{"id":14800,"date":"2012-06-22T00:18:43","date_gmt":"2012-06-21T22:18:43","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=14800"},"modified":"2012-06-22T00:18:43","modified_gmt":"2012-06-21T22:18:43","slug":"auf-dem-jakobsweg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=14800","title":{"rendered":"Auf dem Jakobsweg"},"content":{"rendered":"<p>Jetzt kommt das Buch zur Reisezeit, n\u00e4mlich Paulo Coelhos &#8220;Auf dem Jakobsweg&#8221; oder auch nicht, geht es ja darin, um eine Pilgerreise und der brasilianische Erfolgsautor, von dem ich <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/06\/05\/veronika-beschliest-zu-sterben\/\">schon<\/a> <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/08\/23\/elf-minunten\/\">einiges<\/a> gelesen habe, findet man ja viel von ihm in den Schr\u00e4nken, hat diesen Weg aus anderen Gr\u00fcnden begangen. Aber ganz zuf\u00e4llig, obwohl ich ja nicht esoterisch veranlagt bin, als ich am <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/06\/17\/lesung-vor-dem-offenen-bucherschrank\/\">Samstag<\/a> die Iris traf, hat sie mir, die ja bei der Erzdi\u00f6zese arbeitet, erz\u00e4hlt, da\u00df sie in diesem Sommer mit ihrer Firma Urlaub in Spanien macht, n\u00e4mlich mit einem Bus den Jakobsweg entlangf\u00e4hrt, t\u00e4glich zwei Sunden wandert und sonst viel Kultur sehen wird.<br \/>\nBevor ich mit dem Lesen angefangen habe, habe ich gegooglet und bin da auf ein Einstimmungsvideo &#8220;Mit Paul Coelho auf dem Jakobsweg&#8221; gesto\u00dfen, das mich sehr beeindruckt hat. Ist mir darin der Erfolgsautor, von dem ich auch schon Kritisches h\u00f6rte und der nicht alle begeistert, sehr sympathisch schien. Sch\u00f6ne Aufnahmen von dem Weg werden gezeigt und Coelho erkl\u00e4rte, der wieder damit begann, da\u00df ihn seine Eltern, die mit ihm in seinen wilden Jahren nicht anders mit ihm zurechtkamen,  ihn auf die Psychiatrie brachten, da\u00df er durch den Jakobsweg zum Schriftsteller geworden ist. Er sagte dann noch etwas, da\u00df man nur den ersten Schritt tuen mu\u00df, alles andere kommt von selber, eine Erfahrungen, die ich nicht unbedingt best\u00e4tigen kann, aber ich bin ja nicht sehr esoterisch und erz\u00e4hlte dann die sch\u00f6ne Geschichte, wie wenig man zum Leben braucht. Er hat ein schwarzes T-Shirt an, das einen Euro kostete, aber auf dem Pilgerweg lie\u00df er es jeden Abend im Hotel um f\u00fcnf Euro waschen. Jetzt stecken schon f\u00fcnfzig Euro darin. Da w\u00fcrde ich mir ein zweites kaufen und das jeweils verschwitzte am Abend selber waschen.<br \/>\nDann habe ich zu lesen angefangen und es wurde es schwieriger, wahrscheinlich wieder, weil ich nicht esoterisch bin.<br \/>\nEs beginnt mit einer Vorbemerkung, Coelho, der einer Bruderschaft angeh\u00f6rt, soll zum Meister werden und dazu mu\u00df er, so will es offenbar das Ritual, ein Schwert vergraben, um ein neues zu finden. Das wird ihm aber von seinem Meister verwehrt, weil er noch zu hochm\u00fctig ist, das habe ich auch nicht ganz verstanden. Coelho bekommt aber die Aufgabe es wiederzubekommen, in dem er sich auf dem Jakobsweg begibt. Dazu ist er zwar nicht ganz bereit, denn zu viel zu tun, die weltlichen Gesch\u00e4fte halten einen ja zur\u00fcck. Seine Frau organisiert es f\u00fcr ihn und er soll sich in der Ausgangsstadt Saint-Jean-Pied-de-Port, erfreulicherweise ist dem Buch ein Lageplan beigegeben, bei einer Madame Savin melden, die ihm alles weitere erkl\u00e4rt. Zu der kommt er fast nicht, obwohl die Eingagst\u00fcre ohnehin offen ist, sehr symbolisch, die dr\u00fcckt ihm ein Heftchen mit Quartieradressen in die Hand, erst als er ihr sagt, da\u00df er Pilger ist, h\u00fcllt sie ihn in das traditionellen Pilgergewand und erkl\u00e4rt, der F\u00fchrer Pedro werde ihn erwarten, dem er \u00fcberall in allem gehorchen mu\u00df, auch wenn er ihm den Tod befieht. Da w\u00fcrde ich jetzt auch sagen, das ist Unsinn. Aber ich habe auch die &#8220;Zauberfl\u00f6ste&#8221; gesehen und mich \u00fcber die Freimaurerriten dort schon sehr ge\u00e4rgert und Lehrer Sladky hat etwas \u00c4hnliches, von seinen Sch\u00fclern auch verlangt.