{"id":13208,"date":"2012-04-12T09:53:21","date_gmt":"2012-04-12T07:53:21","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=13208"},"modified":"2012-04-12T09:53:21","modified_gmt":"2012-04-12T07:53:21","slug":"fortsetzungsbericht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=13208","title":{"rendered":"Fortsetzungsbericht"},"content":{"rendered":"<p>F\u00fcr alle, die wissen wollen, wie es weitergeht mit meinen <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/04\/08\/ruckzugsgedanken\/\">Resignationsberichten<\/a> und wie und was damit gemeint ist, da bin ich ja vor einer Woche mit meinen <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/03\/12\/nebelschwaden\/\">neuen Romanprojekt<\/a> ein bi\u00dfchen abgest\u00fcrzt. Nein, abgest\u00fcrzt nicht wirklich. Ich hab ab Anfang M\u00e4rz nur wieder einmal ziemlich planlos und sehr hektisch vor mich hingeschrieben, hatte dann am <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/04\/03\/lese-und-schreibbericht\/\">vorletzten Montag vierzig Seiten<\/a>, bin die durchgegangen, dachte &#8220;Es geht doch nicht!&#8221; und war dann ein paar Tage sp\u00e4ter mit f\u00fcnfzig Seiten pl\u00f6tzlich fertig, das hei\u00dft, ich habe eine Abschlu\u00dfszene geschrieben, die eigentlich nicht ganz passte und dachte, f\u00fcnfzig Seiten sind zuwenig f\u00fcr ein Buch, aber das <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_haus.html\">&#8220;Haus&#8221;<\/a> hat auch nur sechzig Rohseiten und ist nicht der gro\u00dfe Roman geworden, wie er eigentlich sollte und da hatte ich \u00e4hnliche Probleme, da\u00df ich dachte, ich mache es lieber kurz und rolle nicht alles noch einmal von vorn bis hinten auf.<br \/>\nBei der &#8220;Paula Nebel&#8221; wollte ich ein paar F\u00e4lle einarbeiten, dachte dann, ich mu\u00df entfremden, damit sich keiner erkennt und mir ein b\u00f6ses Brieflein schreibt. Dann war der R\u00fcckzug oder das Hineingleiten in das Sterben einer neunzigj\u00e4hrigen Frau eigentlich ein faszinierender Gedanken, aber ich kann sie ja nicht schon wieder ihre <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_zwillingswelten.html\">B\u00fccher lesen lassen<\/a> und eine <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_radiosonate.html\">Depression, wo man nicht mehr aus dem Haus geht<\/a>, habe ich ja auch schon beschrieben. Dann habe ich begonnen mit ihren Leben, mit Zwanzig ein Kind bekommen, die F\u00fcrsorgerinnen haben es ihr weggenommen und auf den Spiegelgrund gebracht. Das wollte ich dann wieder nicht so genau beschreiben, so ist es bei den Andeutungen geblieben. Die Sofia ist sehr bald aufgetaucht und pl\u00f6tzlich ist es hektisch geworden. Die Paula hat gekocht und es sind Besucher zu ihr gekommen, der Alex von der Caritas, der Sohn einer fr\u00fcheren Klientin, die Schwester vom sozialen St\u00fctzpunkt. Die Sofia ist in eine Schule gegangen, hat Oma zu ihr gesagt und sie haben gemeinsam das ABC gelernt, da h\u00f6re ich schon wieder die Stimmen, die das zu kitschig, m\u00e4rchenhaft und positiv finden und eigentlich wollte ich ja was \u00fcber die Wirtschaftskrise schreiben.<br \/>\nAuf Seite vierzig hatte ich dann das Leben erz\u00e4hlt, der Enkel Rainer ist auch sehr bla\u00df und im Hintergrund geblieben. Es waren ein paar Besuchsszenen mit &#8220;sagte sie&#8221; absolviert, die Paula hat die ganze Hausmannskost des vorigen Jahrhunderts hinuntergekocht und ich wu\u00dfte nicht weiter, weil ich eigentlich fertig war oder auch nicht. Wie schreibt man einen gro\u00dfen Roman? Wie l\u00f6st man seine Fallen auf? Wie kommt man weiter?<br \/>\nDie Szene, wo sich die Paula dann aufs Sofa legt, an alles denkt und langsam in das Nirvana hin\u00fcbergleitet, kommt vielleicht ein bi\u00dfchen zu abrupt und etwas fehlt. Aber ob ich das wirklich noch erweitern will?<br \/>\nEinmal habe ich es in Harland noch durchgesehen, die letzten Tage hatte ich sehr viel Diagnostik und keine Zeit und die <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/03\/10\/vorschau-auf-die-frau-auf-der-bank-oder-dreimal-s\/\">&#8220;Bank&#8221;<\/a> mu\u00df ich auch noch durchsehen. Wie mache ich weiter?