{"id":13821,"date":"2012-05-09T00:12:32","date_gmt":"2012-05-08T22:12:32","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=13821"},"modified":"2012-05-09T00:12:32","modified_gmt":"2012-05-08T22:12:32","slug":"muttertagsfeier-8-mai-kundgebung-bezirksschreiberleser","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=13821","title":{"rendered":"Muttertagsfeier, Gedenkkundgebung und Bezirksschreiberlesung"},"content":{"rendered":"<p>Obwohl ein ganz normaler Arbeitstag war diesen Dienstag ganz viel los. Begonnen hat es mit der Muttertagsfeier zu der mich die Bezirksvorstehung Mariahilf, der Bezirk, wo ich ich seit 1977 wohnte, bevor wir nach ein paar Jahren Harland-Pendeln in die Krongasse gezogen sind, eingeladen hat. Seit vier Jahren bin ich da ja in der Liste der alten Frauen und meist die j\u00fcngsten. War zweimal im Haus des Meeres, was mich das erste Mal zu einer Szene in der <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_radiosonate.html\">Radiosonate<\/a>, das zweite Mal zu einer in der <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_absturzgefahr.html\">&#8220;Absturzgefahr&#8221;<\/a> inspirierte und voriges Jahr im <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/05\/03\/muttertagsjause-und-lesungsreduktion\/\">Pensionistenhaus<\/a> Loquaiplatz bei einem Konzert mit Heinz Zuber und Kaffee und Kuchen. Heuer war es wieder dort und die Schauspielerin Erni Magold, 86 Jahre jung und die ich aus den Theater der Jugend Veranstaltungen, ich glaube aus dem Theater im Zentrum, bzw. von einer ihrer b\u00f6sen Darstellungen der Gro\u00dfmutter aus \u00d6d\u00f6n von Horvaths &#8220;Geschichten aus dem Wienerwald&#8221;, aber auch von einer <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/05\/18\/marlen-haushofer-trifft-paul-celan\/\">Frauen lesen Frauen-<\/a>Lesetheaterauff\u00fchrung, kenne, sollte aus ihren Memoiren &#8220;Lassen Sie mich in Ruhe&#8221; lesen, das sie gemeinsam mit Doris Priesching geschrieben hat und das Alfred schon f\u00fcr seine Mutter gekauft hat. Noch bevor die Einladung aus der Bezirksvorstehung Mariahilf gekommen ist, hat mich schon meine Cousine Irmi, die auch einmal in der Gumpendorferstra\u00dfe wohne, angemailt und ich habe mich am Nachmittag kurz vor halb zwei auch mit ihr vor dem Eingang getroffen. Die Bezirksr\u00e4tin Elisabeth Zoumboulakis-Rottenberg, die ich, glaube ich durch die <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/11\/11\/schreibworkshop-fantasylesung-und-zweimal-schreiben\/\">Bezirksfrauenwochen<\/a> kennenlernte, hat mich aber schon fr\u00fcher angemailt und mich zum &#8220;Tag der Befreiung&#8221; am Heldenplatz eingeladen. Die war dann nicht bei der Muttertagsfeier. Im Haus des Meeres ist sie immer gewesen und hat die Einladungen eigesammelt, bzw. die Gutscheine f\u00fcr die W\u00fcrstel ausgeteilt. Es hat Kaffee gegeben und diesmal ein St\u00fcck Torte mit einem Herzen und einer Marzipanrose und die Bezirksvorsteherin hat ein Gespr\u00e4ch mit Erni Mangold und der Co-Writerin gef\u00fchrt. Das hei\u00dft, die drei Damen sind, nachdem der Kaffee getrunken und der Kuchen gegessen war, auf der B\u00fchne gestanden, die Bezirksvorsteherin hat Erni Mangold ein bi\u00dfchen nach ihrem Leben gefragt, beispielsweise warum sie Bruno Kreisky sexy fand?, wie es zu dem Buch gekommen ist? und und hat auch ein paar Buchabschnitte bzw. die Kapiteln vorgelesen. Um halb vier war die Veranstaltung zu Ende und ich wu\u00dfte nicht recht, was ich anfangen sollte, wollte ich doch am Abend zu der Abschlu\u00dflesung des Alsergrund-Bezirksschreiberstipendiums ins Kabinetttheater in die Porzellangasse gehen. Das war um sieben, da ging sich ein Sprung auf den Heldenplatz noch aus. Denn am 8. Mai 1945 wurde ja der Krieg beendet und das wurde, glaube ich, immer im Parlament gefeiert, die Burschenschaftler legen aus diesem Grund am Heldenplatz aber auch immer Kr\u00e4nze  nieder und trauern um ihre Niederlage und das gab immer Anla\u00df zu Auseinandersetzungen. Aber diesmal offenbar den