{"id":14434,"date":"2012-06-03T00:25:25","date_gmt":"2012-06-02T22:25:25","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=14434"},"modified":"2012-06-03T00:25:25","modified_gmt":"2012-06-02T22:25:25","slug":"ratsel-raten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=14434","title":{"rendered":"R\u00e4tsel raten"},"content":{"rendered":"<p>&#8220;R\u00e4tsel raten&#8221;,&#8221;Brainstorming&#8221; oder&#8221; Wie schreibt man einen Roman?&#8221;, habe ich gedacht, k\u00f6nnte dieser Blogeintrag hei\u00dfen, denn ich sitze wieder in Harland, habe die vier Szenen meines neuen Romanprojekts, das &#8220;Ein Glas zuviel&#8221; als Arbeitstitel hat, die ich vor und nach meinem <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/05\/29\/pfingsten-ii-bucherkastenlesetour\/http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/05\/29\/pfingsten-ii-bucherkastenlesetour\/\">Pfingstl<\/a><a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/05\/28\/erlesenes-pfingsten\/\">esemarathon<\/a> begonnen habe, \u00fcberarbeitet, bin derzeit bei dreizehneinhalb Seiten bzw. 7311 Worten und \u00fcberlege, was ich machen kann, da\u00df es wirklich ein Roman wird und ich nicht wieder bei f\u00fcnfzig oder sechzig Rohseiten h\u00e4ngen bleibe, in keine Krise, wie bei den <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/12\/31\/qualereien\/\">letzten<\/a> <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/04\/08\/ruckzugsgedanken\/\">beiden<\/a> Mal hineingerate oder frage mich \u00fcberhaupt, was meinen Texten noch fehlen k\u00f6nnte, damit sie zu dem werden, was man Verlagstauglich nennt, obwohl ich in Zeiten der E-Book-Euphorie und des Selbstverlegens gar nicht so sicher bin, ob ich das will. Aber dennoch ist die Frage angebracht, was unterscheidet mich von denen, die einen Verlag finden und was fehlt meinen Sachen, weil ich bisher keinen gefunden habe?<br \/>\nEtwas, was nicht ganz stimmt, weil ich f\u00fcr meine beiden Sach- und Fachb\u00fccher ja gefunden habe. Beim ersten, dem &#8220;La\u00df dir Zeit&#8221; k\u00f6nnte man ja sagen, da\u00df ich eine Ghostwriterin hatte. Die F\u00e4lle waren von mir, Edith Thabet hat es aufgeschrieben. Die &#8220;Verhaltenstherape bei erwachsenen Stotterern&#8221; habe aber nur ich geschrieben und die &#8220;Hierarchien&#8221; haben auch einen Kleinverlag gefunden, hatten aber schlechte Kritiken und dann habe ich noch eine Zeit herumgeschickt und keinen Verlag gefunden, bis ich, zehn zw\u00f6lf Jahre fr\u00fcher als der Trend zum Selfpublishing gekommen bin. Was ich ja an sich gut finde. Die Frage, warum bin ich aber nicht &#8220;Publikumsverlagstauglich&#8221; und warum wollten mich auch die Kleinen, wie  die, die meine Freundinnen finden, nicht?, ist schon interessant und sollte beantwortet werden.<br \/>\nDenn ich schreibe ja schon lange und habe auch schon sehr viel geschrieben. Wahrscheinlich mehr als manche andere, die in gro\u00dfen Verlagen publizieren und Preise gewinnen. Und warum geht es bei manchen Zwanzigj\u00e4hrigen und bei mir geht es nicht?<br \/>\nDas sind schon Fragen, die mich besch\u00e4ftigen. Die Hemmung und die Sch\u00fcchternheit w\u00fcrde ich als eine Antwort geben. Dann ist es sicher auch mein realistischer Stil. Aber andere schreiben den auch und die Leser wollen ja auch nicht wirklich das experimentelle Schreiben und haben wahrscheinlich auch ihre Schwierigkeiten mit <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/03\/26\/richard-obermayr\/\">Richard Obermayr<\/a> und <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/02\/16\/andrea-winkler-lesung\/\">Andrea Winkler<\/a>, obwohl die ja von der Fachwelt sehr anerkannt werden. Die Kriminalromae aber boomen und das wollen die Leser  und die werden realistisch geschrieben. Da habe ich wieder Schwierigkeiten mit der Aggression, denn ich will nicht wirklich Morde beschreiben und so sind meine <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_tauben.html\">Kriminalromanversuche<\/a> immer gescheitert, da\u00df es keine wirklichen Morde waren, die passierten und dann ist es auch kein wirklicher Kriminalroman.