{"id":15762,"date":"2012-08-17T00:20:30","date_gmt":"2012-08-16T22:20:30","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=15762"},"modified":"2012-08-17T00:20:30","modified_gmt":"2012-08-16T22:20:30","slug":"litauischer-literaturstreifzug","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=15762","title":{"rendered":"Litauischer Literaturstreifzug"},"content":{"rendered":"<p>Da wir ja 2002 auf der Buchmesse in Frankfurt waren, bin ich mit einer ganzen B\u00fcchertasche \u00fcber litauische Literaturinformationen in diesen <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/08\/19\/sechs-landerreise\/?preview=true\">Urlaub<\/a> aufgebrochen, obwohl ich nicht sehr viel Ahnung \u00fcber die Literatur Litauens habe.<br \/>\nGut, 2002 war Litauen Gastland in Frankfurt, da gab es einen Pavillon mit Informationsst\u00e4nden und ich habe mir, bin ich ja eine Sammlerin, auch die vielen Autorenportraits und sonstigen Brosch\u00fcren, die es  gab, eingepackt und in mein B\u00fccherregal gestellt.<br \/>\nAn Teep\u00e4ckchen, die man sich mitnehmen konnte, kann ich mich auch erinnern. Die Tees habe ich getrunken, in den Brosch\u00fcren wahrscheinlich gebl\u00e4ttert und mich \u00fcber die seltsamen Namen, die die litauischen Autoren haben, wahrscheinlich gewundert. \u00d6 1 hat in Ex Libris, glaube  ich, auch ein bi\u00dfchen \u00fcber die litauische Literatur berichtet und dann darauf vergessen, gibt es ja so viel anderes zu lesen und so bin ich,  erst wieder 2010 bzw. 2011 durch den <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/11\/18\/erster-messetag-und-bank-austria-literaris-lesefest\/\">Bank Austria Literaturpreis<\/a> daraufgesto\u00dfen, denn da hat ja Renata Serelytes <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/01\/17\/blaubarts-kinder\/\">&#8220;Blaubarts Kinder&#8221;<\/a> gewonnen. Das Buch konnte man sich bei der Veranstaltung im Radio Literaturhaus nehmen, Anfang 2011 habe ich es brav gelesen und bin ein bi\u00dfchen \u00fcber die Geschichte und auch sonst gestolpert, gab es ja keine Autorenangaben auf dem Buch. Im Internet war auch nicht viel zu finden und, da\u00df ich 2002 aus Frankfurt so ein kleines rotes Autorenportrait mitgenommen habe, hatte ich  vergessen.<br \/>\nCornelius Hell hat &#8220;Blaubarts Kinder&#8221; \u00fcbersetzt, ihn hatte ich damals ein Mail geschrieben und auf einer <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/02\/17\/literarische-soiree\/\">literarischen Soiree<\/a> bez\u00fcglich des Buches angesprochen, er hat mir auch die gew\u00fcnschten Informationen gegeben, ich hatte das Buch auch schon besprochen und der<a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/06\/10\/yoga-schreib-cafe-und-radiofamilie\/#comments\"> Wieser Verlag<\/a> hat auf meine Besprechung dann auch in seinem Verlagsprogramm hingewiesen.<br \/>\nVor dem Urlaub habe ich bei Cornelius Hell noch einmal angefragt, was er mir zu lesen empfehlen w\u00fcrde, der ja auch ein Buch \u00fcer litauische Autoren herausgegeben hat, das in den Reisef\u00fchrern empfohlen wird und habe die Brosch\u00fcren in die Tasche eingepackt, die mir Alfred aus Australien mitbrachte und so bin ich dann auf dem Campingplatz bei Trakai in dem kleinen Gasthaus, wo die Familien ihre Feste feierten, gesessen und habe in  &#8220;Best writing from an about Lithuania&#8221; gebl\u00e4ttert. Das ist eigentlich eine Kulturzeitschrift, die anl\u00e4\u00dflich der Buchmesse herausgegeben wurde und sich s\u00e4mtlichen Teilen der litauischen Kunst widmete. Es gab aber eine Einf\u00fchrung des Obmanns des Schriftstellerverbands und eine Geschichte \u00fcber die Kindheit von Romualdas Granauskas&#8221; und so habe ich mich durch die litauische Literatur gek\u00e4mpft.<br \/>\nIm Merian-Heft gibt es einen Streifzug \u00fcber die balitsche Kunstszene und da wird die 1961 in Vilnius geborene Jurga Ivanauskaite, die mit ihrem Roman &#8220;Regenhexe&#8221; ber\u00fchmt geworden ist, vorgestellt und so ein kleines rotes Prosaheftchen \u00fcber Jurga Ivanauskaite habe ich auch und da gibt es  einen Auszug aus der &#8220;Regenhexe&#8221;, in dem eine Frau einem Psychotherapeuten \u00fcber ihre Liebe zu einem Priester erz\u00e4hlt, eine Hexe \u00fcber ihre Liebeserfahrungen sinniert und auch Maria Magdalena ihre Liebe zu Jesus gesteht.<br \/>\nDarin habe ich erst am Campingplatz in Wigry auf der R\u00fcckfahrt unserer Reise gelesen. Denn wir sind bei der Hinfahrt ja nur einen Nachmittag in Trakai und in Vilnius gewesen und dann gleich nach Riga weitergefahren, wo ich sehr bedauerte, da\u00df ich Hennig Mankells &#8220;Die Hunde von Riga&#8221; nicht als Reiselekt\u00fcre eingepackt hatte.