ersten &#8220;Tag der Befreeiung&#8221;, einem Feierntag, zu dem mehrere Organisationen wie die Gr\u00fcnen, der Republikanische Club, die GAV, etc aufgerufen und mich dazu eingeladen haben. Als ich das Burgtor erreichte, war ich schon einmal erstaunt, weil dieses verschlossen, was ich zum ersten Mal in meinem Leben gesehen habe, obwohl ich schon auf vielen Demonstrationen am Helden- und am Ballhausplatz, zum Beispiel auch auf der gro\u00dfen im J\u00e4nner 2000 und auf der, am Tag der Angelobung von schwarz-blau, war. Die Kundgebung fand am unteren Ende statt und, um dort hinzugelangen, mu\u00dfte man an einem Polizeispalier vorbei und alles war abgeriegelt.<br \/>\nEs waren noch nicht so viele Leute da, ich habe aber gleich Elisabeth Zoumboulaki-Rottenberg gesehen, die mir mein <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/04\/30\/das-neue-buch-2\/\">neues Buch<\/a> abkaufte und mich einigen Leuten vorstellte und sp\u00e4ter Magdalena Knapp-Menzel von der GAV, die sich fragte, ob wir beide die einzigen anwesenden GAV-Mitglieder w\u00e4ren? Wir waren, es glaube ich. Die Renate Sa\u00dfmann ist aber noch dazu gekommen und einige andere Gesichter. Die Gr\u00fcnen hatten einen Stand, wo stand &#8220;Wer heute nicht feiert, hat schon verloren&#8221;, dann sprachen David Ellensohn von den Gr\u00fcnen und Stadtrat Mailath-Pokorny, eine der Moderatoren sagte, da\u00df  Bezirksvorstehungen, darunter, die des f\u00fcnften und des neunten Bezirkes, beflaggt worden seien. Die steirische Musikgruppe Stelzhammer musizierte und der Pr\u00e4sident der israelischen Kultusgemeide spendierte einige Flaschen koscheren Sekt. Dann bin ich durch die Polizei abgesperrte Innenstadt in den neunten Bezirk gegangen, denn, das <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/01\/05\/deja-vue-und-arbeitsbericht\/\">Emily Walton<\/a> Bezirksschreiberin geworden ist, habe ich ja schon einige Male geschrieben und habe ihre Bezirksschreiberberichte auch auf ihren Blog verfolgt, den ich  seit einigen Jahren kenne und seither wei\u00df, da\u00df die 1984 in England geborene, auch eine ehrgeizige aufstrebende Jungautorin, wie Cornelia Travnicek, Anna Waidenholzer, deren neuen Roman im Herbst bei Residenz erscheint, etc ist. Als ich ihren Blog kennenlernte, hat sie, glaube ich, noch beim Kurier gearbeitet. Inzwischen ist sie, denke ich, freiberuflich t\u00e4tig. Lesen habe ich sie bei der <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/02\/24\/texthobelspane\/\">Texthobelsp\u00e4ne-Lesung vorigen Februar<\/a>, hat sie ja auch Thomas Wollingers Schreibwerkst\u00e4tten teilgenommen und jetzt ist ihr auch ihr Debut-Roman &#8220;Mein Leben ist ein Senfglas&#8221; erschienen, bei dessen <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/03\/07\/bezirksschreiberinnenlesung\/\">Pr\u00e4sentation Anfang M\u00e4rz<\/a> in der Buchhandlung Kuppitsch ich war. Und von J\u00e4nner bis M\u00e4rz ist sie die erste Bezirksschreiberin des Bezirkes Alsergrund geworden, das die Kulturkommission des Bezirkes, dessen Mitglied  Friedrich Hahn, Bezirksrat, GAV-Mitglied und Textvorstellungs-Moderator in der Alten Schmiede ist. Sechsunddrei\u00dfig Autoren haben sich zu diesem dreimonatlichen Stipendium, wo man 1500 Euro bekam, ein Konzept einreichen und dann einen Text \u00fcber den Bezirk schreiben mu\u00dfte, beworben, auch aus Deutschland und der Schweiz, obwohl keine Wohnung dabei war. Emily Walton hat gewonnen und in diesen drei Monaten  auf ihren Blog  intensiv \u00fcber den Bezirk berichtet und immer wieder Artikeln, die von ihr in der Bezirkszeitung erschienen sind, hineingestellt. Jetzt gab es die Abschlu\u00dflesung im Kabinetttheater in der Porzellangasse, in dem ich noch nie war und das ein St\u00fcckchen n\u00e4her dem Franz Josefs Bahnhof, als das Schauspielhaus ist. Eva Brenner, die auch am Heldenplatz war und die ich von den <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/12\/13\/alles-gute-zum-advent\/\">Adventspazierg\u00e4ngen in die Fleischerei<\/a> und auch von