{"id":14500,"date":"2012-06-06T01:21:59","date_gmt":"2012-06-05T23:21:59","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=14500"},"modified":"2012-06-06T01:21:59","modified_gmt":"2012-06-05T23:21:59","slug":"johanna-dohnal-platz-und-lange-nacht-fur-wsd","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=14500","title":{"rendered":"Vom Johanna Dohnal Platz zur langen Nacht f\u00fcr WSD"},"content":{"rendered":"<p>Aufmerksame Leser werden bemerkt haben, da\u00df ich in der letzten Zeit bei relativ wenigen Veranstaltungen war, aber wenn, kommen sie im Doppelpack und so bin ich Dienstag nach meinen Stunden auf die Gumpendorferstra\u00dfe Ecke Rahlgasse marschiert, denn dort wurde der Johanna Dohnal Platz er\u00f6ffnet und ich habe sowohl zur Rahlgasse, als auch zu Johanna Dohnal meine besondere Beziehung. In die Rahlgasse ist die Anna acht Jahre zur Schule gegangen und unter der Regierung Kreisky mit der Staatssekret\u00e4rin Johanna Dohnal habe ich studiert, bzw. meinen ersten und leider auch wichtigesten Preis gewonnen, n\u00e4mlich den f\u00fcr die Geschichte &#8220;G\u00fcler will kein Kopftuch mehr&#8221;, der in der Anthologie &#8220;M\u00e4dchen d\u00fcrfen pfeifen, Buben d\u00fcrfen weinen&#8221;, f\u00fcr ein nicht rollenspezifisches Kinderbuch, erschienen ist, das 1982 gemeinsam mit Christine N\u00f6stlinger, den Kinder und Jugendbuchpreis bekommen hat.<br \/>\n2010 ist Johanna Dohnal gestorben, bei einer <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/03\/04\/bruno-kreisky-preis\/http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/03\/04\/bruno-kreisky-preis\/http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/03\/04\/bruno-kreisky-preis\/http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/03\/04\/bruno-kreisky-preis\/\">Gedenkfeier auf dem Ballhausplatz<\/a> war ich und da hatte ich gerade die ersten Szenen der <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_mimi.html\">&#8220;Mimi&#8221;<\/a> geschrieben, aus der ich n\u00e4chsten Samstag vor dem offenen B\u00fccherschrank in der Grundsteingasse <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/lesungen\/\">lesen<\/a> werde, als ich aber die Rahlgasse errreichte, habe ich kein Fest gesehen.<br \/>\nVor dem Gymnasium standen ein paar Leute, darunter die ehemalige Frau Direktor und wurden fotografiert. Ich habe die Verbindung nicht so schnell hergestellt, da an der Schule aber ein Plakat befestigt war, habe ich realisisiert, da\u00df ich in dem Raum, in dem das Fest dann stattfand, 1997 oder 98 eingeladen von Frau Millner, die die Praktikantin von Annas Deutschlehrerin war, aus dem &#8220;Tod eines Jurymitglieds&#8221;, glaube ich, gelesen habe und ein anderes Mal im Interkulttheater f\u00fcr eine Benefizveranstaltung, damit Streithelfer ausgebildet werden konnten. Da bin ich auch f\u00fcr Robert Menasse eingesprungen, der letztendlich absagte und habe au\u00dfer Szenen aus der &#8220;Viertagebuchfrau&#8221;, auch noch einen Essay &#8220;Wer sind wir in Europa&#8221;, 2000 oder 2001 war das, glaube ich, gelesen und von der Frau Direktor eine Flasche Wei\u00dfwein und eine Blume bekommen. 2002 war ich das letzte Mal in der Schule, da  war Annas Matura, ungef\u00e4hr auch zu dieser Zeit. Jetzt standen eine Menge Frauen in der Aula und es gab ein dichtes Programm.<br \/>\nEine Petra Unger moderierte, dann f\u00fchrten Sch\u00fclerinnen Texte zu Johanna Dohnal auf, die sie nicht pers\u00f6nlich kannten, da sie zu der Zeit, das sie die \u00f6sterreichische Frauenbewegung bewegte, noch nicht geboren waren. Es gab auch eine Runde mit Politikerinnen, dann ging es auf den Platz, die Tafel wurde enth\u00fclllt. Urspr\u00fcnglich h\u00e4tte der Karl-Luegerring nach ihr benannt werden sollen, aber  das geht doch nicht. So wird der jetzt Universit\u00e4tsring hei\u00dfen, Vizeb\u00fcrgermeisterin Breuer freute sich und eine Initiative, den in Berta von Suttnerring umzubenennen, gibt es noch, daf\u00fcr habe ich unterschrieben. Die Schauspielerin Andrea Eckert las zwei Dohnal-Reden. Dann gabs