{"id":12747,"date":"2012-03-24T00:14:37","date_gmt":"2012-03-23T23:14:37","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=12747"},"modified":"2012-03-24T00:14:37","modified_gmt":"2012-03-23T23:14:37","slug":"tausendmal","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=12747","title":{"rendered":"Tausendmal"},"content":{"rendered":"<p>Tausend Rosen, tausend K\u00fcsse, tausend Blogartikeln zur Literatur in dreidreiviertel Jahren. Eine sch\u00f6ne runde Zahl auf die man stolz sein k\u00f6nnte, auf die Konsequenz, die Disziplin, die Beharrlichkeit, die dazu n\u00f6tig ist, die das m\u00f6glich macht und nat\u00fcrlich auch ein h\u00fcbsches Wissen \u00fcber den Literaturbetrieb. B\u00fccherlesen, B\u00fcchersammeln, schreiben, lesen, vor allem aber beharrlich und auch sehr frustriert daneben stehen, denn die T\u00fcre in den Literaturbetrieb ja immer nur versperrt vorfinden und so ein Blog ist irgendwie auch nur eine Ersatzbefriedigung. Das habe ich schon begriffen, nat\u00fcrlich klar, nicht zu widerlegen und die oben angef\u00fchrte Zahl stimmt auch nicht ganz.<br \/>\nWird dieser Artikel auf meiner Statistikseite ja schon als der tausendvierte gef\u00fchrt, wenn ich demn\u00e4chst aber auf die Publikationstaste dr\u00fccke, werde ich &#8220;Gratulation, das ist der tausendste Post!&#8221;, lesen k\u00f6nnen und obwohl ich doch immer so vorschnell bin, habe ich darauf gewartet, denn der vielleicht wirkliche tausendste Eintrag, w\u00e4re mir mit der <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/03\/21\/oksana-sabuschko-und-martin-pollack-in-der-hauptbucherei\/\">&#8220;Sabuschko&#8221;-Berichterstattung<\/a> in die Quere gekommen. Also jetzt erst, tausend rote Rosen, tausend K\u00fc\u00dfe, roter Wein oder auch ein Gl\u00e4schen Sekt f\u00fcr den tausendsten oder tausendvierten Blogeintrag.<br \/>\nWow, das ist schon eine sch\u00f6ne Sammlung von Gef\u00fchlen, Empfindungen, Erfahrungen bez\u00fcglich des Lesen, Schreiben und des Literaturbetriebs.<br \/>\nDenn da ist eine, die interessiert sich sehr f\u00fcr Literatur und das schon fast oder auch mehr als vierzig Jahre. F\u00fcnfzig vielleicht oder vielleicht schon f\u00fcnfundf\u00fcnzig oder \u00fcberhaupt immer dar. Die liest und schreibt und mehrmals in der Woche zu Literaturveranstaltungen geht und trotzdem nie den Weg hinein zu finden scheint.<br \/>\n&#8220;Denn das ist nicht gut genug!&#8221;, habe ich schon geh\u00f6rt, als es noch kein Bloggen, kein facebook und kein Twittern gab, sondern als sch\u00fcchterne, etwas gehemmte Psychologiestudentin, die f\u00fcr gelungen gehaltene Geschichte &#8220;Einleitung zum Tee&#8221; zwei Freunden, dem Gerhard und der Monika zeigte.<br \/>\n&#8220;Das ist nicht gut genug, das mu\u00dft du anders, besser machen, ich kann dir aber auch nicht sagen wie!&#8221;, das erste Mal geh\u00f6rt, was sp\u00e4ter immer wieder folgen sollte.<br \/>\nNicht tausend Mal, so oft wahrscheinlich nicht, aber auch im Arbeitskreis schreibender Frauen, in den ich sp\u00e4ter kam, war ich mit meiner Art des Schreibens, das so beharrlich realistisch ist und auch auf die eigenen Rechtschreibregeln besteht, nicht willkommen.<br \/>\n&#8220;Das ist zu wenig abgehoben, zu real, zu realistisch!&#8221;, wahrscheinlich kam man auch zu sch\u00fcchtern sagen und so war auch der Ratschlag, von meiner Freundin Elfriede H., da\u00df es noch zu fr\u00fch sein k\u00f6nnte, f\u00fcr ein Stipendium einzureichen. Das war dann schon in den Achtzigerjahren und auch das habe ich nicht tausendmal versucht, keine Rede, keine Spur davon. Nur ein paar Jahre bis es schon die psychologische Praxis und die ersten Klienten gab und eine Autorenkollegin meinte, da\u00df man in diesem Fall nicht mehr einreichen d\u00fcrfe. Es sch\u00fcchtern, gutwillig und beherzt ein paar Jahre auch nicht mehr getan, bis ich es trotzig tapfer noch einmal versuchte, bevor ich endg\u00fcltig aufgegeben habe. In dieser Zeit auch meine Texte ziemlich wahllos und sehr sch\u00fcchtern an die Verlag herumgeschickt und auch da immer nur ein &#8220;Leider, nein!