{"id":14211,"date":"2012-05-24T00:53:54","date_gmt":"2012-05-23T22:53:54","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=14211"},"modified":"2012-05-24T00:53:54","modified_gmt":"2012-05-23T22:53:54","slug":"vom-wandel-der-arbeitswelt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=14211","title":{"rendered":"Vom Wandel der Arbeitswelt"},"content":{"rendered":"<p>Da ich mich ja  f\u00fcr Literatur in jeder Form interessiere, bin ich irgenwann in den Verteiler der Dokumentationsstelle lebensgeschichtlichlicher Aufzeichnungen hineingekommen, 2004 war das vielleicht, jedenfalls habe ich &#8220;M.M. oder die Liebe zur Germanistik&#8221; meine Margaretner Literaturgeschichte, die gerade entstanden ist, hingeschickt, wurde zu einer Pr\u00e4sentation und einmal zu einer F\u00fchrung in das Wien-Museum eingeladen und jetzt zur Pr\u00e4sentation der in der B\u00f6hlau Reihe &#8220;Damit es nichtr verloren geht&#8221; erschienen Anthologie &#8220;Arbeit ist das halbe Leben &#8211; Erz\u00e4hlung vom Wandel der Arbeitswelten seit 1945&#8221;, in die Bibliothek der Arbeiterkammer.<br \/>\nRenate  Lehner, die Vizepr\u00e4sidentin der AK begr\u00fc\u00dfte und meinte, da\u00df es nicht sehr viele Anthologien zur Arbeitswelt geben w\u00fcrde und nicht sehr viele B\u00fccher, die sich mit der Situation der Arbeitsnehmer und Nehmerinnen besch\u00e4ftigen. Das stimmt aber nicht, meine zweite Publikation in den fr\u00fchen Achtzigerjahren erfolgte in der Anthologie des damaligen <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/05\/09\/betrachtungen-zum-muttertag\/\">Wiener Frauenverlags, heute Milena<\/a> &#8220;Arbeite Frau, die Freude kommt von selbst&#8221; ist aber durch Zufall passiert. Denn bei der ersten Anthologie &#8220;Aufschreiben&#8221; hat Elfriede Haslehner meinen Text nicht genommen, weil er ihr nicht genug authentisch war, ich hatte aber damals die Ausschreibung zu einem geschlechtsneutralen Kinderbuch &#8220;M\u00e4dchen d\u00fcrfen pfeifen, Buben d\u00fcrfen weinen&#8221;, mit meiner Erz\u00e4hlung &#8220;G\u00fcler will kein Kopftuch mehr gewonnen&#8221; und der Verlag &#8220;Jugend und Volk&#8221; in dem das Buch mit meinem Text erschien, machte damals  eine Anthologie zur Arbeitswelt. Ich schickte meine Erz\u00e4hlung &#8220;Die freundlichen Stimmen oder auf einen Anruf warten hin&#8221;, ich war damals seit kurzem Psychologin, hatte aber noch keine Anstellung, sondern machte das Akademikertraining und da hatte ich mich bei der damaligen Semmelweisklinik bei der heutigen Frau Prof Wimmer-Puchicher f\u00fcr ein Praktikum beworben und die wollte mich anrufen, was sie nicht tat und beim Staubsaugen in der Otto Bauergasse, kam der gehemmte jungen Frau die Idee zu der Geschichte und weil ich mir einbildete, der Wiener Frauenverlag nimmt nichts von mir, habe ich den Text an &#8220;Jugend und Volk&#8221; geschickt. Die wollten ihn auch nicht, weil ich aber gewonnen habe, haben sie ihn nicht einfach ignoriert, sondern an den Frauenverlag geschickt und die haben ihn dann genommen. So hatte ich meine zweite Ver\u00f6ffentlichung in der zweiten Anthologie des Wiener Frauenbverlags, die erste war 1980 in der Zeitschrift &#8220;Stimme der Frau&#8221;, die den Arbeitskreis schreibender Frauen der Reihe nach vorstellte und die Arbeitsweltantholigie von &#8220;Jugend und Volk&#8221; habe ich inzwischen auch im offenen B\u00fccherschrank gefunden.<br \/>\nDas Thema Literatur zur Arbeitswelt fristet in den neoliberalen Zeiten sicher ein Au\u00dfenseiterleben, ich habe mich aber, solange es ihn noch gab, beim Luitpold Stern Preis der Gewerkschaft regelm\u00e4\u00dfig beworben und auch gelegentlich was gewonnen, ein paar Buchgutscheine und zuletzt den dritten Preis, ich glaube 450 Euro, dann h\u00e4tte ich mich f\u00fcnf Jahre nicht mehr bewerben d\u00fcrfen, die sind jetzt vorbei, den Preis gibt es aber nicht mehr. Herr Elsner hat ihn mit seinem BAWAG-Skandal, glaube ich, zum Verschwinden gebracht, den Werkkreis zur Literatur der Arbeitswelt gibt es aber weiter und auch die Bibliothek der Arbeiterkammer und da war ich schon ein paar Mal.