{"id":14318,"date":"2012-05-29T00:18:04","date_gmt":"2012-05-28T22:18:04","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=14318"},"modified":"2012-05-29T00:18:04","modified_gmt":"2012-05-28T22:18:04","slug":"1793-frankreichs-schicksalsjahr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=14318","title":{"rendered":"1793 &#8211; Frankreichs Schicksalsjahr"},"content":{"rendered":"<p>Mit Victor Hugos, 1874 geschriebenen, letzten Roman &#8220;1793 &#8211; Frankreichs Schicksaljahr&#8221;, ging es beinm <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/05\/28\/erlesenes-pfingsten\/\">Pfingstlesemarathon,<\/a> nach Frankreich und in die franhz\u00f6sische Revolution. Denn die in der Zieglergasse gefundene &#8220;Buchfolge der Lesergilde&#8221; aus dem Jahre 1946 &#8211; &#8220;Diese Ausgabe ist nur  f\u00fcr die Mitglieder der Lesegilde&#8221; bestimmt, steht noch auf dem leicht vergilbten Papier, ist ein wahres Schmankerl, mit einem sehr sch\u00f6nen fast jugendstilartig wirkenden Buchcover, ja die kurz nach dem Krieg erschienenen Ausgaben, sind manchmal sehr sch\u00f6n.<br \/>\n&#8220;Der gro\u00dfe franz\u00f6sische Dichter &#8211; ein ewiger Romantiker, ein Meister der Sprache, ein treuer Sohn seines Volkes, ein weiser Mensch &#8211; schuf damit einer gro\u00dfen Zeit ein w\u00fcrdiges Denkmal. Und es ist f\u00fcr uns, die wir es heute lesen, ein neuer Beweis der Unverg\u00e4nglichkeit der Menschheitsideale. Denn \u00fcber alles stellt Hugo den Menschen und seine Freiheit &#8211; die innere und die \u00e4u\u00dfere.&#8221;, steht im Klappentext und es war f\u00fcr die Mitglieder der Lesegilde, wer immer die auch waren, 1946, so kurz nach dem Krieg, sicher interessant vom &#8220;Schicksalsjahr&#8221; der franz\u00f6sischen Revolution zu erfahren. Heute, sechsundsechzig Jahre sp\u00e4ter liest man es wahrscheinlich wieder anders und ich tat mir auch, obwohl ich mich ja f\u00fcr die Geschichte sehr interessiere, ein wenig schwer, in die Revolution hineinzuspringen, denn Hugo gibt nicht viele Erkl\u00e4rungen, geht gleich hinein in Medias Res, aber was wei\u00df man schon 2012 in Wien \u00fcber das Frankreich von 1793, wenn man nicht gerade Historiker ist?<br \/>\nEs beginnt also auf &#8220;hoher See&#8221;, bzw. im Wald von Saudraie, da finden ein Pariser Bataillone und eine Marketenderin, eine arme Frau und drei kleine Kinder, das kleinste hat sie noch an der Brust, Hunger haben alle und Schuhe gibt es ebenfalls nicht. Sie hat alles verloren, man wei\u00df nicht recht ob sie jetzt f\u00fcr die &#8220;wei\u00dfen&#8221; oder &#8220;blauen&#8221; ist und schlie\u00dft sich den Soldaten an.<br \/>\nDann gehts auf die See, so hei\u00dft die Kapitel\u00fcberschrift, da schifft sich ein geheimnisvoller, als Bauer verkleideter, alter Mann in England ein und kommandiert gleich das ganze Schiff, das durch ein Versehen unter geht, der der das veranla\u00dft, rettet ihn zwar und wird dadurch belohnt, weil er aber schuldig war, ordnet der alte Mann an, ihn zu erschie\u00dfen. Das wird getan, der alte Mann mu\u00df das Schiff verlassen und der, der ihn ans Land rudern soll, ist der Bruder des Erschossenen, der will ihn nun auch erschie\u00dfen. Der alte Mann, ein Marquis den Lantenac kann den ehemaligen bretonischen Bauern und jetzigen Matrosen aber  durch seine Autorit\u00e4t \u00fcberzeugen und so kommt er zu seinem Schlo\u00df, denn er soll ja gegen die Franzosen k\u00e4mpfen, die ihren K\u00f6nig hingerichtet haben. Es gibt aber noch Widerstand, vor allem bei den bretonischen Bauern, es gibt aber auch schon einen Befehl den Marquis zu liqudieren. Der wird durch einen Bettler gerettet und l\u00e4\u00dft dann aber das Bataillon und die zwei Frauen erschie\u00dfen, nur die Kinder l\u00e4\u00dft er auf das Schlo\u00df bringen. Die Mutter kommt aber nicht um und sucht in weiterer Folge ihre Kinder und in Paris wird von Marat, Robespierre und Danton, ein ehemaliger Priester daf\u00fcr bestimmt, den Marquis zu st\u00fcrzen, der hatte, als er noch Priester oder Hauslehrer war, einen Sch\u00fcler, der der Neffe des Marquis ist. Der ist jetzt auch Revolution\u00e4r, aber so gutm\u00fctig, da\u00df er Kinder und Frauen oft laufen l\u00e4\u00dft, so wird ihm der Priester quasi als Kontrollor vorgesetzt. Sie kommen also alle in das Schlo\u00df, der Marquis kann fliehen, die Kinder sollen aber  in Brand gesteckt werden. Das verhindert der ebenfalls gutm\u00fctige Marquis, daf\u00fcr soll er hingerichtet werden, nun l\u00e4\u00dft ihn der Neffe fliehen und als ihn der Kontrolleur daf\u00fcr hinrichten lassen will, gibt es Widerstand bei den Soldaten. Er bleibt aber hart und erschie\u00dft sich selbst.<br \/>\nEin bi\u00dfchen r\u00fchrselig und heldenhaft scheint die Handlung heute im Hier und Jetzt. Nicht ganz leicht zu verstehen, wie ja \u00fcberhaupt die ganze Revolution, die auch ein gro\u00dfes Blutbad war, nicht so leicht zu verstehen ist.<br \/>\nUnd f\u00fcr mich war es nat\u00fcrlich interessant, einen Victor Hugo zu lesen, von dem ich den &#8220;Gl\u00f6ckner von Notre Dame&#8221; kennen und dessen &#8220;Elenden&#8221; ein ber\u00fchmtes Musical geworden ist. \u00dcber die sch\u00f6ne alte Buchausgabe freue ich mich ebenfalls sehr.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit Victor Hugos, 1874 geschriebenen, letzten Roman &#8220;1793 &#8211; Frankreichs Schicksaljahr&#8221;, ging es beinm Pfingstlesemarathon, nach Frankreich und in die franhz\u00f6sische Revolution. 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