{"id":12833,"date":"2012-03-29T00:02:10","date_gmt":"2012-03-28T22:02:10","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=12833"},"modified":"2012-03-29T00:02:10","modified_gmt":"2012-03-28T22:02:10","slug":"susanne-ayoub-neues-buch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=12833","title":{"rendered":"Von den Kommunisten in Ravensbr\u00fcck"},"content":{"rendered":"<p>Als ich bei der Buchvorstellung von <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/03\/07\/bezirksschreiberinnenlesung\/\">Emily Waltons &#8220;Mein Leben ist ein Senfglas&#8221;<\/a>, war, bin ich durch einen Folder aufmerksam geworden, da\u00df am 28. 3. Susanne Ayoubs bei Braum\u00fcller erschienener neuer Roman &#8220;Das M\u00e4dchen von Ravenbr\u00fcck&#8221; vorgestellt wird. Susanne Ayoub ist f\u00fcr mich ja keine Unbekannte. Im Dezember war ich bei ihrer <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/12\/06\/weihnachtsbowle-mit-susanne-ayoub\/\">Adventlesung im der st\u00e4dtischen B\u00fccherei Pannaschgasse<\/a> und bei der \u00d61 <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/02\/24\/o1-horspiel-gala\/\">H\u00f6rspielgala<\/a> habe ich sie auch gesehen. Gelesen habe ich ja nichts von ihr, zumindestens keine Romane, war aber bei der Buchpr\u00e4sentation von &#8220;Engelsgift&#8221; in der Buchhandlung Thalia und dann liest sie ja auch \u00f6fter bei &#8220;Rund um die Burg&#8221; oder ich sehe sie auf der Buch-Wien.<br \/>\nDiesmal war nicht nicht so fr\u00fch daran, bin aber auch \u00fcber keine Buchabverkaufskisten gefallen, die waren schon wegger\u00e4umt, daf\u00fcr winkte mir eine von Lesefrauen aus dem Lift entgegen und ein paar \u00e4ltere Dame versperrten mir auf der Terppe in den ersten Stock den Weg. Dann war alles besetzt und ich mu\u00dfte eine Weile suchen oder fragen, bis ich einen Platz fand, daf\u00fcr stupste mich die Hilde Langthaler gleich an, die mit Susanne Ayoub befreundet scheint, beziehungsweise oft zu ihren Lesungen geht. Ein paar bekannte Gesichter, aus dem Lesetheater, Anita C. Schaub, etc und die einleitende Buchh\u00e4ndlerin erkl\u00e4rte, da\u00df Susanne Ayoub ein gern gesehener Gast in der Buchhandlung ist und sch\u00f6n \u00f6fter ihre B\u00fccher dort vorstellte.<br \/>\nAlfred Hrdlicka war Pate f\u00fcr das Buch, erkl\u00e4rte Susanne Ayoub in ihrer Einleitung und, da\u00df sie einen dokumentarischen Roman geschrieben hat, weil es diese Leni, die mit sechzehn in das KZ Ravensbr\u00fcck verschleppt wurde, offenbar wirklich gab, sie aber die Romanform w\u00e4hlte, weil sie dadurch mehr Leser erreicht.<br \/>\nDann hat sie begonnen, mit der Geschichte der Sechzehnj\u00e4hrigen, die im zehnten Bezirk aufgewachsen ist, 1934 geboren, 1942 wurde sie verhaftet, weil sie in ihrer Wohnung einen Abziehapparat versteckte, weil ihre Mutter Kommunistin war und sie scheint irgendwie in den Widerstand hineingekommen und dann hat sie in der Nacht in der Gef\u00e4ngniszelle geweint. Ein Herr namens Schiller hat sie dort vernommen oder verpr\u00fcgelt, so da\u00df sie sich eine Kunstfigur ausdachte, einen Kommunisten, der sie verf\u00fchrte und der Herr Schiller begann zu strahlen und nach ihm zu suchen. Ein Nachbar vernadert sie und sie wird zu zwei Jahren verurteilt, kommt in eine Erziehungsanstalt und dann nach Ravensbr\u00fcck und nach 1945 wankt sie heim nach Wien, wird von der Schaffnererin von der Stra\u00dfenbahn vertrieben, weil sie kein Geld f\u00fcr einen Fahrschein hat und niemand von den Nachbarn scheint auf sie zu warten. Dann trifft sie aber doch auf ihren Vater, holt ihm, als es das wieder gibt, Bier vom n\u00e4chsten Gasthaus, meldet sich freiwillig bei den Tr\u00fcmmerfrauen und beginnt sich zu verlieben&#8230;<br \/>\nSusann Ayoub hat sehr viel gelesen, was mir besonders gefallen hat, da\u00df sie den Dialekt des zehnten Bezirks, den es vielleicht gar nicht mehr gibt, sehr gut getroffen hat.<br \/>\n&#8220;Gemma, gemma!&#8221; und die Leni holt das Reindl mit den Mohnnudeln, als sie ein anderer KZ \u00dcberlebender besucht.<br \/>\nSusanne Ayoub hat auch die Solidarit\u00e4t gelobt, die damals bei den Frauen entstanden ist und oft ein Leben lang angehalten hat.<br \/>\nNachher gab es wieder Wein und das gute Brot mit den N\u00fcssen, den Karotten oder Schinkenst\u00fcckchen, ich habe mich mit Richard Langthaler und Anita C. Schaub unterhalten, die meinte, da\u00df das Thema nicht mehr  neu ist.<br \/>\nStimmt, da gibt es schon sehr viele B\u00fccher,<a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/03\/25\/223-oder-das-faustpfand\/\"><\/a> ich habe vor kurzem auch ein solches gelesen. Aber trotzdem interessant und leicht zu lesen, leichter als die Jelinek wahrscheinlich, wie Richard Langthaler meinte. Wieder wahr wahrscheinlich und in der Buchhandlung lagen auch die meisten B\u00fccher auf \u00fcber die ich in den letzten Tagen gestolpert bin, Emily Waltons &#8220;Senfglas&#8221;, Cornelia Travniceks &#8220;Chucks&#8221;, aber auch <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/03\/27\/vladimir-vertib-in-der-alten-schmiede\/\">&#8220;Schimons  Schweigen&#8221;<\/a>, &#8220;Ich nannte ihn Krawatte&#8221; etc.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als ich bei der Buchvorstellung von Emily Waltons &#8220;Mein Leben ist ein Senfglas&#8221;, war, bin ich durch einen Folder aufmerksam geworden, da\u00df am 28. 3. Susanne Ayoubs bei Braum\u00fcller erschienener neuer Roman &#8220;Das M\u00e4dchen von Ravenbr\u00fcck&#8221; vorgestellt wird. 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