{"id":15609,"date":"2012-08-03T08:16:08","date_gmt":"2012-08-03T06:16:08","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=15609"},"modified":"2012-08-03T08:16:08","modified_gmt":"2012-08-03T06:16:08","slug":"wolkenherz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=15609","title":{"rendered":"Wolkenherz"},"content":{"rendered":"<p>Nun kommt mein Versuch mit dem E-Book lesen, auf dem Laptop, denn Kindle habe ich ja keinen und kaufe ihn auch nicht, der <a href=\"http:\/\/www.haymonverlag.at\/page.cfm?vpath=buecher\/buch&amp;titnr=761\">Haymon Verlag<\/a> stellt mir aber freundlicherweise ab nun seine B\u00fccher als E-Buchexemplare vorab zur Verf\u00fcgung und ich bin ja eigentlich, auch wenn man das vielleicht nicht gleich merkt, ein experimentierfreudiger Mensch. Wie das Lesen war? Gew\u00f6hnungsbed\u00fcrftig, aber ich glaube, ich kann mich daran gew\u00f6hnen, wie ich  nach dem <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/11\/19\/50-687-worte\/\">Nanowrimo<\/a> auch angefangen habe, alles gleich in den Computer zu schreiben, obwohl ich vorher dachte, ich mu\u00df zuerst mit der Hand. Und beim Lesen dachte ich, ich mu\u00df die B\u00fccher haben, in sie hineinschreiben, besitzen und bin deshalb kaum in eine B\u00fccherei gegangen. Bei der B\u00fccherf\u00fclle, die es gibt, kam aber schon die Erkenntnis, man mu\u00df nicht, auch wenn ich &#8220;Wolkenherz&#8221; zweimal gelesen habe, weil ich zumindestens auf meinen Computer nicht zur\u00fcckbl\u00e4ttern und anstreichen kann, am Kindle kann ich das, glaube ich, schon, aber den habe ich ja nicht und mir am Anfang auch unsicher war, ob ich jetzt das ganze Buch gelesen habe, denn die Seitenzahl variiert, das gebundene Buch hat hundertvierundvierzig Seiten, ich habe dreiundsiebzig in meiner Leseform, wei\u00df das aber auch von meinem Schreiben, das Buch hat doppelt so viele Seiten, wie das Manuskript. Und es ist nat\u00fcrlich kein Buch, das ich gelesen habe, denn wenn mein Computer, was in einigen Jahren passieren wird, eingeht, ist es weg. Ich kann mich, glaube ich, mit dieser Leseform trotzdem anfreuden, prarallel dazu die B\u00fccherschrankb\u00fccher lesen und mich schon darauf freuen, &#8220;Wolkenherz&#8221; vielleicht einmal zu finden, um nachzuschauen, ob ich jetzt alles gelesen habe oder nicht.<br \/>\n&#8220;Wolkenherz&#8221; von Jochen Jung, dem 1942 in Frankfurt am Main geborenen, dem <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/08\/08\/spurensuche\/\">Lektor oder Residenzverleger,<\/a> dem ich in den Siebziger- und Achtzigerjahren meine Manuskripte geschickt habe und dachte, jetzt mu\u00df es doch einmal klappen, bei Peter Henisch geht es doch auch, hat aber nicht und ich bin auch nicht so sprachgewaltig, wie einer der Handke, Bernhard, Jonke etc verlegte und m\u00f6glicherweise auch in den Manuskripten herumgestrichen hat.<br \/>\n2000 gab es dann Schwierigkeiten mit dem Verlag und inzwischen auch Jung und Jung und irgendwann oder vielleicht auch vorher schon, hat Jochen Jung zu schreiben angefangen, bei Haymon gibt es inzwischen schon <a href=\"http:\/\/www.haymonverlag.at\/page.cfm?vpath=autoren\/autor&amp;upi=925&amp;snippetmode=buchliste\">f\u00fcnf B\u00fccher<\/a>, einmal war ich bei einer Pr\u00e4sentation bei &#8220;Buch und Wein&#8221;, das es schon lange nicht mehr gibt, einmal habe ich ihn in der <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/02\/25\/jonke-und-jung\/\">&#8220;Alten Schmiede&#8221;<\/a> geh\u00f6rt und einmal, glaube ich, bei &#8220;Rund um die Burg&#8221;<br \/>\n&#8220;Wolkenherz&#8221; also, eine Geschichte, die, wie in der Beschreibung steht, wie ein M\u00e4rchen klingt und vieleicht auch eines ist.