{"id":14234,"date":"2012-05-25T18:54:03","date_gmt":"2012-05-25T16:54:03","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=14234"},"modified":"2012-05-25T18:54:03","modified_gmt":"2012-05-25T16:54:03","slug":"der-weisse-dampfer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=14234","title":{"rendered":"Der weisse Dampfer"},"content":{"rendered":"<p>Weiter geht es mit <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/05\/24\/der-junge-und-das-meer\/\">Tschingis Aitmatow<\/a> und zwar laut Beschreibung dem wichtigsten und bekanntesten Werk nach &#8220;Dsamilja&#8221;, der 1970 nach einem M\u00e4rchen entstandenen Erz\u00e4hlung &#8220;Der weisse Dampfer&#8221;, die mit den Worten &#8220;Er hatte zwei M\u00e4rchen. ein eigenes, von dem niemand wu\u00dfte. Und ein zweites, das der Gro\u00dfvater erz\u00e4hlte. Am Ende blieb keins \u00fcbrig. Davon handelt diese Erz\u00e4hlung&#8221;, beginnt.<br \/>\nErz\u00e4hlt wird wieder, diesmal von einem namenlosen, siebenj\u00e4hrigen Jungen, der mit seinem Gro\u00dfvater, dessen zweiter Frau, dem Onkel und der Tante in einer F\u00f6rsterei in der San-tasch-Schlucht lebt, die offenbar so einsam ist, das dorthin nur manchmal das Verkaufsauto kommt und mit diesem beginnt auch die Geschichte. Der Junge sieht es zuerst, ruft die Frauen heran, die dann kommen und schauen, aber kein Geld haben, um wirklich was zu kaufen, nur Tante Bekej, die kinderlose kauft zwei Flaschen Wodka und sp\u00e4ter kommt der Gro\u00dfvater und kauft dem Jungen eine Schultasche, weil er bald zur Schule kommt. Zu dem Gro\u00dfvater hat der Junge eine besondere Beziehung, die Gro\u00dfmutter, seine zweite Frau, ist oft b\u00f6se zu dem Jungen und schimpft auch mit dem Gro\u00dfvater, weil er schwach ist und in seinen Fantasien lebt und die F\u00f6rsterei wird von Oroskul, dem Mann der Tante beherrscht, der ihr ihre Kinderlosigkeit zum Vorwurf macht und auch sonst eine sehr unsympathische Figur ist.<br \/>\n Der schwache Gro\u00dfvater ist aber das Idol des Jungen, der keine Eltern hat, die Mutter ist in die Stadt gegangen und hat dort wieder Kinder und der Vater soll als Matrose in einem wei\u00dfen Dampfer fahren und das ist das M\u00e4rchen des Jungen. Mit dem Fernglas des Gro\u00dfvaters sucht er am See den Dampfer und stellt sich vor, wie er zu einem Fisch wird und zu seinem Vater schwimmt, w\u00e4hrend auf dem Hof mit ihm alle, au\u00dfer dem Gro\u00dfvater schimpfen und das M\u00e4rchen des Gro\u00dfvaters ist die Geschichte von der geh\u00f6rnten Hirschkuh, die einmal als  gewaltt\u00e4tige St\u00e4mme, die Kirgisen ausrotteten, zwei Kinder rettete, zu deren Nachkommen sich der Gro\u00dfvater und der Junge z\u00e4hlt und so freut sich der auch schon auf die Schule, die im n\u00e4chsten Dorf liegt. Der Gro\u00dfvater bringt ihm in der Fr\u00fch auf dem Pferd dorthin und holt ihn zu Mittag wieder ab. Weil sich aber Oroskul durch Geschenke bestechen l\u00e4\u00dft und deshalb verbotener Weise Holzst\u00e4mme, die f\u00fcr den privaten Hausbau etc gebraucht werden, verspricht, mu\u00df er mit dem Gro\u00dfvater, die Fichten im Wald f\u00e4llen und er h\u00f6rt auch nicht auf den Gro\u00dfvater, als dieser sagt, er mu\u00df jetzt zur Schule, den Kleinen holen. Der Gro\u00dfvater setzt sich aber durch und reitet auf dem Pferd des Schwiegersohns hin, kommt aber trotzdem zwei Stunden zu sp\u00e4t, so da\u00df ihn die Lehrerin vorwurfsvoll ansieht. Oroksul schl\u00e4gt seine Frau und die Gro\u00dfmutter ist b\u00f6s auf den Gro\u00dfvater aus Angst, da\u00df Oroksul sie aus dem Haus jagen k\u00f6nnte. Indessen wird der Junge krank, hat aber im Wald die geh\u00f6rte Hirschkuh gesehen und nicht nur er, auch die M\u00e4nner, die den Baumstamm holten, bemerken die drei Maralen, die aus dem benachbarten Naturschuztgebiet kamen und wollen sie abschie\u00dfen.