{"id":13480,"date":"2012-04-22T22:00:43","date_gmt":"2012-04-22T20:00:43","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=13480"},"modified":"2012-04-22T22:00:43","modified_gmt":"2012-04-22T20:00:43","slug":"neue-wege-oder-standortklarung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=13480","title":{"rendered":"Neue Wege oder Standortkl\u00e4rung"},"content":{"rendered":"<p>Eigentlich wollte ich heute Marcel Reich-Ranickys  &#8220;\u00dcber Hilde Spiel&#8221; zu Ende lesen und besprechen, dann wollte der Alfred erst morgen nach Wien fahren. Aber ich habe ohnehin was zu fl\u00fcstern, hat sich seit dem letzten <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/04\/21\/weitermachen\/\">Blogeintrag<\/a> ja einiges ergeben, denn da habe ich geschrieben, da\u00df ich ein &#8220;Literaturgefl\u00fcster-Texte &#8211; Buch&#8221; machen k\u00f6nnte und das eigentlich nicht wirklich vorgehabt. Als wir dann nach Harland fuhren, habe ich gedacht, da\u00df das die Idee sein k\u00f6nnte, aus dem Ausgeschriebensein herauszukommen und Abstand zu gewinnen. Da mu\u00df ich mich wahrscheinlich ein wenig austricksen, weil es sonst mit den kurzen Texten und den Finger\u00fcbungen vielleicht nicht klappt, bis der Kopf wieder frei ist f\u00fcr etwas L\u00e4ngeres. Aber so k\u00f6nnte es gehen habe ich gedacht. Erst die <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/01\/19\/rohtext\/\">&#8220;Wiedergeborene&#8221;<\/a> fertig machen, was noch dauern wird, da der Alfred im Mai mit dem Karli nach Australien f\u00e4hrt und den Text, glaube ich, noch nicht sehr durchgesehen hat. Dazwischen korrigiere ich die &#8220;Paula Nebel&#8221; und die wird, das ist mir jetzt ziemlich klar, ein k\u00fcrzerer Text. Vorl\u00e4ufig habe ich, ich habe es jetzt noch einmal durchgesehen, zweiundf\u00fcnfzig Seiten und  23.569 Worte, ein halber Nanowrimo, aber ich finde ihn inzwischen eigentlich doch nicht so schlecht. Es sitzen vielleicht noch nicht alle Szenen, bei einer bin ich mir nicht sicher, ob ich sie drinnen lassen soll und es ist vielleicht auch nicht die neue fetzige Erkenntnis \u00fcber das Leben einer neunzigj\u00e4hrigen Frau. Ich werde es aber nicht wegschmei\u00dfen, sondern fertigmachen und h\u00f6chstwahrscheinlich als eigenst\u00e4ndigen Text herausgeben. Das wird dann halt ein kurzes Buch und dann wird es das &#8220;Literaturgefl\u00fcster &#8211; Texte- Buch&#8221; geben und da werde ich die Texte, wie den <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/06\/30\/traumtinte\/\">&#8220;Wundersch\u00f6nen Tintentraum&#8221;<\/a>, <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/08\/11\/nikolaiken\/\">die<\/a> <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/08\/09\/campingfreuden\/\">Reisetexte<\/a>, die beiden <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/03\/12\/nebelschwaden\/\">&#8220;Paula Nebel&#8221;<\/a>&#8211;<a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/03\/04\/langer-brief-an-den-herrn-kurz\/\">Goodies<\/a> und was ich sonst noch habe, zusammensammeln. Ein paar Impressionen, die das Literaturgefl\u00fcster erkl\u00e4ren k\u00f6nnen auch dazu kommen und dann werde ich noch einen eigenen Text bzw. Vorwort dazu schreiben und wenn ich nicht gen\u00fcgend Texte habe, schreibe ich sie. Eine gute Arbeit zum Kopf ausl\u00fcften denke ich und weil dann ja auch der Sommer kommt, wo wir wahrscheinlich in die baltischen Staaten fahren, komme ich, bis ich damit fertig bin, wahrscheinlich in den n\u00e4chsten &#8220;Nanowrimo&#8221; hinein und den k\u00f6nnte ich, habe ich gedacht, einmal ganz w\u00f6rtlich und im Sinne des Erfinders nehme. Denn der hat damit ja die Schreibblockaden l\u00f6sen wollen, in dem er vom Plotten abr\u00e4t, r\u00e4t, nicht zu korrigieren, sondern daraufloszuschreiben, bis man 50. 