<br \/>\nDer ungeduldige Coelho verpasst auch fast den F\u00fchrer, wird von diesen oder von sich selbst dann auch in die Irre gef\u00fchrt, bzw. geht er, der keine Augen f\u00fcr den Weg hat und sich noch sehr ablenken l\u00e4\u00dft, im Kreis herum, aber das geh\u00f6rt auch zu den Ritualen und mu\u00df so sein.<br \/>\nDie Muschel das Symbol der Pilger hat Coelho sich auch besorgt und die Aufgabe des F\u00fchrers scheint es zu sein, die Sch\u00fcler in die Rituale oder Exerzitien einzuf\u00fchren, die dann auch in dem Buch angegeben sind. Einige, wie die Atem\u00fcbung oder alles langsamer zu machen, sogar die, sich das eigene Begr\u00e4bnis vorzustellen, erscheinen der Verhaltenstherapeutin auch sehr sinnvoll und werden auch schon angewendet. Mit anderen tue ich mir schwer, wahrscheinlich weil mir das religi\u00f6se Verst\u00e4ndnis fehlt. Es beginnt jedenfalls mit der \u00dcbung vom Samenkorn. Die \u00dcbung des Schmerzes verlangt, da\u00df man seinen Fingernagel in die Daumenmulde dr\u00fcckt. So rennt Coelho mit wunden H\u00e4nden durch die Gegend. Es kommt aber noch viel schlimmer, mu\u00df er ja auch seinen D\u00e4mon besiegen, mit einem Hund k\u00e4mpfen, der ihn sosehr verletzt, da\u00df der Milit\u00e4rarzt in der Herberge, das Ger\u00fccht der Tollwut ausstreut. Er mu\u00df einen Wasserfall hinaufklettern und das Kreuz auf seinen Schultern tragen.<br \/>\nDas kennen wir, die wir in katholischen Traditionen leben, denn das Abbild eines Gekreuzigten gilt ja als das h\u00f6chste Symbol. Der gute Pedro erscheint auch oft sehr undurchsichtig und verlangt Sachen von seinem Sch\u00fcler, die nicht so leicht zu verstehen sind, er betrinkt sich aber auch und reagiert unfreundlich, als ihm ein Kellner Kaffee auf seine Hose sch\u00fcttet. Aber das geh\u00f6rt offenbar auch zu den Ritualen. Er trennt sich am Ende des Weges von seinem Sch\u00fcler und l\u00e4\u00dft den alleine weitergehen, das hat Coelho aber schon im Vorwort so beschrieben und gemeint, da\u00df das deshalb war, weil er sich, um die Reise am\u00fcsanter zu gestallten, sich vorstellte Pedro zu einer Figur aus dem ber\u00fchmten &#8220;Castaneder&#8221; zu machen, den ich auch nicht gelesen habe. Er hat, schreibt Coelho weiter, seinen F\u00fchrer nie mehr gesehen, ist ihm aber trotzdem dankbar und widmet ihm das Buch. Es kommt, wie es kommen mu\u00df. Coelho geht alleine weiter, bekommt noch einige Heiligt\u00fcmer gezeigt und trifft am Ende seinen Meister, der ihm das Schwert \u00fcbergibt.<br \/>\nWieso man ein solches im Leben braucht und alle seine Feine besiegen mu\u00df, hat die gewaltfreie Eva auch nicht ganz verstanden, es sei, denn als Symbol nicht aufzugeben und seine Schwierigkeiten zu \u00fcberwinden, aber das k\u00f6nnte man auch anders nennen und w\u00e4hrend der Vorbereitungen auf das Buch ist mir noch eingefallen, da\u00df ich einmal in Leipzig eine Leseprobe von einer anderen Jakobsweg Pilgerfahrt bekommen habe, n\u00e4mlich Felix Bernhard &#8220;Dem eigenen Leben auf der Spur&#8221;.