{"id":13291,"date":"2012-04-16T00:26:11","date_gmt":"2012-04-15T22:26:11","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=13291"},"modified":"2012-04-16T00:26:11","modified_gmt":"2012-04-15T22:26:11","slug":"fortgesetzte-krisenstimmung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=13291","title":{"rendered":"Fortgesetzte Krisenstimmung"},"content":{"rendered":"<p>Leider geht die Ratlosikgeit noch ein bi\u00dfchen weiter, denn so schnell, wie ich glaubte, bin ich aus der Krise nicht herausgekommen, obwohl mich das <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/04\/15\/zen-in-der-kunst-des-schreibens\/\">Bradbury-Buch<\/a> wirklich sehr befl\u00fcgelt hat.<br \/>\n&#8220;So ist es&#8221;, habe ich gedacht, &#8220;so k\u00f6nnte es weitergehen!&#8221;<br \/>\nWollte ich mir ja ohnehin Zeit lassen, bis zum Sommer, bis zum n\u00e4chsten Nanowrimo, bis zum n\u00e4chsten Jahr und den Roman langsam entstehen lassen. Einfach an einer anderen Stelle anfangen und eine Geschichte nach der anderen schreiben.<br \/>\nAls ich in den letzten Tagen mn der U-Bahn gefahren bin, habe ich da auch die alten Frauen mit den grauen Haaren und den zerfurchten Gesichtern, ein bi\u00dfchen beobachtet und \u00fcberlegt, was dazu zur Paula Nebel passen k\u00f6nnte und die Idee den Schreibwiderwillen, die Blockade, das Zuviel- und Ausgeschriebensein, einfach durch kleine Gedankensplitter anzugehen, die man am Schlu\u00df zusammensetzten k\u00f6nnte, klingt ja auch logisch oder wie oder was?<br \/>\nDas mir das mangelnde Feedback, die Stimme aus dem Off &#8220;Mach weiter, du kannst es ja und schaffst es schon!&#8221; fehlt, ist zwar schade, da\u00df ich aber am <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/04\/10\/osterspaziergang-in-neulerchenfeld\/\">Ostermontag den Bradbury im offenen B\u00fccherschrank<\/a> fand, kann als gutes Omen gelten und da war ja noch eine Geschichte am Ostersonntag, die ich schon Thomas Wollinger geschrieben habe, eine Methapher die auch gut passt und sich verwendet l\u00e4\u00dft. Es liegt ja alles am Weg, man mu\u00df es nur aufheben, die Geschichten, die Ideen, <a href=\"http:\/\/thomaswollinger.com\/14327\/werke\/foto\/\">die Handschuhe<\/a>, das Geld. Die Handschuhe haben meine Finger gew\u00e4rmt und man kann die Paula Nebel ja auch als k\u00fcrzeren Text stehen lassen. Wer sagt, da\u00df man unbedingt alles lang ausbreiten mu\u00df? In der K\u00fcrze liegt die W\u00fcrze hei\u00dft es ja. Trotzdem lie\u00df sich das Unbehagen, das ich dabei hatte, nicht verleugnen und das Gef\u00fchl, da fehlt noch etwas, das ist zu schnell und schlampig hingeschrieben, nichts Neues, nur Wiederholung, nur angedeutet, etc.<br \/>\nAlso den Bradbury mit seinen Phantasieschrauben gelesen und mich dadurch inspirieren lassen, vor allem auch die S\u00e4tze, da\u00df die Qualit\u00e4t durch das Schreiben kommt und ich besch\u00e4ftige mich ja auch mit der Frage, wo mu\u00df ich ansetzen und weitergehen?<br \/>\n&#8220;Abholen, wo man steht!&#8221;, hei\u00dft es ja in der P\u00e4dagogik und da mu\u00df auch etwas f\u00fcr mich zu finden sein. Nur hat Thomas Wollinger schon wieder einen <a href=\"http:\/\/thomaswollinger.com\/14458\/schreibprozesse\/schreiberfahrungen\/\">Artikel<\/a> geschrieben, bzw. einen Blog erw\u00e4hnt, wo ich mich betroffen f\u00fchlen konnte.<br \/>\n&#8220;Aufruf an alle, die es vers\u00e4umten ihr Expose rechtzeitig zu machen!&#8221; und da kann ich mich an der Nase nehmen, bin ich ja eine, die in der HBLA, in der Stra\u00dfergasse bei den Deutschschularbeiten, die Gliederungen schrieb, wenn ich fertig war, schnell, schnell, hingewischt, ich brauche das ja nicht!<br \/>\nBei der &#8220;Wiedergeborenen&#8221; habe ich zwar versucht mit der <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/12\/17\/work-in-progess\/\">Schneeflockenmethode<\/a> zu beginnen und bin gescheitert, weil ich, wenn ich eine Idee habe, schnell und hektisch vor mich hinschreibe und dann an der Wand lande, also wieder ein Hinweis, sich an der Nase zu nehmen und etwas genauer zu sein, um die <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/12\/19\/fallen-losen\/\">Fallen<\/a>, wie ich ja schon \u00f6fter schrieb, zu umgehen oder aufzul\u00f6sen.