ihren anderen Projekten kenne, zum Beispiel hat sie einmal bei einem <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/01\/19\/medien-krieg-kunst\/\">Jelinek-Symposium<\/a> referiert, ist ebenfalls hingekommen und hat sich sehr freundlich mit mir unterhalten und mir sogar ein Bauch abgekauft bzw. gegen die Peter Kreisky Gedenkschrift, mit dem sie ja befreundet war, getauscht. au\u00dfer Emily Walton haben noch zwei andere Autorinnen gelesen, n\u00e4mlich Stephanie Doms und Michaela Hinterleitner, die von den sechsunddrei\u00dfig Bewerbern auf die Shortliste gekommen sind. Die Bezirksvorsteherin, die ich schon von der <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/03\/31\/offener-bucherschrank-und-rosa-winkel\/\">Offenen-B\u00fccherschrank-Erf\u00f6ffnung<\/a> umd dem <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/06\/16\/sigmund-freud-statt-aris-fioretes\/\">Sigmund Freud<\/a>  Festakt kenne, hat er\u00f6ffnet.  Dann hat Friedrich Hahn ein  bi\u00dfchen was zu dem Stipendium gesagt, zum Beispiel, das er sich w\u00fcnscht, da\u00df es, wenn es wieder ausgeschrieben wird, verdoppelt wird. Dann wurde gelesen. Stephanie Domis hat mit einem sehr literarischen Text begonnen. Die 1979 geborene Michaela Hinterleitner hatte, wie sie sagte, kurze urbane Texte, einer handelte vom &#8220;Jonasreindl&#8221;, ein anderer vom &#8220;Alsergrund&#8221;, wo alle wichtigen literarischen Orte, die Strudelhofstiege, der j\u00fcdische Friedhof, aber auch das Kabinetttheater vorkam und Emily Walton hat, wie sie sagte, mehrere Alsergrund Geschichten geschrieben, die, die sie vorlas, hie\u00df, glaube ich, &#8220;Frau mit dem Bleistift im Haar&#8221; und handelt von einer Helena, die von ihrem Freund verlassen wird, was sie, inzwischen in einer WG im Alsergrund wohnend, so traumatisierte, da\u00df sie schreibend mit einem Bleifstift Sonntags durch den Bezirk heruml\u00e4uft und alles aufschreibt, bzw. sich die sonderbarsten Geschichten ausdenkt, dabei wird sie von den Leuten scheel angesehen, mit Klagen bedroht, sie merkt aber auch, da\u00df sie vor ihr fl\u00fcchten und als sie sich dar\u00fcber wundert, bemerkt sie auf einer Litfa\u00dfs\u00e4ule eine Warunung, da\u00df der Bezirk eine Bezirkschreiberin bekommen hat.<br \/>\nEine sehr beeindruckende Geschichte, vor allem, da mir etwas \u00c4hnliches auch schon mal passierte. 1992 war das, glaube ich, nicht im Alsergrund, sondern auf einer Radrundfahrt um den Neusiedlersee. Ich habe gerade &#8220;Lore und Lena&#8221; geschrieben und gedacht und gedacht, dabei die anderen ein paar Mal verloren und auf der R\u00fcckfahrt im Zug habe ich auch geschrieben, was einem Betrunkenen gar nicht gefiel. &#8220;Komm ich auch ins B\u00fcchel!&#8221;, hat er immer geschrieen. Ich habe mich ihm nicht erwehren k\u00f6nnen und es war mir sehr peinlich. Habe aber eine Geschichte dar\u00fcber geschrieben, die in der &#8220;Unke&#8221; abgedruckt ist.<br \/>\nNachher gab es noch die Verleihung eines anderen Awardes an eine Verlegergruppe, die Vorjahrspreistr\u00e4gerin war Michaela Falkner, deren <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/03\/28\/du-blutest-du-blutest\/\">letztes Buch<\/a> ich ja, gelesen habe, die den Preistr\u00e4ger aussuchen durfte und die Gruppe gew\u00e4hlt hat, obwohl sie den Text, den sie bei ihnen einreichte, ablehnten.<br \/>\nNachher gabs ein tolles Buffet und als ich gegessen und lang mit Eva Brenner geplaudert habe, wollte ich mich noch Emily Walton als ihre eifrige Blogleserin vorstellen. Sie war aber nicht mehr da und als ich durch die Stadt nach Hause gehen wollte, konnte ich nicht, weil noch immer alles von der Polizei abgesperrt und mu\u00dfte \u00fcber den Ring gehen.<br \/>\nSchade eigentlich, da\u00df eine ganze Innenstadt lahmgelegt wird, wenn man das Ende des Krieges vor siebenundsechzig Jahren feiern will. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Obwohl ein ganz normaler Arbeitstag war diesen Dienstag ganz viel los. 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