<br \/>\nIn Estland und in Finnland war auch keine Zeit sich mit der litauischen Literatur zu besch\u00e4ftigen, aber am Nachmittag in Wigry, habe ich die Autorenportraits durchgebl\u00e4ttert. Sie sind auf Deutsch geschrieben, teilweise auch von Cornelius \u00fcbersetzt und in die Sparten Prosa und Lyrik aufgeteilt.<br \/>\nNeunzehn solche Heftchen habe ich mir von Frankfurt bzw. auf meine Reise mitgenommen und das \u00fcber Renata Serelyte, die auch in den anderen Heftchen als Literaturkritierin ihre Eindr\u00fccke \u00fcber ihre Kollegen schildert, war nat\u00fcrlich besonders interessant.<br \/>\n2002 war &#8220;Blaubarts Kinder&#8221; offenbar noch nicht erschienen, nur ihr erster Roman &#8220;Sterne der Eiszeit&#8221; aus dem es Ausz\u00fcge gab, das Heftchen offenbart auch sehr viel Biografisches \u00fcber die 1970 in Simonys geborene Lyrikerin, Prosaistin und Dramatikerin, die in Vilnius Litauistik studierte. Sie war damals auch schon in mehreren Sprachen \u00fcbersetzt und das Heftchen hat ein langes Werkverzeichnis, nur zu mir ist das nicht durchgedrungen, aber auch sonst ist die litauische Literatur in \u00d6sterreich trotz Frankfurt, glaube ich, nicht sehr bekannt, obwohl wir  in Cornelius Hell einen sehr bem\u00fchten \u00dcbersetzer haben. So hat er auch Vanda Juknaites &#8220;Das gl\u00e4serne Land&#8221; \u00fcbersetzt, das bei Otto M\u00fcller erschienen ist und Vanda Juknaite ist, wie die Literaturkritikerin Renata Serelyte in dem Heftchen schreibt, eine wichtige Vertreterin der Frauenliteratur und schreibt bevorzugt \u00fcber M\u00fctter.<br \/>\nJ\u00fcdische Schriftsteller sind in der Portraitreihe nat\u00fcrlich auch zu finden. Icnhokas Meras, Markas Zingeris und Griorijus Kanovicius haben sich mir jetzt eingepr\u00e4gt und ein Heftchen \u00fcber das &#8220;Jerusalem von Lithuania&#8221; womit Vilnius gemeint ist, habe ich auch.<br \/>\nBei den Lyrikern gibt es im &#8220;Best Writing&#8221; Gedichte von Vytautas Bloze und Sigitas Geda auf Englisch und da habe ich auch jeweis ein Heftchen aus der Portraitreihe, so da\u00df ich die deutsche Textproben und die Lebensl\u00e4ufe nachlesen konnte.<br \/>\nEine starke Prosastimme ist noch in dem &#8220;Best wrtiting&#8221; Buch zu finden, n\u00e4mlich zwei Geschichten von Saulius Tomas Kondrotas &#8220;Der rote Fuchs&#8221; und &#8220;Der Sammler&#8221;, die ich auf der Fahrt von Vilnius nach Riga las und da hat mich vor allem die Geschichte von dem Mann, der Sonnenunterg\u00e4nge sammelt und sie in kleinen Dosen verpackt und kauft bzw. verkauft, sehr beeindruckt.<br \/>\nDas Gastland Litauen gab in seiner Portraitreihe in Frankfurt also einen Eindruck in die Literatur Litauens, die man erweitern und vertiefen sollte, es gibt aber soviel anderes zu lesen, da\u00df eine schreibende Vieleserin gar nicht dazu kommt, trotzdem ist das Bl\u00e4ttern in den Portraitheftchen am Campingplatz in Wigry neben dem Kloster in dem sich jetzt K\u00fcnstlerateliers befinden, sehr interessant gewesen und mein Eindruck, den ich aus Frankfurt mitgenommen habe, hat sich in meiner Dreitagereise durch Litauen sicherlich vertieft.<br \/>\nTrakai und Vilnius habe ich am ersten Tag ein bi\u00dfchen gesehen und auch einen Eindruck in die Familienfeiern bekommen. Dann war ich noch zwei Tage an der Kurischen Nehrung in Klaipeda und in Nida,  bin vor dem \u00c4nnchen von Tharau und vor dem Haus gestanden, in dem Thomas Mann drei Sommer verbrachte und das heute ein Museum ist,  am 15. August aber leider geschlossen war, was f\u00fcr einen litauischen Literaturstreifzug auch nicht so unwichtig ist.<br \/>\nDie neunzehn Portraitheftchen werde ich wohl wieder in mein B\u00fccherregal zur\u00fcckstellen und vielleicht finde ich einmal Jurga Ivanauskaite &#8220;Regenhexe&#8221; oder ein anderes Buch von Renata Serelyte im B\u00fccherschrank, dann werde ich sie wohl begierig lesen und so ganz unbekannt werden mir die Autorinnen dann nicht mehr sein und von einem Land bekommt man mit Sicherheit mehr mit, wenn man sich mit seiner Literatur besch\u00e4ftigt, auch wenn ich das nur mit ein paar Mails an einen \u00dcbersetzer und mit ein paar Portraitheftchen machte, kann ich es trotzdem sehr empfehlen. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Da wir ja 2002 auf der Buchmesse in Frankfurt waren, bin ich mit einer ganzen B\u00fcchertasche \u00fcber litauische Literaturinformationen in diesen Urlaub aufgebrochen, obwohl ich nicht sehr viel Ahnung \u00fcber die Literatur Litauens habe. 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