<br \/>\nIch denke aber schon, da\u00df man realistisch schreiben kann. Vielleicht liegt es auch ein bi\u00dfchen an der Sprache. Meine ist vielleicht zu wenig abgehoben, ein bi\u00dfchen mehr entfremden, ein bi\u00dfchen weiter weg vom <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/01\/28\/transformationsfragen\/\">selbst Erlebten<\/a>, das habe ich schon kapiert, da\u00df das vielleicht wichtig ist. Da hatte ich ja das Erlebnis in der Augustin <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/10\/07\/augustin-schreibwerkstatt\/\">Schreibwerkstatt<\/a>, wo einer der Zuh\u00f6rer den Realismus nicht ausgehalten hat, weil das ist ja das, was man kennt und Literatur mu\u00df ein wenig abgehoben sein.<br \/>\n&#8220;Die Realit\u00e4t so sagen, als ob sie trotzdem nicht w\u00e4r&#8221;, hei\u00dft das neue Josef Winkler-Buch und das ist nun kein Erz\u00e4hler, der etwas von Plot und Handlung h\u00e4lt, sondern mit Bildern arbeitet und das ist nicht das, was ich eigentlich will, ein bi\u00dfchen aber k\u00f6nnte ich mir davon schon &#8220;abschauen&#8221; und etwassorgf\u00e4ltiger mit der Sprache umgehen.<br \/>\nEin Problem, das ich immer noch habe, ist das, was ich den &#8220;Zensor im Kopf&#8221; nenne, den fortw\u00e4hrenden Gedanken &#8220;Es ist schon wieder nichts!&#8221; und das ist nicht gut f\u00fcrs Schreiben und damit versuche ich jetzt  lockerer umzugehen. Ein weiterer Hemmschuh ist sicher meine Schnelligkeit und das, was ich &#8220;Mich an die Wand schreiben&#8221;, nenne. Ich denke, das kommt daher, da\u00df ich wahrscheinlich soviel Angst vor dem Schreiben und dem nicht gut genug zu sein, habe, da\u00df ich es schnell hinter mich zu bringen versuche. So fange ich an, schreib mein Pensum hinunter und &#8220;Wusch, schon wieder nichts!&#8221;<br \/>\nDas soll besser werden und ist es auch schon geworden, als ich mir, bin ich ja Verhaltenstherapeutin, eine Struktur verordnete. Beim <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_schokolade.html\">Wiener Stadtroman<\/a>, war das der Tag, zerlegt in viertel Stunden, bei der <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_radiosonate.html\">&#8220;Radiosonate&#8221;<\/a> das Jahr und die ist ja sehr lang geworden.<br \/>\nBei der <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/03\/12\/nebelschwaden\/\">&#8220;Paula Nebel&#8221;<\/a> bin ich wahrscheinlich &#8220;gescheitert&#8221;, weil ich nicht wirklich wu\u00dfte, wor\u00fcber ich schreiben wollte und immer dachte, \u00fcber das Altern, Demenz, Depression und eine Gro\u00dfmutter- Enkeltochter-Beziehung habe ich doch schon geschrieben.<br \/>\nDiesmal habe ich ein &#8220;neues Thema&#8221;, eine Frau auf Entzug, das ist von mir noch nicht so abgelutscht und ich habe mir gedacht, ich nehme mir als Struktur den Vorsatz, es sollten mindestens hundert Rohseiten werden. Wei\u00df bis jetzt aber auch noch nicht viel mehr, als da\u00df ich einerseits das Alltagsleben in sch\u00f6nen Geschichten beschreiben will, mein Versuch mit meiner Sprache weiterzukommen und zweitens die Kerstin Wieland  vom Alkohol und ihrer Beziehung loskommen lassen will. Bis jetzt habe ich vier Szenen geschrieben. Es beginnt mit einem Streit, Kerstin schmei\u00dft ihren Franz hinaus, er will nicht mehr zur\u00fcck, sie trinkt eine Flasche aus und f\u00e4hrt nach Kalksburg. Dort trifft sie einen Patienten, der ihr r\u00e4t es langsam anzugehen und sich einen Halt zu suchen, am Sonntag in die Kirche und sich am Nachmittag mit ihm im Gasthaus auf ein Achterl treffen. Dazwischen k\u00f6nnte sie ihr Leben erz\u00e4hlen, eine Handlung erleben und ich k\u00f6nnte zu meinem Roman kommen, mit m\u00f6glichst viel Geduld und dem Ziel vor Augen \u00fcber meine Schw\u00e4chen hinwegzukommen, damit ich, wenn es etwas wird, das Ganze versuchsweise, vielleicht unter einem Pseudonym und mit einem Expose doch an einen Verlag schicken k\u00f6nnte. Denn es wurmt ja schon ein bi\u00dfchen, da\u00df es ausgerechnet bei mir nicht zu gehen scheint.<br \/>\n&#8220;So bl\u00f6d bin ich ja nicht!&#8221;, lasse ich meine Heldinnen immer sagen. Gerade vorhin hat das, die Kerstin Wieland zu Hans Richter gesagt, &#8220;wenn der Franz den Entzug schafft, dann geht das bei mir auch!&#8221; und ich habe ja schon mehr als manche andere geschrieben und an meiner <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?s=Rechtschreibfragen\">Rechtschreibung<\/a> kann es auch nicht wirklich liegen.