Musik und am Schlu\u00df im Top Kino einen alten Club zwei, den habe ich aber nur angeh\u00f6rt, weil schon die n\u00e4chste Veranstaltung lockte oder waren es Veranstaltungen? Denn am Dienstag war ein dichtes Programm und da habe ich die Stadtflanerie mit Richard Weihs schon ausgelassen. Walter Kappacher in der Alten Schmiede, die j\u00e4hrliche <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/02\/23\/essays-reportagen-feuilletons-von-joseph-roth\/\">Joseph Roth Veranstaltung <\/a>im Literaturhaus und in der Nationalbibliothek einen Abend f\u00fcr Wendelin Schmidt-Dengler, der jetzt siebzig geworden w\u00e4re, eine Fu\u00dfball-EM gibts auch demn\u00e4chst  und der Literaturprofessor war ja ein bekennender Fu\u00dfballfan und so ist jetzt auch ein Buch dar\u00fcber erschienen, sein Nachla\u00df wird im \u00f6sterreichischen Literarturarchiv dessen Leiter und wahrscheinlich Gr\u00fcnder er war, auch aufgearbeitet. Vor einigen Wochen war im Standard ein Bericht, Christiane Zintzen hat auch dar\u00fcber geschrieben, so bin ich mit meinem Blumenstr\u00e4u\u00dfchen, das ich beim Verlassen der Rahlgasse bekommen habe, in die NB marschiert und einen Platz neben Norbert Leser gefunden, der oft zu Literaturveranstaltungen geht und der Prominenz beim Begr\u00fc\u00dfen zugeschaut, das Programm studiert, das war sehr dicht, so da\u00df aus dem Abend f\u00fcr Wendelin Schmidt-Dengler beinahe eine lange Nacht wurde, auf jeden Fall ein zweiteiliger Programmteil mit je sieben Punkten. Zuerst hat Johanna Rachinger er\u00f6ffnet, dann Bernhard Fetz, der jetzige Direktor des Literaturarchivs.  Bodo Hell las einen Text, den ich schon kannte und der wahrscheinlich im Standard ver\u00f6ffentlicht war.<br \/>\n&#8220;Meine erste Stadt&#8221;, da geht es um Graz und einen Onkel, der dort ein Buchgesch\u00e4ft hatte und dem Literaturgewaltigen vielleicht die Liebe zu B\u00fcchern beibrachte. Da\u00df ich einmal als Studentin in einer Wendelin Schmidt-Dengler Vorlesung war und danach \u00fcberlegte, ob ich nicht Germanistik studieren soll, hab ich sicher schon geschrieben. Ich bin bei der Psychologie geblieben, mit Wendelin Schmidt-Dengler, dem Workalkoholic, Schnellredner und Literaurbesessenen, h\u00e4tte ich  gern einmal \u00fcber Literatur diskutiert  und als ich in der Rahlgasse gelesen habe, bin ich anschlie\u00dfend in den Uni Campus, wo er, ich glaube im Rahmen der Wiener Vorlesungen, einen Vortrag \u00fcber die neue \u00f6sterreichische Literatur hielt. Frau Millner war auch in der NB, hat mich aber nicht gesehen.<br \/>\nWeiter ging es mit Elfriede Czurda, die berichtete, da\u00df sie einmal im Bus von einer Studentin angesprochen wurde, die ihr ihr Buch zeigte, das der Literaturprofessor gerade in seinem Seminar besprach. Gelesen hat sie einen Artikel \u00fcber Herzmanovsky-Orlando. Elisabeth Reichert, die nachher, die einzige war, die mich gr\u00fc\u00dfte, las einen Aufsatz \u00fcber Gerhard Fritsch, der in den Sechzigerjahren Vorlesungen \u00fcber Literatur hielt, an denen sich der Student Schmidt-Dengler offenbar an Literatur erprobte. Gedichte hat er damals auch geschrieben, aber die wurden erst sp\u00e4ter gelesen. Erst folgten Klaus N\u00fcchtern und Peter Zimmermann, denn Schmidt-Dengler hat sowohl im Falter rezensiert als auch in Ex Libris seine Buchbesprechungen selbst gelesen. Die Rezension, die Klaus N\u00fcchtern las, ging \u00fcber Andre Heller, der dem Literaturgewaltigen nicht gefallen hat. Es gab dann noch ein im Profil erschienenes Gespr\u00e4ch mit dem Industriellen Helmut Login \u00fcber Orchiedeenf\u00e4cher. Dann las ein Rapidler die Fu\u00dfballkolumne &#8220;Ein Platz auf der Ost&#8221;.