<br \/>\nEinmal zur Pr\u00e4sentation der <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/01\/20\/bibliothek-ungelesener-bucher\/\">Bibliothek der ungelesenen B\u00fccher<\/a> und dann vor einem Jahr, als die Anthologie <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/05\/14\/von-den-pennern-zu-den-festwochen\/\">des duftenden Doppelpunkts<\/a> erschienen ist und jetzt zur Pr\u00e4sentation der Antohologie der Dokumentationsstelle lebebensgeschichtlicher Aufzeichnungen und weil ich ja einen Brotberuf habe und daher um vier Uhr eine Diagnostik und die Buchpr\u00e4sentation schon um sechs stattgefunden hat, war ich knapp daran und es war auch gar nicht leicht zu finden, denn im Foyer war schon das Buffet gedeckt und Cateringpersonal und sonstige Personen wuselten herum und wiesen mir den Weg in die Bibliothek, wo die Vizepr\u00e4sidentin der AK bereits er\u00f6ffnete, der Saal sehr voll war, ich in der zweiten Reihe einen Platz fand und nach und nach Werner J. Gr\u00fcner und Traude Veran im Publikum entdeckte.<br \/>\n&#8220;Ich h\u00e4tte mir gar nicht gedacht, da\u00df so viele Personen an der Buchpr\u00e4sentation Interesse haben!&#8221;, sagte die Vizepr\u00e4seidentin. Ich schon, denn ich wei\u00df ja, da\u00df sehr viele Leute schreiben und die schreibenden Arbeiter und Angestellten, die einen Text in der Anthologie haben, nehmen zur Pr\u00e4sentation ihre Freunde und Verwandte mit, w\u00e4hrend das allgemeine literarische Interesse an der Mainstreamliteratur immer schw\u00e4cher wird.<br \/>\nAchtzig Arbeiter und Angestellte aus allen Berufen sind dem Schreibaufruf einen Text aus ihrer Arbeitswelt zu verfassen  gefolgt. zwanzig wurden ausgew\u00e4hlt, Jahrgang 1930 bis 1951, die etwas von der Arbeitswelt der F\u00fcnfziger, Sechziger und Siebzigerjahre zu berichten wissen wu\u00dften.<br \/>\n\u00fcnter M\u00fcller vom Institut f\u00fcr wirtschafts- und Sozialgeschichte, erz\u00e4hlte nach welchen Kriterien entschieden wurde und stellte  kurz die zwanzig Ausgew\u00e4hlten vor. Vier durften ihre Geschichten lesen. Eine Frau, die inzwischen Gedichte schreibt und ihre B\u00fccher im sogenannten Eigenverlag herausgibt, Getrud Jagob berichtete, wie das nach dem Krieg war, wenn die Lehrerin einen eigentlich in die Lehrerbildungsanstalt schicken wollte, die Mutter aber dagegen war und der Vater, als Wrack aus dem World War II zur\u00fcckgekommen, die Tochter  nicht Schneiderin werden lassen wollen. Interessanterweise haben viele Betriebsr\u00e4te ihre Texte eingesandt oder sind auserw\u00e4hlt worden und so las ein solcher als n\u00e4chster vor, wie es in den Sechzigerjahren in der sogenannten Lebensschule war und in der hat sich, glaube ich, auch meine, 1978 bei einem Autounfall ums Leben gekommene, kleinw\u00fcchsige Schwester Uschi, weitergebildet. Dann kam noch eine Frau und ein Mann, der Automechaniker war und von seinen Lebenserinnerungen in der Autoproduktion berichtete.<br \/>\nDann gabs ein Buffet, Wein und Br\u00f6tchen und drau\u00dfen im Foyer gingen die kleinen Snacks schon aus, Desserts wurden herangetragen und eine Ausstellung &#8220;Berlin nach 1945&#8221; war gerade er\u00f6ffnet worden, wo ich auch einige bekannte Gesichter sah.<br \/>\nIch fragte aber, die andere Herausgeberin, Sabine Lichtenberger nach dem AK-Flohmarkt, denn da hat mir ja der Karli, der jetzt gerade mit dem Alfred durch Australien tourt, erz\u00e4hlt, da\u00df die ausrangierten B\u00fccher dort einen Euro kosten, ich habe aber au\u00dfer <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/\">&#8220;Schmidt&#8221;<\/a> den ich gerade gelesen habe, nicht wirklich was gefunden, bzw. ja eine endlos lange B\u00fccherliste, so da\u00df ich ohne Neuzuwachs nach Haus gegangen bin und mich schon auf meinen PfingstLesemarathon freue und die daf\u00fcr bestimmten B\u00fccher im Badezimmer hergerichtet habe.<br \/>\nUnd wer es wissen will, heute vor neununddrei\u00dfig Jahren, am 24. Mai 1973 habe ich an der Hbla in der Strassergasse maturiert, bin in meine philosophische Krise abgedriftet und habe meine erste, nie ver\u00f6ffentlichte Erz\u00e4hlung geschrieben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Da ich mich ja f\u00fcr Literatur in jeder Form interessiere, bin ich irgenwann in den Verteiler der Dokumentationsstelle lebensgeschichtlichlicher Aufzeichnungen hineingekommen, 2004 war das vielleicht, jedenfalls habe ich &#8220;M.M. oder die Liebe zur Germanistik&#8221; meine Margaretner Literaturgeschichte, die gerade entstanden &hellip; <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=14211\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[41],"tags":[],"class_list":["post-14211","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/14211","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=14211"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/14211\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=14211"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=14211"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=14211"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}