<br \/>\n&#8220;Eine m\u00e4rchenhafte Sommergeschichte und zugleich eine Liebeserkl\u00e4rung an das Leben im Norden&#8221;, steht da. Ich h\u00e4tte eher die Besch\u00e4ftigung des \u00e4lteren Mannes mit dem Leben und dem Sterben und vielleicht auch eine R\u00fcckkehr in die Kindheit darin gesehen, aber Jochen Jung wurde ja nicht an der Nord- oder Ostsee geboren und es geht auch um einen sehr jungen Mann. Um Jonathan, f\u00fcnfundzwanzig ist er, glaube ich und Reiseleiter oder Begleiter, wie es in dem Text hei\u00dft, dem ist seine Mutter gestorben. Und weil er, wie es in der Beschreibung hei\u00dft, Beerdungen nicht mag, ist er von der Abschiedung, nachdem der Pfarrer seine Mutter, die Johanna Jensen hie\u00df, Johanna Peters nannte, abgehauen und ans Meer an die Nord- oder Ostsee, so genau ist mir das nicht klargeworden, gefahren und da sitzt er nun, &#8220;liebt die Wolken und die M\u00f6wen&#8221; und wird von einer grauhaarigen F\u00fcnfzigj\u00e4hrigen, die auch Johanna hei\u00dft, angesprochen und eingeladen in ihrer Villa zu \u00fcbernachten. Er will das aber nicht, sondern geht ins Hotel, da m\u00fc\u00dfte er aber, obwohl die Saison schon zu Ende ist, den Doppelzimmerpreis f\u00fcr das Einzelzimmer zahlen. So geht er doch dorthin, aber erst, als er von der blonden jungen Hannah, er ist ebenfalls blond, die auch Jensen, hei\u00dft, der \u00f6rtlichen Kkioskbesitzerin angesprochen und dazu aufgefordert wird.<br \/>\nDa\u00df man keine sprechenden Namen verwenden soll, dar\u00fcber habe ich vor <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/08\/11\/aktueller-korrekturbericht\/#comments\">drei Jahren mit Frau Heidegger <\/a>diskutiert, hier ist es aber eine Metaphernvielfalt, die f\u00fcr das M\u00e4rchen wichtig ist und so geht er in die Villa, geht zu Frau Hansen aus Schwansen, die im Rollstuhl sitzt und mit ihrer Tochter Johanna dort lebt und Hannah lebt zur Untermiete dort oder eigentlich als Betreuerin der alten Dame und einen Hund namens Plato, der eigentlich auch schon im Rollstuhl sitzen sollte, gibt es auch. Sch\u00f6ne Metaphern und sch\u00f6ne Bilder. Hannah bringt Sprotten, Makrelen, B\u00fccklinge zum Abendessen und Jonathan hat von seiner Firma drei Tage Zeit f\u00fcr das Begr\u00e4bnis bekommen. Die Geschichte beginnt am zweiten Tag, wo er in die Heimat seiner Mutter, die Lehrerin  war, gekommen ist, in Hannah Jensen seine Base findet und mit ihr nach dem Abendessen auch gleich ans Meer spazieren geht, bzw. den Hund zu suchen, der verschwunden ist. Sie gehen auch in den Hotelgarten und werden von drei Blechm\u00e4nnern, bzw. t\u00e4towierten Rucksacktouristen attackiert und \u00fcberfallen, verbringen einige Zeit am Kiosk und am n\u00e4chsten Morgen beim Fr\u00fchst\u00fcck ist Plato tot.<br \/>\nJonathan will ihm im Garten vergraben, der Tierarzt verbietet das und will den Stammbaum des Hundes haben und Frau Schwansen hansen empfiehlt Jonathan nicht sofort nach Altona zur\u00fcckzufahren, sondern sie noch eine Weile im Rollstuhl am Meer entlang zu schieben. Sie gehen dann noch in den Hotelgarten, essen Zitronenkuchen und Frau Hansen Schwansen vertraut ihm an, da\u00df sie Angst vor dem Sterben bzw. davor hat, ihren Tod zu vers\u00e4umen. Das letzte Kapitel und das k\u00f6nnte man vielleicht ein bi\u00dfchen schw\u00fclstig nennen, ist ein Epilog aus dem Himmel, Plato meldet sich noch einmal wieder, um Frau Hansen zu sagen, wie das so ist, wenn man auf einmal dr\u00fcben ist und, da\u00df es Gott gibt.