<br \/>\nAlso habe ich mich am Nachmittag mit dem Laptop vor das B\u00fccherregal gesetzt und mit dem zweiten Buch &#8220;Sofia&#8221; und der dortigen ersten Szene angefangen. Sofia hat das Geschirr abgewaschen und findet die tote Paula. Es ist ein Epilog daraus geworden und, ob ich noch eine Hans, oder eine Rainer Szene anf\u00fcgen werde..?<br \/>\nHab ich jedenfalls noch nicht und die ersten S\u00e4tze einer zweiten Szene weggel\u00f6scht, daf\u00fcr bin ich in diesen Blog gegangen und das war nicht sehr gut f\u00fcr mich, denn ein paar hundert Artikel lesen, wo drinnen steht, was und wie man es besser machen sollte, m\u00fc\u00dfte, ist t\u00f6dlich, wenn man mitten im Schreibproze\u00df ist. Will ich ja den Zensor aus dem Kopf bekommen und da hilft es nicht viel, von einem Experten zu h\u00f6ren, wo ein Gro\u00dfer seiner Meinung nach einen Fehler begangen hat und das alles perfekt sein mu\u00df, weil nur das die Leser haben wollen!<br \/>\nGanz im Gegenteil, dann habe ich noch den bewu\u00dften Expose-Artikel genauer gelesen und mich betroffen gef\u00fchlt, so ist es leider, ganz genau! Ich schreibe schnell und fl\u00fcchtig, manchmal auch berauscht, diesmal hatte ich eher das Gef\u00fchl, ich wei\u00df nicht so wirklich, wo ich hin will, dann bin ich fertig, stehe an, \u00e4ndere nicht mehr viel, sondern korrigiere nur die Rechtschreib- und Beispielfehler, ein paar Wendungen oder falsche Details. H\u00f6chstens kommen ein zwei S\u00e4tze irgendwo hinein oder, wie ich es vorige Woche machte, als Motto, den Satz, den mir ein \u00e4lterer Mann einmal auf der Stra\u00dfe sagte, als ich ihn gr\u00fc\u00dfte, weil ich ihn offenbar mit einem meiner Klienten verwechselt hatte.<br \/>\nDas ist nat\u00fcrlich kein Balsam f\u00fcr die Schreiberinneenseele, ich habe dann noch ein paar andere Schreibblogs gefunden, wo die Schreibcoaches Tips f\u00fcrs besseres Schreiben geben und dabei alle paar Seiten auf ihre Schreibratgeber hinweisen, die man sich als E-Books, um einen Euro neunzig herunterladen kann und danach angeblich besser schreibt.<br \/>\nJa, die E-Book und die Indie-Schreiber sind jetzt sehr aktiv und bieten ihre B\u00fccher tageweise gratis an.  Ich bin mit dem &#8220;Linus Fleck&#8221; in die Badewanne gestiegen und habe wiedermal gedacht &#8220;Ich kann es nicht, ich kann es nicht!&#8221;<br \/>\nDenn es stimmt ja, ich habe Zeit und hindere mich nur selbst, die mir jetzt ein Jahr oder was auch immer zu nehmen, um den Text wachsen zu lassen, sondern schreibe mich hektisch an die Wand und sp\u00fcre Widerwillen oder Unm\u00f6glichkeit bei dem Gedanken, da\u00df ich das jetzt geduldig aufdr\u00f6seln m\u00fc\u00dfte. Gut, dazu br\u00e4uchte man Feedback, vielleicht die lenkende Hand eines Lektors und das habe ich nicht. Ich habe die Schreibratgeber, h\u00f6re das Gras wachsen und beziehe jede Kritik gleich auf mich. Denn es liegt wohl auch daran, da\u00df schon soviel geschrieben wurde und das wohlwollende Interesse nicht sehr vorhanden ist, eher die Kritik der anderen, die gleich die Fehler sehen und von vornherein schreien &#8220;Das interessiert uns nicht!&#8221;<br \/>\nDas betrifft sicher nicht nur mich, aber ich bin auch in einer sehr bl\u00f6den Situation mit meinen drei\u00dfig <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/02\/12\/cover-fragen\/\">selbstgemachten B\u00fcchern<\/a> und f\u00fchle mich immer noch sehr abseits damit, obwohl jetzt ja auch die anderen anfangen, sich selber zu verlegen. Da seinen Platz zu finden, ist nicht so leicht und das &#8220;Ich kann es nicht!&#8221;, ist wohl auch schon sehr m\u00e4chtig in meinem Kopf verbreitet, weil ich schon so viel geschrieben habe und dabei auch steckenbleibe und so wie jetzt nicht weiterkomme.