{"id":14311,"date":"2012-05-28T18:20:34","date_gmt":"2012-05-28T16:20:34","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=14311"},"modified":"2012-05-28T18:20:34","modified_gmt":"2012-05-28T16:20:34","slug":"mit-leichtem-gepack","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=14311","title":{"rendered":"Mit leichtem Gep\u00e4ck"},"content":{"rendered":"<p>Wie geraten B\u00fccher zu einem, bzw. nach welchen Kriterien entnehme ich sie den offenen B\u00fccherk\u00e4sten? Monika Buschs &#8220;Mit leichtem Gep\u00e4ck&#8221;, w\u00e4re mir h\u00f6chstwahrscheinlich entgangen, h\u00e4tte ich nicht heute meinen <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/05\/28\/erlesenes-pfingsten\/\">Pfingstlesemarthon<\/a> gemacht und mir daf\u00fcr ein Buch zum sofort Lesen ausw\u00e4hlen wollen. Eine Vicki Baum ist mir ins Auge gefallen und dann als ich schon weggehen wollte, der blaue Himmel, das Meer und die wei\u00dfe strohgedeckte Windm\u00fchle auf dem Cover. Name und Titel sagten mir nicht viel. Was ist das f\u00fcr ein Buch, ein Reisef\u00fchrer?<br \/>\nIch schlage es auf und lese &#8220;W\u00e4re am Pfingstsamstag mein Zug nicht mit dreizehn Minuten Versp\u00e4tung in Karlsruhe angekommen, h\u00e4tte ich Tamara vielleicht nie kennengelernt&#8221; &#8211; Was zu dem anderen Satz &#8220;H\u00e4tte ich nicht w\u00e4hrend meines Pfingstmarathons, h\u00e4tte ich dieses Buch h\u00f6chstwahrschein nicht&#8230;&#8221;, hin\u00fcberschwenkt und ich habe umdisponiert.<br \/>\nH\u00e4tte ich nicht, w\u00e4re mir wahrscheinlich auch nicht viel entgangen, denn ich bin ja eigentlich schon zu alt f\u00fcr ein Jugendbuch und ein solches ist es ja. 1986 erschienen und es handelt von der f\u00fcfnzehnj\u00e4hrigen Christiane, die an besagten Pfingstsamstag ihre Schwester Andrea, die Krankenpflegesch\u00fclerin in Freiburg ist, besuchen will und den Zug vers\u00e4umt. W\u00e4hrend sie wartet und sich \u00e4rgert  springt ihr der Name &#8220;Bad Wiesenstein&#8221; ins Auge und sie erinnert sich, da\u00df dort ihre Gro\u00dfmutter lebt, die sie nicht kennt, weil sie bis vor kurzem im Ausland lebte, bzw. ihren spie\u00dfigen Eltern zu leichtsinnig ist.<br \/>\nMal eine Umkehrung des gewohnten, Christiane wird jedenfalls neugierig, telefoniert der Schwester, da\u00df sie sp\u00e4ter kommt und steigt in den Zug. Sie findet die Adresse der Gro\u00dfmutter gleich, die flotte Frau, die ihr \u00f6ffnet, h\u00e4lt sie zun\u00e4chst f\u00fcr die Haush\u00e4lterin oder Pflegerin. Es ist aber Grandma herself, die sich wahnsinnig \u00fcber den Besuch der ihr unbekannten Enkelin freut.<br \/>\nIst Omi doch jung Witwe geworden und hat sich dann einen K\u00fcnstler zum Freund genommen, der ihrer spie\u00dfigen Tochter nicht genehm war und Christiane h\u00e4lt diesen &#8220;Leo&#8221; zuerst auch f\u00fcr das H\u00fcndchen der Oma, denn das diese einen Lover hatte, kann sie sich nicht vorstellen.