{"id":12532,"date":"2012-03-11T00:28:17","date_gmt":"2012-03-10T23:28:17","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=12532"},"modified":"2012-03-11T00:28:17","modified_gmt":"2012-03-10T23:28:17","slug":"kein-eigener-ort","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=12532","title":{"rendered":"kein eigener ort"},"content":{"rendered":"<p>&#8220;Der aufsehen erregende debutroman susanne gregors erz\u00e4hlt in poetisch dichter, rhythmisch zwingender sprache die geschichte einer jungen frau im spannungsfeld zwischen liebe und abh\u00e4ngigkeit, die \u00e4u\u00dfere und innere grenzen \u00fcberschreitet&#8221;, steht am Buchr\u00fccken von &#8220;kein eigener ort&#8221; und das Buch beginnt im Zug beim \u00dcberschreiten der \u00f6sterreichisch ungarischen Grenze. Da bleibt der Zug pl\u00f6tzlich zwei Stunden im freien Feld stehen und der Schaffner erz\u00e4hlt den mitreisenden Frauen auf Ungarisch, der Ich-Erz\u00e4hlerin auf Deutsch &#8220;Da hat sich jemand vor den Zug geworfen&#8221;, die Ich-Erz\u00e4hlerin empfindet Schuldgef\u00fchle und kommt zwei Stunden  zu sp\u00e4t in Budapest an.<br \/>\nIn vierzehn kurzen Kapitel wird auf hundertsieben knappen Seiten, die Geschichte der verzweifelten Liebe einer jungen Frau, die sich im fremden Land seltsam verloren f\u00fchlt, dabei seltsame Sachen macht und ihr Leben eindrucksvoll poetisch reflektiert, erz\u00e4hlt.<br \/>\nAu\u00dfer am Ende ihren Namen &#8220;Ina&#8221; erf\u00e4hrt man nicht sehr viel \u00fcber sie oder doch, aber das nur indirekt. Sie reist von \u00d6sterreich nach Budapest, um dort in einer Sprachschule ein Praktikum zu absolvieren, also Deutsch unterrichten, aber eigentlich reist sie ihrer Liebe Tamas nach, den sie in Wien in einem Lokal kennenlernte.<br \/>\nDort verl\u00e4\u00dft sie ihre Freundin Anna, mit der sie das Lokal besuchte und geht mit Tamas, der in Budapest bei seiner Mutter wohnt und studiert, in Wien aber manchmal kellnert, spazieren. Dann meldet sie sich f\u00fcr das Prakikum an und f\u00e4hrt gleich zum Vorstellungsgespr\u00e4ch hin, als sie es dann antritt, holt sie Tamas nicht vom Bahnhof ab und sie mu\u00df allein in die Wohnung von Simon und Bruno fahren, wo sie ein Zimmer hat. Sie kocht auch f\u00fcr die beiden H\u00e4hnchen und bittet Simon mit ihr auf den Gellertberg zu spazieren. Tamas hat nur wenig Zeit f\u00fcr sie, kommt aber auf ein paar Stunden, nimmt sie auch einmal eine Nacht in die Wohnung mit, wo er mit der Mutter lebt. Am Morgen ist sie dann allein und steckt ein paar der alten Fotos ein, die er ihr zeigte.<br \/>\nAls Tamas pl\u00f6tzlich auftaucht, um sie an den Balaton mitzunehmen, sagt sie nicht am Institut Bescheid, erschrickt vor den Freunden, die ihm im Restaurant erwarten, ist auf eine Tessa eifers\u00fcchtig, wird krank und gibt dem Institutskollegen Ferdi, der sie bei einem Empfang k\u00fcssen will, eine Ohrfeige. Als sie f\u00fcr Tamas ein Buch zum Geburtstag kauft und es ihm ins Institut nachtr\u00e4gt, trifft sie ihn neben einer Eszter an und er hat keine Zeit, weil er f\u00fcr ein Projekt arbeiten mu\u00df. Sie trifft die beiden dann noch einmal in der Markthalle,  versteckt sich hinter Trachten und reflektiert dar\u00fcber, da\u00df sie \u00fcberall fremd ist und keinen eigenen Ort zum Leben hat.<br \/>\nM\u00fchsam mu\u00df sie sich orientieren, &#8220;Hier ist der Tisch, ein Stuhl, ein Buch!&#8221;, als sie pl\u00f6tzlich aufwacht und ihr das Blut \u00fcber die Schenkel hinunterrinnt. Die Psychotherapeutin denkt nat\u00fcrlich sofort an eine Selbstverletzung und eine Borderlinest\u00f6rung. Der junge Arzt im Krankenhaus, der sich einf\u00fchlsvoll an ihr Bett setzt, sagt aber, da\u00df sie ihr Kind verloren hat und r\u00e4t, als Simon sie abholt, es noch einmal zu versuchen.<br \/>\n&#8220;Das ist ein Taxi, ein Fenster, Tisch, Budapest&#8221;, memoriert die Protagonistin um ihre Orientierung wiederzufinden und ruft ihre Eltern an, die auch kommen und von ihr vom Bahnhof abgeholt werden wollen, was sie vers\u00e4umt, weil pl\u00f6tzlich Tamas vor der T\u00fcre steht und ihr erz\u00e4hlt, da\u00df er sie in der Markthalle erkannt hat, sie bestreitet aber dort gewesen zu sein.<br \/>\nSusanne Gregor wurde 1981 in Zilina, in der Slowakei geboren und lebt seit 1990 in \u00d6sterreich. 2009 erhielt sie den F\u00f6rderpreis des Hohenemser Literaturpreises, 2010 den Hauptpreis bei den Exil-Literaturpreisen. 2011 ist in der Edition Exil ihr erster Roman erschienen, der eher irrt\u00fcmlich zu mir gekommen ist, ich habe aber einen Teil der Lesung auf der <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/01\/22\/rote-lilo-trifft-wolfsmann\/\">Buch-Wien<\/a> geh\u00f6rt und beim Gewinnspiel des &#8220;Duftenden Doppelpunkt&#8221; voriges jahr bin ich auch auf den Namen Susanne Gregor gesto\u00dfen, ich habe dann die <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/01\/22\/rote-lilo-trifft-wolfsmann\/\">erste Anthologie<\/a> gewonnen, in der auch ihre erste Geschichte enthalten ist und irgendwo gelesen, da\u00df man sicher noch mehr von der jungen Autorin h\u00f6ren werden wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8220;Der aufsehen erregende debutroman susanne gregors erz\u00e4hlt in poetisch dichter, rhythmisch zwingender sprache die geschichte einer jungen frau im spannungsfeld zwischen liebe und abh\u00e4ngigkeit, die \u00e4u\u00dfere und innere grenzen \u00fcberschreitet&#8221;, steht am Buchr\u00fccken von &#8220;kein eigener ort&#8221; und das Buch &hellip; <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=12532\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[41],"tags":[],"class_list":["post-12532","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/12532","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=12532"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/12532\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=12532"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=12532"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=12532"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}