000 Worte hat. Daran habe ich mich <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_heimsuchung.html\">2009<\/a> nicht ganz gehalten. Jetzt k\u00f6nnte ich das tun, einfach Material sammeln, bis der November, der wahrscheinlich durch die Buch-Wien, das Geburtstagsfest und andere Veranstaltungen ohnehin wieder hektisch werden wird, um ist und dann schauen, ob der Kopf auf diese Art und Weise frei geworden ist. Denn es stimmt schon, was ich jetzt \u00f6fter geschrieben habe. Ich habe in den letzten Jahren sehr viel geschrieben,  habe nat\u00fcrlich meine Grenzen und schummelte mich sicher auch ein bi\u00dfchen darum herum. So, da\u00df vieles vielleicht nur angeschrieben ist, mich aber vielleicht gehindert hat, die Geschichte der alten Frau lang zu schreiben. Denn, da\u00df sie ihre B\u00fccher ausliest, wollte ich schon nicht <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_zwillingswelten.html\">wieder<\/a> schreiben und auch nicht, da\u00df sie wegen ihrer <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_radiosonate.html\">Depression das Haus nicht verl\u00e4\u00dft<\/a>. Das habe ich schon alles geschrieben, von <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_novembernebel.html\">achtzigj\u00e4hrigen<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_haus.html\">hundertj\u00e4hrigen<\/a> Frauen, ihren <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_trotzdem.html\">T\u00f6chtern<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_absturzgefahr.html\">Enkelkindern<\/a>. So ist ein f\u00fcnfzig Seiten Text herausgekommen, der die letzten Tage einer alten Frau schildert, die in diesen eine hektische Betriebsamkeit entwickelt, in ihr Leben eher kurz zur\u00fcckschaut, die Regina, den Herrn Hans und den Enkel Rainer habe ich nicht wirklich einbezogen, die Sofia nur angedeutet.<br \/>\nJudith Gruber-Rizy, die mir ja ein aufmunterndes Mail geschrieben hat, hat gemeint, die Person einer alten Frau ist vielleicht zu wenig f\u00fcr einen ganzen Roman und sich erinnert, da\u00df ich im <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_schokolade.html\">Wiener Stadtroman<\/a> viele Figuren und viele Handlungsstr\u00e4nge h\u00e4tte. Stimmt, das ist mir beim Wiederlesen vor einem Jahr auch aufgefallen, da\u00df das sehr stimmig geworden ist. Ging aber jetzt nicht mehr wieder. Ich vermute, da\u00df ich zu ausgeschrieben bin. Aber es stimmt schon, wer sagt, da\u00df es unbedingt immer der lange Roman sein mu\u00df? In der K\u00fcrze liegt die W\u00fcrze, hei\u00dft es doch, das lesen die Leser wahrscheinlich auch lieber und da ich meine B\u00fccher ohnehin selber mache, ist die L\u00e4nge auch egal und ich bin auf keine Verlagsvorgaben angewiesen. So weit so what und ich glaube, ich habe die Krise umschifft,  meinen Weg wieder gefunden und denke, eine Standortbestimmung war auch sehr gut.<br \/>\nDas mu\u00df man wohl hin und wieder tun und mein Problem ist ja, da\u00df ich mich mit meinen <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/01\/20\/indie-bucher\/\">drei\u00dfig<\/a> <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/02\/12\/cover-fragen\/\">selbstgemachten B\u00fcchern<\/a> ein wenig komisch f\u00fchlte, weil ich immer dachte, du hast keinen richtigen Verlag. Den suche ich inzwischen zwar nicht mehr wirklich, konnte aber immer h\u00f6ren, den brauchst du, denn nur so bist du gut, bekommst Lesungen, Preise, Stipendien etc.<br \/>\nDas habe ich zwar nie wirklich so ganz verstanden, hat mich aber sehr gepr\u00e4gt und ich bin auch angestanden. W\u00e4hrend sich da jetzt vielleicht ein bi\u00dfchen was zu \u00e4ndern scheint. Gibt es ja inzwischen schon andere Autoren, die das &#8220;Selfpublishing&#8221; recht selbstbewu\u00dft betreiben. Die beziehen sich zwar haupts\u00e4chlich auf E-B\u00fccher, was ich, weil ich ja nicht so wirklich technisch bin und durch meinen Brotberuf und meinem Lebensstil auch nicht so aufs Verdienen erpicht bin, eigentlich nicht will. Ich will nur weiter schreiben und mich dabei nicht mehr so daneben f\u00fchlen.  Um nicht falsch verstanden zu werden, wenn sich  Rowohlt, Fischer,  etc bei mir melden, w\u00fcrde ich nat\u00fcrlich&#8230;.<br \/>\nGeht aber bei mir nicht, irgendwie scheint mir das nicht zu gelingen und es geht ja auch mit dem Selbermachen, habe ich da auch schon sehr viel.<br \/>\nSo what, kein Gl\u00fccksgef\u00fchl und keine Euphorie, aber mehr annehmen, da\u00df es so ist, wie es ist und ich es offensichtlich nicht ver\u00e4ndern kann.