<br \/>\nAls ich mir <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/06\/12\/wochen-zahlen\/\">vorige Woche<\/a> die B\u00fccher f\u00fcr den eigenen Urlaub heraussuchte, ist sie mir in die H\u00e4nde gefallen und so habe ich die drei\u00dfig Seiten jetzt auch gelesen. Felix Bernhard ist ein Frankfurter Banker, der durch einen Motorradunfall querschnittgel\u00e4hmt ist, so ist er 1200 Kilometer des Jakobswegs alleine mit dem Rollstuhl in drei Etappen gefahren. Er schildert in dem Buch seine Motivation, er ist aus der Kirche ausgetreten, aber doch gl\u00e4ubig, eine Freundin hat ihm einmal in Frankfurt die Tafel gezeigt, die darauf hinweist, das hier der Jakobsweg beginnt, die habe ich, als wir 2002 dort waren auch gesehen und mich gewundert, bzw., den Wunsch ge\u00e4u\u00dfert, auch einmal den Jakobsweg zu gehen. Aber ich bin nicht esoterisch veranlagt und habe kein Schwert zu suchen, gehe allerdings gern und viel und bin auch schon zweimal mit dem Alfred nach Mariazell gewandert, einmal von Harland, das zweite Mal ab St. \u00c4gyd. Felix Bernhard hat Coelhos Buch auch gelesen, hat sch\u00f6ne Fotos in dem Buch bzw. Leseprobe und berichtet von der Hilfsbereitschaft, die ihm dort begegnet ist und w\u00e4hrend Coelho mit wunden H\u00e4nden vom N\u00e4gel hineindr\u00fccken durch die Gegend stolperte, hatte Bernhard Blasen, weil die falschen Handschue und den Rollstuhl mu\u00df man ja auch anschieben. Auf der letzten Seite meiner Probe, berichtet er von einem Gl\u00fccksbringer einer nicht esoterischen Freundin, die ihn von den Blasen befreite.<br \/>\nSo weit mein Einblick in den Jakobsweg kurz vor Beginn der Sommerzeit. Da\u00df der Jakobsweg sehr touristisch ist und  viele Leute wahrscheinlich ihr Geld mit dem Verkauf von Souveniers und Rosenkr\u00e4nzen verdienen, ist in dem Video angedeutet und das haben wir auch gesehen, als wir auf unserer <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/06\/12\/wochen-zahlen\/\">Polenreise<\/a> im letzten Jahr nach Tschenstochau kamen, es sei den Spaniern, die ja das n\u00e4chste Opfer der Wirtschaftskrise sind, verg\u00f6nnt  und Detail am Rande, als wir im vorigen Jahr nach Polen, aufbrachte, h\u00f6rte ich im Radio, die Besprechung von Thomas Glavinics &#8220;Unterwegs im Namen des Herrn&#8221;, der eine andere Pilgerreise sehr kritisch schildert. Dieses Buch habe ich noch nicht gefunden, aber vor ein paar Tagen bei Morawa eine Leseprobe eines aktuellen Bestsellers mit dem Titel &#8220;Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry&#8221;, der zu einem Briefkasten will und dann tausend Kilometer von S\u00fcdengland bis zur schottischen Grenze l\u00e4uft, das auch ganz gut zu diesem Thema passt. Und von Paulo Coelho h\u00e4tte ich noch &#8220;Der D\u00e4mon und Fr\u00e4ulein Prym&#8221; auf meine Leseliste zu stellen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jetzt kommt das Buch zur Reisezeit, n\u00e4mlich Paulo Coelhos &#8220;Auf dem Jakobsweg&#8221; oder auch nicht, geht es ja darin, um eine Pilgerreise und der brasilianische Erfolgsautor, von dem ich schon einiges gelesen habe, findet man ja viel von ihm in &hellip; <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=14800\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[41],"tags":[],"class_list":["post-14800","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/14800","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=14800"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/14800\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=14800"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=14800"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=14800"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}