<br \/>\nDiese Erfahrung mu\u00df ich erst machen, ich glaube aber schon, da\u00df man sein Sterben nicht bemerkt und man sich daher davor nicht f\u00fcrchten mu\u00df.<br \/>\nMein Resume der Geschichte, Jochen Jung kocht auch nur mit Wasser, das habe ich schon einmal geschrieben und das ist tr\u00f6stlich f\u00fcr eine, die so abseits steht und immer noch damit zu <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/07\/24\/lebenslugen-und-nicht-warten-konnen\/\">k\u00e4mpfen hat<\/a>, ob sie <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/07\/30\/kehrtwende\/?preview=true\">nun schreiben darf oder nicht?<\/a><br \/>\nJochen Jung, der sich, nehme ich einmal an, bei Residenz nicht selbst verlegt h\u00e4tte und das auch bei Jung und Jung nicht tut, nimmt sich dieses Recht heraus und er hat nun einmal, da er ja wahrscheinlich in den Werken Handkes, Bernhards, Jonkes etc, herumgestrichen hat, eine gro\u00dfe Wortgewalt, eine barocke Sprache und einen Metaphernreichtum, der mir, die ich das Einfache liebe, manchmal fast zu schw\u00fclstig ist.<br \/>\nEs ist aber tr\u00f6stlich zu sehen, da\u00df er sich trauen darf zu schreiben und Erfolg damit hat. Das nehme ich mir davon mit und gebe den Hinweis in eigener Sache, da\u00df ich zu den Vorarbeiten der Dora <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_dorafaust.html\">Faust, 2001<\/a>, auch eine Geschichte geschrieben habe, die an der Nord- oder Ostsee spielt &#8220;M\u00f6wenflug oder Johannes Sedelmayers Begegnungen&#8221;, die im &#8220;Best of 2&#8221; enthalten ist.<br \/>\nZum Schlu\u00df kann ich mir nicht verkneifen darauf hinzuweisen, da\u00df \u00fcber die Hundemetaphern und wo, die nun  begraben liegen, bei Cornelia Travnicek, glaube ich, unterm Kirschenbaum, beim heurigen <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/07\/07\/zweiter-lesetag\/\">Bachmannpreis<\/a> diskutiert wurde.<br \/>\nUnd bez\u00fcglich der Namensdebatte f\u00e4llt mir noch ein, da\u00df der Cheflektor im &#8220;Verr\u00fcckten Traum der Thea Leitner&#8221;, die ja nach Salzburg f\u00e4hrt und dort eine Nacht im sogenannten &#8220;Star-Verlag&#8221; verbringt, G\u00fcnther Grass hei\u00dft, was von Elfriede Haslehner sehr getadelt wurde.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nun kommt mein Versuch mit dem E-Book lesen, auf dem Laptop, denn Kindle habe ich ja keinen und kaufe ihn auch nicht, der Haymon Verlag stellt mir aber freundlicherweise ab nun seine B\u00fccher als E-Buchexemplare vorab zur Verf\u00fcgung und ich &hellip; <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=15609\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[41],"tags":[],"class_list":["post-15609","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/15609","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=15609"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/15609\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=15609"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=15609"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=15609"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}