<br \/>\nEin bi\u00dfchen Jammern nat\u00fcrlich und bedauern, da\u00df der urspr\u00fcngliche Plan mir bis Sommer soviel Zeit zu lassen, um einen Roman zu entwickeln, derzeit offenbar nicht funktioniert. Ich schreibe schnell und hektisch, bin dann an der Wand und wei\u00df nicht weiter. Aber allein kann man das vielleicht nicht wirklich. Da braucht es zwischendurch wohl ein bi\u00dfchen aufmunterndes Feedback und dann denke ich, ist ja egal. Ich schreibe, wie ich es kann! Die sehr schroffen Feedbacks, die manchmal kamen &#8220;Das wird nie was und du kannst es nicht, auch wenn du dich noch so sehr bem\u00fchst!&#8221;, wirken aber nach.<br \/>\nDenn eigentlich kann man auch kurz \u00fcber das Leben einer alten Frau schreiben, vielleicht den Schlu\u00df noch etwas ausbauen und es mu\u00df auch niemanden interessieren, obwohl es eigentlich ein interessantes und wichtiges Thema ist und, da\u00df ich schon sehr viel geschrieben habe und ein bi\u00dfchen ausgeschrieben bin, stimmt ja auch. Ich merke aber, da\u00df ich immer hektischer werde, was wahrscheinlich mit den fehlenden Feedbacks zusammenh\u00e4ngt. Aber es stimmt auch, man mu\u00df sie nicht unbedingt haben und hat keinen Anspruch darauf. Zwangsweise kann man aber auch nicht ruhiger werden und weniger schreiben brauche ich auch nicht und habe vorl\u00e4ufig mit den drei Sachen, die noch aufs Fertigwerden warten, auch genug zu tun. Bis die &#8220;Frau auf der Bank&#8221; und die <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/01\/19\/rohtext\/\">&#8220;Wiedergeborene&#8221;<\/a> als Buch erschienen sind, habe ich Zeit zu entscheiden, ob die &#8220;Paula Nebel&#8221; ein sehr kurzes B\u00fcchlein wird oder mit einem zweiten k\u00fcrzeren Text erscheint und da sind noch in Harland Tr\u00e4ume gekommen, die zeigten, wie sehr sich mein Unbewu\u00dftes mit diesem Thema besch\u00e4ftigt. So habe ich zwischen Sonntag und Montag getr\u00e4umt, da\u00df ich einer Schreibgruppe ein Haiku weiterschreiben w\u00fcrde und war sehr erfolgreich damit. Zwei Tage sp\u00e4ter ist der Traum eines Krimis gekommen und als ich aufwachte, hatte ich das Szenario ziemlich fertig vor mir. Leider habe ich es mir nicht aufgeschrieben, nur gedacht, ich werde es mir merken. Jetzt wei\u00df ich nur, da\u00df es dabei um die Wirtschaftskrise ging und die Ermittler ziemlich hektisch herumrasten und die Idee, da\u00df die Sofia und der <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/03\/04\/langer-brief-an-den-herrn-kurz\/\">Kevin<\/a>, das aufkl\u00e4ren k\u00f6nnten, ist mir auch gekommen. Nur das was, wei\u00df ich schon wieder nicht so genau, aber die Idee im n\u00e4chsten Nanowrimo vielleicht einen Krimi zu schreiben, wo dann vielleicht kein Mord vorkommt, hatte ich schon und in meinem Traum war auch keiner.<br \/>\nUnd als ich am Dienstag zur Silvia zum Psychologen-Jour-fixe gegangen bin, habe ich mich auch sehr genau nach einem Thmema umgeschaut und dar\u00fcber nachgedacht \u00fcber was ich jetzt schreiben k\u00f6nnte.<br \/>\nUnd wie und wohin ziehe ich mich nun zur\u00fcck, werden die Leser noch immer fragen? Eigentlich gar nicht, sondern lockerer damit umgehen, da\u00df es bei meinem Schreiben eben so ist, wie es ist, da\u00df das auch so sein darf und dieser Gedanke ist mir auch beim <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/04\/07\/karfreitag-slam\/\">Poetry Slam am Karfreitag<\/a> gekommen. Da hatte ich dabei sogar fast ein Gl\u00fccksgef\u00fchl und das ist nat\u00fcrlich Quatsch, weil es ja kein Gl\u00fcckszustand ist, wenn man schreibt und schreibt und heraus kommt nur &#8220;Schon wieder nichts!&#8221;, ist aber nicht wirklich zu \u00e4ndern oder doch?<br \/>\nDie Veranstaltungen sind weniger geworden, das h\u00e4ngt einerseits sicher mit der Wirtschaftskrise und dem Eventgedanken zusammen oder damit, da\u00df man sich unter der Schreibermenge ein paar heraussucht, um sie zu f\u00f6rdern und die werden jetzt um die Zwanzig sein und nach den anderen wird nicht wirklich nachgefragt. Ich versuche das ein bi\u00dfchen mit meinen Blog, scheine dabei aber allein zu bleiben. Macht ja nichts, die M\u00f6glichkeit des Bloggens gibt es trotzdem und das ist sicher besser, als nur f\u00fcr die Schublade zu schreiben und Aufgegeben habe ich nat\u00fcrlich einiges im Laufe meines Schreiberinnenlebens. Mich bei Stipendien zu bewerben, an Verlage herumzuschicken, beispielsweise und das ist zwar schade, ist aber so und mich aufzudr\u00e4ngen und nachzufragen &#8220;Willst du vielleicht eine Lesung mit meinen Texten machen? Mir eine Rezension schreiben? Mich wo einladen?