{"id":14181,"date":"2012-05-22T21:28:28","date_gmt":"2012-05-22T19:28:28","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=14181"},"modified":"2012-05-22T21:28:28","modified_gmt":"2012-05-22T19:28:28","slug":"existenzen-an-der-kippe-und-romanbeginn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=14181","title":{"rendered":"Existenzen an der Kippe und Romanbeginn"},"content":{"rendered":"<p>Der vollst\u00e4ndige Titel der heutigen aktuellen gesellschaftlichen Befunde in der Alten Schmiede lautete &#8220;Short cuts von Menschen und Existenzen an der Kippe&#8221;<br \/>\nGemeint ist damit die Pr\u00e4sentation von Monika Helfers bei Deuticke erschienen neuem Erz\u00e4hlband  &#8220;Die Bar im Freien&#8221;, der am Freitag in \u00d61 vorgestellt wurde, so da\u00df ich in zwei der kurzen Erz\u00e4hlungen schon hineinh\u00f6ren konnte.<br \/>\nHundertzwanzig K\u00fcrzestgeschichten in mehreren Abteilungen von mit einer Ausnahme jeweils einer L\u00e4nge von ein bis drei Seiten, wie Kurt Neumann in seiner Einleitung erkl\u00e4rte, dann dem Verlag und Martina Schmidt f\u00fcr den Mut dankte, einen solchen Erz\u00e4hlband in Zeiten, wo die Literarturkritik, das nicht haben will,  herauszubringen und da mu\u00df ich mich an der Nase nehmen, habe oder hatte ich ja auch ein Vorurteil gegen Kurzgeschichten. Ich habe mich aber gebessert und in <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/04\/06\/rusland-21-neue-erzahler\/\">diesem<\/a> <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/01\/22\/rote-lilo-trifft-wolfsmann\/\">Jahr<\/a> <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/01\/10\/alle-wege\/\">schon<\/a> <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/05\/20\/wir-fliegen\/\">einige<\/a> <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/01\/04\/der-platz-des-hundes\/\">aufgelesen<\/a> und \u00fcbe mich auch selber derzeit in dieser Kunst. Allerdings mehr in der realistischen Art und Weise, die man auch <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/05\/20\/post-fruhstuck\/\">Glosse<\/a> nennen k\u00f6nnte, w\u00e4hrend Monika Helfer, die 1944 im Bregenzerwald geborene Frau von Michael K\u00f6hlmeier und  Mutter, der fr\u00fch verstorbenen Paula K\u00f6hlmeier, sich zwischen Leichtigkeit und Abgrund bewegt, wie Kurt Neumann weiter ausf\u00fchrte und an diesem Abgrundgleiten, bin ich, wie ich gestehen mu\u00df, auch fast gescheitert, weil ich mit der Mischung zwischen M\u00e4rchen, Traum, menschlicher Verzweiflung und Absurdit\u00e4t nicht ganz klar gekommen bin, bin ich ja eine, die immer gern nach der Logik sucht und da machen es einem Monika Helfers Kurzgeschichten nicht leicht.<br \/>\nDie eine beispielsweise, wo eine Fev genannte Frau, ich hoffe, ich schreibe es jetzt richtig, in die Stadt zieht, vom Geld ihrer Eltern lebt, dann als dieses ausgeht ins Elternhaus zur\u00fcckkehrt, dort einen Zettel findet, sie solle sich in eine Bergschule begeben, sie werde dort gebraucht. Sie tut es, kost die Kinder, w\u00e4hrend der Professor abreist. Wovon sie leben wird nicht ganz klar, wer ihnen kocht und wo die Eltern sind auch nicht? Wohl aber, da\u00df die Kinder ihre Lehrerin lieben, obwohl sie ihnen keine Kulturtechniken lehrt. Der Schulbeh\u00f6rde passt das nicht, sie l\u00e4\u00dft die Kinder abtransportieren. Fev bleibt zur\u00fcck, beschlie\u00dft ihre Demut zu beenden, zieht in die abgesperrten R\u00e4ume des Professors, tr\u00e4gt seine Kleider und raucht seine Zigarren.<br \/>\nEin abgrundtiefes M\u00e4rchen keine Frage und sehr symbolisch, \u00fcber das sich herrlich philosophieren l\u00e4\u00dft, trotzdem habe ich erst einmal nach dem Sinn gesucht. Jetzt denke ich, es gibt auch eine nicht realistische Literatur und sie gilt in der Literaturwelt auch viel mehr und so hat Kurt Neumann, die Geschichten, dem Leser auch f\u00fcr alle Lebenslagen empfohlen. Wenn man traurig oder fr\u00f6hlich ist, soll man sie lesen.<br \/>\nF\u00fcr die Fr\u00f6hlichkeit sind sie aber wahrscheinlich zu depressiv, denn viele behandeln menschliche Verr\u00fccktheiten. Die von dem &#8220;Erfinder&#8221; beispielsweise, der nur erfinden will, wenn seine Frau bei ihm ist, so fesselt er sie an den Stuhl wenn er einkaufen geht. Er hat aber kein Geld und wei\u00df auch seinen Namen nicht mehr und erfinden will er auch die Abschaffung der Elektrizit\u00e4t.<br \/>\nWieder eine Geschichte, die es in sich hat.<br \/>\nKurt Neumann hat in der Einleitung auch davon gesprochen, da\u00df sie s\u00e4mtliche b\u00fcrgerliche Konventionen brechen oder dr\u00fcber stehen. Es gab aber auch banaleres, zum Beispiel, die von den beiden M\u00e4dchen, die zusammen spielen, vom K\u00fcssen und von Besuchen reden, die am Sonntag mit oder ohne M\u00e4nner kommen und welche Geschenke man dabei mitbringen mu\u00df oder die, wo eine Studentin, die Schriftstellerin in einem Schreibseminar fragt, wie man schreiben soll und dann gibt der Short Cut eine Zusammenfassung von s\u00e4mtlichen Schreibratgebern auf ein bis drei Seiten. Wahrhaft grandios!