverband der Buchh\u00e4ndler herausgegeben hat, kommt, ist ganz klar, denn der Sinn der Anthologie ist es ja wohl zum Lesen bzw. zum B\u00fccherkaufen anzuregen.<br \/>\nStimmt es aber? Da habe ich als Vielleserin, die gar nicht so gerne reist, meine Zweifel, auch wenn ich jetzt mit einer Tasche voller Brosch\u00fcren \u00fcber <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/08\/19\/sechs-landerreise\/\">litauische Autoren<\/a> in den Urlaub gefahren bin. Ich habe mir ihre B\u00fccher aber nicht gekauft, weil ich das ja nur mehr bei Ein Euro B\u00fccher tue, das ist aber eine <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/04\/26\/leben-ohne-geld\/\">andere Geschichte<\/a> und geh\u00f6rt nicht unbedingt hierher.<br \/>\nDie Frage, ob das Lesen aber nicht vielleicht doch Realit\u00e4tsverlust ist, habe ich mir, ganz ehrlich, schon einmal gestellt. Und die Antwort ist ebenfalls ganz ehrlich, wahrscheinlich ja. Um jetzt nicht mi\u00dfverstanden zu werden. Ich habe nicht vor, meine <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/leseliste\/\">B\u00fccherliste<\/a> wegzuschmei\u00dfen und auf Weltreise zu gehen, nat\u00fcrlich nicht. Ich bleibe bei meinen B\u00fccher und der Frage, wie ich es schaffe, noch m\u00f6glichst viel in meinem Leben davon zu lesen und ich denke auch, da\u00df wir da bei einer Genderfrage sind.<br \/>\nDenn die Pioniere des Reisens, die, die mit dem Rucksack und der Karte auf Tour gehen, sind wahrscheinlich eher M\u00e4nner und die, die sich mit der B\u00fcchertasche an den Strand, auf den Balkon oder in die Badewanne setzen,  wahrscheinlich Frauen, wobei wir schon bei einem Kritikpunkt des Buches sind, das Helmut A. Gansterer in seinem Vorwort auch erw\u00e4hnt, die Autoren der ausw\u00e4hlten Texte sind ausschlie\u00dflich M\u00e4nner. George Sand, schreibt Gansterer noch, h\u00e4tte er ja vielleicht gelten lassen, aber am Umschlag sitzt ein sch\u00f6nes M\u00e4dchen im Seidenrock  auf mehreren Koffern mit einer Rose und einem offensichtlic leeren Buch mitten auf der Landstra\u00dfe&#8230;<br \/>\nAls ob es keine Frauen g\u00e4be, die \u00fcber fremde L\u00e4nder schreiben und sogar ein so ausgesuchter Reisemuffel, wie ich, hat in seinem Leben schon einige Roadmovies zusammengebracht. Da w\u00e4re einmal die <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_hunger.html\">Sophie Hungers <\/a>zu nennen, dann gibt es die Reise nach <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_odessa.html\">Odessa<\/a>, in den <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/07\/31\/vorschau-auf-die-wiedergeborene\/\">&#8220;Wiedergeborenen&#8221;<\/a> f\u00e4hrt die Marianne nach Prag, in den <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_zwillingswelten.html\">&#8220;Zwillingswelten&#8221;<\/a> geht es nach Linz und nach Sizilien u. u. u.<br \/>\nUnd um zu der Reiseliteratur wieder zur\u00fcckzukehren. Ich denke, wenn ich, wie jetzt, in die baltischen Staaten fahre, dann brauche ich vielleicht einen reisef\u00fchrer, denn da steht, da\u00df ich die Uhr nach vor stellen soll, keinen Alkohol auf der Stra\u00dfe trinken darf, welche Sehensw\u00fcrdigkeiten ich mir ansehen soll, wo ich am besten esse u. u.u.<br \/>\n&#8220;Die Hunde von Riga&#8221; brauche ich in Riga eigentlich nicht, auch wenn ich, ich habe schon dar\u00fcber gebloggt, mich sehr dar\u00fcber ge\u00e4rgert habe, da\u00df ich sie vergessen habe. Aber die lese ich am besten doch am Balkon oder in der Badewanne und die Adresse des Restaurants in dem es die lettische K\u00fcche gab, nehme ich einmal an, finde ich dort nicht, so da\u00df ich zu dem Resume kommen, da\u00df die, die sonst auch gern lesen, wahrscheinlich, die &#8220;Hunde von Riga&#8221; einpacken oder vor der Reise zu Anna Jeller gehen und sagen &#8220;Ich fahre nach Estland, was w\u00fcrden Sie mir als Lesestoff empfehlen?