&#8221;, bringt nicht viel und wird auch als distanzlos, aufdringlich etc wahrgenommen. Da hatte ich ja schon einige Differenzen, das kann ich also lassen. Das ins Literaturgefl\u00fcster jammern, wird vielleicht auch ein bi\u00dfchen nerven, werde ich aber wahrscheinlich weiter tun und dann nat\u00fcrlich soviel schreiben, wie ich es kann und will, egal ob der Durchbruch gelingt oder nicht, obwohl es nat\u00fcrlich schade ist, keine wirklichen Erfolgsberichte geben zu k\u00f6nnen und jetzt zum Beispiel nicht zu wissen, wie es weitergeht?<br \/>\nDenn \u00fcber <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_novembernebel.html\">Gro\u00dfm\u00fctter<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_trotzdem.html\">T\u00f6chter<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_absturzgefahr.html\">Enkelt\u00f6chter<\/a> habe ich jetzt sehr viel geschrieben, \u00fcber das erfolglose <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_rosenwuchs.html\">Schreiben<\/a> auch, die Wirtschaftskrise ist vielleicht zu nah dran, zu aktuell und das angeblich M\u00e4rchenhafte, Positive wird auch nicht gesch\u00e4tzt, sondern als kitschig empfunden und wenn ich dann von den zwei am fertig werdenden B\u00fcchern erz\u00e4hle und davon, da\u00df das zweite, das <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/02\/12\/cover-fragen\/\">Drei\u00dfigste<\/a> sein wird, ernte ich Erstaunen und der Zensor in mir denkt sich sofort &#8220;Nicht so schnell, nicht so hektisch!&#8221;, es ist aber so und das ist auch sehr gut, andere tun das auch und wenn ich langsam w\u00e4re, w\u00fcrde ich wahrscheinlich &#8220;Nicht so langsam!&#8221; denken.<br \/>\nAm<a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/04\/10\/osterspaziergang-in-neulerchenfeld\/\"> Ostermontag habe ich  bei B\u00fccherschrank <\/a>in der Grundsteingasse den Ray Bradbury &#8220;Zen in der Kunst des Schreibens&#8221; gezogen und werde das als N\u00e4chstes lesen, wenn ich mit Kirsten Fuchs &#8220;Heule, heule&#8221; fertig bin. Das habe ich ja bei meinen vorigen Arbeiten manchmal getan, ein Schreiblernbuch davor zu lesen, man findet ja manchmal welche <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/08\/04\/mit-80-seiten-um-die-welt\/\">im<\/a> <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/12\/10\/ein-morderisches-wochenende\/\">B\u00fccherschrank<\/a> und die <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/02\/06\/wie-man-den-bachmannpreis-gewinnt\/\">Angela Leinen<\/a> habe ich mir vom Alfred schenken lassen. Irgendwie bin ich mit meiner Situation nicht ganz zufrieden, weil das Ende der R\u00fcckzugsideen ja das Aufh\u00f6ren des Schreibens ist und das will ich nicht oder kommt nat\u00fcrlich von selbst, aber erst in zwanzig, drei\u00dfig Jahren und bis dahin gehen sich wahrscheinlich noch einige sehr sch\u00f6ne B\u00fccher aus!<br \/>\nUnd bei all dem Jammern h\u00e4tte ich jetzt fast vergessen, da\u00df die &#8220;Kuckucksbrut&#8221; wahrscheinlich die Fortsetzung vom &#8220;Kuckucksnest&#8221; &#8211; Zeitschrift.Krisenerfahrer.Menschen.Europa. f\u00fcr die ich f\u00fcr Anton Blitzstein das &#8220;Kleine Pl\u00e4doyer f\u00fcr Belohnungsselbsthilfen und Tauschtalente&#8221; geschrieben habe, gekommen ist. Es gibt also auch wieder nicht Selbstpubliziertes und das Heft kann ich allen nur empfehlen, da es au\u00dfer sch\u00f6nen Texten auch viele Kochrezepte enth\u00e4lt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr alle, die wissen wollen, wie es weitergeht mit meinen Resignationsberichten und wie und was damit gemeint ist, da bin ich ja vor einer Woche mit meinen neuen Romanprojekt ein bi\u00dfchen abgest\u00fcrzt. Nein, abgest\u00fcrzt nicht wirklich. 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