<br \/>\n&#8220;Das darf man nicht!&#8221;, sagt zwar der Gro\u00dfvater, aber Orkosul h\u00f6rt nat\u00fcrlich nicht auf ihn und zwingt den Alten  auf sie zu schie\u00dfen, was dieser aus Angst, um die Zukunft dann auch tut. Nur dann betrinkt er sich und so findet am Abend der Junge ihn auch. Alle sind nach dem Festmahl betrunken und Orkosul hat vorher auch noch den Kopf der geh\u00f6rnten Hirschkuh gespalten, so da\u00df dem Jungen nichts anderes \u00fcber bleibt, als sich in einen Fisch zu verwandeln und zu seinem Vater zum wei\u00dfen Dampfer hin\u00fcberzuschwimmen.<br \/>\n&#8220;W\u00e4hrend ich von dir Abschied nehme, mein Junge, wiederhole ich deine Worte &#8220;Sei gegr\u00fc\u00dft wei\u00dfer Dampfer, ich bins&#8221;, so endet die tragische Geschichte, die sich nat\u00fcrlich als Parabel auf den realen Sozialismus der UDSSR verstehen l\u00e4\u00dft und wohl auch als solche geschrieben wurde.<br \/>\nDie Neu\u00fcbersetzung des Unionsverlag hat ein Nachwort vom Mai 1992 von Tschingis Aitmatov, wo er schreibt, da\u00df das Buch nur erscheinen durfte, weil es die Unterzeile &#8220;nach einem M\u00e4rchen hat&#8221; und das er zur Parabel nat\u00fcrlich das tragische Ende, den Tod des Jungen brauchte. Das wollten aber seine Leser nicht, nicht die realsozialistischen, die nat\u00fcrlich eine Aufnahme in ein staatlichen Kinderheim forderten, aber auch nicht die kirgisischen Studenten, mit denen sich Aitmatov 1989 im Peking traf, als er dorthin Michail Gorbatschow auf einen Staatsbesuch begleiteten.<br \/>\n&#8220;In ihrer Belesenheit gauben bewanderte Kritiker, zu wissen, wie ein Schriftsteller das Leben zu sehen hat, einfache Leser w\u00fcnschen sich aber schlicht die ersehnte Wahrheit&#8221;, schreibt Aitmatov.<br \/>\n&#8220;Die Menschen von heute leben im Genre der Trag\u00f6die, die ganze Menschheit erf\u00e4hrt sie, und dem ist nicht zu entrinnen. Ich glaube, die zeitgen\u00f6ssische Literatur entwickelt sich unter ihrem Zeichen.&#8221; <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Weiter geht es mit Tschingis Aitmatow und zwar laut Beschreibung dem wichtigsten und bekanntesten Werk nach &#8220;Dsamilja&#8221;, der 1970 nach einem M\u00e4rchen entstandenen Erz\u00e4hlung &#8220;Der weisse Dampfer&#8221;, die mit den Worten &#8220;Er hatte zwei M\u00e4rchen. ein eigenes, von dem niemand &hellip; <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=14234\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[41],"tags":[],"class_list":["post-14234","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/14234","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=14234"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/14234\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=14234"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=14234"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=14234"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}