<br \/>\nDie, wo das Schriftstellerpaar von einem ber\u00fchmten \u00c4rztepaar eingeladen wird, um deren Kindern vorzulesen und darob verr\u00fcckt wird, hatte es ebenfalls in sich und war ein Meisterwerk an Beklemmung, das ich auch nicht so schnell verkraftet habe.<br \/>\nEin gutes Buch, denn Literatur ist ja Verdichtung und die wird in diesen Short Cuts, wie Kurt Neumann ebenfalls betonte, meisterhaft betrieben. Er fragte im Anschlu\u00df,  ob die Geschichten in einem Zug geschrieben wurden, wie lange Monika Helfer dazu gebraucht hat und wollte Fortsetzungen in ihnen sehen, mit denen Monika Helfer, wie ich glaube, nicht sehr gl\u00fccklich war.<br \/>\nSie hat in einem Zug geschrieben, zwei Jahre dazu gebraucht und zwischendurch auch etwas anderes, beispielsweise an einen Roman geschrieben und ich bin, wie erw\u00e4hnt etwas verwirrt nach Hause gegangen. Diese Verwirrung hat sich inzwischen gelegt, denn Literatur darf durchaus surrealistisch sein, aber auch real und sozialkritisch und so w\u00fcrde ich die meine verstehen und da kann ich gleich zum zweiten Teil des heutigen Eintrags hin\u00fcberschwenken, denn ich habe wieder zu schreiben angefangen.<br \/>\nSchneller, als geplant, so da\u00df es wahrscheinlich nichts mit dem <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/04\/22\/neue-wege-oder-standortklarung\/\">geplanten Nanowrimo<\/a> zur Materialsuche  wird, denn zwei Ideen sind mir inzwischen gekommen. Die erste, als ich noch den <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/05\/05\/die-gesange-der-verlierer\/\">Rolf Lappert<\/a> gelesen habe, da dachte ich, ich will den Alltag einer Frau an Hand ihrer Beobachtungen beschreiben, die zweite, da\u00df ich den Entzug einer Alkoholikerin schildern will, die dritte ist beides zu verbinden und die vierte, eh schon wissen, Zeit lassen, mir aber auch  eine Struktur geben, damit es wieder etwas l\u00e4nger werden kann. Eine Idee w\u00e4re dazu, mir einen Tag im Viertelstundentakt vorzunehmen, wie beim <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_schokolade.html\">Wiener Stadtroman<\/a> oder ein Jahr zu beschreiben, wie bei der <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_radiosonate.html\">&#8220;Radiosonate&#8221;<\/a>.<br \/>\nMontag, Dienstag, Mittwoch usw. als Kapitel\u00fcberschriften, ist mir auch noch eingefallen. Jetzt denke ich, weil ich nicht so begonnen habe, da\u00df ich mir ein reales Ziel von hundert bis hundertf\u00fcnfzig Rohseiten vornehmen und mich daran vorw\u00e4rts hanteln k\u00f6nnte. Das das Thema etwas Neues ist, ist die Gefahr zu schnell in die alten Fahrwasser zu geraten, wie es vielleicht bei meinen letzten Texten war, nicht so gro\u00df.<br \/>\nIch habe jetzt den Anfang und das Ende und dazwischen den festen Vorsatz mich spielerisch voranzuhanteln und die Handlung kommen lassen. Realistisch wird sie wohl werden und auch in meinem Stil, denn ich habe wahrscheinlich meinen eigenen Literaturbegriff. Mit den zwei Szenen, die ich am Sonntag und heute geschrieben habe, bin ich aber zufrieden und da das Zeit lassen, ein Ziel bleiben soll, werde ich auch meinen Pfingstlesemarathon, wie geplant zelebrieren und mich nicht, wie vor <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/03\/04\/schreibbericht-und-lesemarathon\/\">einem Jahr<\/a>, durch die <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_zwillingswelten.html\">&#8220;Zwillingswelten&#8221;<\/a> davon abbringen lassen.<br \/>\nAnsonsten schreibe ich, wie ich es kann und wohl auch will. Wenn ich trotzdem wieder in sechs Wochen fertig werden sollte,  geht es sich noch f\u00fcr den Nanowriomo aus, nur der Alfred wird dann in Stre\u00df geraten, weil noch drei B\u00fccher auf das Fertigmachen warten.<br \/>\nGeplant ist aber schon mir meine Schw\u00e4chen vorzunehmen, an meiner Hemmung und an meiner Sprache zu arbeiten und das, was in mir drinnen verborgen ist, herauskommen lassen. Mal sehen, wie es gelingt?<br \/>\nIch werde sicher dar\u00fcber berichten, obwohl ich mir auch da vorgenommen habe, das ein bi\u00dfchen zur\u00fcckhaltender zu tun, aber auch das mu\u00df mir nicht gelingen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der vollst\u00e4ndige Titel der heutigen aktuellen gesellschaftlichen Befunde in der Alten Schmiede lautete &#8220;Short cuts von Menschen und Existenzen an der Kippe&#8221; Gemeint ist damit die Pr\u00e4sentation von Monika Helfers bei Deuticke erschienen neuem Erz\u00e4hlband &#8220;Die Bar im Freien&#8221;, der &hellip; <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=14181\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[41],"tags":[],"class_list":["post-14181","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/14181","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=14181"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/14181\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=14181"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=14181"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=14181"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}