{"id":13898,"date":"2012-05-14T00:27:47","date_gmt":"2012-05-13T22:27:47","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=13898"},"modified":"2012-05-14T00:27:47","modified_gmt":"2012-05-13T22:27:47","slug":"kopf-hoch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=13898","title":{"rendered":"Kopf hoch"},"content":{"rendered":"<p>Jetzt kommt wieder ein Kunstst\u00fcck, \u00e4hnlich schwierig wie die Besprechungen von B\u00fcchern des <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/02\/21\/willi-auf-kur\/\">lieben Rudis<\/a>, denn wie bespricht man einen Karikaturenband?<br \/>\nHat mich da ja der <a href=\"http:\/\/holzbaumverlag.wordpress.com\/bucher\/#Kopf_hoch\">Holzbaum-Verlag<\/a> wieder angeschrieben und auf das neue Buch der Edition Komische K\u00fcnste aufmerksam gemacht.Gerhard Haderer empfiehlt Oliver Ottitsch, denn das besondere an der neuen Reihe des Holzbaum-Verlags, dessen erster Ban &#8220;Kopf hoch&#8221; von Oliver Ottitsch am vorigen Dienstag herausgekommen und <a href=\"http:\/\/www.komischekuenste.com\/\">Donnerstags im Museumsquartier<\/a> vorgestellt wurde, ist, da\u00df  hier immer ein renommierter K\u00fcnstler in einem Vorwort einen jungen K\u00fcnstler vorstellen und pr\u00e4sentieren wird. In diesem Fall pr\u00e4sentierte Gerhard Haderer, den 1983 in Graz geborenen und in Wien lebenden, studierenden und Witze zeichnenden Oliver Ottitsch, der schon im &#8220;Nebelspalter&#8221;, im &#8220;Eulenspiegel&#8221; in &#8220;Fiese Bilder&#8221; und weiteren artverwandten Druckwerken ver\u00f6ffentlicht hat und auf Seite dreiundsechzig des B\u00e4ndchens mit roten Schopf, gro\u00dfer Nase, runder Brille und ohne Mund mit oliven Hemd zu sehen ist.<br \/>\n&#8220;Kopf hoch&#8221; hei\u00dft der Band, deshalb sieht man einen Henker, einen Baumstumpf und einen Deliquenten auf dem Titelbild, der solche Forderung ausspricht. Dann geht es rein in die Bilder mit wenig Text. Was tut da die realistische Literatin? Noch dazu da Haderer in seinem Vorwort schreibt &#8220;Die Themen seiner Arbeiten sind breit gef\u00e4chert, keineswegs ist dabei seine Neigung zum schwarzen Humor zu \u00fcbersehen. Politische Themen l\u00e4sst er bewu\u00dft aus, weil das Andere bereits zur Gen\u00fcge tun, wie er sagt&#8221;? Klingt nicht gerade sehr ermutigend. Aber da sieht man auf Seite achtundvierzig eine Schulklasse mit rothaariger Lehrerin mit langen wallenden Haar, die ihren Sch\u00fclern das Beispiel vorliest &#8220;Marco hat 3 Springermesser im Bauch. Wie viele Springermesser stecken in ihm drin, wenn er 2 rauszieht und Kevin noch 5 nachrammt?&#8221; Und schon ist sie angesprungen, die tagespolitisch interessierte Literatin. Hat sie doch vor kurzem erst  einen <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/03\/04\/langer-brief-an-den-herrn-kurz\/\">&#8220;Langen Brief an den Herrn Kurz&#8221; <\/a>geschrieben und interessiert sich ja sehr f\u00fcr die Bildungsdebatte und die aktuelle gesellschaftliche Situation.<br \/>\nDenn sie sind nat\u00fcrlich schon politisch die Zeichnungen des, wie Gerhard Haderer weiter schreibt &#8220;wirklich ambitionierten und begabten K\u00fcnstlers, der es verdient hat, dass man ihn mit dem Begriff der Komischen Kunst assoziiert.