&#8221; oder, wie ich ein Mail an Cornelius Hell schreiben.<br \/>\nWenn ich sonst nicht lese, kaufe ich mir den Reisef\u00fchrer, packe den Rucksack und fahre los, womit ich bei dem Schlu\u00df bin, da\u00df sich die &#8220;Erlesenen Reisen&#8221; h\u00f6chstwahrscheinlich besser am Balkon oder in der Badewanne, statt am Campingplatz in Saaremaar  gelesen h\u00e4tten, denn da haben die Textproben von Peter Handke, Alfred Komarek, Cees Nooteboom etc, nicht so besonders hingepasst, es hat mir aber auch nicht geschadet, das Buch zu lesen.<br \/>\nWenn ich eine Buchk\u00e4uferin w\u00e4re, k\u00f6nnte ich meine Eink\u00e4ufe machen oder vielleicht schauen, was sich von den Proben im B\u00fccherschrank finden l\u00e4\u00dft?<br \/>\nEs beginnt mit &#8220;Nootebooms Hotel&#8221; und da schreibt der holl\u00e4ndische Schriftsteller \u00fcber seine Hotelerfahrungen. Mir f\u00e4llt dazu ein, ich habe mir einmal, um einen Euro etwas \u00fcber Nootebooms Berlin Erfahrungen bei Thalia in der Kremsergasse gekauft, schon ein paar B\u00fccher im Schrank gefunden und den Autor auch beim letzten <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/11\/25\/short-cuts-eroffnung\/\">Fried Symposium<\/a> pers\u00f6nlich gesehen. Gerhard Roths &#8220;Haus der schlafenden Vernunft&#8221; geht eigentlich, wenn man kritisch ist, gar nicht \u00fcbers Reisen, sonder \u00fcber das Haus der K\u00fcnstler in Gugging und \u00fcber die Art brut und ich habe von Gerhard Roth schon einige B\u00fccher gelesen, ist er ja ein sehr bekannter Autor. Was mir sehr gefallen hat, klar bei einer solchen Spazierg\u00e4ngerin, wie ich es bin, sind die &#8220;Reisebriefe eines Wiener Spazierg\u00e4ngers&#8221; aus dem Jahr 1870 von Daniel Spitzer. Das Buch, entnehme ich dem Anhang, ist 2009 im Metroverlag erschienen. Auf liebe Leute, legt es mir in den B\u00fccherkasten, das w\u00fcrde ich sehr gerne finden und den Namen Daniel Spitzer habe ich, glaube ich, auch schon einmal geh\u00f6rt.<br \/>\nAuch V. S. Naipauls &#8220;Atlanta&#8221; war sehr intessant. Da ging es um den Besuch des Erz\u00e4hlers, der sich mit der Sklaverei besch\u00e4ftigt, des New Yorker Stadtteils Harlem. Er ist dort bei einem alten Schriftsteller zu Gast und der erz\u00e4hlt ihm, was f\u00fcr ein toller Bezirk das eigentlich ist, anschlie\u00dfend f\u00e4hrt der Erz\u00e4hler mit dem  Bus nach Hause, vorher hat er sich das nicht getraut.<br \/>\nErnest Hemingways &#8220;Jagd und Unterhaltung&#8221; f\u00fchrt nach Afrika und da trifft der Gro\u00dfwildj\u00e4ger einen der sich f\u00fcr seine Literatur interessiert und ihn nach seinen Ver\u00f6ffentlichungen fragt. Sehr interessant und von Hemingway habe ich nat\u00fcrlich &#8220;Wem die Stunde schl\u00e4gt&#8221; gelesen, aber leider noch in den Vorliteraturgefl\u00fcsterzeiten.<br \/>\nVon Alfred Komarek gibt es  zwei Texte, beide sind keine Ausz\u00fcge aus den Romanen, die ich von ihm schon kenne. Er hat jetzt auch ein neues Buch geschrieben, das ich als Vorab-Exemplar in meiner Mailbox fand, als ich vom Urlaub zur\u00fcckgekommen bin. Ich hoffe, ich kann es \u00f6ffnen, dann werde ich es gerne lesen. Es geht, glaube ich, um den Semmering, also wieder um das Reisen.<br \/>\nVon Bruce Chatwin gibt es einen Auszug \u00fcber &#8220;Patagonien&#8221;. Noch nie etwas von dem Autor geh\u00f6rt. Alfred war aber vor einigen Jahren mit dem Karli dort und Julia Kr\u00f6hn hat unter einem Pseudonym eine ganze Serien von Patagonien-Romane geschrieben, die ich gerne lese, wenn ich sie einmal finde.<br \/>\nPeter Handkes &#8220;Versuch \u00fcber Jukebox&#8221; habe ich, glaube ich, schon gelesen und Hermann Hesses &#8220;Morgenlandfahrt&#8221;,  ist jetzt besonders interessant, feiert der ber\u00fchmte Kultautor doch ein Jubil\u00e4um.  