<br \/>\nNun habe ich auch schon einiges geschafft. Kann ich mich ja an die Valerie erinnern, die vor Jahren einmal sagte &#8220;Mir fallen die Ideen immer zu!&#8221;<br \/>\n&#8220;Wow!&#8221;, habe ich gedacht.<br \/>\n&#8220;Mir nicht!&#8221;<br \/>\nInzwischen sind sie mir sehr lange zugefallen und die Angst, da\u00df ich zu kurz f\u00fcr einen Roman sein k\u00f6nnte, habe ich seit dem Nanowrimo auch nicht mehr, denn ich kann ja immer nachschauen, wieviele Worte sind es jetzt schon und meine <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/01\/20\/indie-bucher\/\">selbstgemachten<\/a> <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?s=Coverfragen\">B\u00fccher<\/a> sind gar nicht so kurz.<br \/>\nDas, was ich als mein Manko bezeichnen w\u00fcrde, ist wahrscheinlich schon, da\u00df ich mich, um die Konflikte herumdr\u00fccke, vieles anrei\u00dfe, aber nicht wirklich hineinkomme, da daran bleiben, ist wahrscheinlich gut und was die Sprache betrifft,  habe ich bei der Text und Kritik-Werkstatt, 2005 war die, glaube ich, in Vorarlberg sehr viel gelernt. Da habe ich gerade an den <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_fluchtbewegung.html\">&#8220;Fluchtbewegungen&#8221;<\/a> geschrieben und den Kritikern war es sprachlich zu einfach. Dann bin ich nach Hause gekommen und habe \u00fcberarbeitet. Bei den letzten Texten, wo ich mich schon ein bi\u00dfchen ausgeschrieben f\u00fchlte, hatte ich manchmal das Gef\u00fchl, ich bin ein bi\u00dfchen flach. Aber das hatte ich auch bei der <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_hunger.html\">&#8220;Sophie Hungers&#8221;<\/a> und die ist von den Kritikern eigentlich gut aufgenommen worden und bei der <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_bank.html\">&#8220;Frau auf der Bank&#8221;<\/a> und da habe ich jetzt gleich einen Erfolg zu vermelden. Einer meiner <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/06\/02\/happy-birthday-writers-studio\/\">Schreibw\u00fcnsche f\u00fcr die n\u00e4chsten zehn Jahre<\/a> hat sich schon erf\u00fcllt. Ich werde die &#8220;Frau auf der Bank&#8221; bei den <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/lesungen\/\">Textvorstellungen in der Alten Schmiede<\/a> vorstellen k\u00f6nnen.<br \/>\nJa, die anderen sehen manches anders, als man selbst. Deshalb sind Testleser gut und ich denke meine Schreibreflexionen haben dieselbe Wirkung.<br \/>\nIch bin aber sicher ein bi\u00dfchen stur und eigensinnig und h\u00e4tte es mir auch leichter machen k\u00f6nnen, wenn ich auf meine selbstgemachten B\u00fccher Eva- oder Schmetterlingsverlag, wie das auch die anderen  machen, geschrieben und mir eine ISBN-Nummer gekauft h\u00e4tte. So habe ich mich selber ein bi\u00dfchen ins Abseits begeben. Habe auch sicher meine Schw\u00e4chen und arbeite daran besser zu werden.<br \/>\nWie lange ich f\u00fcr den neuen Text brauche, wei\u00df ich nicht. Man soll ja auch nicht \u00fcber seinen Schatten springen. Es kann auch kurz werden und es kann schnell gehen, wenn ich etwas gelernt habe, was ich vorher nicht konnte, ist das Ziel erreicht.<br \/>\nMal sehen, ob es gelingt oder ob ich wieder in eine Krise komme, meine Leser werden es sicher merken und \u00fcber Feedback und R\u00fcckmeldungen freue ich mich nat\u00fcrlich auch.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8220;R\u00e4tsel raten&#8221;,&#8221;Brainstorming&#8221; oder&#8221; Wie schreibt man einen Roman?&#8221;, habe ich gedacht, k\u00f6nnte dieser Blogeintrag hei\u00dfen, denn ich sitze wieder in Harland, habe die vier Szenen meines neuen Romanprojekts, das &#8220;Ein Glas zuviel&#8221; als Arbeitstitel hat, die ich vor und nach &hellip; <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=14434\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[41],"tags":[],"class_list":["post-14434","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/14434","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=14434"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/14434\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=14434"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=14434"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=14434"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}