&#8221;, als Antwort bekommen, auch das nicht tausendmal. Habe ich doch irgendwann einmal damit aufgeh\u00f6rt und mich durch ein Geburtstagsgeschenk des lieben Alfreds in das n\u00e4chste Fettn\u00e4pfchen begeben, der mich auf die Idee brachte, meine B\u00fccher selber zu machen.<br \/>\n&#8220;Fortan erscheint jedes Buch von mir und ich mu\u00df mich nicht erst auf die m\u00fchsame Verlagssuche machen!&#8221;, gedacht und fortan erst rechts abseits gestanden, mit den inzwischen drei\u00dfig, nicht tausend, selbstgemachten B\u00fcchern. Nein, soviele sind  es  nicht. Das betrifft nur die Blogartikeln, die seit Juli 2008 fast t\u00e4glich entstanden, tausend Rosen, tausend K\u00fc\u00dfe, roter Wein und keine Kategoerien obwohl ich regelm\u00e4\u00dfig, sehr konsequent und beharrlich von den Veranstaltungen, die ich besuche, den B\u00fcchern, die ich lese und auch \u00fcber die, die ich selber schreibe, berichte, tausend Rosen, tausend K\u00fcsse, roter Wein und mehr als tausend Blogartikeln \u00fcbers Schreiben, tausend, tausendeins, tausendzwei, tausenddrei, tausendvier oder eine andere Zahl, denn keiner z\u00e4hlt es wahrscheinlich nach und kein Ende zeichnet sich ab. Kein Ende im Gedankenflu\u00df, denn es sprudelt, denn es flie\u00dft und die Literatur ist f\u00fcr mich immer noch etwas sehr Interessantes. Etwas zu dem ich etwas zu sagen habe, sagen will, obwohl ich ja seit fast oder auch mehr als vierzig Jahre abseits stehe und das Bloggen auch ein wenig trotzig betreibe.<br \/>\nSeht einmal ich kann doch schreiben und die Leser melden dann genauso beharrlich &#8220;Mir reichts, schon wieder ein Rechtschreibfehler zur\u00fcck!&#8221;, weil man beim \u00f6ffentlichen \u00c4u\u00dfern seiner Meinung offebar perfekt sein soll. Es schult aber sehr das Denken und die Sprache t\u00e4glich \u00f6ffentlich \u00fcber das Schreiben zu berichten, tausend Rosen, tausend K\u00fc\u00dfe, roter Wein, obwohl die permanente Nichtbeachtung das Frustrationspotential nat\u00fcrlich auch erh\u00f6ht.<br \/>\nIch kann schreiben und keinem interessierts! Keiner will etwas davon wissen, keiner sieht besonders hin, nicht gerade ein erhebendes Gef\u00fchl und dennoch trotzdem tausend oder mehr Artikel \u00fcber das Schreiben, die in den letzten dreidreiviertel Jahre entstanden sind. <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_radiosonate.html\">Neun<\/a> <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_haus.html\">B\u00fccher<\/a> <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_hunger.html\">sind<\/a> <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_heimsuchung.html\">seitdem<\/a> <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_mimi.html\">entstanden<\/a> <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_absturzgefahr.html\">und<\/a> <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_zwillingswelten.html\">einiges<\/a> <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_bank.html\">habe<\/a> ich in diesen dreidreiviertel Jahren inzwischen auch verloren. Weniger Lesungen, weniger Veranstaltungen und hundertf\u00fcnfzig bis hundertsiebzig t\u00e4gliche Leser, obwohl ich, wie manchmal denke,sehr unbemerkt und verborgen, fast t\u00e4glich vor mich hinzublogge.<br \/>\nTausend Rosen, tausend K\u00fcsse, roter Wein,  drei\u00dfig selbstgemachte B\u00fccher und immer wieder schreiben, seine Meinung \u00e4u\u00dfern, jammern, klagen, in diesen Literaturgefl\u00fcster, schon mehr als tausendmal!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tausend Rosen, tausend K\u00fcsse, tausend Blogartikeln zur Literatur in dreidreiviertel Jahren. 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