<br \/>\nBisher bin ich da eher wohlwollend mit mir umgegangen, habe gegl\u00e4ttet, abgerundet und das Buch dann so herausgegeben. Jetzt wei\u00df ich noch immer nicht, wie es weitergehen soll? Die f\u00fcnfzig Seiten fertig machen, versuchen doch einen Langroman zu basteln, mit Kurzgeschichtensplitter anfangen, da h\u00e4tte ich schon <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/03\/12\/nebelschwaden\/\">zwei<\/a> <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/03\/04\/langer-brief-an-den-herrn-kurz\/\">davon<\/a>, alles auf einmal oder nichts davon? Da ja wahrscheinlich keine Antwort kommen wird, mu\u00df ich alleine weitermachen oder den Rat meines Freundes Rudolf Blazejewesky annehmen, einfach f\u00fcr mich weiterzuschreiben. Das sage ich ja meinen Kritikern immer &#8220;Ich schreibe so gut, wie ich kann!&#8221; und das tue ich ja auch. Da\u00df ich mir Zeit lassen sollte, denke ich zwar ebenfalls. Das mit dem halben Jahr daran arbeiten, egal, was daraus entsteht, w\u00e4r keine so schlechte Idee und nat\u00fcrlich auch nach rechts und links schauen, denn manchmal mu\u00df man wo anders weitermachen.<br \/>\nDas Literaturgefl\u00fcster habe ich mir in der Badewanne noch gedacht, ist eigentlich so, wie ich es will. Damit bin ich zufrieden, auch mit dem Jammern, das ist wahrscheinlich das Psychologische an mir, vielleicht auch mein Weg, mit den f\u00fcnfzig Seiten der Paula Nebel, bin ich das derzeit nicht.<br \/>\nIch war einmal vor Jahren im Literaturhaus zum &#8220;Tee bei Hermynia&#8221;. Da ist es um Hermynia zur M\u00fchlen gegangen, die im englischen Exil sehr viel schrieb und \u00fcbersetzte, um zu \u00fcberleben, was, wie die Kritiker meinten, auf Kosten ihrer Qualit\u00e4t gegangen ist.<br \/>\nDa habe ich mich gleich angesprochen gef\u00fchlt und wenn ich meine drei\u00dfig oder achtundzwanzig <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/01\/20\/indie-bucher\/\">Indie-B\u00fccher<\/a> so hernehme, die ich in den letzten Jahre eines nach dem anderen hintergeschrieben habe, ist sicher auch einiger  Leerlauf dabei. Anderes halte ich wieder f\u00fcr gelungen, wie beispielsweise das Kinderbuch &#8220;Lore und Lena&#8221;, auch die <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_mimi.html\">&#8220;Mimi&#8221;<\/a>, die einer meiner Leserinnen nicht gefallen hat. Die <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_dorafaust.html\">&#8220;Dora Faust&#8221;<\/a> mag ich sehr, die &#8220;Wiener Verh\u00e4ltnisse&#8221;, die hat Diana Voigt vor Jahren, als ich es an ihre Agentur schickte, f\u00fcr keinen Roman gehalten, was mich sehr verwirrte. Der <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_schokolade.html\">&#8220;Wiener Stadtroman&#8221;<\/a> hat mich bei <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/02\/14\/leseergebnisse\/\">Wiederlesen vor einem Jahr<\/a> auch sehr \u00fcberrascht. Ansonsten glaube ich schon, da\u00df ich ein bi\u00dfchen ausgeschrieben bin und der ewige Kampf zu beweisen, da\u00df ich schreiben kann, zerrt auch an den Kr\u00e4ften. So da\u00df ich es f\u00fcr eine gute Idee halte, mir bei der &#8220;Paula Nebel&#8221; jetzt wirklich Zeit zu lassen. Ob ich es zusammenbringe, wei\u00df ich nicht, werde aber dar\u00fcber schreiben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Leider geht die Ratlosikgeit noch ein bi\u00dfchen weiter, denn so schnell, wie ich glaubte, bin ich aus der Krise nicht herausgekommen, obwohl mich das Bradbury-Buch wirklich sehr befl\u00fcgelt hat. &#8220;So ist es&#8221;, habe ich gedacht, &#8220;so k\u00f6nnte es weitergehen!&#8221; Wollte &hellip; <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=13291\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[41],"tags":[],"class_list":["post-13291","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/13291","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=13291"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/13291\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=13291"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=13291"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=13291"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}