&#8221;<br \/>\nAlso hinein in das Buch, weil ich den Rundgang durch die Galerie bei Wein, Bier und kleinen Snacks wegen meiner fixen Abendstunde am Donnerstag leider vers\u00e4umte. Wer interessiert ist kann das aber noch bis Ende Juni im Museumsquartier nachholen. Das Buch hat f\u00fcnfundsechzig Seiten und auf Seite sieben ist die Tagespolitik ebenfalls nicht angesagt, daf\u00fcr h\u00e4lt der Folterknecht den gefesselten Deliquenten, die sehr aktuelle Frisuren haben, die Folterkammer auf &#8220;F\u00fcr die einen ist es eine eiserne Jungfrau, ich nenne es Akupunktur f\u00fcr Fortgeschrittene&#8221;, sagt er lapidar dazu und es \u00fcberkommt einer, ob  des b\u00f6sen Witzes das Gruseln. Der Horror scheint Oliver Ottitsch \u00fcberhaupt sehr zu liegen. So gibt es &#8220;Horrorfilme f\u00fcr Br\u00f6tchen&#8221; &#8211; &#8220;In drei Tagen bist du Kot&#8221;, sagt die Semmel und h\u00e4lt ein Handy oder einen Taschenrechner in der Hand und im Bassin f\u00fcr &#8220;Nichtschwimmer&#8221; treiben die Leichen herum und strecken ihre H\u00e4nde oder F\u00fc\u00dfe aus dem Wasser.<br \/>\nMakaber, makaber! Im Meer f\u00e4hrt zur untergegangenen Titanic ein kleines Boot heran, das den herbeischwimmenden &#8220;Schwimmwesten&#8221; verkaufen will, vielleicht nicht tagespolitisch aktuell, man denkt aber trotzdem an den Korruptionsskandal.<br \/>\n&#8220;Also raus mit der Sprache! Wo schmuggeln Sie die Welpen?&#8221;, wollen die Polizisten von der Austria Security vom nackten, total Durchuntersuchten wissen und w\u00e4hrend der der Mittagspause in der Modelschule, gibt es von der Kantine kommend einen Run auf das Klo: &#8220;He! Andere Leute m\u00fcssen auch mal kotzen!&#8221;, fordert die Sch\u00f6ne und trommelt gegen die T\u00fcr.<br \/>\nDaneben gibt es nat\u00fcrlich auch den kleinen subtilen Witz. So ist das &#8220;Ende eines Workoholics&#8221; &#8220;Wegen Ulaub erschossen&#8221; und bei den &#8220;Sadismus-Wochen beim Japaner&#8221; werden &#8220;Maki de Sade&#8221; befohlen.<br \/>\n&#8220;Sollten Sie Stimmen im Kopf h\u00f6ren &#8211; Es k\u00f6nnte meine Frau sein. Seit Ihrer Gehirn-O.P hab ich mein Handy nirgends mehr gefunden!&#8221;, sagt der Doktor bei der Visite. Subtil grausam, aber nat\u00fcrlich nicht aktuell tagespolitisch oder doch vielleicht, wenn man die Erfolgsmeldungen \u00fcber die Beinahefehlermeldestatistik der \u00c4rztekammer geh\u00f6rt hat.<br \/>\nDas koschere Gem\u00fcse ist ein Kohlrabi mit schwarzen Hut und Schl\u00e4fenlocken.<br \/>\n&#8220;I&#8221;m just drinking to forget. To forget what? I don\u00b4t remember&#8221;, sagt der eine Betrunkene in der Bar zum anderen. Also ein voller Erfolg und noch ein kleines Witzchen, was vielleicht die Ausstellungser\u00f6ffnung bei Wein und Bier betraf, denn das gabs laut Ottitsch in der Steinzeitauch, da stehen die Fred Feuersteine mit den Sektgl\u00e4sern vor den Wandmalereien und meckern &#8220;Also ich finds primitiv!&#8221; und um wieder etwas aktueller zu werden. Hans und Gretel gehen heute zum Hexenh\u00e4uschen und sind entt\u00e4uscht &#8220;Was? Keine Energy Drinks?&#8221; &#8220;Haben Sie W-Lan?&#8221;<br \/>\nUnd &#8220;auf denWinterschlaf folgt bei den B\u00e4ren das b\u00f6se Erwachen&#8221;, n\u00e4mlich &#8220;698473 ungelsene Mails&#8221;, dann folgt der Lebenslauf und die Website des jungen Zeichners <a href=\"http:\/\/oliverottitsch.com\/\">http:\/\/oliverottitsch.com\/  <\/a>, wo man sich die Cartoons auch anschauen kann und das &#8220;Game ist over, wie auch meine Karikaturenbesprechung und da ich aus Platzgr\u00fcnden keine Bilder zeige und man sich auf diese Art und Weise das Buch vielleicht nicht wirklich vorstellen kann, kann ich den Besuch im Museumsquartier und das Lesen des B\u00e4ndchens wirklich sehr empfehlen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jetzt kommt wieder ein Kunstst\u00fcck, \u00e4hnlich schwierig wie die Besprechungen von B\u00fcchern des lieben Rudis, denn wie bespricht man einen Karikaturenband? 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