<br \/>\nDie Oma serviert exotisches Obst, Kiwis und Avocados z.B., l\u00e4\u00dft auch etwas von einer Jugendliebe namens Antonio durchblicken und schw\u00e4rmt vom leichten Leben, das K\u00f6nig Minos in Griechenland f\u00fchrte, dann trennen sich die beiden vorerst, Christiane f\u00e4hrt zu Schwester weiter, die schlechter Stimmung ist, weil sie in ihrem Krankenhaus am Montag ein Fieberthermometer zerbrach, Dienstag beim Anblick eines Verbandwechsel schlappmachte und fast einem Patienten statt einem Schlafmittel ein Abfuhrmittel brachte und dann noch den Chefarzt mit &#8220;Herr Doktor&#8221; ansprach. Christiane \u00fcberredet sie sich trotzdem mit ihren Kollegen am Abend zu treffen und sich auch daf\u00fcr ein neues Kleid zu kaufen und als sie wieder heimkommt, gibt es auch dort schlechte Stimmung, denn ihr Vater, ein Versicherungsvertreter hat eine Polizze verschlampt und soll den Schaden nun ersetzen. Kann er aber nicht, hat er doch erst einen Kredit f\u00fcr das neue Auto aufgenommen. Da f\u00e4llt Christiane die Gro\u00dfmutter Tamara ein, die sie inzwischen dicke Oma nennt, weil sie nicht zunehmen will und die verkauft dann einen antiquarischen Schreibtisch und f\u00e4hrt im Sommer mit Christiane nach Kreta um mit ihr das &#8220;minoische Leben&#8221; auszuprobieren. Das hei\u00dft, alles mit leichten Gep\u00e4ck anzugehen, aber Christianes schwerm\u00fctige Mutter packt ihr nat\u00fcrlich einen ganzen Koffer warmer Westen und Pullover ein, weil es ja auch in Griechenland regnen kann, die l\u00e4\u00dft die Oma aber in einem Schlie\u00dffach zur\u00fcck und so kommen die beiden Damen leicht in Heraklion an und Christiane ist erst einmal entt\u00e4uscht, weil diese Stadt ist nicht so sch\u00f6n. Die Oma mietet aber ein Auto und so fahren die beiden auf der Insel herum, immer auf der Suche nach Omas Jugendliebe, die sie vor vierzig Jahren dort kennenlernte. Christiane ist begeistert, schwimmt zwar mal ein St\u00fcck zu weit hinaus, bekommt auch einen Sonnenbrand, trinkt aber ihr erstes Sch\u00fcckchen Wein, sowie ihren ersten Ouzo und verliebt sich fast in einen jungen Schn\u00f6sel namens Fabian, der der gr\u00f6\u00dfte Schauspieler werden will und den heiligen Antonio finden sie nur in einer Kirche und lernen dabei die giriechische Gastfreundschaft kennen, denn der grauhaarige Herr, der jeder alten Dame  &#8220;Frollein, ich dich kennen!&#8221;, zuruft und sich dann den Wein bezahlen l\u00e4\u00dft, ist es nicht. Christiane macht aber doch die Bekanntschaft eines franz\u00f6sischen Jungen der es ernster zu nehmen scheint, ger\u00e4t beim Schmuggeln von &#8220;alten Scherben&#8221; fast den Z\u00f6llnern in die H\u00e4nden, aber die nehmen es dann auch leicht. Die Schwester wird doch nicht Krankenschwester, weil sie daf\u00fcr zu empfindlich ist und die Oma kehrt zu ihren Leo nach Mallorca zur\u00fcck, aber irgendwann werden sie und Christiane sich sicher wiedersehen und das Interessante an dem leichten Buch \u00fcber das Wunder   Griechenlands ist, wenn man es mit dem vergleicht, was wir heute \u00fcber die Griechen und ihren <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/12\/27\/faule-kredite\/?preview=true\">Schuldenstand<\/a> denken. Da hat man wohl etwas vielleicht zu leicht genommen. Aber heute haben wir  2012, Christiane wird vielleicht bald auch schon Oma sein und mit ihren Enkeln auf Urlaub fahren und G\u00fcnter Grass hat die Welt schon wieder mit einem Gedicht erregt, das diesmal &#8220;Europas Schande&#8221; hei\u00dft und sich  mit Griechenland besch\u00e4ftigt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie geraten B\u00fccher zu einem, bzw. nach welchen Kriterien entnehme ich sie den offenen B\u00fccherk\u00e4sten? 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