<br \/>\nSeit ich das Literaturgefl\u00fcster habe, habe ich auch einen Weg in die \u00d6ffentlichkeit. Ich habe da schon ein riesiges Archiv von Artikeln und Geschichten und das Reflektieren meines Schreibens hilft mir eigentlich auch sehr. Und so gehe ich meinen Weg, schreibe wie ich es kann und das, was ich sicher gelernt habe, ist mit Kritik umzugehen. Da hat mich fr\u00fcher das allzu Harsche oft umgehaut und ich habe nicht gewu\u00dft, was ich antworten soll?<br \/>\nJetzt sage ich, ich schreibe, wie ich es kann, bem\u00fche mich weiterzukommen, akzeptiere aber auch, da\u00df es ist, wie es ist!<br \/>\nDa bin ich schon beim zweiten Teil des heutigen Artikels, ist ja morgen wieder Welttag des Buches und das ist jetzt schon zu merken, habe ich mir ja gestern, die Geschenkantoholgie des \u00f6sterreichichen Buchhandels beim Schubert, die von Mercedes Escherer und Gerald Schantin herausgegeben  wurde &#8220;Erlesenes Europa&#8221; mit f\u00fcnfzehn Texte, die teilweise Buchkapiteln sind, geholt und bin dann, weil ich beim Korrigieren etwas  herumsurfte, daraufgekommen, in Deutschland gibt es eine tolle Aktion. <a href=\"http:\/\/www.welttag-des-buches.de\/de\/470021\">&#8220;Lesefreunde&#8221;<\/a> nennt sich die und da konnten sich 33.333 Personen bewerben und unter f\u00fcnfundzwanzig B\u00fcchern, worunter auch ganz Tolle und ganz Neue sind, eines ausw\u00e4hlen, sich in ihrer Lieblingsbuchhandlung, eine Kiste mit drei\u00dfig St\u00fcck abholen und die ab sechzehnten April verteilen. Eine Million B\u00fccher werden da in Deutschland freigesetzt und das <a href=\"http:\/\/www.literaturcafe.de\/buecher-sind-kein-freibier-wer-romane-verschenkt-macht-sich-verdaechtig\/\">Literaturcafe<\/a> berichtete dar\u00fcber und beklagte, da\u00df sie die B\u00fccher nicht an den Mann brachten, weil die Leute wegschauten oder dachten, da w\u00fcrde jetzt der Koran verteilt oder man w\u00fcrde sonst was von ihnen wollen. Was mich ein wenig wunderte, denn wenn mir am Welttag des Buches, jemand ein Buch entgegenstreckt, nehme ich es. Andererseits denke ich, ist diese Aktion ja neu und auf der Mariahilferstra\u00dfe laufen auch manchmal Leute mit einem Korb herum, geben dir was und wollen dann Geld daf\u00fcr.<br \/>\nDie B\u00fccherschenker waren mit ihren drei\u00dfig B\u00fcchern wahrscheinlich nicht so als solche zu erkennen, auch wenn es auf dem Buch draufsteht, was das f\u00fcr eine Aktion ist und, da\u00df nicht alle Leute gerne und viel lesen ist auch ganz klar und nicht alle wollen alles. Sechzehnj\u00e4hrige vielleicht nicht den Peter Stamm, die Stephenie Meyer h\u00e4tten sie aber ihren Freundinnen mitbringen k\u00f6nnen und man kann das Ganze sicher auch kritisch sehen. Denn wer soll die B\u00fccher dann noch kaufen, wenn man sie umsonst bekommt? Ich glaube ja ohnehin, da\u00df B\u00fccher unverk\u00e4uflich sind. Die Initioren behaupten aber nein und meinen die L\u00e4nder, wo es schon so was gibt, h\u00e4tten die Erfahrung gemacht, da\u00df sich das Buch dann mehr verkauft, was vielleicht bei f\u00fcnfundzwanzig verschiedenen B\u00fcchern zutrifft. Ich bekomme eines und kaufe mir dann auch was von den vierundzwanzig anderen, w\u00e4hrend ich mir denke, da\u00df die B\u00fccher die f\u00fcr die &#8220;Eine Stadt &#8211; ein Buch- Aktion&#8221; ausgew\u00e4hlt werden, in Wien unverk\u00e4uflich sind und die liegen  auch in den B\u00fccherschr\u00e4nken immer wieder auf.<br \/>\nEine spannende Idee, trotzdem, die ein bi\u00dfchen neidisch machen k\u00f6nnte. Aber vielleicht kommt das auch einmal nach \u00d6sterreich. Mich w\u00fcrde es freuen, obwohl ich ja an keinen B\u00fcchermangel leide und jetzt habe ich vielleicht meinen Weg und neues Selbstvertrauen gefunden, werde weiter an der Paula Nebel korrigieren und sie vielleicht zu einem spannenden sozialkritischen Text \u00fcber das Sterben einer alten Frau zu machen, der interessant und schnell zu lesen ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eigentlich wollte ich heute Marcel Reich-Ranickys &#8220;\u00dcber Hilde Spiel&#8221; zu Ende lesen und besprechen, dann wollte der Alfred erst morgen nach Wien fahren. 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