Der Spiegel hat ihm einen Artikel gewidmet,  den hat der Alfred in Klaipeda kaufte und Wolfgang Tischner vom Literaturcafe hat ein <a href=\"http:\/\/www.literaturcafe.de\/hermann-hesse-ist-tot-ein-videobeweis-aus-calw-im-schwarzwald\/\">Video<\/a> \u00fcber ihn gedreht. Ich bin kein besonderer Hesse-Fan. &#8220;Unterm Rade&#8221; habe ich, glaube ich, nach meiner Matura gelesen und mich dann gewundert, da\u00df alle so auf diesen Autor abflippen. Jetzt h\u00f6re ich \u00fcberall, er ist eigentlich sehr kitschig und nur etwas f\u00fcr Jugendliche, bevor sie nach Indien aufbrechen.<br \/>\nSehr viel habe ich nicht von ihm gelesen und das &#8220;Glasperlenspiel&#8221; einmal im Schrank gelassen und dann war es, als ich doch holen wollte, nicht mehr da.<br \/>\nJohann Wolfgang Goethes &#8220;Rom Reise&#8221; ist nat\u00fcrlich interessant und die habe ich, glaube ich, auch gelesen und Helmut A. Gansterer, der mich einmal bei einer Lesung bei &#8220;Rund um die Burg&#8221; durch sein enormes Selbstvertrauen beeindruckte, hat auch einen Text \u00fcber Italien geliefert, wo er, weil er sich bei einer Party langweilt, \u00fcber die Grenze f\u00e4hrt nach dem Dreil\u00e4ndereck einen k\u00f6stlichen Cappuccino trinkt und als er wieder in seiner Wohnung ist, fragt ihn einer, wo die Servietten sind?<br \/>\nDas ist vielleicht Zynismus pur oder etwas anderes, wir sind aber auch schon einige Male nach Italien gefahren und haben \u00fcber der Grenze einen Kaffee getrunken und dann weiter, meistens in die Toskana, wie das auch die selbstbewu\u00dften Geistesmenschen so tun sollen und die Katharina aus den &#8220;Zwillingswelten&#8221; schl\u00e4ft in dem Motel am Dreil\u00e4ndereck, bzw. f\u00e4hrt sie dann weiter nach Sizilien.<br \/>\nBei &#8220;Wo die Ruinen bl\u00fchen&#8221; wird es ernster, denn bei Friedrich Ortner geht es nicht nur um die puren Vegn\u00fcgungsreisen, sondern, um Kriegsberichterstaatung. Da ich keine Fernseherin bin, kenne ich mich bei den Starreportern nicht so aus, wenn ich mich aber nicht irre, hat ihn <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/03\/01\/das-neue-buch-von-michaela-falkner\/\">Michaela Falkner<\/a> eingeladen, als sie ihr Buch im Literaturhaus vorgestellt hat.<br \/>\nMark Twain schreibt \u00fcber &#8220;Die Arglosen im Ausland&#8221;,  da fahren die Yankies nach Paris und gehen in den Louvre, so soll es im vorigen Jahrhundert zugegangen sein und habe ich nicht vom Martin einmal  &#8220;Ein Yankee aus Connetecut an K\u00f6nig Artus Hof&#8221; zum Geburtstag geschenkt bekommen, das ich endlich lesen sollte? Ich habe und bei dieser Gelegenheit kann ich gleich erw\u00e4hnen, der Alfred schnekte mir einmal zu Weihnachten das &#8220;Erste Allgemeine Nicht Reise Buch&#8221;,  und an das habe ich bei meiner Urlaubslekt\u00fcrevorbereitung kurz gedacht.<br \/>\nWeiter gehts mit Herbert Rosendorfer &#8220;Winterliches Chaos&#8221;. Da erz\u00e4hlt einer, wie er als Kind mit seiner energischen Gro\u00dfmutter in der Kutsche zu Hitlers Zeiten von Kitzb\u00fchel nach St. Johann zum Mittagessen fuhr. F\u00fcr die, die es interessiert, dazwischen liegt der Ort Oberndorf und da war der Alfred einmal mit der Anna schifahren. Ich habe ihn begleitet und bin an einem Tag nach Kitzb\u00fchl und am anderen nach St. Johann spaziert und  dabei die &#8220;Geschichten vom lieben Godt&#8221; geschrieben, die ja einigerma\u00dfen erfolgreich wurden.<br \/>\nDann kommt noch ein Auszug aus Adam Bronsteins &#8220;Tagebuch eines Kapitalisten&#8221; und das habe ich einmal im Schrank gefunden, womit das Resumee der Anthologie wieder lesen ist. Ich habe zwar schon eine sehr ausgef\u00fcllte Leseliste, aber das sollte noch irgendwie hinein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8220;Erlesene Reisen&#8221;, das Geschenkbuch zum Welttag des Buches 2010 herausgegeben von Gerald Schantin und dem Journalisten Helmut A. 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