{"id":15405,"date":"2012-07-21T00:01:35","date_gmt":"2012-07-20T22:01:35","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=15405"},"modified":"2012-07-21T00:01:35","modified_gmt":"2012-07-20T22:01:35","slug":"stellt-mir-eine-frage","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=15405","title":{"rendered":"Stellt mir eine Frage"},"content":{"rendered":"<p>&#8220;Stellt mir eine Frage&#8221; von Steve Bloom, im Wallstein-Verlag erschienen, ist das Buch, da\u00df ich bei dem <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/06\/02\/happy-birthday-writers-studio\/\">Sommerfest im Writersstudio<\/a> aus der freien Entnahme-Kiste gezogen habe. Von Steve Bloom nie etwas geh\u00f6rt, dachte ich, also habe ich nachgegooglet, bzw. mich im Klappentext schlau gemacht, 1942 in Brooklyn als Sohn polnischer Juden geboren, war Rundfunkredakteur und lebt in Heidelberg als Dozent f\u00fcr amerikanische Landeskunde, einige B\u00fccher bei Jung und Jung bzw Residenz erschienen, 2000 &#8220;Immer dieselben Witze&#8221;, 2004 &#8220;Offene Ehe&#8221; und da bin ich daraufgekommen, da\u00df ich zumindest den Namen des Autors schon gelesen habe und auch &#8220;Immer dieselben Witze&#8221; zu Hause habe, hat es Jochen Jung doch einmal in den B\u00fccherturm gelegt und da kann ich mich erinnern, habe ich mich  \u00fcber den Titel gewundert und mich gefragt, welche Art von Buch das wohl ist?<br \/>\nUm Witze geht es bei &#8220;Stellt mir eine Frage auch&#8221; und, um den Klappentext zu zitieren &#8220;1950 im Brooklyner Viertel Brownsville. Fast t\u00e4glich treffen sich Meyer Woolf, Archie Feinstein, Izzy und noch ein paar andere, um beim Kaffee \u00fcber Gott und Welt zu debattieren: Liebe, Ehe, Eifersucht, Alltagssorgen, Koreakrieg und Rassismus sind nur einige der Themen. Und zu jedem wei\u00df einer einen Witz zu erz\u00e4hlen.&#8221;<br \/>\nEs ist, wie mir beim Lesen klar wurde ein sehr ungew\u00f6hnliches Buch, das fast ausschlie\u00dflich aus Dialogen besteht, ein &#8220;Dialogpingpong&#8221;, habe ich in einer der Rezensionen gelesen und ich, die ich mich ja gern sehr ausf\u00fchrlich \u00fcber den Inhalt des Gelesenen ausbreite, bin ein ein wenig ratlos. Denn &#8220;Da passiert ja nichts!&#8221;, diesen ber\u00fchmten Satz k\u00f6nnte ich jetzt schreiben. Oder doch, es passiert sehr viel, das Alltagsleben halt, das, was den M\u00e4nnern in dieser Cafeteria bei Kaffee und Plunder so widerf\u00e4hrt, aber keine Handlung, kein Plot, wo jeder Satz sitzen mu\u00df und alles seine Spannung hat.<br \/>\nWas soll ich also nacherz\u00e4hlen, au\u00dfer dem schon zitierten? Ja, richtiig zuerst stirbt Meyer Wolffs Frau, dann er selbst, die j\u00fcdischen Gebr\u00e4uche werden aufgez\u00e4hlt, das Begr\u00e4bnis, die Schul, das schiwa sitzen  etc.<br \/>\nDann gibt es den Taxifahrer Archie Feinstein, der sich wegen seelischer Grausamkeit von seiner Frau trennen will, das aber nicht zusammenbringt, weil man sich in New York in den F\u00fcnfzigerjahren, offenbar nur wegen Ehebruch scheiden lassen konnte, wie der Anwalt behauptet und man f\u00fcr b\u00f6swilliges Verlassen ins Gef\u00e4ngnis kommen konnte.<br \/>\nPolitische Differenzen kommen auf, Stalin wird zitiert, die Shoah und die Negerfrage, die auch so genannt wird. Die achtzehnj\u00e4hrige Liz Taylor, die sich offenbar scheiden lassen konnte, wird zitiert und Frank Sinatra und nat\u00fcrlich die Witze erz\u00e4hlt, von denen ich die meisten gar nicht lustig fand oder sie nicht verstand.<br \/>\n&#8220;Ist da ein Paar \u00fcber neunzig, die gehen zum Anwalt und sagen ihm, sie m\u00f6chten sich scheiden lassen. Scheiden lassen, sagt der Anwalt. Wie lange sind Sie denn verheiratet. Siebzig Jahre, sagt der Mann. Und warum dann jetzt eine Scheidung? sagt der Anwalt.  Wir wollten warten bis die Kinder tot sind!&#8221;, sagt die Frau.<br \/>\nAm Schlu\u00df des Buches gibt es &#8220;Einige Bemerkungen des Autors&#8221;, der von seiner Kindheit und seinen Eltern erz\u00e4hlt und da ist mir ein Widerspruch aufgefallen, der mich etwas irritiert, wird in den biographischen Angaben, ja 1942 als Geburtsjahr angegeben. Bei den Bemerkungen schreibt der Autor &#8220;1975 da war ich  dreiundzwanzig und hatte mein Studium abgeschlossen..&#8221;<br \/>\nAnsonsten scheint das Buch den Eltern gewidmet zu sein und Archie Feinstein, Jack Goldfarb, Irving Mendel und Max Warsaw etc scheint es gegeben und den Autor durch seine Kindheit begleitet haben. Bei einer der Rezensionen habe ich noch gelesen, da\u00df man bei der Beschreibung des Brooklyns der F\u00fcnfzigerjahre, die Bush  \u00c4ra, zu der das Buch geschrieben wurde, gut erkennt. Vielleicht wurde der 2009 erschienene Roman aber in Heidelberg geschrieben.<br \/>\nEin interessantes und ungew\u00f6hnliches St\u00fcck Literatur ist das Buch, das von den Rezensenten auch sehr gelobt wird, allemal und wahrscheinlich werde ich mir jetzt auch &#8220;Immer dieselben Witze&#8221; auf meine Leseliste setzen und auf diese Art und Weise meine <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/07\/13\/bucher-lesen\/\">ungelesen B\u00fccher ein wenig auflesen<\/a>, habe ich durch das Writersstudio, das sich ja sehr f\u00fcr die amerikanische Literatur interessiert, einen neuen Autor kennengelernt. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8220;Stellt mir eine Frage&#8221; von Steve Bloom, im Wallstein-Verlag erschienen, ist das Buch, da\u00df ich bei dem Sommerfest im Writersstudio aus der freien Entnahme-Kiste gezogen habe. 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