<br \/>\nDanach w\u00e4re eine normale Veranstaltung wahrscheinlich beendet gewesen. Bei einer langen Nacht oder einem Literaturmarathon ist das aber anders und das steht dem Wortgewaltigen wohl zu. So gabs eine kurze Pause, dann begann Volker Kaukoreit, den ich eigentlich bei der Roth Veranstaltung vermutet h\u00e4ttet, er arbeitet aber auch im Literaturarchiv, mit Widmungen aus der Bibliothek des WSD und dort gab es B\u00fccher, die Doderer dem Germanisten gewidmet hat,  aber auch welche von Jandl und Mayr\u00f6cker und eine von einem ungenannten Autor, der dem Professor sein Buch schickte, damit der nicht nur Jandl, Mayr\u00f6cker, Doderer, etc besprechen mu\u00df. Robert Menasse folgte und der, dessen Tochter, glaube ich, auch in die Rahlgasse gegangen ist, hatte interessante Texte, n\u00e4mlich ein Protokolle einer Studentenversammlung aus dem Jahr 1969, keiner wu\u00dfte, wieso Schmidt-Dengler ein solches machte und einen \u00fcber eine Marathonlesung bez\u00fcglich Doderer. Hat WSD ja f\u00fcnfhundert Seiten der &#8220;D\u00e4monen&#8221; an einem Nachmittag gelesen und ich fl\u00fcstere dazu, ich habe mir &#8220;Die D\u00e4monen&#8221; im Sommer 1977 gekauft und im Stadtpark gelesen, die Strudelhofstiege kenne ich aber im Gegensatz zu WSD noch immer nicht.<br \/>\nDann kam Harald Klauhs, der Pressekritiker mit Textbeispielen und von dem kann ich berichten, da\u00df er 2005 einen meiner Meinung nach sehr flapsigen Bericht \u00fcber den Bachmannpreis geschrieben hat, den ich kritisierte, er hat mir auch geantwortet und ich habe ihm jahrelang die Aussendungen zu meinen Veranstaltungen geschickt.<br \/>\nDann wurde es besonders interessant, denn Ferdinand Schmatz, der experimentelle Lyriker las fr\u00fche Schmidt-Dengler Gedichte, die er mit Neunzehn, offenbar von Stefan George beeinflu\u00dft, geschrieben hat, und irgendwo einreichte. Herbert Zand hat ihm einen Absagebrief geschrieben.<br \/>\nJosef Winkler, der inzwischen auch sehr politisch ist, las einen Ausschnitt aus dem Thomas Bernhard Buch &#8220;Der \u00dcbertreibungsk\u00fcnstler&#8221;, das ich, glaube ich, besitze und die Beantwortung des Fragebogen der Studentenaktion Jes, der zeigte, wie radikal und politisch der Literaturprofessor sein konnte. Seine Rezensionen waren sehr pers\u00f6nlich und Ich-bezogen, wie die meinen \u00fcbrigens auch.<br \/>\nAls n\u00e4chste Kritikerin las Brigitte Schwens-Harrant von der Furche einen Text \u00fcber Schiller, der in Weimar begann und in Wien mit Nestroy endete, der wieder zeigte, wie vielseitig der Literaturprofessor war. Am Schlu\u00df folgte noch die Verlesung der Ansichtskarten, die der Professor an das Literaturarchiv und seine Mitarbeiter schickte. Das war nicht ganz der Schlu\u00df, denn nachher gabs noch Wein und Geb\u00e4ck.<br \/>\nEs war ein interessanter Abend, bei dem ich viel lernte, obwohl ich \u00fcber den Literaturprofessor schon einiges wu\u00dfte und kurz nach seinem Tod, im Jahr 2008 auch schon bei einer <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2008\/10\/10\/abschied-vom-literaturprofessor\/\">Veranstaltung<\/a> in der Nationalbibliothek war.<br \/>\nZum Schlu\u00df kann ich noch anf\u00fcgen, da\u00df ich am 29. Oktober bei den textvorstellungen mit <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/01\/11\/andrea-stift-bei-den-wilden-worten\/\">Andrea Stift<\/a> und <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/05\/06\/anita-c-schaub-auffuhrung\/\">Anita C. Schaub<\/a> lesen werde, die ja beide alte Bekannte von mir sind.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aufmerksame Leser werden bemerkt haben, da\u00df ich in der letzten Zeit bei relativ wenigen Veranstaltungen war, aber wenn, kommen sie im Doppelpack und so bin ich Dienstag nach meinen Stunden auf die Gumpendorferstra\u00dfe Ecke Rahlgasse marschiert, denn dort wurde der &hellip; <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=14500\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[41],"tags":[],"class_list":["post-14500","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/14500","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=14500"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/14500\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=14500"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=14500"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=14500"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}